Energie sparen: Smartes Tuya-Heizkörperthermostat BRT-100 mit Zigbee im Test

Smartes Heizkörperthermostat Moes BRT-100
Pro und Contra
  • Teil der Smart-Home-Welt von Tuya
  • Schlankes, modernes Design
  • Boost-Modus
  • Durchschnittliche Verarbeitungsqualität (viel Plastik)
  • Benötigt Gateway
  • 3.5

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Das Tuya-kompatible Heizkörperthermostat BRT-100 ist inklusive des nötigen Zigbee-Gateways relativ günstig. Wie gut es in der Praxis funktioniert, zeigt der Test.

Mit smarten Heizkörperthermostaten können Räume nicht nur effizienter geheizt werden (Ratgeber). Sie steigern auch den Wohnkomfort, da man sich dank individueller Heizpläne das manuelle Einstellen der Temperatur am Thermostat sparen kann. Und wer in Kombination mit Tür-/Fenster- sowie Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-Sensoren das Raumklima steuern (Ratgeber) möchte, benötigt ein Heizkörperthermostat, das sich problemlos in ein Smart-Home-System (Ratgeber) integrieren lässt. Das Heizkörperthermostat BRT-100 bietet genau das. Für den Betrieb ist ein sogenanntes Zigbee-Gateway erforderlich, mit dem man dank Tuya-Kompatibilität (Test) noch weitere Smart-Home-Produkte kombinieren kann.

Das getestete Heizkörperthermostat BRT-100 stammt von Moes, einer chinesischen Marke, die zum auf Solar- und Smart-Home-Technologie spezialisierten Unternehmen Wenzhou Nova New Energy gehört. Das Modell wird aber auch unter gleichem Namen von anderen Anbietern vertrieben.

Mit den Abmessungen 85 × 71,1 × 52 mm fällt das Moes BRT-100 relativ kompakt aus. Statt 52 mm außen misst es in der Mitte nur 48,5 mm, sodass das Gehäuse taillenförmig verläuft. Zusammen mit der farbigen LED-Anzeige an der Front hinterlässt es auf den ersten Blick einen eleganten Eindruck. Die matte Oberfläche fühlt sich qualitativ hochwertig an und ist gegenüber Fingerabdrücken unempfindlich.

Angetrieben wird das Heizkörperthermostat von zwei AA-Batterien, die allerdings nicht zum Lieferumfang gehören. Das Batteriefach verbirgt sich hinter einer Metallabdeckung mit Einkerbungen für die Batteriepole + und -, die von einer weißen, beweglichen Klammer aus Plastik gehalten wird. Das Ganze macht keinen wirklich stabilen Eindruck. Sind die Batterien verstaut und verriegelt, dreht man die Abdeckung mit klassischem M30-Gewinde auf das Gehäuse. Nach dem Einlegen der Batterie schaltet sich das Thermostat automatisch ein. Einen Ein-und-Ausschalter gibt es nicht. Anschließend führt das Gerät einen Funktionstest durch. Im Display erscheint nun „F1“. Jetzt verschraubt man das Thermostat an den Heizkörper. Nach einem Tipp auf das Home-Symbol auf dem LED-Display erscheint „F2“ und das Gerät kalibriert sich.

Im Lieferumfang befinden sich außerdem noch Adapter für zahlreiche andere Anschlüsse wie RA, RAV, Comap, RAVL und T+A. Damit sollte das BRT-100 auf so ziemlich jeden Heizkörper passen. Für unseren Büro-Heizkörper passt das Standard-M30-Gewinde ohne jeglichen Adapter.

Im Regelfall erfolgt die Einbindung einer Smart-Home-Komponente in die Tuya-Plattform über WLAN. Doch vermutlich aus Energiespargründen ist das beim BRT-100-Thermostat anders. Statt WLAN funkt das Gerät über das energieeffiziente Zigbee-Protokoll (Ratgeber), sodass ein entsprechendes Gateway benötigt wird. Da das Heizkörperthermostat BRT-100 von verschiedenen Marken erhältlich ist, sollte man darauf achten, dass Gateway und Thermostat vom gleichen Hersteller stammen.

