Elegoo Mars 3 im Test: Kompakter SLA-Drucker für kleinste Details inklusive Chitubox Pro

Elegoo Mars 3
Pro und Contra
  • phänomenale Druckauflösung
  • niedrige Lautstärke
  • Chitubox Pro für 1 Jahr inklusive
  • Luftfilter bei Pro-Variante
  • kleiner Bauraum
  • Z-Versatz bei großen, massiven Druckobjekten
  • kein integrierter RERF-Test
  • 5.0

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Der SLA-Drucker Elegoo Mars 3 (4K) überzeugt nicht mit großem Bauraum, sondern mit fairem Preis und höchster Druckauflösung. TechStage hat den kompakten Drucker getestet.

Der Elegoo Mars (Testbericht) gehörte zu den erfolgreichen Resin-Druckern auf dem deutschen Markt. In den letzten Jahren war die größte Innovation des Herstellers der Großraum-SLA-Drucker Jupiter. Doch auch hier hat Anycubic, der stärkste Konkurrent von Elegoo, schnell mit dem Anycubic Photon Max gleichgezogen. Auch die verbesserte Version Elegoo Saturn S des einst sehr begehrten Elegoo Saturn hatte uns im Test nicht restlos überzeugt. Jetzt wird es aber wieder spannend. Mit dem Elegoo Mars 3, Mars 3 Pro und Elegoo Saturn 2 bietet Elegoo gleich drei interessante neue Geräte.

In diesem Einzeltest aus unserer Themenwelt 3D-Drucker geht es um den neuen Elegoo Mars 3. Er ist mit einem Bauraum von gerade einmal 100 × 143 × 175 mm einer der kleinsten SLA-Drucker mit gleichzeitig einer der höchsten Druckauflösungen am Markt.

Der Elegoo Mars 3 ist grundsätzlich wie andere kompakte SLA-Drucker ausgestattet. Auf dem eigentlichen Chassis sitzen der Resin-Tank und eine einzelne Z-Achse mit der Bauplattform. Darunter sitzen das Mono-Display und die UV-Lichtquelle. Während des Betriebs sitzt eine UV-undurchlässige Schutzhaube über Tank und Haltearm. Zur Steuerung kommt ein Touchscreen auf der Vorderseite zum Einsatz. Dieses reagiert zuverlässig und schnell. Die Daten gelangen bequem per USB-Stick auf den Drucker.

Kommen wir nun zum Mono-Display, dem aus unserer Sicht wichtigsten Bauteil jedes SLA-Druckers. Es gibt die maximale Größe, Druckauflösung und das Kontrastverhältnis vor. Letztlich bestimmt es, wie groß und wie fein aufgelöst die Druckergebnisse sein können.

Im Hinblick auf die Bauraumgröße muss jeder selbst entscheiden, welche Abmessungen tatsächlich benötigt werden. Bei der Displayauflösung ist es etwas komplizierter. Hier werben die Hersteller momentan alle mit den Schlagworten 2K, 4K oder 8K. Das klingt zunächst gut, sollte aber hinterfragt werden. 4K bedeutet lediglich, dass der Bildschirm in der Länge mindestens 4000 Pixel hat. Über die Druckgenauigkeit sagt das aber noch nichts aus, denn hier kommt es auf die XY-Pixelauflösung an. Vereinfacht gesagt, den Quotienten aus Displaygröße und Pixelauflösung. Je kleiner die Pixelauflösung, desto weniger sehen wir Kanten auf den schrägen Flächen oder Rundungen. Das Kontrastverhältnis zeigt den Unterschied, wie hell das durchgelassene UV-Licht in Relation zu den dunkel schattierten Bereichen des Mono-Screens ist. Je stärker der Kontrast, desto schärfer werden die Kanten.

Der Bildschirm des Elegoo Mars 3 und Mars 3 Pro ist zwar kleiner als der des Anycubic Photon M3, doch genau hier liegt der Vorteil. Beide Hersteller nutzen die gleiche 4K-Auflösung von 4098 × 2560 Pixel. Durch die kleineren Abmessungen ist die XY-Pixelauflösung des Elegoo mit 0,035 mm aber geringer. Im Gegensatz dazu hat der Anycubic Photon M3 eine Pixelauflösung von „nur“ 0,040 mm. Bei Anycubic gibt es aktuell nur den Anycubic Photon Mono X 6k, der eine vergleichbare Auflösung besitzt, er kostet allerdings doppelt so viel. Kurz gesagt, der Elegoo Mars 3 Pro ist im Moment der preisgünstigste SLA-Drucker mit einer derart hohen Druckauflösung.

