Eskute Polluno im Test: Dieses City E-Bike ist schick und günstig

Eskute Polluno
Pro und Contra
  • schickes und elegantes Aussehen
  • starker, herausnehmbarer Akku
  • günstiger Preis
  • Fahrradcomputer ohne Kilometerstand
  • niedrige Unterstützungsstufen kaum spürbar
  • harter Sattel
  • 3.0

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Das Eskute Polluno ist ein preiswertes City-E-Bike mit Heckmotor und großer Reichweite. Wie gut das E-Bike mit tiefem Einstieg für die Stadt ist, zeigt der Test.

Ein Citybike ist ein probates Verkehrsmittel, um in Zeiten hoher Erdölpreise und überfüllter Busse und Bahnen den Weg zur Arbeit, Schule, Uni oder zum Einkaufen zu bewerkstelligen. Wer die Fahrt im Alltag nicht alleine durch Muskelkraft bewerkstelligen will, greift zum E-Bike für die Stadt. Die elektrifizierte Variante des sogenannten Hollandrads zeichnet sich durch Robustheit, einen tiefen Einstieg sowie eine hohe Sitzposition aus.

Das Eskute Polluno mit elektrischem Heckmotor sieht mit der mattschwarzen Lackierung sehr edel und schick aus und ist mit einem Preis von 1300 Euro zudem erschwinglich. Der Name soll eine Anspielung auf die Wörter „Pollution“ (engl. für „Verschmutzung“) und „no“ (engl.: „nein“) sein und das City-E-Bike damit als Alternative ohne Abgase für den Verkehr in der Stadt positionieren. Optisch erinnert das E-Bike mit 28-Zoll-Rädern an das günstigere Eleglide T1 Step-Thru (Testbericht). Für genügend Energie sorgt ein kräftiger Akku von Samsung. Wie gut sich das neue City-E-Bike von Eskute in der Praxis schlägt, verrät der Test.

Eskute liefert das Polluno in einem großen Karton an. Das E-Bike ist teilweise vormontiert. Der Nutzer muss das Vorderrad, den Lenker mit Fahrradcomputer, das vordere Fahrradlicht und Schutzblech, die Pedale sowie den Ständer montieren. Der abnehmbare Akku ist bereits am Rahmen befestigt. Eine Anleitung sowie das benötigte Werkzeug sind vorhanden.

Der Aufwand für die Montage hält sich in Grenzen, versierte Radfahrer sollten das E-Bike in knapp 30 Minuten zusammenbauen, ein Anfänger sollte es in knapp einer Stunde schaffen. Die Anleitung beschreibt die wichtigsten Schritte, lässt aber kleiner Details aus, etwa wie der Ständer oder das Schutzblech montiert werden sollen. Zudem schleichen sich zum Teil noch englischsprachige Passagen in den deutschen Teil der Anleitung.

Zur Befestigung des Lenkers müssen Nutzer zunächst eine Schraube samt vier Sicherungsringen entfernen. Darauf kommt dann den Fahrradcomputer. Dort befindet sich auch die Halterung für den Lenker. Anschließend steckt man das Kabel mit der grünen Markierung an den Fahrradcomputer an – weitere Schritte an der Verkabelung sind nicht nötig.

Dank Schnellspanner ist das Vorderrad schnell montiert. Vorab entfernt man die Sicherungsschrauben aus der Gabel. Anschließen befestigt man das vordere Schutzblech samt Frontlicht an einer Schraube oberhalb der Gabel. Für die Befestigung des Ständers stehen hinten am Rahmen zwei Schrauben zur Verfügung. Die Reifen sind bereits aufgepumpt. Hier empfiehlt es sich aber, den Druck nochmals zu überprüfen und im Zweifelsfall die Räder aufzupumpen. Passende Hilfsmittel dafür zeigen wir in der Bestenliste: Top 5 elektrischer Luftpumpen mit Akku für Auto & Fahrrad.

Die Verarbeitung aller Komponenten des E-Bikes hinterlässt für ein Gerät dieser Preisklasse einen soliden Eindruck. So stören weder Spaltmaße noch scharfkantige Elemente, alle Bauteile sitzen, wenn sie richtig montiert sind. Während der Fahrt klappert nichts. Weniger gelungen ist die Montage des vorderen Schutzblechs. Dieses verschraubt man gemeinsam mit dem Frontlicht, allerdings scheint das Bohrloch oberhalb der Gabel nicht exakt platziert zu sein. Dadurch sitzt das Blech nicht mittig über dem vorderen Reifen. Zusätzlich befestigt man über zwei Streben das Schutzblech seitlich an der Gabel.

