Eufy Solocam L20 im Test: Überwachungskamera mit Spotlight, Akku und WLAN

Eufy Solocam L20: Die bis zu 600 Lumen starken LEDs leuchten rund um das Gehäuse.
Pro und Contra
  • Full-HD-Auflösung mit farbiger Nachtsicht
  • Leuchtkraft mit bis zu 600 Lumen
  • Stabile WLAN-Verbindung und schnelle Aktivierung des Livestream
  • intuitive App
  • Unterstützung für Amazon Alexa und Google Assistant
  • Keine Folgekosten
  • Desktop-Anwendung eingeschränkt
  • eingeschränkte Integration in Smart-Home-Systeme
  • Kein Geofencing
  • Nur 2,4-GHz-WLAN
  • Akku nicht austauschbar
  • 4

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Dank 600 Lumen starken LEDs bietet die Eufy Solocam L20 eine farbige Nachtsicht. Wie gut die wetterfeste Full-HD-Überwachungskamera für Außen funktioniert, zeigt der Testbericht.

Licht verscheucht dunkle Gestalten. Es verwundert daher nicht, dass es immer mehr Überwachungskameras mit integrierter Beleuchtung (Ratgeber) gibt. Sie reichen von Spotlight-Cams über LED-Außenleuchten mit Kamera bis hin zu sogenannten Floodlight-Cams. Letztere verfügen mit bis zu 3000 Lumen über eine starke Leuchtkraft. Allen gemeinsam ist, dass sie dank der Beleuchtung eine farbige Nachtsicht bieten. Das Bild ist zudem klarer, sodass ungebetene Gäste besser identifiziert werden können. Kameras mit integrierter Beleuchtung bieten damit ein höheres Sicherheitsniveau als Modelle ohne Lampen.

Die Solocam L20 bietet 600 Lumen starke LEDs, die rund um das Objektiv am Gehäuserand etwa zwei Zentimeter breit leuchten. Damit kann sie Videos auch nachts in Farbe aufnehmen. Dank WLAN und Akku kann die Solocam L20 relativ flexibel positioniert werden. Videos speichert sie mit 128-Bit-Verschlüsselung auf dem im Gerät integrierten 7,3 GByte großen Speicher. Ist der Speicherplatz erschöpft, werden die ältesten Videos zuerst gelöscht, um Speicherkapazität für neue zu schaffen. Ein NAS sowie der von Eufy angebotene Cloud-Speicher stehen für die Solocam L20 nicht zur Verfügung. Die Unterstützung zur Speicherung der Videos in Verbindung mit einer Eufy-Homebase, die etwa zusammen mit der Video Doorbell Dual (Testbericht) oder Eufycam 2 (Testbericht) ausgeliefert wird, soll erst in Zukunft möglich sein.

Die Eufy Solocam L20 bringt ohne Halterung 527 Gramm auf die Waage. Das mit einer Tiefe von 7 Zentimeter konisch nach hinten verlaufende Gehäuse verfügt an der Gehäuseunterseite über eine 2 x 1 cm große Öffnung für den bis zu 90 db lauten Lautsprecher. Zusammen mit dem an der nach vorn etwas gewölbt verlaufenden Gehäusefront mit einem Durchmesser von 11,9 cm angebrachten Mikrofon bietet die Kamera eine Gegensprechfunktion. An der Front befindet sich außerdem das Objektiv mit einem Sichtfeld von 135°, das Videos in Verbindung mit dem genutzten CMOS-Sensor mit maximal Full-HD im HEVC-Format (H.265) aufnimmt. Zudem sind an der Frontseite noch Bewegungs- und Lichtsensor sowie die Betriebs-LED untergebracht.

Der 13.400 mAh starke Akku bietet eine Laufzeit laut Hersteller von bis zu vier Monaten. Auf diese Werte kommt der Hersteller allerdings nur bei günstigen Bedingungen und wenigen Alarmen. Im Test hat die Kamera nach 36 Tagen Betrieb und 2367 aufgezeichneten Ereignissen noch eine Kapazität von 39 Prozent. Leider gibt es von Eufy derzeit kein kompatibles Solarpanel, um die Akkulaufzeit der Solocam L20 zu verlängern. Laut Support-Forum ist aber eines in Arbeit. Die Kamera ist wetterfest nach IP67 und laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen -20 und 50 Grad Celsius einsatzbereit.

