Zu krass für Spießer: Illegales Mountainbike, E-Klapprad & Fatbike Laotie FT100 im Test

Laotie FT100 Aufmacher
Pro und Contra
  • Motor, Bremsen, Federung
  • perfekte Offroad-Eigenschaften
  • großer Akku
  • keine deutsche Straßenzulassung
  • Kunststoffpedale
  • kurze Sattelstange
  • 4.5

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Tolle Federung, starker Motor, dicker Akku, hydraulische Bremsen: Das Laotie FT100 ist ein klappbares E-Fatbike zum Niederknien. Doch im Test zeigt das E-Bike eine Schwäche.

Klappbare E-Fatbikes reichen von relativ günstig wie dem Fiido M1 Pro (Testbericht) bis hochpreisig wie dem Mate X (Testbericht). Das Laotie FT100 siedelt sich dazwischen an. Das fette E-Klapprad ist für alle, die gerne über Stock und Stein rasen, eine echte Offenbarung. Denn die Vollfederung schluckt zusammen mit dem 4 Zoll breiten Reifen so ziemlich jede Unebenheit. Selbst mit Vollgas über große Wurzeln zu heizen, ist kein Problem. Noch dazu hat es einen 1000-Watt-Heckmotor (Spitze), richtig gute hydraulische Bremsen, einen großen 720-Wattstunden-Akku und klappt kompakt zusammen, sodass es in jeden Kofferraum passt.

Sein großer Haken: Es hat einen Gashebel und ist deswegen auf deutschen Straßen nicht erlaubt. Noch dazu beschleunigt der starke Motor bis 35 Kilometer pro Stunde, bevor er sich abschaltet. Das lässt sich allerdings leicht über den Bordcomputer drosseln. Was uns sonst noch alles am Laotie FT100 aufgefallen ist und für wen das klappbare E-Fatbike trotzdem etwas ist, zeigen wir im Test.

Das Laotie FT100 kommt wie üblich in einem großen Karton zum Käufer. Man setzt zunächst über einen Schnellverschluss das Vorderrad ein, befestigt ebenfalls über einen Schnellverschluss den Lenker und schraubt mit einem mitgelieferten Inbusschlüssel das Vorderlicht sowie das vordere Schutzblech an. Das war’s. Dank vieler vormontierter Teile und der Schnellverschlüsse gelang uns das so schnell wie noch bei keinem im Karton gelieferten E-Bike zuvor. Wir benötigten etwa 15 Minuten.

Die Reifen haben zunächst nur wenig Luft. Das ist bei einem E-Fatbike auch okay, dort liegt die Empfehlung zwischen 0,2 bar und 0,8 bar. Mit wenig Druck schlucken die Reifen Unebenheiten besser weg. Wer sie straffer aufpumpt, hat dafür bessere Lenkeigenschaften. Die Bremsen sind hydraulisch und lassen sich deswegen über Rädchen an den Bremsgriffen justieren. Einfacher geht’s nicht. Der Packung liegt zudem ein einfaches Kabelschloss bei. Schlösser gehen auch schlauer und besser, wie unser Vergleichstest vier smarter Fahrradschlösser zeigt.

Wer eher unauffällig durch die Gegend cruisen will, sollte allgemein einen großen Bogen um Fatbikes machen. Diese sind nicht nur wegen ihrer Reifen ein echter Hingucker. Die Reifen sind etwa auf Asphalt deutlich lauter als ihre schmalen Geschwister. Das Laotie FT100 setzt optisch einen drauf. Es gibt es in Gelb und in der uns vorliegenden roten Variante. Diese Farbe findet sich neben dem Rahmen vor allem auf den Felgen wieder. Das sieht toll aus und sorgt für neugierige Blicke.

Der Rahmen selbst beherbergt den Akku. Nach hinten geht er im leichten Winkel nach oben. Das verleiht dem E-Fatbike ein dynamisches Aussehen. Das Laotie FT100 kommt mit Schutzblechen aus Kunststoff. Ohne sieht es klar besser aus. Dennoch würden wir empfehlen, die Schutzbleche zu montieren. Wer einmal mit Schmackes durch eine Matschpfütze fährt, wird sie schnell zu schätzen wissen.

