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Earfun Free 2
Pro und Contra
  • günstig
  • satter und klarer Klang
  • Titelwahl und Lautstärkeregelung direkt am Kopfhörer
  • kein ANC
  • Tieftöner schwächeln bei hoher Lautstärke
  • 4.0

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Die Free 2 des chinesischen Herstellers Earfun locken mit IPX7-Zertifizierung, hoher Reichweite und dem Audio-Codec AptX. TechStage testet, was das preiswerte Einsteigermodell in der Praxis leistet.

Dieser Test gehört zu unserer Themenwelt Kopfhörer. Hier testen wir einzelne Modelle aus verschiedenen Preisklassen für Alltag, Sport und Gaming in der Praxis. Neben unserer Bestenliste für kabellose TWS-Kopfhörer mit ANC, finden sich hier auch allgemeine Kaufberatungen und Ratgeber.

Für diesen Einzeltest haben wir uns ein True-Wireless-Modell mit dem AptX-Codec aus dem niedrigen Preissegment ausgesucht: die Earfun Free 2. Ob dieses Einsteigermodell mit den guten Erfahrungen mit den Earfun Free Pro mit ANC (Testbericht) mithalten kann, haben wir ausprobiert.

Die Free 2 kommen ordentlich verpackt in einer weiß-gelben Schachtel beim Kunden an. Neben den beiden Ohrstöpseln und der Ladeschale gehören noch zwei zusätzliche Paar Silikon-Ohrpolster und ein USB-C-Ladekabel zum Lieferumfang. Die mehrsprachige Anleitung ist ausreichend gut verständlich.

Bei den Free 2 handelt es sich um klassische In-Ear-Kopfhörer. Kamen bei der Vorgängerversion noch einfache Taster zum Einsatz, setzt Earfun nun auf eine Bedienung per Touch-Feld. Die beiden berührungsempfindlichen Flächen sind unsichtbar auf der Außenseite der Kopfhörer untergebracht.

Das Design von In-Ears und Ladeschale ist schlicht und funktionell. Anders als beim Modell Free Pro kommen bei den In-Ears keine zusätzlichen Earflaps zum Einsatz. Die Kopfhörer selbst sind nach IPX7 zertifiziert und damit ausreichend gegen Schweiß oder Regen geschützt. Selbst einen Spaziergang bei starkem Regenschauer haben die Ohrstöpsel im Test schadlos überstanden. Bevor die In-Ears in die Ladeschale kommen, sollten sie allerdings vernünftig abgetrocknet werden. Das verhindert Schäden durch einen Kurzschluss.

Die Verarbeitung von Kopfhörern und Lade-Case ist gut und gibt keinen Anlass für Beschwerden. Der Deckel der kleinen Kunststoffbox öffnet und schließt dank einer integrierten Feder zuverlässig und ohne zu wackeln. Obwohl selbst das Scharnier aus Kunststoff besteht, hinterlässt die Schale einen robusten Eindruck. Auf der Vorderseite ist mittig eine kleine Status-LED integriert. Hinten sind die USB-C-Ladebuchse und der Pairing-Button untergebracht.

Die Ladeschale mit den wiegt rund 48 g und ist damit leicht und unauffällig. Die beiden Ohrstöpsel bringen je 5,8 g auf die Waage. Zum Vergleich die Testsieger Sony WF-1000XM4 (Testbericht) wiegen jeweils 7,15 g; die Ladeschale wiegt 41 g.

Die Soundqualität ist insbesondere mit Hinsicht auf den günstigen Preis sehr ordentlich. Vor allem die Hoch- und Mitteltöner können im Praxistest mit klarem und gut differenzierbarem Klang überzeugen. Der Bass ist zwar warm und ausreichend kräftig, kann in den Standardeinstellungen aber gerade bei hoher Lautstärke nicht ganz mithalten.

Dieser subjektive Eindruck ist allerdings auch vom persönlichen Musikgeschmack abhängig. Wir haben es bei elektronischen Beats gerne etwas basslastiger, weshalb wir den Klang mit dem integrierten Equalizer des Huawei P20 Pro (Testbericht) auf unseren Geschmack angepasst haben. Letztlich ist dies aber nicht zwingend nötig. Auch ohne Anpassungen klingen die Free 2 insgesamt ordentlich.

Um die volle Bandbreite des Klangs zu genießen und eine möglichst geringe Latenz zu erreichen (etwa 60 ms statt sonst 200 ms), sollte die AptX-Funktion aktiviert sein. Der Sound wird durch den höheren Audio-Codec vielschichtiger und wirkt insgesamt harmonischer. Die Reichweite ist bei aktivem Codec allerdings etwas geringer, wie der Hersteller bereits in der Anleitung anmerkt.

Die Latenz ist zwar auch im Standard-Codec SBC überschaubar, beim Zocken oder Filmschauen, ist die Verzögerung trotzdem spürbar. Mit AptX ist dies nicht der Fall. Damit eignen sich die Kopfhörer perfekt für Gaming oder Film-Abende.

Um die klanglichen Qualitäten voll auszuspielen, müssen die Kopfhörer allerdings genau passen. In unserm Fall haben wir ein kleineres Paar Silikonpolster gewählt. Die im Auslieferzustand aufgezogenen Polster waren für uns ein Ticken zu groß. Im Zweifel empfehlen wir einen Blick auf unseren Ratgeber Sitz, Abschirmung und Sound für In-Ears-Kopfhörer verbessern.