Der Mars 3 Ultra 4k kommt in einem zeitgemäßen, geschwungenen und modern wirkenden Gehäuse zum Kunden. Der technische Aufbau ist mit anderen kleinen Druckern vergleichbar. Es gibt lediglich eine Z-Achse geführt von nur einer Linearschiene. Im unteren Chassis sitzt die ultraviolette LED-Beleuchtung zum Aushärten des Resins. Elegoo setzt bei der Beleuchtung auf eine einzige durchsichtige Lichtkugel. Die darunter liegenden 36 UV-LEDs erzeugen eine Lichtintensität von 3,8 mW/cm² und ermöglichen Belichtungszeiten von 2,5 bis 3,5 Sekunden. Das Monodisplay ist zwar kleiner als bei der Konkurrenz, dafür im Verhältnis höher aufgelöst. Eine weitere Neuerung ist die überarbeitete FEP-Folie-2.0. Der Folienboden des Resintanks ist haltbarer und die Drucke lösen sich deutlich leichter. Dadurch sind noch feinere Details und filigranere Drucke möglich.

Ein nicht selbstverständliches, aber komfortables Detail: Einschaltknopf und USB-Slot sitzen gut erreichbar an der Vorderseite des Druckers. Der kleine, farbige Touchscreen ist ausreichend groß und reagiert zuverlässig auf Eingaben. Die Lautstärke beim Druck ist niedrig und etwa vergleichbar mit dem Surren unseres Makita-Ladegerätes.

Auffällig ist auch die Oberfläche der Bauplattform. Diese kommt uns vergleichsweise weich vor. Auf der sandgestrahlte Bauplattform haften die Drucke zwar ausgezeichnet, allerdings verkratzt die Oberfläche auch schnell. In der Praxis ist das aber nicht weiter schlimm, da sie einfach wieder mit feinem Sandpapier angeschliffen werden kann.

Die Unterschiede zwischen dem Standard-Mars-3 und der Pro-Version sind lediglich ein kleiner integrierter Luftfilter (mit USB-Stromversorgung) im Innenraum und ein kratzresistentere Schutzfolie über dem Monoscreen.

Alle SLA-Drucker werden mittlerweile nahezu fertig montiert ausgeliefert. Nachdem alle Schutzfolien und Schaumstoffe entfernt sind, muss nur noch die Bauplattform gelevelt werden. Dies ist bei Elegoo Druckern eine sehr einfache Angelegenheit – ein echter Vorteil bei den SLA-Druckern des Herstellers.

Also Bauplattform aufstecken und mit der großen Stellschraube fixieren. Danach die zwei kleinen Schrauben unterhalb lösen und das Leveling Paper (oder ein normales Blatt Papier) auf den Monoscreen legen. Mittels des Leveling-Menüs die Plattform mit der Home-Taste auf die Nullposition herabfahren. Jetzt sehen wir, wie die Plattform den Monoscreen erreicht und der Stutzen der Plattform in die obere Halterung hineingeschoben wird. Jetzt mit leichtem Druck die Plattform auf den Bildschirm drücken und die Schrauben wieder fest anziehen. Schon ist die Plattform perfekt zum Monoscreen ausgerichtet. Nun verringern wir den Z-Abstand in 0,01-mm-Schritten, bis das Papier nur noch schwergängig herausgezogen werden kann. Anschließend einmal im Softwaremenü einen Schritt zurückgehen und mit Z=0 die neue Nullposition bestätigen.

Zum Schluss fahren wir die Druckplattform wieder ganz nach oben, setzen die Resin-Wanne ein, füllen sie mit Harz und setzen den Deckel auf. Jetzt ist der Drucker einsatzbereit.

Auf dem USB-Stick befindet sich die standardmäßig vom Hersteller mitgelieferte Vorlage eines kleinen verdrehten Turms. Zusätzlich sind die Bedienungsanleitung und die Slicing-Software Chitubox Pro (für Windows, Mac und Linux) auf dem Stick zu finden. Die Software ist zwar grundsätzlich kostenlos, deren Pro-Variante kostet aber regulär 170 Dollar. Beim Kauf eines Elegoo-Druckers gibt es aktuell ein einjähriges Abo der Pro-Version als kostenlose Dreingabe. Chitubox gehört mit dem Lychee-Slicer zu den am häufigsten genutzten SLA-Slicer-Softwares im Hobbybereich und so ist gibt es hier einen dicken Pluspunkt.

