Edifier Neobuds Pro im Test: Bluetooth-Kopfhörer mit starkem Sound und Top-ANC

Edifier Neobuds Pro
Pro und Contra
  • guter Klang und gute ANC
  • IP54 zertifiziert
  • High-Res-Formate (LDAC, LHDC, AAC)
  • keine Auto-Pause
  • kein Multipoint
  • 4.5

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Die Edifier Neobuds Pro kommen mit High-Res-Audio (LDAC, AAC, LHDC) und aktiver Geräuschunterdrückung. Wir zeigen, ob die In-Ear-Kopfhörer ausgewogenen Klang und eine saubere Isolation hinbringen oder ob die Versprechungen zu groß sind.

Edifier kennt man für gute Lautsprecher zu einem fairen Preis. Da liegt es nahe, dass der Hersteller True-Wireless-Kopfhörer im Portfolio hat: Einfach die Boxen verkleinern und Bluetooth dran, was ist daran so schwer? Tatsächlich einiges, denn viele klassische Hersteller scheitern an der Aufgabe, den guten Klang von Groß nach Klein zu transportieren.

Wir waren gespannt als die Edifier Neobuds Pro für unsere Themenwelt True-Wireless-Kopfhörer in der Redaktion landeten. Denn neben einer Unterstützung für High-Res-Audio versprechen die Geräte noch eine aktive Geräuschunterdrückung (ANC). Das passt in den aktuellen Zeitgeist, gerade wer aus dem Homeoffice zurück ins Büro kommt, der möchte sich vielleicht von den (lauten) Kollegen abschotten. Und zu einem Preis von 125 Euro sind die Edifier Neodbuds Pro definitiv eine Alternative zu den Airpods Pro.

Die Neobuds Pro sind True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer, die komplett ohne Kabel auskommen. Entsprechend sind die Ohrstöpsel etwas größer und deutlich sichtbar. Jeder Ohrstöpsel wiegt um die 5,5 g, damit sind sie deutlich leichter als ihr Aussehen glauben macht. Zum Vergleich, die kompakter wirkenden Amazon Echo Buds (Testbericht) wiegen rund 6 g pro Stück, die Airpods Pro (Testbericht) liegen bei 5,4 g.

Das Design gefällt. Edifier setzt auf Rundungen, LED und unterschiedliche Materialien. Die rot leuchtende Front des Lade-Case erinnert an Battlestar Galactica, der Metall-Look auf Plastik passt gut dazu.

Im Ohr halten die Kopfhörer durch Silikonstöpsel. Diese sollten also entsprechend gut im Hörkanal sitzen. Edifier liefert eine vorbildlich hohe Anzahl an alternativen Silikonstöpseln mit, sechs zusätzliche Paare in unterschiedlichen Größen kann man auswählen. Im Test mit unterschiedlichen Stöpseln haben wir eine gut sitzende Kombination aus zwei unterschiedlichen Aufsätzen gefunden – ausprobieren lohnt sich. Mit den richtigen Aufsätzen ist der Tragekomfort hoch. Wir hatten im Test weder Druckstellen noch das Gefühl, dass die Kopfhörer ständig am Herausfallen sind. Insgesamt sind es sehr bequeme und gut zu tragende Kopfhörer.

Einzige Ausnahme sind Sportarten wie Laufen oder Rennradfahren. Durch die Erschütterungen war uns ein Tragen der Neobuds Pro zu unsicher. Auch wenn die Kopfhörer gegen Wasser und Staub nach IP54 geschützt sind, gibt es nichts Nervigeres, als beim Laufen die Kopfhörer zu verlieren. Hier wären optionale Flügel, wie bei den Echo Buds, eine gute Idee gewesen. Es spricht aber nichts dagegen, die Neobuds Pro beim Indoor-Training, Yoga oder Bouldern zu tragen.

