E-Scooter Scotex H10 im Test: Sehr gute Verarbeitung ab 500 Euro

Scotex H10
Pro und Contra
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Stabiler Rahmen, gutes Fahrgefühl
  • Luftreifen, Heckmotor
  • Keine Premium-Features wie Blinker & Federung
  • Geringe Reichweite
  • 3.5

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Der Scotex H10 ist mit gut 500 Euro geradezu billig. Doch diesen Eindruck hinterlässt er nicht. Ganz im Gegenteil: Er ist gut verarbeitet und auch sonst grundsolide, wie der Testbericht zeigt.

Schon mal was von Scotex gehört? Wir zunächst nicht. Dabei gehört Scotex zum etablierten E-Mobility-Unternehmen SXT. Aus deren Schmiede hatten wir bereits den SXT Light Plus V (Testbericht) bei uns. Im Grunde ein guter Elektroroller, der vor allem durch seine leichte Bauweise, dem starken Motor und dem ausdauernden Akku auffällt. Allerdings ist er recht teuer und hat keinen Ständer.

Deutlich günstiger ist der Scotex H10 mit Straßenzulassung. Für gerade einmal gut 500 Euro bringt er auf dem Papier alles mit, was zum entspannten E-Scooterfahren wichtig ist. Auf Premium-Features wie einen Blinker oder eine ordentliche Federung müssen Käufer des Budget-E-Scooters aber verzichten. Wer auf den ersten Blick sehen will, welcher E-Scooter der Beste ist, dem empfehlen wir unsere Bestenliste Top 10: Die besten E-Scooter 2022 ab 300 Euro im Test.

Tatsächlich sind wir von der hochwertig wirkenden Verarbeitung angetan. Das haben wir bei E-Scootern um die 500 Euro schon deutlich schlechter gesehen. Als Rahmenmaterial setzt Scotex beim H10 auf eine Magnesiumlegierung. Diese soll besonders stabil und dabei leicht sein. Diese Materialwahl ist uns bei einem E-Scooter neu. Allerdings haben wir sie beim E-Klapprad Blaupunkt Fiene 500 (Testbericht) schon einmal gesehen.

Es steht sich äußerst stabil auf dem Scotex H10. Nichts wackelt, klappert, knarzt oder hat zu viel Luft. Sehr schön: Der Rahmen hat zwischen Lenkstange und Trittbrett recht große Löcher, in die problemlos ein einfaches Fahrradschloss passt. Mehr dazu im Ratgeber Diebstahlschutz: Schlösser und GPS-Tracker für E-Scooter, E-Bikes und Fahrräder.

Auch gut: Der Scotex versteckt so gut wie alle Kabel. Lediglich das mechanische Bremskabel ist zu sehen, bevor es in der Lenkstange verschwindet. Das war es. Kein anderes Kabel zeigt sich am Scotex H10.

Der E-Scooter hat ein Eigengewicht von 14,8 Kilogramm und gehört damit zu den leichteren Elektrorollern am Markt. Leider erlaubt er nur eine maximale Zuladung von 100 Kilogramm. Sein Faltmechanismus ist einfach, aber effektiv. Am unteren Teil der Lenkstange legt der Käufer einen Sicherungshebel um, klappt die Lenkstange in Richtung Hinterrad und hängt es dort am Schutzblech ein. Mit dem Klappen reduzieren sich die Maße des E-Rollers von 108 x 49 x 119 Zentimeter auf 108 x 49 x 48 Zentimeter.

Am nicht höhenverstellbaren Lenker sitzt auf jeder Seite je ein Daumengriff. Der eine regelt die Beschleunigung, der andere die elektrische Motorbremse am Hinterrad. Außerdem sitzt auf der linken Seite des Lenkers der Bremsgriff (mit integrierter Glocke) für die Trommelbremse am Vorderrad. Die Motorbremse lässt sich nur schwer dosieren. Mit etwas Übung kommt man mit ihr dennoch ganz gut klar. Der Bremsgriff für die Trommelbremse aktiviert automatisch auch die Motorbremse. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, hilft aber in Gefahrensituationen flott anzuhalten. Auch wenn wir schon deutlich bessere Bremssysteme im Test hatten, geht es beim Scotex H10 in Ordnung. Es gibt bei E-Scootern keine Helmpflicht. Dennoch raten wir dazu, beim E-Scooterfahren einen Helm zu tragen. Dafür haben wir Sechs beliebte smarte Fahrradhelme im Vergleichstest.

Mittig am Lenker prangt das große LCD-Display. Es zeigt die aktuelle Geschwindigkeit, die Restkapazität in fünf Balken, die gewählte Unterstützungsstufe und die bereits zurückgelegten Kilometer. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung lässt es sich gut ablesen. Eine App unterstützt der Scotex H10 nicht.