Auch das UI des Druckers hat fast alles an Bord, was wir in der Praxis benötigen: Tankreinigung und Leveling-Menü. Lediglich ein integrierter RERF-Test zum Ermitteln der besten Belichtungszeiten wäre noch wünschenswert. Alle anderen Einstellungen nehmen wir in der Slicing-Software vor.

Die Druckqualität hängt von vielen Faktoren ab und so ist die Qualität nie ganz allein vom Drucker abhängig. Auch Resin, Temperatur und Slicing-Einstellungen haben einen großen Einfluss auf das Endergebnis. Was den technischen Aufbau des Druckers angeht, sind Helligkeit, Kontrast und Auflösung des Monodisplays, die Oberfläche der FEP-Folie und die stabile Führung der Z-Achse die wichtigsten Grundfaktoren für einen erfolgreichen Druck.

Wir haben dank des Monodisplays und der neuen Folie sehr feine Details mit dem Mars 3 herausarbeiten können. Selbst beim Modell Notre Dame mit einer Gesamtlänge von nur 75 mm sind alle Details, inklusive der Figuren und der extrem filigranen Handläufe, gut gelungen und klar erkennbar.

Eine Gitterkiste haben wir ebenfalls gedruckt, um die tatsächliche Bauraumgröße anschaulich darzustellen. Das Ergebnis ist dann doch größer, als wir angenommen hatten. Für Modelle im Bereich Table-Top-Games ist der Mars 3 aus unserer Sicht ausreichend groß und hervorragend geeignet.

Bei dem Druck der Vecna-Büste sind ebenfalls alle Details ausgezeichnet gelungen. Allerdings hatten wir hier unser erstes Problem mit einem erkennbaren Z-Versatz. Zur Kontrolle haben wir anschließend noch drei Figuren mit einem anderen Harz und langsameren Hub- und Absenkbewegungen gedruckt. Die Hoffnung war, so den Z-Versatz zu verringern oder gar komplett zu vermeiden. Leider hatten wir beim Druck von Rektor Salamanca trotzdem wieder einen erkennbaren Z-Versatz. Ein bedauerlicherweise typisches Problem der kleinen SLA-Drucker mit nur einer Linearführung auf der Z-Achse. Drucke mit großem Volumen führen da vereinzelt zu Schwierigkeiten und somit zu Versatz. Bei kleinen oder nicht massiven Druckobjekten tritt das Problem nicht auf. Unserer Einschätzung: Schade, aber unproblematisch, wenn man Bescheid weiß. Anders als bei FDM-Druckern gilt im Bereich Resin-Drucker das Motto: Je filigraner, desto einfacher zu drucken.

Elegoo Saturn S (Testbericht) oder Creality Halot One (Testbericht) wären hier als Alternativen zu nennen. Dank doppelter Achsführung gibt es hier auch bei großvolumigen Drucken keinen Versatz.

Der Mars 3 (Pro) ist kein günstigster SLA-Drucker, im Hinblick auf die erstklassige Auflösung ist der Preis aber gerechtfertigt.

Wer kleine und filigrane Objekte druckt, also höchste Druckqualität möchte, der ist mit dem Elegoo 3 Ultra 4k optimal beraten. Neben der hohen Druckauflösung, einer niedrigen Lautstärke und einem übersichtlichen UI bekommt man außerdem noch die Pro-Version von Chitubox kostenlos für ein Jahr.

Die direkte Konkurrenz, der Anycubic M3 Plus (Testbericht), hat eine geringere Druckauflösung, aber auch den größeren Druckraum. Der Phrozen Sonic Mini 4K hat ebenfalls die hohe XY-Auflösung von 0,035 mm, kostet aber satte 100 Euro mehr als der Drucker von Elegoo.

Der Elegoo Mars 3 Pro hat somit das beste Preisleistungsverhältnis im Hinblick auf Druckauflösung und Benutzerfreundlichkeit. In Kombination mit Chitubox Pro ist der Mars 3 Pro aktuell die beste Wahl für alle, die klein, aber möglichst hochauflösend drucken wollen.

Weitere gute Drucker zeigt unsere TOP 10 Resin-Drucker. Hier fehlt der M3 allerdings noch. Wer sich bei den FDM-Druckern umsehen will, der sollte sich in unserer Bestenliste Filament-Drucker unsehen.

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