E-Mountainbike Ado D30C im Test: Schick, günstig & gut

Ado D30C Bilder
Pro und Contra
  • Stylisch & hochwertig
  • Federgabel
  • Bremsen
  • Gangschaltung
  • Niedrigster Gang zu hoch
  • Zu kurze Sattelstütze
  • Verpackungswahnsinn
  • 4.5

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Das Ado D30C zeigt im Test, dass auch E-Mountainbikes aus China mit guten Komponenten sowie schickem Design überzeugen können.

Als Ado 2021 sein erstes E-Bike zeigte, waren unsere Erwartungen hoch. Denn das junge Unternehmen erinnerte uns sofort an Fiido (Themenwelt), ein ebenfalls recht junger Hersteller von elektrischen Fahrrädern aus China. Die E-Klappräder von Fiido überzeugten uns im Test durchgehend durch ihr sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. So findet sich in unserer Bestenliste: Die 7 besten E-Klappräder von 500 bis 3000 Euro etwa das sehr gute Fiido D4S (Testbericht) sehr weit oben wieder. Auch das faltbare E-Fatbike Fiido M1 Pro (Testbericht) ist ein absoluter Spaßgarant.

Doch die ersten drei Ado-E-Fahrräder (Themenwelt) enttäuschten in den Tests. Das E-Klapprad Ado A20 (Testbericht) ist zwar günstig und bietet eine gute Ergonomie, hat aber Verarbeitungsmängel und eine sehr gewöhnungsbedürftige Elektronik. Das Gleiche gilt für das kleine E-Klapprad Ado A16 (Testbericht) und das große E-Mountainbike Ado A26 (Testbericht). Außerdem dürfen alle drei E-Bikes nicht am deutschen Straßenverkehr teilnehmen.

Entsprechend skeptisch waren wir zunächst beim Ado D30C. Zu Unrecht, wie wir beim Testen feststellen durften. Denn Ado macht einen gehörigen Sprung nach vorn und zeigt, dass das Unternehmen innerhalb von weniger als einem Jahr gehörig dazu gelernt hat. Nicht nur die Verarbeitung ist nun richtig gut, so setzt Ado auf deutlich hochwertigere Komponenten. Auch die Elektronik ergibt jetzt Sinn und ist alltagstauglich. Weiteren Details hier im Testbericht zum Ado D30C.

Bei Öffnen der Umverpackung des großen Pakets zunächst der Schock: Ado hat, wohl um Transportschäden zu vermeiden, die gesamte Verpackung mit einer Art Bauschaum gefüllt. Das Entfernen des Schaums war nicht nur nervig und zeitraubend, sondern verursachte dazu enorm viel Müll, der gleich mehrere Mülltonnen füllen dürfte. Wir waren direkt nach dem Auspacken dazu gezwungen, einen Wertstoffhof anzusteuern. Wir hoffen, dass Ado schnell wieder von einer derartig ausufernden Müllproduktion abkommt. Es gibt auch ressourcenschonendere Methoden, ein Fahrrad versandsicher zu verpacken.

Der Zusammenbau ist dagegen problemlos und auch von Laien innerhalb von 20 Minuten durchzuführen. Beachten sollte man wie immer, dass es (markierte) Pedale für rechts und für links gibt, die nicht verwechselt werden dürfen. Außer den Pedalen muss lediglich der Lenker festgeschraubt und das Vorderrad mit Schnellspanner eingesetzt werden. Die Bremsen sind gut voreingestellt und auch in den Reifen befindet sich ausreichend Luft. Ado legt eine Luftpumpe bei, die den Eindruck macht, dass sie direkt nach der ersten Nutzung den Geist aufgibt.

Der Rahmen ist der eleganteste, den wir je an einem E-Mountainbike aus China gesehen haben. Uns sagt vor allem das schlanke und leicht geschwungene Oberrohr zu. Auch das Unterrohr wirkt nicht übertrieben dick, obwohl sich hier der Akku versteckt. Die Schweißnähte scheinen stabil, sind jedoch nicht geschliffen. Vorne prangt eine Rahmennummer. Das Kabel-Management ist gut gelöst. Vom Lenker gehen zwei Kabelbäume zur Unterseite des Unterrohrs. Die restlichen Kabel versteckt Ado.

