Ecoflow Delta 2 im Test: Die beste Powerstation unter 1200 Euro

Ecoflow Delta 2
Pro und Contra
  • hohe Leistung und ordentliche Kapazität
  • kurze Ladezeit (am Netzteil)
  • USV-Funktion
  • hohe Lautstärke beim Laden
  • Lüfter auch bei wenig Leistung hörbar
  • die meisten Ausgänge sind ungeschützt
  • 5.0

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Der mobile Solargenerator Delta 2 von Ecoflow ist nahezu identisch zum Vorgängermodell – trotzdem gibt es kaufentscheidende Unterschiede. TechStage hat die Delta 2 getestet.

Solargeneratoren mit integriertem Akku ermöglichen eine autarke Stromversorgung fernab des Stromnetzes. Dank verschiedener Anschlussmöglichkeiten inklusive 230-V-Steckdose und ausreichend hoher Dauerleistung bieten sich die Geräte nicht nur für Camping und Freizeit, sondern auch für Job und als Notstromversorgung an. Das Aufladen der Powerstations geschieht wahlweise per Netzteil oder mithilfe eines Photovoltaik-Paneels und dauert in der Regel sieben bis acht Stunden. Das kann die Ecoflow Delta 2 besser, was wir auch überprüft haben.

In diesem Einzeltest geht es um den Nachfolger einer Ecoflow Delta (Testbericht), welche es durch ein gelungenes Gesamtpaket mit tollen Extras unter die besten Powerstations in unserer Top 10 geschafft hat. Abgesehen von 1800-W-Dauerleistung und über 1000 Wh Kapazität lockten schon beim Vorgänger die Schnelllade- und USV-Funktion. Die Änderungen zur ersten Variante sind erst auf den zweiten Blick erkennbar, trotzdem haben wir uns die Version 2 genau angesehen und getestet. Dieser Einzeltest gehört zur Themenwelt Powerstation.

Die überarbeitete Ecoflow Delta 2 sieht auf den ersten Blick aus wie das Vorgängermodell, lediglich die Höhe ist um einen cm angewachsen. So misst die Delta 2 jetzt 21 × 40 × 28 cm (B/L/H). Mit 12 kg wiegt die Powerstation rund zwei kg weniger als das Vorgängermodell, was beim Tragen spürbar ist. Dank der beiden an den kurzen Seiten sitzenden Handgriffen ist die Powerstation mobil, aber wegen des hohen Gewichts weniger für Wanderungen oder Radtouren geeignet.

Die größten Änderungen betreffen die internen Akkus. Statt NCM-Akkus mit einer Nennkapazität von 1260 Wh setzt Ecoflow bei der Delta 2 auf LiFePO4-Akkus mit 1024 Wh. Abgesehen vom geringeren Gewicht und der niedrigeren Kapazität macht sich das primär bei der Lebensdauer bemerkbar. So verspricht der Hersteller bei der ersten Variante 80 Prozent Restkapazität nach mehr als 800 Ladezyklen. Die Delta 2 behält diese 80 Prozent auch nach 3000 Ladezyklen - laut Datenblatt.

Das von der Delta übernommene Design wirkt modern und hochwertig. Anders als andere Hersteller verzichtet Ecoflow auf auffallende Farben und so passt diese mobile Steckdose optisch eher auf den Messestand und ins Büro als an den Strand oder auf den Campingplatz. Die breiten Gummifüße sorgen für stabilen Halt, allerdings zieht die Oberfläche Staub und Fusseln an. Wasserdicht ist das Gehäuse mit den offenen Lüftungsschlitzen nicht. Die Verarbeitung der Delta 2 ist tadellos, auch wenn wir uns Schutzabdeckungen für die Anschlüsse gewünscht hätten.