Bei seinen Lautsprechern ist Edifier dafür bekannt, dass es für einen vernünftigen Preispunkt überraschend viel und gute Technik gibt. Das setzt sich bei den Neobuds Pro fort. Denn sie unterstützen nicht nur Bluetooth 5.0, sondern auch High-Res-Audio-Codecs wie LDAC, LHDC und AAC. Die Verbindung zum Android-Smartphone lief problemlos ab, so muss das sein. Jeder Ohrstöpsel hat einen eigenen Akku mit einer Kapazität von 40 mAh, die Batterie fasst 500 mAh. Geladen wird per USB-C.

Was fehlt? Eine Multipoint-Verbindung, also die gleichzeitige Verbindung zu zwei Geräten, wäre nett. Mehr vermissen wir allerdings eine Auto-Pause, die die Wiedergabe unterbricht, wenn man die Ohrstöpsel herausnimmt. 3D-Audio wie Dolby Atmos oder 360 Reality Audio wäre zudem eine nette Dreingabe.

Beim Tragen kann man die Kopfhörer durch Tippen steuern. Links und rechts kann man jeweils zweimal oder dreimal tippen, um Befehle auszulösen. Diese vier Funktionen lassen sich in der App anpassen, standardmäßig pausiert ein zweifaches Tippen rechts am Kopfhörer die Wiedergabe, drei Tipper auf den rechten Stöpsel springen einen Track weiter. Zweimal links getippt und der ANC-Modus wechselt von High Noice Cancellation zum Ambiance-Modus, um die Umgebung besser mitzubekommen. Dreimal Tippen Links aktiviert den Gaming-Modus. Leider gibt es keine Touch-Fläche, um die Lautstärke dynamisch zu regeln, auch das müsste man per Tippen einstellen – was aber in der Praxis aber weniger präzise ist als der Griff zum Smartphone.

In der App Edifier Connect für den Apple App Store und Google Play kann man noch mehr einstellen als nur die Tipp-Shortcuts. Neben verschiedenen Modi zur Geräuschunterdrückung hat man zwei Equalizer (Classic oder Dynamic) zur Auswahl. Wer will, kann eine eigene Einstellung basteln. Außerdem lässt sich hier der Game Mode aktivieren, der die Latenz deutlich reduziert. So kann man auch ohne aptX vernünftig mit den Kopfhörern spielen. Alle Funktionen der App erscheinen in einem kleinen Widget, das sich bei Android direkt in das Drop-Down-Menü integriert.

Gut gefällt uns allerdings, dass man die komplette App nutzen kann, ohne sich registrieren zu müssen. Die Übertragung per LDAC erkannte Android automatisch.

Kommen wir endlich zum Sound! Wie klingen die Edifier Neobuds Pro? Direkt beim Einsetzen fällt auf, wie gut die aktive Geräuschunterdrückung isoliert. Es fühlt sich an, als würde man in einen leeren Raum steigen, selbst wenn man noch in der vollen U-Bahn sitzt. Ein anschauliches Beispiel für den Sound der Neobuds Pro ist Sad White Reggae vom neuen Placebo-Album Never Let Me Go. Die Instrumente schaffen eine stabiles Fundament für den leicht nasalen Gesang von Brian Molko. Bei diesem Song und anderen, etwa Kryptonite von 3 Doors Down oder Black Summer der Red Hot Chilli Peppers fällt auf, wie gut die Neobuds Pro den Bass behandeln. Es wirkt fast so, als möchten die Kopfhörer den Bassisten hervorheben. Das sorgt für einen interessanten Klangteppich, bei dem viele Details hervortreten.

Diese Liebe für Details beim Bass gilt nicht nur für das Instrument. Der synthetische Bass, etwa in Turn Down for What von DJ Snake ist druckvoll und akzentuiert den Sound, ohne dass er ihn komplett scheppernd übertönt. Insgesamt gefiel uns der Klang bei der Musik hervorragend.

