EcubMaker 4in1 im Test: 3D-Drucken, Lasern und Fräsen für 300 Euro

Ecubmaker 4in1
Pro und Contra
  • vielfältige Werkzeuge
  • solide Verarbeitung
  • fehleranfällig
  • kleiner Bauraum
  • mäßige Leistung in allen Disziplinen
  • 3.0

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Der Toydiy 4in1 von EcubMaker ist in der Theorie die optimale Lösung für die Hobbywerkstatt: 3D-Drucker, Laser-Gravierer und CNC-Fräse in einem. Techstage hat ihn getestet und zeigt, ob das 4in1-Konzept aufgeht.

Auf den ersten Blick sehen wir einen kompakten 3D-Drucker mit einem unterdurchschnittlich kleinen Druckraum von 180 x 180 x 180 mm, automatischem Leveling und einem FDM Druckkopf vor uns. Das Besondere: Im Karton finden sich noch ein zusätzlicher Dual-Druckkopf, ein Laser-Modul und eine CNC-Fräseinheit. Das Konzept mit modularem Werkzeugkopf klingt ebenso verlockend wie der Preis von nur knapp über 300 Euro.

Der Einstieg in die Werkvielfalt war schon mal steinig: Wegen gravierender Defekte am von Banggood erhaltenen Testmodell lag der Toydiy 4in1 lange bei uns auf dem Schreibtisch. Der Toydiy 4in1 wurde mit einem defekten Nema-Motor geliefert, der das Heizbett ordentlich zum Ruckeln brachte. Der Kundenservice des Herstellers war zwar sehr freundlich und versprach, uns Ersatzteile zu liefern, allerdings verschwanden die im Zuge der Lieferung und Umwege über Banggood. Für jeden Druckanfänger wäre spätestens an dieser Stelle Schluss gewesen.

Wir machten natürlich trotzdem weiter. Nach der kompletten Demontage von Gleitlagern und Antriebsmotoren konnten wir das Problem finden und den Sollzustand des Druckers herstellen. Letztlich haben wir uns bei Komponenten aus dem Redaktionsfundus bedient und den Motor ersetzt. Die vorzeigbaren Ergebnisse aus diesem Artikel waren also mit großem Aufwand und langer Fehlersuche verbunden. Zur Ehrenrettung des Herstellers sei gesagt, dass wir offenbar einfach Pech hatten. Eine Recherche im Internet ergab zumindest, dass das Problem mit dem defekten Motor kein generelles Serienproblem ist.

Dieser Artikel gehört zur Themenwelt 3D-Drucker. Hier zeigen wir neben konkreten Einzeltest auch Ratgeber und Kaufberatungen.

Der Toydiy 4in1 ist primär aufgestellt wie ein einarmiger 3D-Drucker, der aber mit verschiedenen Werkzeugköpfen schnell zu einer Lasergravur- oder CNC-Maschine umgebaut werden kann. Man muss lediglich eine einzige Schraube lösen, den Kabelbaum umstecken, das neue Werkzeug aufsetzen und wieder fixieren. Für die Fräsfunktion wird zusätzlich das magnetische Druckbett für den 3D-Druck abgenommen und durch eine mit vier Halteschrauben fixierte Rasterplatte aus Kunststoff ersetzt. Die Halteschrauben dienen gleichzeitig zur Fixierung des Objekts.

Die Maschine wirkt auf den ersten Blick gut aufgebaut und ist theoretisch nach wenigen Minuten einsatzbereit. Als Führungen dienen Linearschienen, die in einem soliden Aluminiumrahmen sitzen. Am oberen Ende des Z-Arms gibt es eine LED zur Beleuchtung der Arbeitsfläche. Das kleine Display zur Bedienung ist rechts neben dem Heizbett montiert. Die meisten Kunststoffteile sind von mittelmäßiger bis guter Spritzguss Qualität.

Die Köpfe für FDM-Druck, DUAL-FDM-Druck und Laser verfügen über ein integriertes Autoleveling-System und lassen sich problemlos tauschen. Der Wechsel ist mit etwas Übung in unter zwei Minuten erledigt. Das Laser-Modul hat eine Leistung von 1500 mW. Das reicht zum Gravieren von weichen Materialien wie Holz, Pappe und Leder. Wer mit seinem Laser auch schneiden will, sollte sich unseren Ratgeber Nicht nur für Nerds: Schneiden und Gravieren mit dem Laser ansehen. Das CNC Modul hat eine Leistung von 40W und eine maximale Umdrehungsgeschwindigkeit von 14.500 RPM (Umdrehungen pro Minute). Das reicht für Gravuren in Acrylglas, Holz und Hartschaumplatten. Insgesamt hinterlässt der Toydiy 4in1 einen guten ersten Eindruck.

Wie bereits erwähnt funktionierten die ersten Druckversuche nicht, da das Druckbett immer wieder hängen blieb. Grund waren Metallspäne im Inneren des Motors vom Heizbett. Zusätzlich war die Motorspannung auf dem Mainboard zu schwach eingestellt. Als wir beides korrigiert hatten, konnten wir dort anfangen, wo es eigentlich direkt nach dem Auspacken und Aufbauen losgehen sollte. Übrigens: Die Linearlager, die wir zuerst im Verdacht hatten, trifft keine Schuld. Diese sind leichtgängig und funktionieren zuverlässig.