Anschlüsse und Bildschirm sind über insgesamt drei Seiten verteilt und nicht zentral angeordnet. An der Frontseite sitzen die helle und übersichtliche Statusanzeige, insgesamt sechs USB-Ports, deren Power-Taster und der On/Off-Taster. Der Bildschirm zeigt neben Eingangs- und Ausgangsleistung die vorhandene Akkukapazität in Prozent und die errechnete Restlaufzeit an. Wem das nicht reicht, der kann auch per WLAN und Bluetooth mit der Powerstation kommunizieren und per App diverse Einstellungen ändern, Ausgänge ein- und ausschalten oder die Leistungsdaten überwachen.

Die interne Sicherung der Powerstation sowie die Eingänge für Solarpaneel und Netzkabel sitzen versteckt hinter einer Kunststoffklappe – nun aber nicht mehr seitlich, sondern zentral über den vier 230-V-Steckdosen auf der Rückseite. Unterhalb der Schuko-Dosen sind der 12-V-KFZ-Anschluss (Zigarettenanzünder) und zwei neu hinzugekommen 12-V-Rundsteckdosen angebracht. Auch die 12-V-Verbraucher verfügen über einen beleuchteten Power-Taster. Abgesehen von der KFZ-Dose sind die Ausgänge alle ungeschützt. Hinter der Klappe auf der rechten Gehäuseseite sitzt bei der Delta 2 der Anschluss für weitere Zusatzakkus des Herstellers. Die erhältlichen Akkumodule liefern zusätzliche 1024 Wh bis 2016 Wh. Die Kosten für die Erweiterungen liegen zwischen 800 Euro und 1700 Euro.

Außer der Powerstation gehören noch ein Netzkabel zum Laden an der Steckdose, ein KFZ-Ladekabel zum Lieferumfang. Ein Adapterkabel auf etwa MC4-Anschlüsse zum Anschluss eines Solarpanels ist nicht beigelegt. Ein klobiges externes Netzteil, wie bei den Powerstations von Bluetti, braucht man hier nicht. Neben der Powerstation hat uns der Hersteller sein 400-W-Photovoltaikpanel zur Verfügung gestellt.

Die Nutzung der Delta 2 ist dank klarer Beschriftung selbsterklärend. Nach dem Einschalten oder dem Einstecken von Netzkabel oder Solarpaneel leuchtet das Display auf und zeigt die Werte für Eingangs- und Ausgangsleistung, die aktuelle Kapazität in Prozent und die errechnete Restlaufzeit bei gleichbleibendem Verbrauch. Auch welche Ausgänge eingeschaltet sind, ist ersichtlich. Nach einigen Minuten schaltet sich der Bildschirm automatisch ab. Wer die Werte abfragen will, drückt auf den Power-Taster der USB-Ausgänge und die Anzeige erstrahlt wieder. Ob die Ausgänge aktiv sind, zeigt eine kleine LED im jeweiligen Power-Taster.

Nach dem Auspacken entladen wir die Powerstation zunächst vollständig und machen dabei unsere ersten Praxistests. Die angeschlossenen Verbraucher, egal ob mit Gleich- oder Wechselstrom, haben alle ordnungsgemäß funktioniert. USB-Gadgets zu laden funktioniert ebenso, wie die Versorgung unseres MacBook Pro per USB-C mit PD bis 100 W. Moderate Verbraucher wie Drohnen-Ladegerät, Kühlbox, PC-Arbeitsplatz, Bohrmaschine oder Lampen bringen die Delta nicht aus der Fassung. Auch starke Verbraucher wie Säbelsäge, Rasentrimmer, 1300-W-Heizlüfter oder unseren Toaster haben funktioniert. Selbst der Wasserkocher mit 1800 W arbeitet dank Energiepuffer durch den sogenannten X-Boost (bis 2400 W) zuverlässig. Lediglich bei unserer Kappsäge mit einem Anlaufstrom von über 3000 W bringen wir die Delta 2 an ihre Grenzen. Bei Überlastung werden die entsprechenden Ausgänge zuverlässig abgeschaltet.

