Ecoflow Delta Pro im Test: Powerstation mit Photovoltaik fürs ganze Haus

Ecoflow Delta Pro
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Die Powerstation Delta Pro von Ecoflow ist mobil, kann dank erweiterbarem LiFePO4-Akku aber mehr als andere Solargeneratoren. TechStage hat die Premium-Powerstation für fast 4000 Euro getestet.

Mobile Solargeneratoren mit internem Akku können nicht nur USB-Gadgets aufladen, auch 12-V-Verbraucher und Geräte mit klassischem 230-V-Stecker lassen sich so unterwegs mit Strom versorgen. Für eine möglichst hohe Flexibilität ist das Laden der Powerstations sowohl per Netzteil als auch per Sonnenenergie möglich. Zusammen mit einem Photovoltaik-Paneel ist so eine autarke Stromversorgung fernab des Stromnetzes möglich.

Ecoflow geht bei seinem Premium-Modell einen Schritt weiter. Neben einer sehr hohen Leistung von 3600 W und der internen Kapazität von satten 3600 Wh kann diese Powerstation mit weiteren Akkus auf bis zu 25.000 Wh erweitert werden. Der größte Clou ist aber: Die Delta Pro kann man an das Hausnetz anschließen. So soll sie zukünftig als zentraler Stromspeicher für zu Hause dienen und die komplette Hausversorgung übernehmen können.

Dieser Test gehört zur Themenwelt Powerstation. Hier testen wir mobile Stromspeicher mit 230-V-Steckdose, zeigen Stromgeneratoren mit Benzin-Invertern abschneiden oder welche Solarpanels für Powerstations geeignet sind. In diesem Einzeltest geht es nun um die bisher stärkste Powerstation, die wir getestet haben.

Das Design der Delta Pro entspricht etwa der Formsprache der kleineren Modelle Ecoflow Delta (Testbericht) und Delta 2 (Testbericht). Beim Pro-Modell ist angefangen beim Gewicht von satten 45 kg aber alles eine Spur größer, weshalb der Hersteller hier zwei zusätzliche Rollen für den Transport integriert hat. Damit das so bequem wie möglich funktioniert, verfügt die Delta Pro außerdem über einen ausfahrbaren Griff, um den Stromspeicher wie einen Koffer ziehen zu können. Mit dem hohen Gewicht und Abmessungen von 64 × 29 × 42 cm ist die Delta Pro zwar noch mobil, für weitere Strecken ist sie allerdings deutlich zu groß und zu sperrig, zumal die Rollen nicht für unebenes Gelände geeignet sind.

Abgesehen von den erschreckend riesigen Abmessungen gefällt uns die Delta Pro aber hervorragend. Was schon beim Auspacken positiv auffällt: Das Netzteil zum Laden an der Steckdose ist wie auch etwa bei der Jackery Explorer 2000 Pro (Testbericht) fest integriert. Das ist nicht immer so. Beim XL-Solargenerator Bluetti AC200Max (Testbericht) ist ein externes Netzteil beigepackt und das ist nicht nur deutlich schwächer als das interne Pendant von Ecoflow, sondern auch sperrig, schwer und unpraktisch.

Das grau-schwarze Kunststoffgehäuse ist rundum perfekt verarbeitet und hinterlässt einen hochwertigen und stabilen Eindruck. Gut gefällt uns, dass die Oberseite genutzt werden kann, um darauf andere Dinge abzustellen. Auch auf Details hat der Hersteller geachtet und so verfügen etwa die Handgriffe über abnehmbare Polsterungen. Diese erleichtern den Transport zwar nicht, sorgen aber dafür, dass die Griffe weicher und bequemer sind. Zum Tragen sollte man trotzdem besser zu zweit sein! Auch bei den Bedienkomponenten hat der Hersteller nicht gespart und so gibt es neben dem schicken Status-Display auch eine App zur Steuerung und Überwachung. Auf kabellose Lade-Pads verzichtet Ecoflow, was wir als sinnvoll erachten, da diese Lademethode ineffizient ist.

