Eufycam 3 im Test: 4K-Überwachungskamera mit KI & viel Speicher ohne Cloud

Eufycam-3 mit Homebase S380 und Zubehör
Pro und Contra
  • 4K-Auflösung mit farbiger Nachtsicht
  • Bewegungserkennung kann zwischen Gesichtern, Menschen, Haustieren und Fahrzeugen unterscheiden
  • effizientes Solarpanel
  • andere Eufy-Kameras profitieren ebenfalls von der in der Homebase 3 integrierten KI Bionic Mind
  • Geofencing
  • Datenschutzzonen
  • keine Cloud > keine Folgekosten
  • teuer
  • keine Unterstützung für ONVIF, IFTTT und Homekit
  • eingeschränkte Integration in Smart-Home-Systeme
  • 4.5

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Über eine KI-Engine in der neuen Homebase 3 differenziert die Eufycam 3 bei der Bewegungserkennung zwischen Gesichtern, Menschen, Fahrzeugen und Haustieren. Zudem bietet sie ein integriertes Solarpanel, das besonders effizient sein soll.

Die Anker-Marke Eufy hat mit der Eufycam 3 (S330) eine neue kabellose Überwachungskamera (Themenwelt) vorgestellt, die gegenüber der Vorgängerserie Eufycam 2 eine deutlich höhere Auflösung bietet: Statt maximal 2K mit 2304 × 1296 Pixel löst die Eufycam 3 wie die Arlo Ultra 2 (Testbericht) mit 4K (3840 × 2160 Pixel) auf und bietet damit – vor allem beim Zoomen – eine schärfere Darstellung als die Vorgängermodelle. Die Eufycam 3 unterscheidet sich von bisherigen Eufycams auch dadurch, dass sie ein 100 Lumen helles Spotlight bietet und damit farbige Nachtaufnahmen unterstützt.

Als Steuerzentrale dient die neue Homebase 3 (S380), in die Eufy eine KI-Engine mit der Bezeichnung Bionic Mind integriert hat. Damit kann die Kamera bei der Bewegungserkennung zwischen Menschen, Gesichtern, Fahrzeugen und Haustieren differenzieren. Und wer eine Eufycam 2 (Testbericht) verwendet, kann diese ebenfalls mit der neuen Homebase verbinden und so von der verbesserten Bewegungserkennung profitieren. Dabei sorgt ein selbstlernende Algorithmus für eine stetige Verbesserung der KI-Engine, sodass die Bewegungserkennung mit der Zeit immer zuverlässiger funktioniert.

Bis Ende 2022 sollen weitere Eufy-Überwachungskameras mit der neuen Homebase kompatibel sein. Dazu zählen auch Solocams wie die L20 (Testbericht) und die S40 (Testbericht), sowie die Flutlichtkameras 1080P (Testbericht) und Floodlight Cam 2 Pro (Testbericht), während die Video Doorbell Dual (Testbericht) erst Anfang 2023 mit der neuen Homebase 3 zusammenarbeiten soll. Insgesamt können Anwender dann bis zu 16 Überwachungskameras und 34 Sensoren verwalten.

Wie von den Vorgängermodellen bekannt, bietet auch die neue Homebase 3 einen 16 GByte großen Speicher. Allerdings verfügt sie zusätzlich noch über einen 2,5-Zoll-Einschub für SATA-Festplatten oder -SSDs, sodass Anwender den Speicherplatz für Videos und Bilder auf bis zu 16 TByte erweitern können. Auf einen kostenpflichtigen Cloud-Speicher kann man also getrost verzichten.

Ähnlich wie die Solocam S40 (Testbericht) bietet die Eufycam 3 ein integriertes Solarpanel, das den 13.000 mAh starken Akku lädt. Es stammt von Branchenführer Sunpower und soll eine 25 Prozent bessere Ladeleistung haben, sodass bereits zwei Stunden Sonneneinstrahlung pro Tag genügen sollen, um den Akku der Kamera mit genügend Energie zu versorgen. Während des Tests im November hat die Sonneneinstrahlung ausgereicht, um den Akku der Eufycam 3 auf 100 Prozent zu halten, während das Panel der Solocam S40 dafür zu schwach war.