Nun geht es ans Aufladen des geleerten Akkus. Dazu nutzen wir die vollen 1200 W Leistung des internen Netzteils. An der Steckdose angeschlossen, nimmt die Delta 2 sofort Fahrt auf. Das macht sich bei der rasch steigenden Kapazitätsanzeige und beim Lärmpegel bemerkbar. Die Ladeleistung der Delta 2 ist beeindruckend, nach nur 51 Minuten sind die Akkus bereits zu 80 Prozent gefüllt. Bis wir 100 Prozent erreichen, vergehen exakt 87 Minuten und damit sogar drei Minuten weniger als vom Hersteller angegeben. Bei anderen Herstellern konnte lediglich die Anker Powerhouse 757 (Testbericht) mit einer ähnlich kurzen Ladezeit und vergleichbarer Ausstattung überzeugen. Viele, selbst deutlich kleinere und schwächere Powerstations, benötigen meist zwischen sechs bis acht Stunden, um per Netzteil voll zu laden. Bei voller Ladeleistung laufen allerdings auch die Lüfter der Delta 2 auf Hochtouren und das laut und deutlich. Bei einer Lautstärke von bis knapp unter 62 dB(A) ist es ratsam, die Powerstation in Keller oder einem entfernten Raum zu laden. Schade, hier hätte man mit anderen Lüftern oder einem optimierten Luftfluss bestimmt noch Lärm einsparen können. So heißt es: Entweder schnell und laut oder langsam(er) und leise(r). Wer nämlich die Ladeleistung reduziert, kann die Lautstärke damit ebenfalls reduzieren. Ganz stumm ist die Delta 2 beim Laden per Netzteil aber nie.

Bei den folgenden Langzeittests prüfen wir, wie viel Strom wir der Delta 2 in der Praxis entlocken können. Hier kommt es ganz auf die Art der angeschlossenen Verbraucher an, was etwa am Verlust des internen Wandlers liegt. Am größten war im Test die Ausbeute bei Nutzung eines Gartenwerkzeugs mit knapp 900 W Leistungsaufnahme. Hier flossen satte 930 Wh, was hinsichtlich der Nennkapazität einer Ausbeute von rund 91 Prozent entspricht. Ein hervorragender Wert. Beim Anschluss von PC-Arbeitsplatz und einiger kleinerer Verbraucher (in Summe 180 bis 220 W), entnehmen wir rund 887 Wh, was noch immerhin 87 Prozent entspricht. Bei Nutzung der 230-V-Dose und eines schwachen Verbrauchers mit unter 20 W waren die Verluste am höchsten, hier konnten wir lediglich 745 Wh entnehmen, was noch etwa 73 Prozent entspricht. Unseren Arbeitsplatz mit Macbook Pro, zwei 24-Zoll-Monitoren, Drucker und Telefon (etwa 120 W) versorgt die Delta 2 fast über einen ganzen Arbeitstag (7 Stunden und 24 Minuten) und gibt dabei 871 Wh ab, was einem Verlust von 15 Prozent entspricht. Das entspricht exakt den von vielen Herstellern angegebenen 85 Prozent nutzbare Kapazität.

Ab über 100 W Ausgangsleistung schalten sich wieder die internen Lüfter zu. Diese sind zwar leiser als bei etwa Bluetti, aber deutlich hörbar. Die Lautstärke ist etwa mit der eines klassischen Office-PCs vergleichbar. Viele starke Verbraucher machen zwar deutlich mehr Lärm, im Zelt daneben schlafen, möchte man allerdings nicht. Schade, selbst bei noch schwächeren Verbrauchern springt der Lüfter sporadisch an. Hier hätten wir uns einen flüsterleisen Betrieb bis mindestens 100 W, besser 200 W, gewünscht. Je nach Anwendungsfall ist das aber auch so verschmerzbar.

Das Laden der Akkus per Solarpaneel funktioniert im Test trotz leichter Bewölkung. Die maximale Eingangsleistung des Solareingangs liegt bei nun 500 W statt bei 400 Watt und so können gut auch mehrere Solarmodule gemeinsam genutzt werden. Im Test benutzen wir trotzdem das Solarmodul von Ecoflow mit 400 W. Zwar liefert das Photovoltaikmodul bei mäßigem Wetter nur Maximalwerte von 260 W bis 320 W, nach rund fünfeinhalb Stunden ist der Akku trotzdem zu 99 Prozent gefüllt. Der Lüfter springt hier übrigens nur bei einer Leistung von über 200 W an.