Die Verkabelung ist mit Kabelbindern fixiert, um nicht störend herumzuhängen. Ein loses Kabel mit einer gelben Markierung ist für einen optionalen Gashebel gedacht, den es als Zubehör gibt. Zum Lieferumfang gehört er nicht. Die Nutzung ist allerdings laut Straßenverkehrsordnung in Deutschland ohnehin nicht zulässig.

Laut Hersteller wiegt das Fahrrad mit Akku knapp 25 kg. Der Rahmen ist für eine Zuladung von bis zu 125 kg vorgesehen, was zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 150 kg führt. Die Tragfähigkeit des Gepäckträgers liegt laut Eskute bei 25 kg. Eine Federklemme hilft, Gegenstände daran zu befestigen.

Der gerade Lenker bietet die gewohnt üppige Breite, wie man es bei einem Citybike kennt. Rechts ist die Schaltung für das 7-Gang-Getriebe, links befindet sich eine klassische Fahrradklingel. In der Mitte sitzt das Display mit der LED-Anzeige. Diese ist sehr aufgeräumt und beschränkt sich auf das Wesentliche: die Geschwindigkeit, die gewählte Unterstützungsstufe sowie den Ladestand des Akkus. Angaben über die zurückgelegten Kilometer sucht man vergebens – das ist schade. Eskute bietet zwar eine App an, diese funktioniert derzeit aber noch nicht mit dem Polluno.

Am unteren Ende befindet sich zudem ein USB-C-Port, um damit über den Akku des Fahrrads das Handy aufzuladen. Der linke Knopf dient als Power-Button und zum Einschalten der Beleuchtung vorn und hinten, über den rechten Mode-Taster wählt man eine von fünf Unterstützungsstufen des Elektromotors aus. Beim Bremsen blinkt das Rücklicht. Das wäre ein nettes Feature, ist in Deutschland aber so nicht zugelassen. An Fahrzeugen befestigte Blinklichter sind sogenannten Hoheitsfahrzeugen, also Polizei, Krankenwagen, Müllabfuhr und Co. vorbehalten.

Der Vorbau mit dem Lenker selbst ist nicht in der Höhe verstellbar. Zur Anpassung des Sattels kommt ein Schnellspanner zum Einsatz. Der erlaubt eine schnelle Anpassung, erhöht aber die Gefahr, dass sich Langfinger den Sattel krallen. Dank des tiefen Einstiegs des Rahmens in der Machart eines Hollandrads ist das Aufsatteln dennoch bequem und einfach, was auch Rockträgern sowie älteren Menschen zugutekommt. Der Sattel könnte weicher sein. Bei längeren Strecken könnte das auf Dauer zu unbequem werden.

Eskute empfiehlt für das Polluno eine Körpergröße zwischen 1,60 und 2 Meter. Bei einer Person mit einer Körpergröße von 1,85 Meter passt das Eskute Polluno hervorragend. Auch bei einer Körpergröße von 1,70 Meter kamen wir gut zurecht mit dem Rad. Bei kleineren Personen unter 1,60 Meter kann es passieren, dass der Boden nicht mehr mit den Füßen erreichbar ist.

Die Zoom-Federgabel mildert Stöße von Bordsteinkanten spürbar ab. Die Stärke der Federung ist allerdings nicht anpassbar und für unseren Geschmack fast schon zu weich. Für schwieriges Terrain ist das Citybike ohnehin nicht konzipiert. Die Bremsen packen ordentlich zu, ohne das Zweirad zu abrupt zu verzögern. Hier sollte man diese vorab gut einstellen, damit sie nicht schleifen. Es kommen vorn und hinten Scheibenbremsen mit einem Durchmesser von 160 mm zum Einsatz. Wie bereits erwähnt, sitzt das vordere Schutzblech nicht ganz mittig. Hinten passt es allerdings. Bei der Fahrt durch Pfützen sorgen die Schutzbleche dennoch für genügend Schutz vor Wasserspritzern.

Als Getriebe kommt eine Kettenschaltung mit sieben Gängen von Shimano zum Einsatz. Diese schaltet zumeist zuverlässig, zu Beginn kam es gelegentlich zu ungenauen Schaltvorgängen. Nach dem Einfahren von mehreren Kilometern klappte aber alles reibungslos. Verglichen mit einem Mountainbike sind das wenig Gänge, für den Einsatz in der Stadt und auf ebenen Wegen ist das ausreichend. Die Übersetzung ist aber nicht für höhere Geschwindigkeiten jenseits von 25 km/h optimiert. Die Lenkung ist für unseren Geschmack zudem ein wenig zu wackelig.