Die Eufycam 3 bietet nach IP67 Schutz vor Wettereinflüssen und ist nach Angaben des Herstellers im Temperaturbereich von -20 Grad und 50 Grad Celsius einsetzbar. Bei häufig auftretenden Schlechtwetterereignissen wie starkem Regen und Hagel empfiehlt Eufy, die Kamera unter einer Abdeckung zu installieren.

Die Überwachungskamera misst 6,5 × 12,9 × 6,5 cm und wiegt mit 420 Gramm etwa 60 Gramm mehr als das Vorgängermodell und wird über eine Halterung an einer Wand montiert. Anders als die Eufycam 2 Pro bietet die neue Variante keine magnetische Halterung mehr. Eufy empfiehlt die Kamera in einer Höhe von zwei bis drei Metern zu montieren. Entsprechendes Befestigungsmaterial wie Dübel, Schrauben und Halterung sind im Lieferumfang enthalten.

Für den Betrieb der Homebase muss man diese per Ethernetkabel mit dem heimischen Router verbinden. Anders als die Vorgängerversion bietet die neue Homebase 3 keine Möglichkeit, sich per WLAN mit dem Router zu verbinden. Somit ist die Wahl des Aufstellorts etwas eingeschränkt.

Für die Einrichtung von Homebase 3 (S380) und Eufycam 3 (S330) wird die Eufy-App benötigt. Um die App nutzen zu können, müssen Anwender bei Eufy ein Konto anlegen. Ein Installationsassistent begleitet die Einrichtung und informiert über die besonderen Funktionen von Homebase 3 und Eufycam 3. Dazu zählt etwa die Gesichtserkennung, die auf Basis eines Fotos eine Person identifizieren kann. Insgesamt ist die Inbetriebnahme von Homebase und Kamera sehr einfach und nach wenigen Minuten abgeschlossen (siehe auch Bildergalerie). Dabei wird die mitgelieferte Schnellstartanleitung, die auch in deutscher Sprache vorliegt, nicht benötigt, da sämtliche relevanten Hinweise für das Setup und der Montage auch in der App hinterlegt sind.

Die Eufy-App bietet nach wie vor eine gute Übersicht. Anwender dürften sich daher schnell zurechtfinden. In der unteren Menüleiste befinden sich Schaltflächen für Geräte, Ereignisse, AI-Edge, Sicherheit und Erkunden. Die Startseite (Geräte) listet sämtliche verwendeten Eufy-Kameras mit einem Vorschaubild des letzten Ereignisses sowie relevante Informationen wie Energieversorgung, Netzwerkstatus und Anzahl registrierter Bewegungen auf. Die Anzeigereihenfolge können Anwender in den App-Einstellungen anpassen.

Unter Ereignisse finden Anwender sämtliche Videoaufnahmen der verwendeten Kameras mit Angaben zur Erkennung (Person, Haustier, Gesicht, Fahrzeug, Bewegung). Die Schaltfläche AI-Edge führt zu Informationen der in Verbindung mit der Homebase 3 eingeführten KI-Engine Bionic Mind. Dort lassen sich auch Gesichter in Form von Fotos hinzufügen.

Die Reichweite der Personenerfassung liegt zwischen zwei und acht Metern. Eine Gesichtserkennung erfolgt allerdings nur bis zu einer Entfernung von 4 Metern und nur, wenn die Kamera möglichst große Teile des Gesichts erfassen kann. Bei Gesichtern, die in einem horizontalen Winkel von mehr als 45 Grad oder einem vertikalen Winkel von mehr als 30 Grad erfasst werden, funktioniert die Erkennung nicht zuverlässig. Entsprechend diesen Einschränkungen hat die Gesichtserkennung im Test gut funktioniert. Unsere Katze hat die Lösung zuverlässig als Haustier identifiziert.

Während die Kamera bei der Bewegungserkennung zwischen Personen, Gesichtern, Haustieren und Fahrzeugen differenzieren kann, verschickt die App standardmäßig eine Benachrichtigung, sobald eine dieser Bewegungen erkannt wurde. Immerhin kann man Benachrichtigungen von Ereignissen mit bekannten Gesichtern in den Einstellungen der Homebase ausblenden.