Das Frontlicht bietet vier helle LEDs, die in der Dunkelheit einen Weg ausreichend ausleuchten. Der Fahrer steuert es über den Bordcomputer. Leider hat das Laotie FT100 kein Rücklicht. Anderen chinesischen E-Bikes wie dem sehr guten Ado D30C (Testbericht) liegt eine batteriebetriebene Leuchte bei. Allerdings kann man auch für wenige Euro selbst ein Rücklicht nachkaufen. Mehr dazu in unserem Ratgeber Fahrradleuchten: Helles Licht mit Akku oder Batterie ab 15 Euro.

Der Bordcomputer hat drei Tasten und zeigt auf seinem gut ablesbaren Display neben der aktuellen Geschwindigkeit außerdem den Akkustand in fünf Balken, die gewählte Unterstützungsstufe, die Gesamtkilometer, die Trip-Kilometer und einen Trip-Timer an. Einen USB-A-Port zum Laden mobiler Geräte gibt es nicht.

Zum Zusammenklappen legt man zunächst die Lenkstange um, klappt die Pedale ein und fährt den Sattel ganz nach unten. Über einen großen Sicherungshebel in der Mitte des Rahmens klappt das Laotie FT100 zusammen. So verringern sich die Maße von 177 Zentimeter Länge und 120 Zentimeter Höhe auf 100 Zentimeter Länge und 80 Zentimeter Höhe. Das Ganze dauert keine Minute.

Dank der Schnellverschlüsse an Vorderrad und Lenker kann das E-Bike werkzeugfrei gar noch kompakter zusammengefaltet werden. So praktisch die klappbaren Pedale sind: Wir hätten es bevorzugt, wenn Laotie Modelle aus Metall angebracht hätte. Die Kunststoffpedale machen den Eindruck, als könnten sie unter starker Belastung brechen. Der Hersteller nutzt Standard-Schrauben, so dass man die Pedale leicht wechseln kann.

Das Laotie FT100 passt zusammengeklappt in jeden Kofferraum, wiegt aber stolze 28 Kilogramm.

Ergonomisch eignet sich das Laotie FT100 vor allem für Personen bis maximal 180 Zentimeter. Das liegt vor allem an der etwas zu kurzen Sattelstange. Diese kann man jedoch gegen eine längere aus dem Fahrradhandel tauschen. Der Sattel selbst sieht zwar nicht besonders sportlich aus, ist dafür aber weich und bequem. Der Lenker ist ausreichend hoch.

Die Federung ist fantastisch und saugt alle Unebenheiten weg. Auf einen Helm sollte man dennoch setzen. Dazu empfehlen wir unseren Vergleichstest smarte Fahrradhelme. Dank der Federung und der 4 Zoll dicken 20-Zoll-Reifen mit griffigem Profil kann man auch mit höherer Geschwindigkeit Bordsteine hinauffahren. Selbst anspruchsvolle Wald-Trails sind für das Bike kein Problem. Dicke Wurzen, Steine und Schlaglöcher meistert es besser als die ausgewachsenen E-Mountainbikes in unserem Vergleichstest. Noch dazu lässt sich die Federgabel in ihrer Stärke justieren und auch komplett feststellen. Die hydraulischen Bremsen sind hervorragend. Sie lassen sich sehr einfach justieren und greifen beherzt zu.

Die Shimano 7-Gang-Schaltung geht in Ordnung. Allerdings hätten wir uns im tiefsten Gang eine niedrigere Übersetzung gewünscht. Diesen Makel macht der starke Motor in großen Teilen wett. Er bietet eine Spitzenleistung von 1000 Watt. Zur Nennleistung macht der Hersteller keine Angaben. Die Elektronik ist gut. So springt der Heckmotor bereits nach einer geringen Pedalumdrehung an und stellt die Unterstützung genauso schnell wieder ein. Noch besser reagiert er auf den Gashebel. So lässt sich die Motorkraft fein dosieren und auch wirklich schwierige Passagen meistern.

Der Gashebel lässt sich nicht ohne Weiteres demontieren. Das ist etwa beim Eleglide M1 Plus (Testbericht) besser gelöst. Dort ist der Gasgriff nur optional. Wer also mit dem Laotie FT100 in Deutschland fahren will, sollte öffentliche Straßen meiden. Im Gelände und auf privaten Wegen stellt der Gashebel meist kein Problem dar. Auch in vielen angrenzenden Ländern ist er erlaubt. Hier sollten sich interessierte Käufer dringend vorab informieren.