Im Lieferumfang sind Halterung, Bohrschablone sowie Schrauben zur Befestigung enthalten. Die Kurzanleitung, die auch in deutscher Sprache vorliegt, enthält detaillierte Informationen zur Montage.

Die Inbetriebnahme der Eufy Solocam L20 ist prinzipiell einfach, setzt aber ein Nutzerkonto bei Eufy voraus. Dafür muss man eine E-Mail-Adresse angeben und ein Passwort einrichten. Die anschließende E-Mail, im Test ist diese im Spam-Folder gelandet, enthält eine Bestätigungslink über den die Registrierung abgeschlossen wird.

Anschließend wählen Anwender über das Plus-Zeichen in der App als Modell die Solocam L20 aus (aktuell führt die App sie als Solocam Spotlight). Zunächst verbindet man die Kamera mit einem 2,4-GHz-WLAN-Netzwerke, 5-GHz-Netzwerke unterstützt die Solocam L20 nicht. Dann drückt man oben am Gehäuse die Sync-Taste. Ist das passiert, ertönt ein Ton und in der App wird ein QR-Code erzeugt. Jetzt hält man das Smartphone mit dem QR-Code vor die Kamera und wartet einige Sekunden, bis die Solocam L20 sich mit dem ausgewählten WLAN verbunden hat. Anschließend ist die Kamera einsatzbereit und per Smartphone-App steuerbar. Zusätzlich zur App können Anwender Livestream und Gerätedaten auch über eine Web-Anwendung auf dem Desktop abrufen. Allerdings ist damit keine Konfiguration der Geräte möglich. Eine leistungsfähige Desktop-Anwendung, wie sie etwa Reolink (Test) bietet, hat Eufy bislang nicht im Angebot.

Nach dem Start zeigt die Eufy-App alle bislang registrierten Kameras mit dem zuletzt aufgenommenen Live-Bild inklusive eines Sicherheitsberichts über aufgelaufene Alarme.

Die Einstellungen der Kamera erreicht man in der Standardansicht über das Drei-Punkte-Menü und das Zahnradsymbol. Sie umfassen Konfigurationsmöglichkeiten zu den Menüpunkten Bewegungserkennung, Überwachung, Beleuchtung, Video, Audio, Benachrichtigung, Allgemein und Gerätefreigabe.

In Abschnitt Bewegungserkennung können Anwender den Aktivitätsbereich der Kamera festlegen. Damit kann man ausschließen, dass die Kamera Personen auf einem fremden Grundstück oder öffentlichen Bereich erfasst und somit einen DSGVO-konformen Betrieb realisieren. Um Fehlalarme zu vermeiden, können Anwender die Erkennungsempfindlichkeit justieren – sieben Stufen stehen hierbei zur Verfügung – und die Erkennungsart auf Menschen begrenzen. Im Test hat das die Kamera einwandfrei hinbekommen und bei Menschen alarmiert, aber bei Haustieren zum Beispiel nicht.

Unter Scheinwerfer-Einstellungen lässt sich die 600 Lumen starke LED-Beleuchtung der Kamera hinsichtlich Helligkeit und Farbtemperatur (4000 bis 6000 Kelvin) regulieren.

Unter Nachtsicht können Anwender zwischen Schwarz-/Weiß (B & W Nachtsicht) und Nachtsicht in Farbe wählen. Erstere nutzt nur die IR-LEDs, während letztere auch den LED-Scheinwerfer, der rund um das Objektiv leuchtet, bei einer nächtlichen Bewegungserkennung aktiviert. Mit der Option Ausschalten bleiben IR-LED und Spotlight dauerhaft deaktiviert.

Und wie bei Eufy üblich, können Anwender die Steuerung der Kamera mit anderen Personen teilen. Hierfür müssen diese die Eufy-App installieren und sich registrieren.

Dank Full-HD-Auflösung sind die Videos der Kamera sehr detailreich. Und mit zugeschalteter Beleuchtung nimmt sie auch nachts Videos in Farbe auf. Bei voller Leuchtstärke erhellt die Eufy Solocam L20 das 135° große Sichtfeld bis zu einer Entfernung von acht Metern. Dabei ist das Bild hervorragend ausgeleuchtet und weiter entfernte Objekte lassen sich im direkten Vergleich mit der Arlo Go 2 (Testbericht) besser erkennen.