Neben der Möglichkeit einen Aktivitätsbereich für die Bewegungserkennung festzulegen, können Anwender außerdem noch sogenannte Datenschutzzonen festlegen. Das ist insbesondere bei einer Ausrichtung der Kamera auf das Nachbargrundstück für einen DSGVO-konformen Betrieb nötig. Entsprechend konfigurierte Bereiche werden dabei geschwärzt (siehe auch Bildergalerie). Standortbezogenen Konfigurationen, die auch als Geofencing bekannt sind, unterstützt die Kamera ebenfalls.

Die Kamera bietet ein Sichtfeld von 135 Grad und zeichnet Videos und Bilder mit einer Auflösung von bis zu 4K (3840 × 2160 Pixel) auf. Damit liefert sie deutlich schärferer Aufnahmen als Modelle, die nur Full-HD (1920 x 1080 Pixel) oder 2K (2304 × 1296 Pixel) bieten.

Vor allem beim Heranzoomen zeigen sich die Vorteile einer höheren Auflösung. Selbst etwas weiter entfernte Objekte lassen ich damit noch gut erkennen (siehe auch Bildergalerie). Die Qualität der Aufnahmen geht sowohl bei Tag als auch bei Nacht in Ordnung. Die hervorragende Bildqualität der kabelgebundenen PoE-Überwachungskamera Annke NCD 800 (Testbericht) erreicht die Eufycam 3 allerdings nicht. Im Test gut funktioniert hat die Gegensprechfunktion. Personen waren auf beiden Seiten gut zu verstehen.

Wie bei vielen anderen Überwachungskameras lässt auch die Smart-Home-Anbindung der Eufycam 3 zu wünschen übrig. Grundsätzlich ist sie nur mit Amazon Alexa und Google Assistant kompatibel. Man kann also die Kamera per Sprache steuern oder das Livebild auf einem smarten Display wie Echo Show betrachten.

Die Anbindung an andere Smart-Home-Lösungen wie Apple Homekit oder Samsung Smartthings ist indes nicht vorgesehen. Immerhin existiert für Homey Pro (Testbericht) eine Community-App, mit der man die Eufy-Kamera und die Homebase einbinden kann. Die Ausgabe eines Livestreams ist unter Homey nicht möglich – lediglich ein Foto des letzten Ereignisses wird angezeigt. Dafür kann man die Sensordaten innerhalb von Homey für Automatisierungen nutzen und die Kamera auch unter Apple Homekit ansteuern. Den ONVIF-Standard unterstützt die Kamera nicht.

Das Bundle mit zwei Eufycam 3 (S330) und einer Homebase 3 (S380) kostet regulär 549 Euro. Bis zum 28. November bietet Eufy das Bundle zusammen mit einer 1-TByte-Festplatte zum Preis von 559 Euro im Bundle mit einer 1-TByte-Festplatte an.

Mit der Eufycam 3 bietet die Anker-Marke Eufy nun auch eine kabellose Überwachungskamera mit 4K-Auflösung und farbiger Nachtsicht. Doch damit nicht genug. Dank der in der Homebase 3 integrierten KI-Engine Bionic Mind kann sie bei der Bewegungserkennung zwischen Menschen, Gesichtern, Fahrzeugen und Haustieren differenzieren und sorgt somit für weniger Fehlalarme respektive für relevantere Benachrichtigungen. So kann man etwa Benachrichtigungen zu Ereignissen mit bekannten Gesichtern ausblenden lassen.

Der Clou dabei: Bis Jahresende sollen fast sämtliche Eufy-Kameras mit der neuen Homebase 3 funktionieren, sodass auch sie über die darin integrierte KI inklusive Gesichtserkennung profitieren. Da ist es gut, dass man den mit 16 GByte für mehrere Kameras recht knapp bemessen Speicher mittels 2,5-Zoll-Festplatten oder -SSDs ausbauen kann. Somit kann man auf eine kostenpflichtige Cloud-Anbindung, wie von anderen Herstellern bekannt, verzichten.

Weniger gut gefällt uns der relativ hohe Preis von 549 Euro. Wer sich für die Kamera interessiert, sollte daher auf entsprechende Rabattaktionen achten. Auf der Mängelliste steht außerdem die fehlende Kompatibilität zu anderen Smart-Home-Lösungen.

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