Zigbee-Gateway und Heizkörperthermostat werden über eine zur Tuya-Plattform kompatible App angesteuert. Hier hat man die Wahl zwischen Tuya Smart und Smart Life, aber auch der Elesion-App von Pearl. Für welche App man sich auch immer entscheidet, die Bedienoberfläche für das Thermostat liegt nur auf Englisch vor.

Das Anlernen von Tuya-kompatiblen Geräten verläuft immer nach dem gleichen Schema. Man muss sie resetten, sodass der Kopplungsmodus aktiviert wird. Beim Zigbee-Gateway gibt es dafür eine Taste, die man fünf Sekunden lang drückt und beim Thermostat betätigt man dafür die Minus–Taste auf dem LED-Display genauso lange. Ein aufblinkendes WLAN-Symbol auf der LED-Anzeige des Thermostats signalisiert den Kopplungsmodus. Mit der Tuya-App fügt man nun als Erstes das Zigbee-Gateway hinzu. Hierfür muss man ein 2,4-GHz-WLAN auswählen und das Kennwort eingeben. Das Gleiche wiederholt man für das Thermostat. Das Gateway wird als „Multi-mode Gateway“ und das Thermostat meldet sich mit „Thermostat Valve“. Die Namen kann man nachträglich in der App ändern. Das Anlernen beider Geräte ist sehr einfach und nach wenigen Minuten abgeschlossen.

Jetzt zeigt die Anzeige die Temperatureinstellung an und das System ist betriebsbereit. Die Temperatur kann man am Display über + und - regulieren. Es gibt noch zahlreiche andere manuelle Einstellungen, ein drei Sekunden langes Drücken auf das +-Zeichen aktiviert etwa den Boost-Modus. Zeit und Wochentag sowie die Programmierung der Temperaturen pro Wochentag und Zeit können ebenfalls über die Anzeige justiert werden. Obwohl die deutschsprachige Schnellstart-Anleitung über die einzelnen Einstellmöglichkeiten ausreichend informiert, gelingt die Konfiguration mit der App entweder bequemer (Boost) oder automatisch (Zeit/Wochentag).

Auf der App-Startseite erscheint das Thermostat mit der eingestellten Solltemperatur (Set) und der aktuellen Raumtemperatur. Die Anpassung der Heizprofile erfolgt über das Uhrensymbol auf der Startseite. Dort lässt sich die Temperatur nach Wochentag (Montag bis Freitag, sowie Samstag und Sonntag) für vier unterschiedlichen Zeit-Perioden definieren. Die dort vorgenommenen Einstellungen gelten für den Auto-Modus (App) respektive Programmier-Modus (Handbuch). Im Display des Thermostats wird das mit einem Uhrensymbol gekennzeichnet. Weiterhin stehen noch ein manueller Modus (Manual), ein temporärer manueller Modus (TempHand), der so lange gilt, bis eine neue Woche beginnt, sowie ein Urlaubsmodus (holidays) zur Auswahl parat. Ist letzterer aktiv, wird die Temperatur für 10 Tage auf 15 Grad gesetzt. Anschließend kehrt das Heizkörperthermostat wieder zum Auto-Modus (Programmier-Modus) mit den voreingestellten Werten zurück.

Den Boost-Modus können Anwender über das Zahnradsymbol und der Option „Rapid heating“ aktivieren, die Dauer reguliert man über „BoostTime“. Standardmäßig sind hier 300 Sekunden, also fünf Minuten eingestellt. Alternativ stehen Werte zwischen 100 und 900 Sekunden zur Auswahl. Die Bediensperre lässt sich über die Option „Child lock“ aktivieren. Sie verhindert die manuelle Steuerung am Thermostat. Wer Kinder im Haushalt hat, wird sich über dieses Feature freuen. Außerdem können noch ein Energiesparmodus mit einer definierten Temperatur über „Eco_Mode“ sowie ein Temperatur-Offset über „FillerTemp“ justiert werden.

