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Ado A16
Pro und Contra
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Akku wechselbar, Federung, Bremsen, Display, Schutzblech, Licht
  • Freischaltbar auf 35 km/h und 350W
  • Keine deutsche Straßenzulassung
  • Fahrgefühl etwas schwammig
  • Merkwürdige Unterstützungsstufen
  • 4.0

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Das E-Klapprad Ado A16 ist vollgefedert, fährt 35 km/h schnell sowie angeblich 70 km weit, bietet einen 350-Watt-Motor und ist auch sonst sehr gut ausgestattet. Zudem kostet es nur 550 Euro. Legal ist es jedoch nicht. Wir machen trotzdem den Test.

Ado ist ein recht neues Unternehmen aus China, welches sich auf günstige klappbare E-Bikes spezialisiert hat. Das Ado A20 (Testbericht) haben wir uns bereits genauer angeschaut. Es gefiel uns besonders aufgrund seines ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Eine deutsche Straßenzulassung hat es jedoch genauso wenig wie das neue Modell Ado A16. Legal kann man es Deutschland also nur auf einem Privatgelände wie etwa dem Camping-Platz oder dem Werksgelände fahren. Die besten E-Klappräder mit und ohne Straßenzulassung zeigen wir in unserer Top-6-Bestenliste: E-Klappräder von 500 bis 3000 Euro.

Das Ado A16 hat im Gegensatz zum Ado A20 mit 16 Zoll etwas kleinere Räder. Ansonsten ist es trotz des geringeren Preises ähnlich gut ausgestattet und bietet eine vergleichbare Verarbeitungsqualität. Hier sollte man nicht zu viel erwarten. Doch zumindest klappert, schleift oder wackelt während der Fahrt nichts auffällig. Optisch gefällt es uns sowohl in Schwarz als auch in Weiß gut. Es kann jedoch etwas ulkig wirken, wenn große Männer auf kleinen Fahrrädern sitzen.

Im Gegensatz zum Ado A20 ist der kleine Ständer bereits vormontiert und auch die Reifen sind aufgepumpt, wenn man das Klapprad auspackt. Ado legt dennoch lobenswerterweise eine sehr einfache Luftpumpe bei. Ungewöhnlich: Wie beim Ado A20 sind bereits Schutzbleche montiert. Diese sollte man besonders beim Zusammenklappen des E-Bikes vorsichtig behandeln. Sie bestehen aus dem gleichen Kunststoff wie beim A20, dort ist uns das hintere Schutzblech abgebrochen.

Am Lenker sitzt das schöne, große und auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbare Display. Dort kann der Nutzer unter anderem die verschiedenen Unterstützungsstufen wählen. Über das lange gleichzeitige Drücken der Plus- und Minustaste gelangt man in die Optionen. Hier kann unter anderem die Endgeschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde auf 35 Kilometer pro Stunde gestellt werden. Die Motorleistung springt dann von 250 Watt auf 350 Watt.

Ado bringt am Lenker eine sehr laute elektrische Hupe unter. Diese ist in Deutschland nicht erlaubt. Neben dem Display sitzt hinter einer Klappe ein USB-A-Port zum Laden von Smartphones. Dafür legt Ado der Packung eine Smartphone-Halterung für den Lenker bei. Auf der rechten Seite sitzt am bequemen Lenkgriff der etwas versteckte Gasring zum manuellen Beschleunigen. Der Lenker ist wie der Sattel höhenverstellbar, dadurch eignet sich das Ado A16 für größere Personen. Die maximale Zuladung gibt Ado mit 120 Kilogramm an.

Nach vorne strahlt ein helles Licht. Hinten sitzt lediglich ein Reflektor. Die Kabel vom Lenker gehen gut sichtbar vornüber in einem Bogen nach unten und verschwinden unterhalb des Rahmens in einer Fassung. Das hätte man optisch schöner lösen können. Zumindest sind sie bei einem möglichen Defekt gut erreichbar.

Zum Zusammenklappen legt der Fahrer zunächst die Pedale an. Diese sind aus Kunststoff und nicht aus Metall, könnten also bei großer Beanspruchung brechen. Nach dem Einfahren der Sattelstange und der Lenkstange klappt man Letztere um und öffnet den Sicherungshebel am Rahmen. Zusammengeklappt ist das Ado A16 wegen seiner 16-Zoll-Räder eines der kleinsten von uns getesteten E-Klappräder. Es sollte problemlos in einen kleinen Kofferraum passen. Die Maße verringern sich beim Zusammenklappen von 144 x 53 x 108 Zentimeter auf 81 x 39 x 58 Zentimeter.

Die Fahrt gestaltet sich bequem. Das liegt zum einen an der auch für größere Personen guten Ergonomie. Zum anderen gefällt uns die Federung sowohl vorne als auch hinten. Diese gleichen die Nachteile der kleinen Reifen gut aus und fangen Unebenheiten zuverlässig ab. Nachteil: Durch die Federung fühlt sich das Ado A16 etwas schwammig an. Das Fahrgefühl ist in etwa mit dem Xiaomi Himo Z16 (Testbericht) vergleichbar. Die mechanischen Scheibenbremsen vorne und hinten greifen gut.

