TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

Streetbooster One
Pro und Contra
  • Sehr robuste Verarbeitung
  • Starker Motor
  • Gute Bremsen
  • Reichweite
  • Preis
  • Faltmaße
  • 4.0

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Bis zu 10 GByte: Monatlich kündbare Handytarife unter 10 Euro

Gaming-PC aufrüsten: Welche Komponenten sich jetzt lohnen

Tele, Weitwinkel & Co: Aufstecklinsen für Smartphones ab 5 Euro

Top 10: Überwachungskameras mit WLAN und Cloud-Speicher für drinnen

Der E-Scooter Streetbooster One fällt sofort mit seiner massiven Bauweise auf. Trotzdem ist er recht leicht und außerdem schnell. Warum wir den E-Scooter empfehlen, aber nicht alles daran perfekt ist, verraten wir im Testbericht.

Auch wenn der anfängliche Wirbel längst vorbei ist, sind E-Scooter nach wie vor bei den Käufern beliebt und werden wohl nachhaltig das Straßenbild prägen. Kein Wunder, bieten sich die elektrischen Tretroller dank vernünftiger Preise und einem schmalen Formfaktor doch gerade für die letzte Meile im urbanen Umfeld an. Wer wissen will, welcher der besten ist, dem empfehlen wir unsere Top-10-Bestenliste 2021: E-Scooter mit Straßenzulassung.

Der Streetbooster One wirbt mit hoher Geschwindigkeit, langer Reichweite und einem Service-Versprechen. Wir sind den elektrischen Faltroller für diesen Testbericht ausführlich zur Probe gefahren und zeigen, was der E-Scooter gut macht und in welchen Bereichen die Konkurrenz die Nase vorne hat.

Schon beim Schälen aus der Verpackung fällt auf, wie robust der Streetbooster One ist. Sein Rahmen besteht aus Aluminium, das Bodenteil ist sogar aus einem Guss. Trotzdem ist er mit einem Eigengewicht von etwa 13,5 Kilogramm noch recht leicht und bei Weitem nicht so schwer wie der E-Scooter-Panzer Tier MyTier (Testbericht) mit seinem Kampfgewicht von 23 Kilogramm.

Das zweckdienliche Scharnier zum Zusammenklappen sitzt an der Lenkstange oberhalb der Verbindung zum Trittbrett. Das trägt zur hohen Gesamtfestigkeit bei. So wackelt die Lenkstange beim Fahren kaum. Allerdings sind seine Faltmaße mit 110 x 48 x 43 Zentimetern auch deutlich größer als zum Beispiel beim Klapp-Zwerg SXT Light Plus V (Testbericht) mit 94,5 x 13,5 x 30 Zentimeter. Auf anklappbare Lenkgriffe wurde zugunsten des Preises und der Haltbarkeit verzichtet. Die Lenkstange rastet am stabilen hinteren Schutzblech ein. So kann der E-Scooter zusammengeklappt an seiner Lenkstange zum Tragen hochgehoben werden.

Aufgeklappt kommt der Streetbooster One auf 110 x 117 x 43 Zentimeter. Die Lenkstange ist nicht höhenverstellbar, allerdings auch für Personen um die 190 Zentimeter Körpergröße hoch genug. Die maximale Zuladung ist mit 120 Kilogramm hoch und bestätigt den stabilen Gesamteindruck. Das wertig gummierte Trittbrett hat eine Länge von 47 Zentimeter.

Bezüglich des Designs sind wir etwas zwiegespalten. Grundsätzlich gefällt uns die blaue Lackierung des Testgeräts. Aber wir sind kein Freund der weißen Lackierung an der Lenkstange. Den Streetbooster One gibt es außerdem in Schwarz, Weiß und in Grün.

Die gut erreichbare Klingel hat der Hersteller schick und unauffällig in den Bremsgriff eingebaut. Das Frontlicht und das Hecklicht sind fest installiert und mit dem Stromkreislauf verbunden. Beide sind ausreichend hell. Das auch bei Sonneneinstrahlung gut ablesbare OLED-Display in der Mitte des Lenkers zeigt die aktuelle Geschwindigkeit und die benötigte Leistung an. Außerdem bietet es eine Batteriestandsanzeige mit fünf Balken.

Wer es genauer wissen will, kann die Streetbooster-One-App installieren und sein Smartphone über Bluetooth mit dem E-Scooter koppeln. Die App zeigt Details wie den Akkustand in Prozent, die insgesamt seit der App-Installation gefahrene Strecke und mehr. Nützlichstes Feature der App ist wohl die Motorsperre des Vorderrads. Ein wirksamer Diebstahlschutz ist das jedoch nicht, schließlich kann ein Langfinger den E-Scooter einfach davontragen. Nett: Dem Streetbooster One liegt ein einfaches Zahlenschloss bei, welches zumindest Gelegenheitsdiebe abschrecken sollte. Außerdem packt der Hersteller eine Smartphone-Halterung für den Lenker dazu. Diese wirkt jedoch sehr windig.