Das nach vorne gerichtete Licht sitzt direkt unter dem Lenker. Es lässt sich am Display ein- und ausschalten. Das Frontlicht ist nicht höhenverstellbar und leider etwas zu hoch eingestellt. In der Nacht beleuchtet es damit nicht den so wichtigen Bereich direkt vor dem E-Scooter. Das Rücklicht leuchtet dauerhaft. Ein Bremsvorgang wird dort nicht signalisiert. Auch einen Blinker hat der Scotex H10 nicht. Wer will, kann Blinker jedoch für wenige Euro nachrüsten. Mehr dazu im Ratgeber Must-Have-Zubehör für E-Scooter ab 10 Euro: Schloss, GPS-Tracker, Blinker & Co.

Die hohe Stabilität des Scotex H10 erzeugt ein sehr direktes Fahrgefühl. Der E-Scooter vermittelt den Eindruck, als hätte man stets die volle Kontrolle. Das Trittbrett ist mit den Maßen von 46 x 14 Zentimeter nicht besonders groß. Die Luftreifen auf den 8,5 Zoll großen Räder fangen einen Teil der Unebenheiten ab. Für das urbane Umfeld mit viel Asphalt sind sie völlig ausreichend. Wer jedoch auch mal einen Feldweg entlang heizt, wird ordentlich durchgeschüttelt. Hier hätten wir uns eine passable Federung gewünscht. Der Verzicht darauf ist wohl dem günstigen Kaufpreis geschuldet.

In Stufe 1 beschleunigt der H10 bis 6 Kilometer pro Stunde, in Stufe 2 bis 12 Kilometer pro Stunde und in Stufe 3 bis 20 Kilometer pro Stunde. Der Motor kommt mit einer Nennleistung von 350 Watt. Maximal soll er 540 Watt leisten. Damit bringt er Fahrer bis zur maximal erlaubten Zuladung von 100 Kilogramm moderate Steigungen hinauf. Allerdings findet er sich bezüglich seiner Beschleunigung eher im unteren Mittelfeld wieder. Der Motor beschleunigt bis maximal 20 Kilometer pro Stunde plus etwas Toleranz. Per GPS nachgemessen fahren wir mit dem Scotex H10 bis zu 22 Kilometer pro Stunde. Damit reizt der Scotex H10 den Rahmen des Erlaubten maximal aus.

Der Akku hat eine Kapazität von 270 Wattstunden. Laut Scotex soll man damit bis zu 30 Kilometer weit kommen. Das ist deutlich zu optimistisch, da unter Idealbedingungen gemessen. Dazu gehört ein leichter Fahrer, gutes Wetter, geringe Durchschnittsgeschwindigkeit und vieles mehr. Weitere Informationen zur Reichweite von E-Scootern und einen schnellen Überblick bietet unsere Bestenliste Reichweiten-Test: Die Top-10-E-Scooter mit dem größten Akku.

Während unseres Tests kommen wir mit einer Akkuladung etwa 17 Kilometer weit. Dabei weigerte sich der E-Scooter die letzten zwei Kilometer, über 12 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen. Doch auch die von uns ermittelten 17 Kilometer Reichweite sind mit Vorsicht zu genießen, da zu viele Faktoren diesen Wert beeinflussen. Insgesamt ist die Reichweite dem günstigen Preis angemessen. Auch wenn es E-Scooter gibt, die für einen ähnlichen Kaufpreis weiter kommen. Zum Beispiel sind die Akkus des Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht) und des Epowerfun EPF-1 (Testbericht) fast doppelt so groß. Zum Aufladen benötigt der Scotex H10 etwa 3,5 Stunden.

Der Scotex H10 wechselte lange Zeit für 500 Euro den Eigentümer. Aktuell kostet er mindestens 550 Euro.

Für einen Kaufpreis von gut 500 Euro bietet der Scotex H10 ein stimmiges Gesamtpaket. Besonders gelungen ist sein stabiler Rahmen und die gute Verarbeitung. Er wirkt wie aus einem Guss. Die 8,5 Zoll großen Luftreifen fangen einen Großteil der Unebenheiten ab, auch wenn ihm eine vernünftige Federung gutgetan hätte. Das Bremssystem ist gewöhnungsbedürftig, dann aber nicht schlecht. Der Motor ist ausreichend stark, die Reichweite recht gering, aber dem günstigen Preis angemessen. Auf Premium-Features wie einen Blinker oder eine App müssen Käufer verzichten.

Wer einen E-Scooter für 500 Euro kaufen will, findet neben dem Scotex H10 einige attraktive Alternativen. Dazu gehören der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht) und der Epowerfun EPF-1 (Testbericht). Wir empfehlen für einen guten Überblick unsere Bestenliste Top 10: Die besten E-Scooter 2022 ab 300 Euro im Test.

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