Das Heizkörperthermostat BRT-100 können Anwender auch über Amazon Alexa und Google Assistant per Sprache steuern. Hierfür benennen sie das Thermostat am besten in eine gängige Bezeichnung um, da Alexa Schwierigkeiten hat, die Produktbezeichnung wie „Thermostat BRT-100“ zu erkennen. Besser ist es, das Gerät mit dem Raumnamen zu bezeichnen, sodass die Anweisung „Alexa, stelle Büro auf 19 Grad“ auch in die Tat umgesetzt wird. Auf die Steuerung über Apple Homekit und Siri muss man leider verzichten.

Wer noch andere Tuya-Komponenten im Einsatz hat, kann den Betrieb des Thermostats auf diese abstimmen. Auch Änderungen von Standort (Geofencing) oder Wetter können Anwender nutzen, um den Betrieb des Thermostats zu steuern. Obendrein können sie sich auch über die Änderung bestimmter Betriebsstati wie „Heizen“ oder „Pause“ benachrichtigen lassen. Praktisch ist auch, dass man über die Tuya-App die Steuerung der darin integrierten Geräte auf andere Personen ausdehnen kann. Hierzu benötigen diese ebenfalls ein Tuya-Konto. Mehr Informationen zur Tuya-Plattform bietet der Beitrag Tuya Smart Home im Test: Über 400.000 Geräte mit einer App verwalten.

Das getestete Heizkörperthermostat BRT-100 von Moes ist im Online-Shop der Marke beim Versand aus einem EU-Warenlager für aktuell 37,76 Euro erhältlich. Zusammen mit dem für den Betrieb nötigen Zigbee Hub sind 58,10 Euro fällig. Die Garantie beträgt 24 Monate. Das in Schwarz oder Weiß erhältliche Heizkörperthermostat BRT-100 gibt es auch von anderen Anbietern, ist dort aber meistens teurer.

Da das Heizkörperthermostat BRT-100 in China hergestellt wird, kann ein Blick auf chinesische Online-Shops sinnvoll sein, da diese oft gute Angebote für in China hergestellte Geräte bieten. Derzeit ist es bei Banggood für 22 Euro im Programm, aber nicht lieferbar. Bei Aliexpress kostet es 38,10 Euro mit Versand aus China.

Beim Moes BRT-100 handelt sich um ein relativ günstiges Heizkörperthermostat. Das Design weiß zu gefallen und auch die Bedienung per App ist auf der Höhe der Zeit – zumindest, wenn man sich an der englischen Sprache nicht stört. Die manuelle Einstellung über das Touch-Display ist aber umständlich. Hier bietet das Homematic IP Thermostat Evo (Testbericht) mit seinem smarten Drehregler und einer Funktionstaste das bedienfreundlichere Konzept. Dafür ist das BRT-100 Teil der umfangreichen wie vielfältigen Tuya-Smart-Home-Welt (Testbericht). Anwender können also das Heizkörperthermostat mit anderen Tuya-Komponenten koppeln und ausgefeilte Szenarien, etwa zur Steuerung des Raumklimas (Ratgeber), mit nur einer App umsetzen.

Ein möglicher Schwachpunkt könnte die Verriegelung des Batteriefachs mit der wenig stabil wirkenden Plastikklemme sein. Hier muss man beim Batteriewechsel, der mindestens alle zwei Jahre erfolgt, vorsichtig sein.

Mehr Informationen zu smarten Thermostaten und Energiesparpotentialen mithilfe smarter Technik bietet TechStage in der Themenwelt Smart Home sowie in folgenden Beiträgen:

Mehr Informationen zu Heizkörper-Thermostaten finden sich auch in unseren Einzel- und Vergleichstests:

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