Gleichzeitiges Laden und Entladen der Delta 2 ist problemlos möglich, der Hersteller wirbt darüber hinaus wieder mit einer integrierten USV-Funktion. Ecoflow weist allerdings darauf hin, dass man die Geräte im Zweifel ausprobieren sollte. Das tun wir und stecken die Powerstation zwischen Steckdose und unseren Gaming-PC. Nach dem Hochfahren des Computers und dem Start eines Spiels legen wir die Sicherung des Arbeitszimmers um. Und es passiert, außer einem Klicken in der Powerstation, nichts. Rechner und Monitor arbeiten unterbrechungsfrei weiter. Die Funktion als USV können wir somit bestätigen. Ein aus unserer Sicht wirklich sinnvolles Extra. Da hier der Akku nicht genutzt wird, solange Netzstrom zur Verfügung steht, geht die Funktion auch nicht zulasten der Lebensdauer.

Die Bedienung per App empfanden wir vor dem Test als völlig unnötig. Die Statusüberwachung aus der Ferne kann zwar sinnvoll sein, wirklich brauchen können wir das aber nicht. Mega gut finden wir allerdings, dass man per App sehr viele Einstellungen an der Delta 2 vornehmen kann. Als Erstes deaktivieren wir den Status-Ton und ändern die automatischen Abschaltzeiten für Ausgänge und Display. Zusätzlich kann man die nutzbare Kapazität einschränken oder die Ladeleistung auf bis zu 200 W reduzieren. Ausgezeichnet! So hat der Nutzer die Wahl zwischen voller Leistung und schonendem Umgang mit dem Akku. Ersteres scheint uns zwar ideal für eine Powerstation zu sein, zweiteres ist aber bei einem dauerhaft eingesetzten Solargenerator sinnvoll.

Die Ecoflow Delta 2 kostet zum Testzeitpunkt 1150 Euro und damit sogar etwa weniger als das ältere Vorgängermodell. Ein fairer Preis. Anbei beide Modelle im Preisvergleich.

Die Ecoflow Delta 2 ist der aus unserer Sicht beste Solargenerator im Preissegment bis 1200 Euro. Neben der ordentlichen Kapazität von 1024 Wh und der überdurchschnittlich hohen Dauerleistung von 1800 W haben insbesondere die USV-Funktion, die Schnelladefunktion und die nun deutlich mehr Ladezyklen überzeugt. Auch die Tatsache, dass man jetzt viele Einstellungen individuell anpassen kann, gibt einen fetten Pluspunkt.

Wer eine kompakte und trotzdem starke Powerstation zur gelegentlichen mobilen Nutzung, zum Dauereinsatz mit Solarmodulen, als Notstromversorgung oder als USV sucht, der ist mit der Ecoflow Delta 2 bestens beraten. Auch wenn es um kurze Ladezeiten und lange Lebensdauer geht, ist die Delta 2 eine sehr gute Wahl. Zudem ist der Akku optional erweiterbar.

Zwar arbeiten auch in diesem Solargenerator hörbare Lüfter, deren Lautstärke ist aber immerhin alltagstauglich – zumindest bei der Leistungsabgabe. Bei voller Ladeleistung ist die Delta 2 hingegen unangenehm laut. Auch die ungeschützten Ausgänge können nicht restlos überzeugen.

Welche Solargeneratoren in den Tests am besten abschneiden, zeigt unsere Top 10: Die besten Powerstations mit Photovoltaik. Mehr zum Thema Photovoltaikmodule gibt es in unsere Bestenliste mobile Solarpanels. Wer seine Powerstation nur für Notfälle benötigt, der sollte einen Blick auf die Bestenliste Powerstations bis 500 Euro werfen oder den Ratgeber Immun gegen Stromausfall? Das leisten große Powerstations mit Photovoltaik lesen.

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