Die Stromausgänge sind bei der Delta Pro auf Vorderseite unterhalb vom Status-Display platziert. Neben insgesamt sechs USB-Ports sind vier Schukosteckdosen für 230 V an Bord. Neben vier USB-A-Anschlüssen, zwei davon mit Quick-Charge bis 18 W, gibt es noch zwei USB-C-Ports mit PD und jeweils 100 W. Ideal, um etwa Notebooks ohne zusätzliches Netzteil zu laden. Zum Einschalten der Powerstation und der USB-Ports ist der zentral platzierte Hauptschalter zuständig. Die vier 230-V-Dosen haben einen eigenen Einschalt-Taster. Für ausreichend Kraft ist gesorgt. Mit den 3600 W reine Sinusleistung können nur große Benzin-Inverter mithalten. Powerstations mit vergleichbarer Leistung sind rar. Kurzzeitig sind mit der Boost-Funktion laut Datenblatt sogar 4500 W möglich – dann allerdings kann es zu Problemen bei empfindlichen Verbrauchern kommen.

Auf der rechten Seite sind außerdem zwei Klappen angebracht. Hinter der oberen Klappe verstecken sich eine Edison-Eingang (12 V 30 A), eine 12-V-Kfz-Dose (10 A), zwei 12-V-Rundstecker mit je 3 A und Taster zum Ein- und Ausschalten der 12-V-Ports. Darunter befinden sich ein Taster für WLAN, Pairing, Standby und eine Dose für den Anschluss einer externen Steuereinheit. Hinter der unteren Klappe verbirgt sich ein Anschluss zur Kopplung an den Hausanschluss. In Amerika gibt es diese Lösung schon länger, in Europa ist die Zulassung in den letzten Zügen. Erste Produkte sind zumindest bereits im Preisvergleich gelistet. Theoretisch ist es damit möglich, den gesamten Haushalt mit der Powerstation und Solarpanels zentral zu versorgen. Dies geht aber über diesen Einzeltest hinaus.

Auf der Rückseite des Stromspeichers sind insgesamt drei Klappen angebracht. Hinter der oberen sitzen ein XT60-Port zum Anschluss von Solarpanels (11 bis 150 V 15 A), ein Schalter zum Aktivieren oder Deaktivieren der Schnellladefunktion und der Eingang für das Netzteilkabel. Die maximale Solarladeleistung von 1600 W sucht ihresgleichen – selbst mit der überdurchschnittlich starken Jackery Explorer 2000 Pro (Testbericht) sind maximal 1200 W möglich. Per Netzteil lädt die Delta Pro im Schnelllademodus sogar mit bis zu 2875 W.

Wer weniger Leistung zur Verfügung hat und/oder den Akku schonen möchte, kann die Schnellladung auch deaktivieren und per App eine Maximalleistung festlegen. Hinter den beiden darunter platzierten Klappen befindet sich je ein Anschluss zur Koppelung mit einem zusätzlichen Akku-Paket. Laut Ecoflow ist hier eine Gesamtkapazität von satten 25 kWh möglich, was dann tatsächlich auch für die Versorgung eines ganzen Hauses ausreichend wäre.

Beim internen Akkus setzt Ecoflow auf einen langlebige LiFePO4-Akkus mit satten 3600 Wh (3,6 kWh), welche auch nach 3500 Ladezyklen noch eine Restkapazität von mindestens 80 Prozent haben sollen. Ein weiterer Vorteil dieser Technologie ist auch die höhere Sicherheit und Temperaturbeständigkeit. Lithium-Eisenphosphat-Akkus können bis -20 Grad Celsius verwendet werden und gehen bei einer Beschädigung nicht sofort in Flammen auf. Da das Gerät zukünftig auch als Solarspeicher für zu Hause gedacht ist, ist das die vernünftigste Lösung. Die bisher größten Powerstations in den Tests, die Bluetti AC200Max (Testbericht) und die Jackery Explorer 2000 Pro (Testbericht) haben lediglich eine Kapazität von je 2200 Wh.

Neben Powerstation und Netzkabel gehören ein Kfz-Ladestecker und die Anleitung zum Lieferumfang. Auch ein USB-C-Kabel ist beigelegt. Dieses kommt etwa zum Anschluss des optional erhältlichen Erdungsadapters zum Einsatz. So ausgestattet, kann die Delta Pro dann sogar Elektroautos laden. Den Adapter haben wir bisher aber nur beim Hersteller gefunden.

