E-Klapprad küsst Fatbike: Ado A20F+ im Test

Ado A20F+
Pro und Contra
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • schickes Äußeres
  • keine Straßenzulassung
  • Elektronik
  • teilweise sehr einfache Komponenten
  • 2.5

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Das Ado A20F+ macht mit seinen dicken Fatbike-Reifen richtig Eindruck. Ob sich der Kauf des etwa 1000 Euro teuren E-Klapprads lohnt, zeigt der Testbericht.

Als Ado 2021 an den Start ging, machte das junge und ehrgeizige Unternehmen den Anschein, das neue Fiido (Themenseite) zu werden. Fiido war damals das Maß aller Dinge, wenn es um günstige E-Klappräder aus China geht. Das zeigt etwa ihr geniales Laotie x Fiido D4S Pro (Testbericht).

Doch die Ernüchterung folgte schnell. So konnten uns weder das Ado A16 (Testbericht) noch das Ado A20 (Testbericht) restlos überzeugen. Schwierige Grundvoraussetzungen für das hier besprochene Ado A20F+, welches im Grunde einem aufgebohrten Ado A20 entspricht.

Nachdem uns auch das Ado A26 (Testbericht) enttäuschte, konnte uns zumindest das Ado D30C (Testbericht) wieder etwas mit der Marke versöhnen. Das Ado D30C ist ein richtig gutes E-Mountainbike mit vielen tollen Komponenten zum fairen Preis. Der Test des Ado A20F+ zeigt, ob sich auch beim klappbaren E-Fatbike der Aufwärtstrend fortsetzt. Eines gleich vorneweg: Ado hat es nicht geschafft, das A20F+ an die Vorgaben des Gesetzgebers anzupassen. So ist es in Deutschland nur auf Wegen ohne Straßenverkehrsordnung und auf Privatgelände erlaubt.

Das Ado A20F+ kommt gut verpackt in einem großen Karton. Auspacken und Aufbauen geht ohne große Probleme von der Hand. Der Käufer muss lediglich die Pedale anschrauben und den die Lenkstange anbringen. Die Anleitung hilft weiter, auch wenn Fahrrad-Grundkenntnisse von Vorteil sein. Die nötigen Werkzeuge liegen bei. Ihre Qualität ist jedoch eher minderwertig. Außerdem legt Ado dem A20F+ eine Smartphone-Halterung für den Lenker sowie eine sehr einfache Luftpumpe bei. Auf ein Schutzblech verzichtet das Ado A20F+.

Ado bietet das A20F+ in den Farben Schwarz und Weiß an. Uns liegt die schwarze Variante vor. Sie gefällt uns optisch richtig gut. Das komplette E-Bike ist in mattem Schwarz gehalten. Dazu gehören auch Sattelstütze, Felgen, Frontscheinwerfer, Zahnradkurbel und so weiter. Die beinahe einzigen hellen Elemente sind das Metall der Federgabel und des großen Sicherungshebels sowie der auffällige A20F-Schriftzug auf dem Rahmen. Weniger gut gefällt uns das Kabelmanagement. Ado bündelt alle Kabel am Lenker und führt sie im großen Bogen hinunter, bis sie unterhalb des Rahmens verschwinden.

Wie schon das A20 eignet sich auch das A20F+ für große Fahrer. Das ist bei E-Bikes aus China nicht selbstverständlich. Die Lenkstange lässt sich in ihrer Höhe einstellen und fährt auf Wunsch von 115 auf 130 Zentimeter nach oben. Auch die Sattelstütze ist außergewöhnlich lang. Hier kann der Fahrer zwischen einer Sattelhöhe von 83 bis 112 Zentimeter wählen. Das sollte auch für die allergrößten unter uns reichen.

Ausgeklappt misst das A20F+ maximal 174 x 53 x 130 Zentimeter. Ein Griff hilft, es ein paar Meter zu tragen. Viel Freude kommt dabei nicht auf, schließlich bringt das A20F+ stolze 29 Kilogramm auf die Waage.

Wer es platzsparend verstauen oder damit kostenlos im öffentlichen Nahverkehr fahren will, kann es zusammenklappen. Dafür legt man zunächst die Pedale an, klappt den Rahmen und löst den Sicherungshebel an der Lenkstange. Weitere Zentimeter kann man mit dem Einfahren der Lenkstange und dem Entnehmen der Sattelstütze sparen. Das Zusammenfalten dauert vielleicht eine Minute und reduziert die Maße auf 101 x 49 x 71 Zentimeter.

Der Lenker ist relativ schmal und wirkt ganz schön überladen. Die Handgriffe sind ergonomisch geformt, allerdings setzt Ado auf einen Kunststoff, der fleißig Weichmacher ausdünstet. Bereits nach einer kurzen Tour stinken die Finger nach Plastik. Auf der linken Seite sitzt eine Einheit mit zwei Knöpfen für das Licht und die Hupe. Die Hupe ist sehr laut, auch Autofahrer sollten sie hören. In Deutschland ist sie nicht erlaubt. Schade, dass Ado nicht auf eine einfache Glocke gesetzt hat.

Daneben befindet sich der Bordcomputer, den wir in der Art schon bei vielen E-Bikes aus China gesehen haben. Es ist hintergrundbeleuchtet und zeigt gut lesbar die Geschwindigkeit und die Restkapazität des Akkus an. Zusätzlich können sich Käufer den gesamten Kilometerstand, die aktuell zurück gelegten Kilometer, die Spannung oder die Trip-Zeit anzeigen lassen. Die Tasten Plus und Minus wählen die Unterstützungsstufe. Ein langer gleichzeitiger Tastendruck auf Plus und Minus führt in das Einstellungsmenü. Neben dem Bordcomputer findet noch ein USB-A-Port zum Laden etwa von Smartphones Platz. Auf der rechten Seite des Lenkers sitzt neben dem Handgriff die einfachen 7-Gang-Schaltung.

