Energie sparen: Smartes Heizkörperthermostat Homematic IP Evo im Test

Homematic-IP-Evo-1
Pro und Contra
  • Teil der Smart-Home-Welt von eQ-3
  • Drehbare LED-Anzeige
  • Schlankes, modernes Design
  • Innovative Bedienung
  • Boost-Modus
  • Leiser und reaktionsschneller Schrittmotor
  • Dynamischer hydraulischer Abgleich
  • Teuer
  • Benötigt Gateway
  • 4

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Für das Heizkörperthermostat Homematic IP Evo hat Hersteller eQ-3 einen Schrittmotor verbaut, der besonders zügig reagiert. Und ein neues Bedienkonzept gibt es auch.

Mit intelligenten Heizkörperthermostaten können Räume nicht nur effizienter geheizt werden (Ratgeber). Der Einsatz solcher Geräte erhöht auch den Wohnkomfort, da man sich dank individueller Heizpläne das manuelle Einstellen der Temperatur am Thermostat sparen kann. Und wer in Kombination mit Tür-/Fenster- sowie Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-Sensoren das Raumklima steuern (Ratgeber) möchte, benötigt ein Heizkörperthermostat, das sich problemlos in ein Smart-Home-System (Ratgeber) integrieren lässt. Das Heizkörperthermostat Homematic IP Evo (HmIP-eTRV-E) der deutschen eQ-3 AG bietet genau das: Für den Betrieb ist ein sogenanntes Gateway von Homematic (Test) erforderlich, mit dem man noch weitere Smart-Home-Produkte des Herstellers kombinieren kann.

Während bisherige Heizkörperthermostate von eQ-3 oft groß und unförmig daherkamen (Testbericht) weiß das Homematic IP Evo mit den Abmessungen 97 × 71 × 58 mm durch ein schlankes und modernes Design zu gefallen. Auch die manuelle Bedienung hat eQ-3 verbessert: Statt über einen Drehregler wippt man das Thermostat kurz in die eine oder andere Richtung, um die Temperatur in 0,5-Grad-Schritten einzustellen. Ein langes Wippen beschleunigt die Temperatureinstellung auf das gewünschte Niveau. Dabei reagiert der neue Schrittmotor zur Anpassung des Ventils sehr flott, sodass das Thermostat zügig auf Einstellungen reagiert. Sehr nützlich ist außerdem, dass man die LED-Anzeige für die Temperatur drehen kann, sodass man, je nachdem wie das Thermostat am Heizkörper montiert ist, die Temperatur-Anzeige immer im Blick hat, ohne sich den Hals verrenken zu müssen.

Für die Inbetriebnahme wird entweder ein Homematic IP Access Point oder die leistungsfähigere Zentrale Homematic CCU3 benötigt. Erstere kann ausschließlich die Cloud-basierten Smart-Home-Komponenten des Unternehmens koppeln, während letztere auch ohne Cloud auskommt und auch dann funktioniert, sollte das Internet einmal ausfallen.

Wir haben das Heizkörperthermostat Evo mit dem Homematic IP Access Point getestet. Die Inbetriebnahme ist sehr einfach und nach wenigen Minuten abgeschlossen. Letztlich muss man das Gateway über das mitgelieferte Ethernet-Kabel mit dem heimischen WLAN-Router verbinden und anschließend mit der Homematic IP-App koppeln. Ein Installationsassistent hilft dabei, den QR-Code auf der Unterseite des Gateways einzuscannen, sodass es von der App eingebunden wird und nun von dieser gesteuert werden kann. Das Anlernen des Thermostats an den Access Point verläuft ähnlich. Allerdings mussten wir die letzten Ziffern der Seriennummer zusätzlich manuell eingeben. Zuvor muss man allerdings die linke Abdeckung am Thermostat lösen, um den Kontaktschutz des Batteriefachs, in dem sich zwei AA-Batterien von Energizer befinden, lösen, sodass das Thermostat mit Energie versorgt wird. Jetzt verschraubt man das Thermostat am Heizkörper. Am Display leuchten nun die Buchstaben AdA, die signalisieren, dass das Thermostat für eine Adaptierfahrt bereit ist, um den internen Stellantrieb für das Ventil zu kalibrieren. Mit Betätigung der einzigen Taste am Thermostat beginnt die Kalibrierung, was im Display mit Adu angezeigt wird. Die Kalibrierung ist nach wenigen Sekunden abgeschlossen. Jetzt zeigt die Anzeige die Temperatureinstellung an und das System ist betriebsbereit. Die Temperatur kann man jetzt durch leichtes Wippen des Thermostats in die eine oder andere Richtung einstellen. Durch ein langes Drücken der Thermostat-Taste können Anwender den Modus von automatisch auf manuell wechseln. Ein kurzes Drücken aktiviert den Boost-Modus für fünf Minuten. Dabei wird der Heizkörper voll aufgedreht, um ihn schneller aufzuheizen. Beide Statusänderungen signalisiert das LED-Display entsprechend mit MANU respektive BOOST. Die Dauer des Boost-Modus können Anwender in der App anpassen.