Im Test nutzen wir zur Bedienung die Tasten direkt am Gerät. Das geht schnell und klappt zuverlässig. Die helle und kontrastreiche Statusanzeige ist mit den anderen Powerstations von Ecoflow vergleichbar. Anders als bei einigen günstigen Solargeneratoren funktioniert das Ablesen auch bei direkter Sonneneinstrahlung. Neben der Ein- und Ausgangsleistung sowie der aktiven Ein- und Ausgängen werden hier auch die Restkapazität in Prozent und die errechnete Restlaufzeit angezeigt. Wer seinen Solargenerator im Inneren des Wohnmobils oder im Keller aufstellt, kann optional zum externen Status-Display, der Ecoflow Delta Pro Remote Control greifen. Diese wird per Bluetooth verbunden und bietet letztlich die gleichen Funktionen wie das interne Display.

Auch die Steuerung per App haben wir erfolgreich getestet. Die Benutzung der App funktioniert prima und außerdem stehen hier zahlreiche zusätzlich Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Neben der maximalen Ladeleistung können wir etwa Standby-Zeiten einstellen. Wirklich interessant ist die App dann bei Nutzung mit Solarpanels und zusätzlichen Akkus. Dann kann man den Gerätestatus aller Komponenten bequem zentral ablesen. Auch Statistiken zur Nutzung gibt es in der App.

Um die Schnellladefunktion der XL-Powerstation testen zu können, entleeren wir zunächst den Akku mit einigen Belastungstestes. Dazu müssen wir erst einmal geeignete, starke Verbraucher finden, um die Delta Pro zumindest etwas ins Schwitzen zu bringen. Neben Hochentaster, Heckenschere, Handkreissäge und Rasentrimmer holen wir dazu unsere große Kappsäge aus dem Keller. Diese hat einen hohen Anlaufstrom und so fliegt hier auch gerne mal die Sicherung heraus. Und obwohl wir mit Anlaufstrom auf kurzzeitig knapp 4000 W kommen, können wir problemlos auch mit diesem starken Verbraucher arbeiten. Geräte wie Rasentrimmer, Bohrhammer, Haartrockner, Toaster, Wasserkocher, Elektrogrill und Kochplatte funktionieren problemlos.

Nachdem wir den Akku auf null Prozent entladen haben, aktivieren wir die Schnellladefunktion und stecken die Delta Pro an. Nach einigen Sekunden erstrahlt der Bildschirm und zeigt die kontinuierlich steigende Ladeleistung an. Gleichzeitig beginnen die Lüfter lautstark mit ihrer Arbeit und wir verlassen den Raum. Als wir nach eineinhalb Stunden wieder kommen, ist der Akku bereits fast vollgeladen. Nach exakt 116 Minuten, also knapp zwei Stunden, zeigt die Kapazitätsanzeige dann 100 Prozent.

Diese Zeitspanne wäre selbst bei einem Drittel der Kapazität bemerkenswert. Über ähnlich kurze Ladezeiten verfügen nur etwa die anderen Ecoflow-Modelle oder die Anker Powerhouse 757 (Testbericht). Die meisten mobilen Stromspeicher benötigen selbst bei einer Kapazität unter 1000 Wh meist sechs bis acht Stunden zum Laden.

Was uns während der Tests negativ auffällt, ist das suboptimale Lüftermanagement der Powerstation. Die interne Belüftung springt schon ab knapp 60 W Ein- bzw. Ausgangsleistung sporadisch an. Bei höheren Leistungswerten läuft der Lüfter dann dauerhaft. Bei hoher Leistung, etwa bei Nutzung der Schnellladefunktion oder eines starken Verbrauchers wird aus dem anfänglich erträglich surrenden Lüftergeräusch dann lautes Getöse.

In den Tests messen wir in etwa einem Meter Entfernung Werte zwischen 44 und 65 dB – das entspricht der sogenannten Zimmerlautstärke. Auch wenn das gut klingen mag, daneben sitzen möchte man nicht. Die Delta macht bei voller Leistung ordentlich Lärm. Bei Benutzung der Kappsäge oder als Stromspeicher im Keller ist das egal, bei der Stromversorgung auf dem Zeltplatz sieht es da aber anders aus. Hier hätten wir uns ein besseres Lüftungsmanagement gewünscht. Hundert bis 200 W sollten bei dieser Größe auch im Flüsterbetrieb funktionieren.

In unseren Kapazitätstests ziehen wir zwischen 3109 und 3293 Wh aus Delta Pro. Unseren PC-Arbeitsplatz mit Notebook, Drucker, zwei zusätzlichen Monitoren, Telefon und Lautsprechern versorgen wir damit satte 24 Stunden am Stück – trotz deaktivierter Stromsparfunktion. Die nutzbare Kapazität liegt somit zwischen 86 und 91 Prozent der Nennkapazität. Ein guter Wert! Dies deckt sich mit den Erfahrungen der bisher getesteten Powerstations; ein Umwandlungsverlust von etwa 15 Prozent ist normal.