Die maximale Geschwindigkeit des Laotie FT100 ist in den Werkseinstellungen auf 35 Kilometer pro Stunde limitiert. Erlaubt sind in Deutschland jedoch nur 25 Kilometer pro Stunde. Allerdings erlaubt es der Bordcomputer über ein langes, gleichzeitiges Drücken der Plus- und Minustaste, dieses Geschwindigkeitslimit herab- oder auch auf bis zu 42 Kilometer pro Stunde weiter heraufzusetzen.

Der über einen Schlüssel entnehmbare Akku hat eine Kapazität von 720 Wattstunden. Damit ist er deutlich größer als der 614,4-Wattstunden-Akku im faltbaren E-Fatbike Fiido M1 Pro (Testbericht). Das teurere, aber vergleichbar gute Mate X (Testbericht) gibt es in einer Ausführung mit einem noch größeren 816-Wattstunden-Akku.

Laotie behauptet, dass man mit FT100 im Unterstützungsmodus 90 bis 120 Kilometer weit fahren kann, bevor es wieder ans Netz muss. Auch wenn hier viele Punkte eine Rolle spielen, halten wir diese Angaben in der Praxis für übertrieben. Laotie nimmt für diesen Wert einen sehr leichten Fahrer, eine ebene Asphaltstrecke, eine geringe Maximalgeschwindigkeit und weitere idealisierte Faktoren. Wir gehen bei gemischter Nutzung und einem Fahrergewicht von 85 Kilogramm von etwa 50 Kilometern aus, bevor das Laotie FT100 wieder ans Netzteil muss. Das 48-Volt-Netzteil selbst hat 163,8 Watt. Eine aktive Lüftung sorgt dafür, dass es maximal handwarm wird. Diese Lüftung ist deutlich hörbar, wenn man sich im selben Raum aufhält.

Banggood (Kauflink) verkauft das Laotie FT100 in Rot und Gelb für je 1300 Euro. Mit dem Couponcode BGb0aed7 reduziert sich der Preis bis zum 30.06.2022 auf 1280 Euro. Verschickt wird aus Tschechien, Steuern, Versand oder Zoll fallen nicht an. Alternativ greifen Freunde von klappbaren E-Fatbikes zum Fiido M1 (Testbericht) oder Fiido M1 Pro (Testbericht). Diese beiden E-Klappräder mit Fatbike-Reifen verlinken wir hier im Preisvergleich.

Das Laotie FT100 ist ein fantastische E-Klapprad mit Fatbike-Reifen. Dank seines Preis-Leistungs-Verhältnisses ist es sogar nochmal besser als das Mate X (Testbericht). Das Laotie FT100 hat eine richtig gute Federung, selbst die Härte der Frontgabel lässt sich einstellen. Noch dazu ist der Motor stark und schnell. Der entnehmbare Akku ist richtig groß. Die hydraulischen Bremsen sind mit die besten, die wir bisher in unseren Tests gesehen haben. Optisch setzt es ein klares Statement. Gut finden wir, dass Laotie Schutzbleche und ein einfaches Kabelschloss belegt.

Als Schwachstelle haben wir die Pedale ausgemacht. Diese sind zwar klappbar, aber leider aus Kunststoff. Sie machen den Eindruck, bei größerer Belastung brechen zu können. Auch die Sattelstange ist für größere Personen etwas zu kurz. Außerdem sollte man das Laotie FT100 in Deutschland nur im Gelände und auf privaten Wegen fahren. Erlaubt ist weder der Gasgriff noch die maximale Geschwindigkeit oder der zu starke Motor.

Das Laotie FT100 ist für alle, die gerne abseits der befestigten Straße fahren. Dort macht es nicht nur wegen seiner Fahreigenschaften eine tolle Figur. Dort ist es auf Straßen, auf denen die deutsche Straßenverkehrsordnung nicht gilt, in vielen Fällen auch legal unterwegs. Wer also einen Tagesausflug unternehmen möchte, klappt das Laotie FT100 zusammen, hievt es in seinen Kofferraum und fährt in entsprechende Gebiete.

Für einen schnellen Überblick empfehlen wir unsere Klapprad-Top-10: Die besten E-Bikes zum Klappen von 600 bis 1200 Euro. Wer lieber stehend unterwegs ist, sollte sich unsere Bestenliste E-Scooter ab 300 Euro anschauen.

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