Das Ado D30C kommt in den Farben Weiß uns Dunkelgrau. Uns liegt die dunkelgraue Variante vor, deren Lack metallic wirkt. Auf der Seite steht groß der Markenname und der etwas willkürliche Spruch „Cross Your City“. Insgesamt ist die Form, die Farbgebung und die Kombination der Komponenten gelungen. Das Ado D30C ist das stylischste E-Bike aus China, das wir bisher getestet haben.

Laut Ado beträgt die maximale Zuladung 120 Kilogramm. Fahrer dürfen bis zu 190 Zentimeter groß sein. Zumindest letzteres stimmt nur bedingt, da die Sattelstütze schlicht zu kurz ist. Wer größer als 180 Zentimeter ist, sollte sie für einen ergonomisch sinnvollen Abstand zu den Pedalen ersetzen.

Am Lenker sitzt mittig das große, hintergrundbeleuchtete LC-Display. Es zeigt neben der Geschwindigkeit unter anderem den aktuellen Unterstützungsmodus, die Batterieladung in Balken und Prozent sowie durchschaltbar die Touren-Kilometer, die Gesamtkilometer und die Fahrdauer an. Die Batterieanzeige ist wie bei günstigen E-Bikes aus China leider üblich eher ein Richtwert als ein verlässlicher Indikator der tatsächlichen Restkapazität. Darüber kann auch die feingranulare Prozentanzeige nicht hinwegtäuschen. Unterhalb der Anzeige versteckt Ado einen USB-A-Port zum Laden von Smartphones.

Auf der linken Seite des Lenkers sitzt die Steuerungseinheit in Form von drei Knöpfen. Auf der rechten Seite befindet sich die Glocke und die Shimano-Gangschaltung. Diese ist eine Stufe besser, als wir es von vielen anderen China-Bikes gewohnt sind.

Uns gefällt besonders, was wir am Lenker nicht finden. So verzichtet Ado zum einen auf einen Gasgriff. Auch wenn dieser einen echten Komfortgewinn darstellt, ist er dennoch in Deutschland nicht erlaubt. Zum anderen gibt es keine elektrische Hupe. Auch die ist in Deutschland verboten und dennoch bei China-E-Bikes weit verbreitet.

Die Federgabel hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Sie ist gedämpft, es knallt also im Gegensatz zum Ado A26 (Testbericht) nicht, wenn sie in ihre Ursprungsposition zurückschnellt. Zudem lässt sie sich fixieren und in der Härte einstellen. Die 27,5-Zoll großen Räder bieten ein gutes Profil.

Das Frontlicht ist ausreichend hell, streut aber für unseren Geschmack etwas zu arg. Unterhalb der Lampe sitzt ein Reflektor. Das Frontlicht schaltet der Fahrer über den Bordcomputer an und aus. Ungewöhnlich bei Mountainbikes: Ado hat auch an ein Rücklicht gedacht. Dieses ist jedoch nicht mit dem Stromkreis verbunden und auf eine Batterie angewiesen. Die Pedale sind überraschend hochwertig aus einem Metall gefertigt. Bisher haben wir bei günstigen Fahrrädern aus China hier überwiegend Kunststoff gesehen.

Das Ado D30C fährt richtig gut. Direkt beim ersten Tritt in die Pedale fällt auf, dass Ado deutlich bessere Komponenten verwendet als etwa beim halb so teuren Ado A26 (Testbericht). Auch die Elektronik spielt nun mit. Zwar spüren wir wenig von Ados Versprechen, hier besonders schlaue Sensoren einzusetzen. Nach wie vor setzt der Motor wie bei Heckmotoren üblich nach zwei bis drei Pedalumdrehungen ein und läuft etwa genauso lange nach. Der Nachlauf kann durch das Betätigen der Bremsen gestoppt werden. Der Motor fängt zunächst gemächlich an zu beschleunigen und benötigt etwa drei Sekunden, um seine volle Power zu erreichen. Das sorgt dafür, dass sich ein sanftes aber stetiges Beschleunigungsgefühl einsetzt. In der höchsten Stufe unterstützt der 250-Watt-Motor bis zu einem Drehmoment von 42 Newtonmeter und 25 Kilometer pro Stunde.

