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SXT Light Plus V
Pro und Contra
  • klein, leicht & schick
  • schnell und ausdauernd
  • auch für große und schwere Fahrer geeignet
  • kleine Reifen, kein Ständer
  • Display klein und bei Sonne kaum lesbar
  • straffer Gashebel, kein Tempomat
  • 2.5

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Der E-Scooter SXT Light Plus V gefällt sofort dank seiner schmalen Bauweise und dem minimalistischen Design. Er ist flott, leicht, ausdauernd, hat aber auch seine Schwächen, wie unser Test zeigt.

Wer einen wirklich guten E-Scooter sucht, der sollte sich unsere Top-10-Bestenliste: E-Scooter mit Straßenzulassung durchlesen. Tiefer in die Materie taucht der Vergleichstest: Elf E-Scooter mit Straßenzulassung ein. In den Beiträgen zeigt sich, dass man 2021 gar kein Vermögen mehr ausgeben muss, um einen anständigen elektrischen Tretroller zu bekommen. Zum Testsieger küren wir den gut 500 Euro teuren Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht). Der SXT Light Plus V kostet mit 800 Euro deutlich mehr. Bis vor wenigen Wochen wechselte er gar für über 950 Euro den Eigentümer. Aber ist er auch so viel besser als der Xiaomi Mi Scooter Pro 2? Diese Frage klärt der Testbericht zum SXT Light Plus V.

Schon bei der Anlieferung fällt der kompakte Karton auf. Tatsächlich hat der SXT Light Plus V mit die schmalsten Packmaße aller von uns getesteten E-Scooter. Zusammengefaltet kommt er auf 94,5 x 13,5 x 30 Zentimeter, aufgeklappt auf 94 x 38 x 116 Zentimeter. Dabei wiegt er nur 11,2 Kilogramm. Das ist rekordverdächtig. Die schmalen Klappmaße erreicht er auch dank anklappbarer Lenkgriffe und einer höhenverstellbaren Lenkstange. Der Klappmechanismus zwischen Trittfläche und Lenker wirkt stabil und gut durchdacht.

Etwas Verwirrung erzeugt der SXT Light Plus V bei der ersten Inbetriebnahme. So will die Anleitung, dass der Käufer einen Lenker abmontiert, um die Handbremse zu befestigen. Das war in unserem Fall nicht nötig, die Bremse war von Anfang an da, wo sie hingehört. Dafür fehlte das Bauteil mit Rücklicht und dem Platz für das Versicherungskennzeichen. Es liegt der Verpackung bei, aber die Anleitung schweigt sich zur Montage aus. Diese ist nicht wirklich schwer, könnte aber handwerklich unbedarfte überfordern.

Der Lenker ist mit 38 Zentimeter recht schmal. Das rutschfeste Trittbrett ist mit 42 Zentimetern kurz, dafür lässt sich der Lenker bis auf 116 Zentimeter hochschieben. Wir fühlen uns mit einer Körpergröße von 186 Zentimetern auf ihm wohl und können uns gut vorstellen, dass auch noch größere Personen auf ihm keine Probleme haben. Seine maximale Zuladung beträgt 125 Kilogramm. Das ist außergewöhnlich viel und spricht für eine hohe Verarbeitungsqualität.

Am Lenker selbst sitzt rechts der Griff für die hintere Tektro-Trommelbremse und der Gashebel. Dieser ist leider schwergängig und sitzt recht weit weg vom Handgriff. Allgemein kann das bei längeren Fahrten zu Beschwerden an der Hand führen, Personen mit kleinen Händen könnten noch schneller Probleme bekommen. Einen Tempomat bietet der E-Scooter nicht. Äquivalent zum Gashebel sitzt auf der rechten Seite ein Bremshebel, direkt daneben die schick integrierte, aber nicht sehr laute Klingel.

Mittig sitzt eine 3 x 2,5 Zentimeter kleines LCD, welches sich bei Sonne kaum ablesen lässt. Dort gibt es eine Anzeige der noch verbleibenden Akkukapazität als Balkengrafik und in Prozent. Außerdem zeigt das Display die aktuelle Geschwindigkeit mit einer Nachkommastelle, die Temperatur und die gefahrenen Kilometer. Auf der zum Fahrer zeigenden Seite sitzen vier schwergängige Knöpfe. Der Erste schaltet den E-Scooter ein und aus. Der Zweite bestimmt, welche Kilometeranzeige das Display abbildet. Der Dritte schaltet das Licht ein und aus, beachtet dabei aber den Lichtsensor neben dem Display. Schön: Sowohl Vorderlicht als auch Rücklicht hängen direkt am Stromkreislauf des E-Scooters. Der vierte Knopf ist funktionslos.