Sollte beim Streetbooster One doch mal etwas kaputtgehen, garantiert der Hersteller auf seiner Webseite die Bereitstellung von Ersatzteilen für sieben Jahre. Außerdem gibt es eine Service-Hotline.

Der Streetbooster One fährt sich fantastisch. Das liegt auch an den 8,5-Zoll-großen Luftreifen, die Unebenheiten zuverlässig abfangen und damit eine zusätzliche Federung, die häufig zulasten der Stabilität geht, überflüssig machen. Die robuste Verarbeitung kommt in dem Fall auch dem Fahrgefühl zugute. Nichts wackelt, der Fahrer hat stets das Gefühl der vollen Kontrolle.

Der Motor im Frontrad hat eine Nennleistung von 350 Watt und eine Spitzenleistung von 650 Watt. Damit beschleunigt er ausreichend schnell. Die maximale Geschwindigkeit gibt der Hersteller mit 22 Kilometer pro Stunde an. Damit soll der E-Scooter den legalen Rahmen, der 20 Kilometer pro Stunde plus zehn Prozent vorgibt, voll ausreizen. Tatsächlich erreicht der Streetbooster One per GPS nachgemessen annähernd 22 Kilometer pro Stunde. Wir begrüßen es sehr, dass E-Scooter-Hersteller dazu übergehen, den rechtlichen Rahmen auszunutzen. Auch die E-Scooter SXT Light Plus V (Testbericht) und Epowerfun EPF-1 (Testbericht) erreichen ähnlich hohe Endgeschwindigkeiten.

Die Bremsen des Streetbooster One sind gut. Die hintere mechanische Scheibenbremse musste in unserem Fall per Inbus leicht nachjustiert werden und greift seitdem griffig und zuverlässig. Richtig gut ist die vordere Motorbremse, die über den der Bremshebel am Lenker sehr fein ansteuert. Derart sanftes Bremsen erleben wir bei einer Motorbremse selten. Im Vollbremstest aus voller Fahrt bei trockenem Asphalt benötigt der Streetbooster One knapp vier Meter.

Der Akku des Streetbooster One kommt mit einer Kapazität von 270 Wattstunden. Das ist verglichen mit anderen E-Scooter recht wenig. Andere wie der Egret Ten V4 (Testbericht) bieten mehr als doppelt so viel. Trotzdem verspricht der Streetbooster One auch dank Rekuperation eine reale Reichweite von 26 Kilometern. Im Test erreichen wir diese nicht. Mit einer Zuladung von 85 Kilogramm, etwa zehn Grad Außentemperatur, überwiegend gerader Strecke und Asphalt bei viel Stop-and-Go kommen wir auf 21 Kilometer. Allerdings erreichten wir den Wert direkt nach dem ersten Vollladen des Akkus, der üblicherweise erst nach ein paar Mal laden seine volle Kapazität erreicht. Auch verlängern höhere Außentemperaturen und ein geringeres Fahrergewicht die Reichweite. Einige werden also durchaus auf die versprochenen 26 Kilometer Reichweite kommen.

Geladen wird der Streetbooster One über das mitgelieferte Netzteil innerhalb von fünf Stunden. Schon nach unter drei Stunden ist der Akku über 80 Prozent geladen. Der Ladeport befindet sich am Fußteil des E-Scooters.

Der Streetbooster One kostet in der uns vorliegenden Farbvariante Blau/Weiß 700 Euro. Die technisch identischen Varianten in den Farben Weiß, Schwarz oder Grün kosten 750 Euro.

Der Streetbooster One ist ein guter E-Scooter. Überzeugt hat uns vor allem die robuste Verarbeitung. Licht, Klingel, Schutzblech, Trittfläche, Display, App – alles wirkt durchdacht und wie aus einem Guss. Sollte doch mal was kaputtgehen, sollen jahrelang Ersatzteile verfügbar sein. Das Fahren macht auch dank des starken Motors und der guten Bremsen richtig viel Spaß.

Allerdings sind seine Faltmaße recht groß. Auch hätten wir uns eine höhere Reichweite gewünscht. Als letzter Kritikpunkt muss der doch recht hohe Preis genannt werden. 700 oder 750 Euro sind vor allem bei der geringen Akkukapazität zu viel. So bietet etwa der Testsieger unserer Top-10-Bestenliste 2021: E-Scooter mit Straßenzulassung, der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht) für etwa 500 Euro einen viel größeren Akku und kommt mit ihm fast doppelt so weit.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.