Die hydraulischen Bremsen sind die besten, die wir bisher an einem China-Bike gesehen haben. Sie reagieren prompt und greifen herzhaft zu. Die kurzen Bremshebel gefallen uns.

Bei unserer Testfahrt über einen Wald-Trail schlägt sich das Ado D30C vor allem dank seiner Fahreigenschaften passabel, zeigt jedoch eine Schwäche. So ist die 9-Gang-Schaltung im Grunde gut und bei uns auch von Haus aus gut eingestellt. Aber wie so häufig hat auch hier der niedrigste Gang eine zu hohe Übersetzung. Das macht es zum Beispiel schwierig, aus dem Stand eine Wurzel zu überwinden. Auch steilere Anstiege werden so zur Tortur. Das macht das viel billigere Eleglide F1 (Testbericht) mit seiner 21-Gang-Schaltung viel besser.

Der Akku des Ado D30C hat eine Kapazität von 374,4 Wattstunden und befindet sich damit eher auf einer der unteren Sprossen auf der Akku-Leiter. Das muss aber kein Ausslusskriterium sein, wie das sehr gute und mit etwa 1100 Euro recht günstige Decathlon E-ST 100 (Testbericht) zeigt. Trotz der geringen Kapazität kann sich die Reichweite des D30C sehen lassen. Ado spricht von 90 Kilometern. Die tatsächliche Reichweite hängt von sehr vielen Faktoren wie Fahrergewicht, Wetter, Steigung, Unterstützungsstufe, Untergrund und mehr ab. Deswegen können wir hier keinen allgemeingültigen Wert ermitteln. In unseren Fall kommen wir mit einer Zuladung von 85 Kilogramm, 5 Grad kaltem Wetter, der höchsten Unterstützungsstufe und viel Stop-&-Go-Verkehr in der Stadt auf knapp 50 Kilometer.

Der Akku lädt entweder am Fahrrad montiert oder aus dem Rahmen entnommen. Dafür legt Ado einen Schlüssel bei. Das 86-Watt-Netzteil benötigt für eine Ladung etwa sechs bis sieben Stunden.

Das Ado D30C ist nicht nur das beste, sondern auch das teuerste bisher von uns getestete E-Bike aus China. Dabei ist es verglichen mit ähnlichen Fahrrädern von europäischen Fahrradherstellern dennoch recht günstig. Es kostet bei Banggood (Kauflink) etwa 1600 Euro. Versandkosten kommen keine hinzu, verschickt wird aus einem europäischen Lager. Zum Vergleich zeigen wir hier im Preisvergleich beliebte Fahrräder im ähnlichen Preissegment.

Das Ado D30C ist mit etwa 1600 Euro zwar kein Schnäppchen, wie das 900-Euro-E-Bike Eleglide M1 Plus (Testbericht). Dafür bietet es aber auch die deutlich besseren Komponenten wie sehr gute Bremsen und eine vernünftige Federgabel. Zudem sieht das D30C vor allem dank des schmalen, geschwungenen Oberrohrs schick aus.

Auch die Elektronik, das Licht und Gangschaltung gefallen uns, obwohl der niedrigste Gang noch immer eine zu hohe Übersetzung bietet. Gespart hat Ado an der Sattelstütze, die für Personen ab 180 Zentimeter zu kurz ist und ersetzt gehört. Auch der Verpackungswahnsinn führt bei uns zu Kopfschütteln.

Dass es aber auch deutlich günstiger gute E-Mountainbikes gibt, zeigt unsere Bestenliste: Top-6 E-Mountainbikes unter 1100 Euro. Wer es etwas kompakter will, dem empfehlen wir unsere Bestenliste: Die 7 besten E-Klappräder von 500 bis 3000 Euro. Immer noch nicht kompakt genug? Dann hilft unsere Top 10: Die besten E-Scooter 2022 ab 300 Euro im Test weiter.

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