Bei Filmen sieht es ähnlich gut aus, der dynamische Modus macht gute Arbeit und mischt Hintergrundmusik, Geräusche und Sprache verständlich zusammen. Zumindest, wenn es nicht zu bombastisch wird. Ein Beispiel: Bei Moon Knight waren Dialoge und Hintergrundmusik gut getrennt, bei Avengers: Infinity War dagegen gingen Dialoge teilweise in der Hintergrundmusik unter. Das kann aber auch an der Abmischung liegen, bei Der Soldat James Ryan etwa war die Anfangsszene klar verständlich. Bei anderen Streams oder Youtube-Videos hatten wir keine Probleme, ebenso bei Podcasts.

Telefonie, sowohl klassisch wie auch Videotelefonie über Teams funktionierten gut. Das Gegenüber verstand uns klar und ohne Rauschen. Problematisch ist es wie immer, wenn man auf dem Rad, an der Straße oder bei Wind telefoniert – dann wird die Verständigung für den Zuhörenden schwierig. Gerade wegen des guten ANCs bemerkt man das mitunter nicht. Also, ruhige Ecke suchen und alles passt.

Edifier nennt eine Laufzeit von knapp 5 Stunden Musikwiedergabe mit ANC. Das schaffen die Neobuds Pro in unserem Test bei voller Lautstärke nicht ganz. Nach 3,5 Stunden müssen sie zurück ins Ladecase. Allerdings hatten wir in der Praxis die Lautstärke meist bei um die 75 Prozent, entsprechend dürften sie noch etwas länger durchhalten. Dennoch, Kopfhörer wie die Sennheiser Momentum True Wireless 2 (Testbericht) sind hier besser. Das Case lädt die Kopfhörer zügig, nach knapp 10 Minuten kann man etwa eine Stunde lang hören. Nach rund einer Stunde sind die Kopfhörer komplett voll. Das Case schafft rund drei Ladevorgänge, bevor es selbst per USB-C an den Strom muss.

Die Edifier Neobuds Pro kosten um die 125 Euro. Ein Tipp sind chinesische Händler wie Banggood. Dort kosten die Neobuds Pro zum Testzeitpunkt knapp 111 Euro, mit Versand aus einem tschechischen Lagerhaus.

Es gibt viele True-Wireless-Kopfhörer, die mit gutem ANC, High-Res-Sound und günstigem Preis locken. Die Neobuds Pro von Edifier halten ihr Versprechen und liefern einen ausgewogenen, guten Klang, der nicht durch überzogenes Dröhnen überdeckt wird. Die ausgezeichnete Geräuschunterdrückung und die brauchbaren Mikrofone machen sie zu guten Alltags-Kopfhörern, mit denen man sich beim Pendeln oder im Büro von der lauten Außenwelt abschotten kann. Das Design ist gefällig, die Laufzeit könnte etwas länger sein. Doch die Schnellladefunktion hilft, ein paar Minuten in der Ladeschale und die Kopfhörer sind wieder fit.

Insgesamt liefert Edifier solide Bluetooth-Kopfhörer ab, die man mit etwas Glück zu einem günstigen Preis bekommt. Gleichzeitig steigt damit auch die Hürde für andere Hersteller – denn LDAC, AAC und LHDC sorgen einfach für einen tollen Sound. Lediglich für Sportarten wie Joggen oder Radfahren, bei denen es unruhig zugeht, würden wir die Kopfhörer nicht empfehlen, hier fehlt einfach der feste Sitz.

Der Test zu den Edifier Neobuds Pro erscheint in unserer Themenwelt True-Wireless-Kopfhörer. Dort haben wir bereits Alternativen getestet, etwa die Amazon Echo Buds (Testbericht), die Sony Linkbuds (Testbericht) oder die Sennheiser CX Plus (Testbericht). Dazu widmen wir uns günstigen Geräten, etwa im Ratgeber Fake Airpods: Das taugen günstige Apple-Klone ab 6 Euro. Die Grundlagen zeigen wir im Beitrag ANC, Codecs & Bluetooth: Das muss ein guter Kopfhörer können.

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