Wie hoch der Verlust ist, hängt von den angeschlossenen Verbrauchern und deren Leistung ab. Die geringsten Verluste gibt es bei Nutzung von 12-V-Verbrauchern. Im Allgemeinen ist die Umwandlung in Gleichstrom weniger verlustreich. Am schlechtesten ist die Effektivität bei Nutzung von 230-V-Verbrauchern mit wenig Leistung. Wegen der großen Kapazität hatten wir überwiegend starke Verbraucher angeschlossen. Bei schwachen Verbrauchern könnten die Verluste etwas höher sein.

Obwohl es das Wetter während der Tests oft nicht gut mit uns meinte, schaffen wir es auch das 400-W-Solarpanel von Ecoflow (Top 10 Solarpanels) zusammen mit der Delta Pro zu testen. Bei gutem Wetter würde dieses bis zu 2000 Wh pro Tag liefern, wie wir beim Test der Ecoflow Delta gesehen haben. Bei Bewölkung sind wir davon aber weit entfernt. Dann lädt die Delta Pro im Test lediglich knapp über 1000 Wh in acht Stunden. Wer den XL-Stromspeicher schneller füllen möchte, benötigt unbedingt mehr Leistung. Mit den theoretisch möglichen 1600 W wäre die Delta Pro bei idealen Bedingungen schon in knapp 2,5 Stunden aufgeladen.

Die XL-Powerstation Delta Pro von Ecoflow ist zum Testzeitpunkt ab 3850 Euro erhältlich. Zusätzlichen Akku-Pakete mit 3600 Wh kosten 2799 Euro. Die Bluetooth-Fernbedienung ist ab 88 Euro und das 400-W-Solarpanel ab 1014 Euro erhältlich. Das Smart-Panel zum Anschluss am Hausnetz ist ab 1595 Euro zu finden.

Wer die Delta Pro bei schlechtem Wetter fernab der Steckdose laden will, der kann auch den Ecoflow R80-i Smart-Generator – einen schicken Benzin-Inverter im Delta-Design kaufen. Die Preise sind zwar hoch, hinsichtlich der Qualität, Leistung und Kapazität aber mit anderen Powerstations vergleichbar und somit gerechtfertigt.

Der Solargenerator Delta Pro gehört zu den leistungsstärksten und am besten ausgestatteten Modellen auf dem Markt. Die sehr hohe Dauerleistung und die hohe interne Kapazität stellen alle bisher getesteten Powerstations in den Schatten. Die Möglichkeiten den Akku zu erweitern und das ganze System ins Hausnetz einzuspeisen sind hoch spannend und gehen weit über die Möglichkeiten von einfachen Powerstations hinaus.

In Verbindung mit einem oder besser mehreren Photovoltaikmodulen ermöglicht die Delta Pro eine autarke Stromversorgung auch über längere Zeiträume. Kurzum, wer einen starken, gerade noch so mobilen, Stromspeicher sucht, ist hier bestens beraten. Aktuell gibt es außer der Bluetti AC200Max (Testbericht) mit ebenfalls erweiterbarem Akku kaum Alternativen.

Zwar gefallen uns Leistung, Design, die immerhin zum Teil abgedeckten Anschlüsse und praktische App hervorragend, allerdings hat uns das Lüftungsmanagement enttäuscht. Bei einer solchen Baugröße sollte es möglich sein, dass das Gerät zumindest im unteren Leistungsspektrum lautlos oder wenigstens leise arbeitet. Dass das Gerät bei über 3000 W Leistung Lärm macht, geht hingegen in Ordnung.

Geht es um maximale Leistung und Kapazität, ist die Ecoflow Delta Pro die aktuell beste Wahl. In der Praxis reichen allerdings häufig schon kleinere und deutlich günstigere Powerstations. In unserer Top-10-Solargeneratoren: Die besten Powerstations mit Photovoltaik, zeigen wir Modelle mit 250 bis 2200 Wh, mit Leistungen zwischen 200 und 2200 W. Auch diese Geräte sind für Bohrhammer, Rasentrimmer etc. ausreichend stark. Wer lediglich eine mobile Steckdose benötigt, um damit etwa Laptop, Smartphone, Kamera oder Drohne zu laden, der kann auch zu Top 10 Powerstations bis 500 Euro greifen.

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