Wie schon bei Ado A20 ist die Elektronik in der Grundeinstellung gewöhnungsbedürftig. In der Unterstützungsstufe 1 greift der Motor ab einer Geschwindigkeit von 6 Kilometern pro Stunde automatisch beim Pedalieren zu und unterstützt den Fahrer bis 15 Kilometer pro Stunde. Warum es hier die Limitierung mit der Anfangsgeschwindigkeit und der geringen Endgeschwindigkeit gibt, ist uns ein Rätsel. Selbst 25 Kilometer pro Stunde wären noch erlaubt, wobei das Ado A16 bereits wegen vieler anderer Dinge schon nicht mehr in Deutschland zulässig ist.

In den Unterstützungsstufen 2 und 3 reagiert der Motor nicht mehr auf das Pedalieren, sondern nur noch auf den Gasring am Handgriff. In den Grundeinstellungen schiebt er bis 25 Kilometer pro Stunde an, in den Optionen kann man die Endgeschwindigkeit bis 35 Kilometer pro Stunde erhöhen. Dabei ist der Motor dann auch stark genug, um dem 80 Kilogramm schweren Fahrer auf diese Geschwindigkeit zu beschleunigen. Allerdings surrt der Motor für unser Empfinden etwas zu laut. Die 7-Gang-Shimano-Schaltung ist im Grunde gut. Fährt man jedoch über 25 Kilometer pro Stunde, wird die Übersetzung zu groß und die Trittfrequenz zu hoch.

Der Akku hat eine Kapazität von 280 Wattstunden und damit deutlich weniger als der 374,4 Wattstunden große Akku im Ado A20 (Testbericht). Trotzdem gibt Ado die Reichweite des A16 mit stolzen 70 Kilometern an. Das ist zumindest im vollelektrischen Modus übertrieben. Wir erreichen bei einer Mischnutzung mit viel Gashebeleinsatz, 80-Kilogramm-Fahrer und moderaten Steigungen eine Reichweite von 30 Kilometern. Das ist dennoch ein guter Wert. Nutzt man lediglich die Unterstützungsstufe 1 mit der elektronischen Limitierung auf 15 Kilometer pro Stunde, können wir uns aber gut vorstellen, dass das Ado A16 auf die angegebenen 70 Kilometer Reichweite kommt.

Sehr gut finden wir, dass sich der Akku am Ado A16 über einen mitgelieferten Schlüssel entnehmen lässt. So kann das Fahrrad etwa im Keller bleiben, während der Akku in der Wohnung lädt. Für eine volle Ladung benötigen wir etwa fünf Stunden.

Das Ado A16 kostet bei Banggood (Kauflink) mit dem Gutscheincode BGA16Z01 etwa 544 Euro. Das Ado A20 gibt es zudem auf Banggood (Kauflink) mit dem Gutscheincode BGADOA20 für 624 Euro. Verschickt wird in beiden Fällen aus Tschechien, zusätzliche Versandkosten fallen keine an.

Ado selbst gibt ein Garantieversprechen. So will das noch recht junge aber scheinbar ehrgeizige Unternehmen während der Garantiezeit defekt Teile anstandslos ersetzen, auf den Rahmen gewährt es zehn Jahre Garantie. Außerdem verspricht der Hersteller innerhalb von acht Stunden auf Serviceanfragen zu reagieren.

Hier im Preisvergleich zeigen wir weitere besonders günstige und faltbare E-Bikes.

Das Ado A16 ist ein gutes E-Klapprad. Die Räder sind mit 16 Zoll zwar etwas klein, die Federung fängt Unebenheiten jedoch zuverlässig ab, auch wenn das Fahrgefühl dadurch etwas schwammig wird. Vorteil der kleine Reifen: Das Ado A16 nimmt sehr wenig Raum ein nach dem Zusammenklappen. Die Ausstattung ist insgesamt gut. So verfügt es über einen wechselbaren Akku, Schutzbleche, ein gutes Licht vorn (jedoch nicht hinten), einen USB-A-Port am Lenker, ein großes und gut ablesbares Display und feine Bremsen. Der Motor ist kräftig, wenn auch etwas laut. Käufer sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass sie das Ado A16 nicht legal auf deutschen Straßen fahren dürfen. Das liegt auch am sehr einfachen Entsperren der höheren Endgeschwindigkeit von 35 Kilometer pro Stunde.

Wer nach chinesischen Alternativen sucht, sollte sich das Ado A20 (Testbericht) genauer anschauen. Richtig gut ist das preislich vergleichbare Fiido D4S (Testbericht). Einen guten Überblick mit einigen legalen Modellen bietet unsere Top-6-Bestenliste: E-Klappräder von 500 bis 3000 Euro.

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