Zum Telefonieren oder für Videochats sind die Kopfhörer ebenfalls gut geeignet. Unsere Gesprächspartner haben uns im Test eine klare und unverfälschte Stimmübertragung bestätigt.

Eine aktive Geräuschunterdrückung ist nicht an Bord. Die akustische Abschirmung nach Außen ist allerdings auch so deutlich hörbar.

Das Handling der Free 2 ist ausgesprochen gut. Das beginnt damit, dass die In-Ears einfach aus der Ladeschale herauszubekommen sind und setzt sich bei der umfangreichen Bedienung fort. Auch beim Pairing gibt es im Test keinerlei Probleme. Finden die Kopfhörer kein Abspielgerät, gehen sie selbstständig in den Kopplungs-Modus. Alternativ kann dieser auch per Druck auf den Taster der Ladeschale gestartet werden.

Ein kurzer Druck auf die Touch-Fläche ist für die Lautstärkeregelung zuständig (links leiser, rechts lauter). Doppeltes Tippen startet und stoppt die Wiedergabe. Zur Titelwahl muss der Nutzer dreimal tippen; Links für zurück, rechts für weiter. Um den Sprachassistenten des Smartphones zu starten oder AptX ein- und auszuschalten, muss man die Bedienflächen für etwa zwei Sekunden gedrückt halten. Ein Zuweisen der Funktionen per App ist zwar nicht möglich, dies ist für die Preisklasse aber völlig in Ordnung. Immerhin sind alle wichtigen Befehle direkt am Kopfhörer ausführbar.

In Sachen Tragekomfort haben uns die Free 2 positiv überrascht. Nicht nur, dass die In-Ears trotz der etwas ausladenden Form sehr bequem sitzen und dabei kaum auffallen, auch der Halt im Ohr ist sehr zuverlässig. Die In-Ears eignen sich so auch für eine gelegentliche Runde auf dem Rad oder fürs Joggen.

Dank des verwendeten QCC3040-Chips von Qualcomm kommt zur Übertragung Bluetooth 5.2 zum Einsatz. Während des Tests gab es keine Verbindungsprobleme in Form von kurzen Aussetzern oder ähnlichem.

Die Reichweite beträgt auf freiem Feld knapp 15 Meter, bevor es zu ersten Störungen und dann zum Signalverlust kommt. Das funktioniert allerdings nur bei deaktiviertem AptX-Codec. Mit dem Low-Latency-Codec liegt die Reichweite bei noch circa zehn Metern. In Innenräumen ist die maximale Distanz geringer. Ein Gang ins Zimmer nebenan ist aber problemlos möglich.

Die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit beträgt sieben Stunden, was bei deaktiviertem AptX und niedriger bis mittlerer Lautstärke funktionieren sollte. Im Test bei mittlerer bis hoher Lautstärke und aktivem AptX haben die Free 2 etwa sechs bis sechseinhalb Stunden durchgehalten. Der Akku der Ladeschale erlaubt etwas mehr als drei Ladungen der In-Ears, was einer zusätzlichen Laufzeit von etwa 20 Stunden entspricht (Herstellerangabe sind 23 Stunden). Die Akkulaufzeit ist somit zwar nicht außergewöhnlich, aber voll alltagstauglich. Bis das geleerte Case voll aufgeladen ist, vergehen etwa 90 Minuten.

Die Free 2 haben eine UVP von knapp 46 Euro. Aktuell sind die Kopfhörer bei Amazon für 40 Euro gelistet. Wer den 20-Prozent-Coupon auf der Produktseite aktiviert, zahlt sogar nur 32 Euro. Dieser Preis ist aus unserer Sicht sehr fair und gerechtfertigt.

Die Earfun Free 2 hinterlassen nach den Praxistests einen positiven Eindruck. Der saubere und insgesamt ordentlich abgestimmte Klang kann problemlos mit dem Sound vieler deutlich teurerer True-Wireless-Kopfhörer mithalten. Das gilt vor allem bei der Nutzung des AptX-Codecs, der ein breiteres Frequenzspektrum ermöglicht und dank der niedrigen Latenz prima zum Filmeschauen oder Zocken geeignet ist.

Der Tragekomfort und die Bedienung haben uns ebenfalls gut gefallen und geben keinen Anlass für Beschwerden. Aus unserer Sicht ist der Free 2 ein preiswertes und gutes Einsteigermodell mit hoher Reichweite und AptX-Codec.

Einzig der bei hoher Lautstärke minimal zu schwache Tieftonbereich und die fehlende aktive Geräuschunterdrückung trüben den Eindruck etwas. Im Zweifel lässt sich der Sound per Equalizer an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Wer statt AptX lieber auf ANC setzt, sollte sich alternativ das Modell Earfun Free Pro (Testbericht) mit aktiver Geräuschunterdrückung ansehen. Mit knapp 55 Euro sind diese Kopfhörer allerdings einen Tick teurer. Weitere Alternativen zeigen wir in unserer Kaufberatung ANC-Kopfhörer ab unter 40 Euro.

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