Die Sirene ist mit bis zu 90 db laut genug, um ungebetene Gäste zu erschrecken und die integrierte Gegensprechfunktion funktioniert ohne Fehl und Tadel. In Sachen Benachrichtigungen bietet die Eufy lediglich eine Push-Funktion. Warnmeldungen über E-Mail verschickt sie hingegen nicht. Verzichten müssen Anwender auch auf Geofencing, das nur in Verbindung mit einer Eufy-Basisstation möglich ist. Allerdings verspricht der Hersteller, dass sich die Solocam-Modelle auch bald mit der Home Base 2 des Herstellers verbinden lassen sollen. Dann dürfte Geofencing auch für die Solocam L20 zur Verfügung stehen.

Insgesamt bietet die Eufy-App eine intuitive Benutzeroberfläche, mit der Anwender die Überwachungskamera problemlos verwalten können. Wer sich mit der App noch nicht so gut auskennt, findet unter Anleitungen nützliche Hinweise zu den Funktionen Personenerkennung, Anpassung der Erkennungsempfindlichkeit, Aktivitätszone, Sirene und Alarm, Scheinwerfer-Einstellungen und Nachtsicht in Farbe.

Die Eufy Solocam L20 funktioniert auch in Verbindung mit den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa. In Kombination mit einem smarten Display (Ratgeber) können Anwender den Kamera-Livestream mit einem kompatiblen Gerät wie Nest Hub oder Echo Show verfolgen.

Leider bietet Eufy für seine Überwachungskameras keine Integrationsmöglichkeiten für andere Smart-Home-Systeme wie Aqara (Ratgeber), Bosch (Testbericht), Elesion (Ratgeber), Homekit (Ratgeber), Homey Pro (Test), Tuya (Ratgeber) oder Smartthings (Testbericht). Immerhin sind Eufy-Überwachungskameras dank einer Community-App kompatibel zu Homey Pro (Testbericht). Den Standard Open Network Video Interface (ONVIF) unterstützt die Kamera ebenfalls nicht.

Die Eufy Solocam L20 hinterlässt optisch und haptisch einen ausgezeichneten Eindruck. Während der 36-tägigen Testphase hat sie Gewitter mit Starkregen und heiße Tage mit intensiver Sonneneinstrahlung schadlos überstanden. Eufy gewährt eine zwölfmonatige Garantie auf die Kamera, die regulär für knapp 150 Euro den Besitzer wechselt. Aktuell ist sie mit einem Rabatt in Höhe von 30 Euro schon für knapp 120 Euro erhältlich.

Im Test überzeugt die Eufy Solocam L20 nahezu in jedem Bereich. Dank der integrierten 600 Lumen starke LED-Beleuchtung bietet sie eine farbige Nachtsicht von bis zu acht Metern. Die laute Sirene dürfte viele ungebetene Gäste zuverlässig abschrecken. Auch dass man die Beleuchtung in Sachen Helligkeit und Farbtemperatur anpassen und die Aktivierung automatisieren kann, stehen auf der Habenseite. Die stabile WLAN-Verbindung und der schnell zur Verfügung stehende Livestream sind weitere Pluspunkte. Dank der Möglichkeit bei Bewegungen Menschen zu identifizieren, kommt es zu fast keinen Fehlalarmen.

Weniger gut haben uns die Integrationsmöglichkeiten in gängige Smart-Home-Systeme gefallen. Zwar unterstützt die Kamera die digitalen Sprachassistenten von Google und Amazon, doch außer mit Homey Pro lässt sich die Kamera mit anderen Smart-Home-Lösungen nicht kombinieren.

Mehr Informationen zum Thema finden TechStage-Leser im Themenschwerpunkt Überwachungskameras. Nützliche Informationen zur Auswahl einer Überwachungskamera bietet der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentieren die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro. Mehr zu Überwachungskameras mit integrierter Beleuchtung bietet der Beitrag Außenleuchten mit Kamera, Spotlight- und Floodlight-Cams ab 90 Euro. Von den Eufy-Modellen hat TechStage zuletzt die Floodlight Cam 2 Pro und die Türklingel Video Doorbell Dual getestet.

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