Zuerst starteten wir einen Testlauf mit dem Singel-Extruder zum Drucken von Filament. Das funktioniert mit der Testdatei und PLA-Filament recht ordentlich. Wir haben zwar schon bessere Druckbilder gesehen, aber auch bereits deutlich schlechtere.

Beim Test mit dem Doppeldruckkopf haben wir dann mit einem verstopften PFTE-Schlauch zwischen Coldend und Heatblock zu kämpfen. Nachdem wir den Dual-Extruder mit Teilen aus dem Singel-Druckkopf wieder gängig bekommen haben, funktioniert auch endlich der Zweifarbdruck und wenig später haben wir hübsch gestreifte Pylone vor uns stehen. Geht doch! Beim Dual-Druck ist allerdings anzumerken, dass der Wechsel zwischen den beiden Filamenten knapp eine ganze Minute dauert und Drucke mit vielen Schichtwechseln deshalb sehr langwierig sind. Die Lautstärke hält sich während des Druckvorgangs in Grenzen. Leise sind die Lüfter zwar nicht, aber auch hier hatten wir schon ganz andere Kaliber in der Redaktion.

Der Laserkopf hat erfreulicherweise schon ab den ersten Testdateien problemlos funktioniert und dank der automatischen Leveling-Funktion kommt hier ein echtes Plug&Play-Gefühl auf. So hätten wir uns das auch beim Drucken gewünscht. Mit der mitgelieferten Software, die ärgerlicherweise nur unter Windows funktioniert, konnten wir einige gute Ergebnisse mit Ornamenten und Schriftzügen erzielen. Für ordentlich gelaserte Fotos und Bitmaps würden wir zu einem anderen Programm raten, mit der Software von EcubMaker haben wir keine vorzeigbaren Ergebnisse erzielt.

Das CNC-Fräsmodul unseres Toydiy 4in1 hat ab Werk eine leichte Unwucht und macht richtig viel Lärm. Die Mischung aus lauten Lüftern und hochfrequentem Fräswerkzeug ist unangenehm und nichts für eine dauerhafte Beschallung. Die kleine Testdatei wird zwar nur sehr langsam gefräst, aber es funktioniert immerhin. Mit der Software haben wir uns dann eingehender beschäftigt und konnten nach einigen Tests problemlos und mit höheren Geschwindigkeiten Acrylglas, Holz und Pappe fräsen. Die mitgelieferte Software fühlt sich zwar wie aus dem letzten Jahrtausend an, aber sie macht immerhin, was sie soll. Zu hohe Erwartungen sollte man hier allerdings nicht haben. Letztlich arbeitet die Fräse nur mäßig genau und ist nicht besonders leistungsstark.

Durch seine hohe Fehleranfälligkeit, die Probleme mit dem Druckbettmotor, der insgesamt mittelmäßigen Druck- und Fräsqualität und der ungenügend bedienerfreundlichen Software, die ausschließlich unter Windows funktioniert, ist der Preis für den Toydiy 4in1 selbst mit nur 300 Euro zu hoch.

Wer sich 3D-Drucker, Fräsmaschine und Laser nur einmal in der Praxis ansehen will und keine Angst vor Bastelei hat, kann den Drucker von EcubMaker kaufen. Man braucht aber einiges an Geduld und technisches Einfühlungsvermögen.

Wer Ansprüche an Zuverlässigkeit und Ausgabequalität hat, sollte lieber die Finger vom günstigen 4in1-Gerät lassen. Hier ist es sinnvoller, sich etwa einen günstigen Laser-Engraver und einen guten Einsteiger-Drucker zu kaufen. Ein kurzes Rechenbeispiel: Den Laser Totem von Twotrees mit einer Arbeitsfläche von 30 x 40 cm gibt es bei Banggood ab 157 Euro. Dessen stärkeres Schwestermodell Totem S (Testbericht) hat mit toller Leistung überzeugt. Den 3D-Drucker Artillery Hornet (Testbericht) gibt es für 158 Euro. Zusammen sind beide etwa so teuer wie das 4in1-Gerät. Zwar fällt hier der Zweifarbdruck und die Fräsfunktion weg, dafür kann man gleichzeitig drucken und lasern - und das in größeren Abmessungen, höherer Qualität und mit hoher Zuverlässigkeit. Wer trotzdem nicht auf die Fräse verzichten will, bekommt ähnlich schwache Fräsmaschinen für unter 160 Euro.

Dass 3D-Drucker heute nicht mehr teuer sein müssen, um einfach und schnell tolle Ergebnisse zu erzielen, zeigen etwa die Tests von Artillery Hornet (Testbericht), Flashforge Adventurer 3 (Testbericht) und Monoprice MP Mini Delta V2 (Testbericht). Drucker mit großem Bauraum sind mittlerweile ebenfalls bezahlbar. Mehr dazu in der Kaufberatung Größer drucken ohne Aufpreis: Riesen-3D-Drucker ab 245 Euro.

Mehr zum Thema Lasern, den damit verbundenen Kosten und Möglichkeiten, zeigt unser Ratgeber Nicht nur für Nerds: Schneiden und Gravieren mit dem Laser.

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