Die Frontleuchte ist sehr hell und hängt am Stromkreislauf. Ado legt dem E-Klapprad außerdem eine batteriebetriebene Rückleuchte bei. Wir schaffen es jedoch nicht, sie fest in die dafür vorgesehene Halterung zu klemmen. Wer über Stock und Stein rast, läuft Gefahr, sie zu verlieren.

Zugeben: Wir sind, was E-Klappräder mit dicken Reifen anbelangt, etwas verwöhnt. Denn erst vor kürzlich testeten wir das Laotie FT100 (Testbericht), welches auch schwieriges Terrain mit Bravour meistert. Das liegt beim Laotie FT100 vorrangig an der hervorragenden Federung. Diese ist beim Ado A20F+ zum einen Teil nicht vorhanden und zum anderen Teil schlecht. So bietet das A20F+ keine Federung für das Heckrad und die Federgabel an der Front ist viel zu hart eingestellt. Mit einem großen Inbusschlüssel kann man ihre Härte jedoch anpassen.

Zum Glück hat das A20F+ 4 Zoll breite Fatbike-Reifen auf den 20-Zoll-Rädern. Diese sorgen dafür, dass man mit dem E-Bike zumindest Feldwege in hoher Geschwindigkeit befahren kann. Wir empfehlen jedoch, nicht auf Trails abzubiegen.

Die Elektronik am Ado F20F+ überzeugt uns nicht. Zum einen reagiert der Sensor auf unseren Pedaltritt gefühlt langsamer als bei vielen anderen aktuellen E-Bikes aus China. Zum anderen schiebt der 500-Watt-Motor (Nennleistung) nicht direkt mit voller Power, sondern fängt zunächst gemächlich an, bevor er nach etwa drei Sekunden seine volle Kraft entfaltet. Beim Ado D30C (Testbericht) stört uns das nicht. Das A20F+ fühlt sich dadurch jedoch weniger direkt an.

Die mechanischen Scheibenbremsen sind wie so oft von Haus aus nicht perfekt eingestellt. Nachdem wir über den mitgelieferten Inbusschlüssel daran geschraubt hatten, waren sie in Ordnung. Die Gangschaltung funktioniert im Test gut. Allerdings sind sieben Gänge zu wenig, um etwa an steilen Bergen weit genug herunterschalten zu können.

Im Auslieferungszustand funktioniert der Gasgriff zunächst nicht. Wer ihn aktivieren will, muss dafür von Pedal Assist Mode zum Hybrid Drive Mode wechseln. Dafür muss man bei ausgeschaltetem E-Bike zunächst die Bremse anziehen, den Gasgriff drehen und gleichzeitig das A20F+ einschalten. Nach zehn Sekunden kann man die Bremse lösen. Wer nun in die dritte Unterstützungsstufe wechselt, kann auch den Gasgriff nutzen. Das Zurückwechseln funktioniert äquivalent, nur ohne das Anziehen des Gasgriffs.

Der Akku steckt im Rahmen und hat eine Kapazität von 374,4 Wattstunden. Er lässt sich über einen Schlüssel entnehmen, um ihn auch außerhalb des Rahmens zu laden. Ado gibt an, mit einer Akkuladung bis zu 70 Kilometer weit zu kommen. Das wurde jedoch unter Idealbedingungen gemessen. Dazu gehört ein leichter Fahrer, eine gerade Asphaltstrecke, warmes Wetter und keine Unterbrechungen bei moderater Geschwindigkeit.

Auch wir können keine genauen Angaben zur Reichweite machen. Dafür spielen einfach zu viele Faktoren mit ein. Wir gehen aber davon aus, dass ein etwa 85 Kilogramm schwerer Fahrer bei einer durchschnittlichen Fahrt 35 Kilometer weit kommt, bevor der Akku wieder ans Netz muss.

Das Ado A20F kostet direkt bei Ado (Kauflink) oder etwa bei Banggood (Kauflink) und Geekmaxi (Kauflink) regulär um die 1100 Euro. Hier im Preisvergleich zeigen wir das Fiido M1 Pro (Testbericht). Das E-Klapprad ist zwar etwas teurer, dem Ado A20F+ aber in vielen Punkten überlegen.

Das Ado A20F+ macht optisch einen richtig guten Eindruck und ist zudem preislich attraktiv. Beim Fahren merkt man jedoch schnell, dass Ado an einigen Stellen gespart hat. So stinken die Handgriffe, die Federgabel ist zu hart, das Rücklicht hält nicht und es gibt kein Schutzblech. Auch die Elektronik ist nicht perfekt. Der Motor erkennt die Pedalbewegung spät und zieht nicht gleich mit voller Kraft an. Das nimmt dem Ado A20F+ einiges an Fahrspaß. Noch dazu ist es nicht für den deutschen Straßenverkehr zugelassen.

Trotzdem ist das Ado A20F+ nicht schlecht. Sein größtes Problem: Es gibt E-Klappräder mit dicken Reifen, die deutlich besser sind. Hier sei ganz besonders das Laotie FT100 (Testbericht) erwähnt. Zwar ist auch dieses Fahrrad auf deutschen Straßen nicht erlaubt. Wer jedoch ohnehin lieber auf Waldtrails unterwegs ist, findet mit dem Laotie FT100 seinen idealen, klappbaren Weggefährten.

Für einen schnellen Überblick empfehlen wir unsere Klapprad-Top-10: Die besten E-Bikes zum Klappen von 600 bis 1200 Euro. Wer lieber stehend unterwegs ist, sollte sich unsere Bestenliste E-Scooter ab 300 Euro anschauen.

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