Insgesamt wirkt der SXT Light Plus V hochwertig verarbeitet. Was wir aber so gar nicht nachvollziehen können, ist der Verzicht auf einen Seitenständer.

Das Trittbrett ist kurz und der Radabstand gering. Dadurch ist der SXT Light Plus V wendiger als die meisten anderen E-Scooter. Seine Reifen sind mit 8 Zoll vergleichsweise klein und kommen ohne Luftfüllung aus. Das macht sie günstiger und pannensicher. Allerdings federn sie weniger Unebenheiten ab als luftgefüllte Reifen.

Auch greifen sie insgesamt etwas schwächer als Luftreifen, was sich vor allem bei Fahrten auf nassen Untergrund bemerkbar macht. Die Vorderrad- und Hinterradfederung des SXT Light Plus V ist gut, könnte aber einigen zu weich sein. Mit einem entsprechenden Sechskantschlüssel kann sie angepasst werden.

Der SXT Light Plus V kommt nicht nur mit dem vorgeschriebenen zwei unabhängigen Bremsen, sondern dank einer Schutzblechbremse gleich mit drei. Wirklich nötig ist diese jedoch nicht, da die Hebelbremse am Lenker ebenfalls das Hinterrad anspricht und optimal dosiert werden kann. Der Bremsgriff für die Motorbremse am Vorderrad lässt sich ebenfalls gut dosieren. Allerdings greift sie voll durchgedrückt zu hart, wer nicht aufpasst und sich nach hinten lehnt, läuft Gefahr über die Lenkstange zu fliegen. Insgesamt ist das Bremssystem jedoch ausgezeichnet.

Der Vorderradmotor bietet eine Nennleistung von 500 Watt. Das sorgt für ordentlichen Schub und befördert auch schwere Fahrer über moderate Steigungen. SXT spricht von bis zu 25 Prozent. Der SXT Light Plus V ist ein sehr flotter E-Scooter. Die erlaubten 20 Kilometer pro Stunde übersteigt er etwas und kommt auf eine maximale per GPS überprüfte Geschwindigkeit von 22 bis 23 Kilometer pro Stunde. Das ist gerade noch in der Toleranzgrenze von 10 Prozent, beziehungsweise sogar etwas darüber. Damit fährt den SXT Light Plus V in einer Liga mit dem schnellen Epowerfun EPF-1 (Testbericht). Das sind für den Fahrer gute Nachrichten, denn gerade auf langgezogenen Strecken kommen einen die erlaubten 20 Kilometer pro Stunde bald zu lahm vor.

Der Akku des SXT Light Plus V hat eine Kapazität von 378 Wattstunden. Damit schafft es der E-Scooter, uns mit 85 Kilogramm Zuladung, bei 15 Grad Celsius, überwiegend gerader Strecke und auf Asphalt stolze 25 Kilometer zu transportieren, bevor er über das mitgelieferte Netzteil geladen werden muss.

Der SXT Light Plus V will Premium sein und lässt sich diesen Anspruch auch ordentlich bezahlen. So kostet er aktuell knapp 800 Euro, vor wenigen Wochen war er mit mindestens 950 Euro sogar nochmal teurer.

Der SXT Light Plus V ist ein guter E-Scooter, der mit wenigen Kniffen auch ein sehr guter E-Scooter hätte sein können. So nervt uns der fehlende Seitenständer. Die Vorderbremse ist für ungeübte Fahrer zu stark. Die Reifen sind etwas klein und bieten keine Luftfüllung. Das LCD ist klein und bei Sonne schwer lesbar. Der Gashebel ist etwas zu straff. Alles Dinge, die man bei einem 800-Euro-E-Scooter nicht erwartet.

Dafür glänzt er in andere Kategorien. Beeindruckend sind etwa seine schmalen Klappmaße, die anlegbaren Lenkgriffe, die höhenverstellbare Lenkstange, die hohe Reichweite und Endgeschwindigkeit, der starke Motor und die guten Bremsen.

Trotzdem gibt es für weniger Geld teilweise bessere E-Scooter. Hierfür empfehlen wir einen Blick in unsere Top-10-Bestenliste: E-Scooter mit Straßenzulassung.

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