Auf der App-Startseite erscheint das Thermostat mit der eingestellten Solltemperatur. Nach einem Tipp darauf lässt sich diese ändern. Den Boost-Modus kann man hier ebenfalls aktivieren. Unten im Bildschirm erreichen wir über die Schaltfläche GERÄTE und Auswahl von Heizkörperthermostat Evo weitere Geräteeinstellungen. Unter Zuordnung kann man den Raum definieren. Die Aktivierung von Bediensperre verhindert die manuelle Steuerung am Thermostat. Wer Kinder im Haushalt hat, wird sich über dieses Feature freuen. Außerdem können noch Displayausrichtung und -Helligkeit sowie ein Temperatur-Offset justiert werden. Zudem stehen noch verschieden Heizprofile zur Auswahl: Standardmäßig stehen dort die Optionen Standardprofil, Manuell und Partymodus parat. Der Partymodus ist eine Art Timer mit einer bestimmten Temperatur- und Zeiteinstellung. Ist die Zeit abgelaufen, wird wieder das zuvor ausgewählte Profil geladen.

Die Anpassung der Heizprofile ist etwas umständlich über das Hauptmenü und der Auswahl Mehr im Abschnitt Raumklima möglich. Dort lässt sich die Temperatur nach Wochentag und Uhrzeit definieren. Pro Tag sind bis zu 13 Temperaturänderungen möglich. Zudem können Anwender noch zwei weitere Alternativprofile anlegen.

Unter Raumklimakonfiguration stehen noch weitere Anpassungsmöglichkeiten parat. Hier können Anwender etwa einen energiesparenden Eco-Betrieb festlegen. Interessant ist auch die Optimum-Start-/Stopp-Funktion, die automatisch die Vorlaufzeit für eine gewünschte Temperatur zum eingestellten Zeitpunkt berechnet. Die Funktion Heizungsausfallwarnung verschickt eine Push-Nachricht, sofern die gewünschte Temperatur innerhalb von 24 Stunden nicht erreicht wird. Unter Raumkonfiguration können Anwender die grundsätzlichen Heizparameter wie minimale und maximale Temperatur sowie die Fenster-auf-Temperatur definieren und die Boost-Dauer festlegen. Bei der Fenster-auf-Temperatur legt man fest, wie stark die Temperatur am Thermostat gedrosselt wird, wenn das Fenster, etwa fürs Lüften, geöffnet wird. Die Information erhält das Thermostat beispielsweise über einen entsprechenden Homematic-IP-Sensor.

Das Heizkörperthermostat Homematic IP Evo können Anwender auch über Amazon Alexa und Google Assistant per Sprache steuern. Zudem werden die Plattformen Home Connect Plus und Mediola unterstützt. Auf Apple Homekit mit Siri muss man leider verzichten.

Mit knapp 80 Euro fällt der Preis für das Homematic IP Thermostat Evo vergleichsweise hoch aus. Zudem muss man zusätzliche Ausgaben in Höhe von etwa 50 respektive 145 Euro für eine der beiden Gateways einkalkulieren. Dafür erhält man allerdings die Möglichkeit, weitere Smart-Home-Komponenten von eQ-3 zu integrieren. Außerdem ist das Gerät förderfähig (PDF) und unterstützt einen dynamischen hydraulischen Abgleich, sodass man bei der Optimierung der Heizung keine Ventile wechseln muss.

An Design, Funktionalität und Bedienung lässt sich kaum etwas beim Homematic IP Thermostat Evo kritisieren. Im Gegenteil: Es überzeugt mit einem schlanken und modernen Design und reagiert zügig auf Benutzereingaben. Der Hauptvorteil liegt allerdings in der Smart-Home-Plattform Homematic IP begründet. Wer diese im Einsatz hat oder plant damit sein Smart Home aufzubauen, macht mit dem Homematic IP Thermostat Evo keinen Fehler. Wer allerdings bereits eine andere Lösung wie Homey Pro (Testbericht), Smartthings (Testbericht) oder Homekit (Ratgeber) verwendet, wird zu einem günstigeren Modell greifen.

Mehr Informationen zu smarten Thermostaten und Energiesparpotentialen mithilfe smarter Technik bietet TechStage in der Themenwelt Smart Home sowie in folgenden Beiträgen:

Mehr Informationen zu Heizkörper-Thermostaten finden sich auch in unseren Einzel- und Vergleichstests:

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