Für zusätzlichen Schub sorgt der elektrische, bürstenlose Heckmotor von Bafang mit einer Nennleistung von 250 Watt. Das maximale Drehmoment liegt bei 32 Nm. Dieser leistet guten Vortrieb, der Motor des Eleglide T1 Step-Thru (Testbericht) bietet aber mit 50 Nm mehr Drehmoment.

Insgesamt stehen fünf verschiedene Unterstützungsstufen zur Verfügung. Bei den Stufen 1 bis 3 merkt man allerdings noch nicht so viel von der elektrischen Unterstützung. Wir haben vorwiegend Stufe 4 und 5 gewählt. Erst bei 8 bis 9 km/h spürt man den zusätzlichen Schub deutlich. Die elektrische Unterstützung schaltet sich nur bis maximal 25 km/h zu. Es gibt zudem eine optionale Schiebehilfe. Hierzu hält man die Mode-Taste gedrückt, beim Schieben unterstützt dann Elektromotor bei einem Tempo von 6 km/h.

Die gesamte Elektrik ist nach IP65 gegen Wasser und Staub geschützt. Das Verstellen der Stufen geht nur über den Fahrradcomputer, dafür muss der Fahrer eine Hand vom Lenker nehmen, was nicht ideal für die Fahrsicherheit ist.

Der Lithium-Ionen-Akku stammt von Samsung und bietet eine üppige Kapazität von 522 Wh bei 36 Volt. Damit gehört er zu den stärksten Akkus, die wir bisher bei einem E-Bike im Test hatten. Über einen Schlüssel ist dieser zudem entnehmbar. Das ist praktisch, um ihn zu Hause aufzuladen, ohne das Fahrrad jedes Mal in die Wohnung mitnehmen zu müssen. Das Ladegerät gehört zum Lieferumfang. Ein Ladevorgang dauert etwa fünf Stunden.

Eskute gibt eine maximale Reichweite von bis zu 100 km an. Das halten wir für übertrieben. Wie lange der Akku hält, hängt letzten Endes von vielen Faktoren ab, etwa der Umgebungstemperatur, der Steigung der Strecke, der gewählten Unterstützungsstufe und des Gewichts des Fahrers. Bei einem Fahrer mit 85 kg Gewicht halten wir etwa 60 km für realistischer. Das ist nach wie vor ein sehr guter Wert.

Das Eskute Polluno kostet im Eskute-Store bei Amazon und direkt bei Eskute derzeit 1299 Euro. Wer über Geekbuying (Kauflink) kauft, zahlt 1288 Euro. Mit dem Gutscheincode NNNTHSTGPEB verringert sich der Preis auf 1150 Euro. Beide Händler verschicken aus europäischen Lagern. Zusätzliche Versandkosten fallen nicht an. Ein Ersatzakku liegt bei 349 Euro. Für 25 Euro kann man zudem einen passenden Gashebel für das Polluno erwerben, diesen darf man in Deutschland im Straßenverkehr nicht nutzen.

Als elektrifiziertes Zweirad für die Stadt überzeugt das Eskute Polluno mit einer schicken und edlen Optik sowie ordentlicher Verarbeitung zu einem fairen Preis. Der Akku bietet eine üppige Kapazität. Der Elektromotor könnte aber einen Ticken mehr Drehmoment vertragen. Auf Dauer ist der Sattel zu unbequem. Beim Fahrradcomputer vermissen wir zudem die Anzeige für zurückgelegte Kilometer.

Eine deutlich günstigere und sogar bessere Alternative zum Radeln durch die Stadt ist das Eleglide T1 Step-Thru (Testbericht). Wer lieber ein elektrisches Klapprad haben möchte, sollte sich mit dem Fiido D2S (Testbericht) für unschlagbare 500 Euro näher befassen.

Wer sich umfassend in das Thema einlesen möchte, dem empfehlen wir den Ratgeber E-Bike-Grundlagen: Antrieb, Akku, Schaltung & Co. Auch mit Mountainbikes kommt man hervorragend durch die Stadt. Hier empfehlen wir unsere Bestenliste: Top-7 E-Mountainbikes von 800 bis 1600 Euro.

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