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DJI OM5
Pro und Contra
  • kompakt, leicht und ausfahrbar
  • viele Funktionen per App
  • zuverlässige Stabilisierung
  • eingeschränkter Neigungswinkel
  • hoher Preis
  • 4.0

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Die 5. Generation Osmo Mobile ist eine Mischung aus kompakt faltbarem Gimbal und Selfie-Stick für die Anwendung mit dem Smartphone. Damit eignet es sich perfekt für die Aufnahme von stabilisierten Videos unterwegs. TechStage hat es getestet und verrät, für wen sich die Anschaffung lohnt.

Wer cineastische Videos mit seinem Smartphone aufnehmen will, kann mit geeigneten Geräten auf hohe Auflösung, schnelle Bildwiederholungsraten und verschiedene Brennweiten zurückgreifen. Wer mit der internen Bildstabilisierung des Smartphones noch nicht zufrieden ist, braucht für entweder ein Stativ oder ein Gimbal für nicht-stationäre Aufnahmen. Dieses gleicht unbeabsichtigte Wackler, Zittern oder unruhige Bewegungen aus und sorgt für weiche, fließende Bewegungen.

Der Hersteller DJI, der in erster Linie für seine Drohnen (Top-5-Bestenliste) bekannt ist, hat schon seit Ende 2016 solche Gimbals speziell für die Nutzung mit Smartphones im Portfolio. Nach dem DJI Osmo Mobile (Testbericht) folgten 2018, 2019 und 2020 überarbeitete Versionen. Was sich beim neu vorgestellten OM5 im Vergleich zur Vorgängerversion OM4 (Testbericht) geändert hat, zeigt unser Test.

Bereits die Verpackung des neuen Gimbals deutet auf die kompaktere Bauweise hin. Der Karton ist nur etwa halb so groß wie der des OM4. Das zusammengeklappte OM5 ist mit 175 x 75 x 37 mm und einem Gewicht von 292 g auch tatsächlich kompakter und leichter als die Vorgängerversion mit 163 × 100 × 47 mm und 390 g.

Neben dem Gimbal sind eine Stofftasche, ein USB-C-Ladekabel, ein kleines Tischstativ, Anleitung und eine Handschlaufe im Lieferumfang enthalten. Zur Befestigung des Smartphones sind ein magnetisches Klebe-Pad und eine magnetische Klemmhaltung beigepackt.

Die Verarbeitung des Gimbals ist tadellos. Der verwendete Kunststoff und die gummierte Griffschale haben eine raue Oberfläche mit angenehm griffiger Haptik. Der Farbton ist insgesamt eine Spur heller als beim OM4. Die Klemmhalterung für das Handy besteht wieder aus Metall und hinterlässt einen sehr stabilen Eindruck.

Zur Bedienung des Gimbals stehen ein kleiner Joystick, vier Funktionstasten und ein Schieberegler zu Verfügung. Eine kleine LED-Anzeige informiert über Akku- und Betriebszustand. Zum Laden setzt DJI auf einen USB-C-Anschluss. Am unteren Griffende ist eine Öffnung zur Befestigung der Handschlaufe integriert. Zusätzlich verfügt das OM5 über ein Standard-Stativgewinde auf der Unterseite. Hier gibt es praktisch keine nennenswerten Unterschiede zum Vorgängermodell.

Völlig neu ist hingegen der integrierte Selfie-Stick. Das Oberteil des Gimbals, inklusive Smartphone-Halterung und den drei Motoren zur Stabilisierung, kann auf eine Länge von circa 30 cm ausgefahren werden. Das Herausziehen des Sticks ist zwar schwergängig, allerdings hinterlässt die Konstruktion so einen zuverlässig stabilen Eindruck.

Das neue OM5 macht nichts anderes als all seine Vorgängermodelle: Es stabilisiert das eingesetzte Smartphone auf drei Achsen und ermöglicht so ruhige, unverwackelte Videos und fließende Bewegungen. Die bürstenlosen Motoren sind kräftig und stabilisieren das Aufnahmegerät auch starken Bewegungen sehr zuverlässig und ohne spürbare Latenz.

Was uns gut gefällt, ist die Tatsache, dass das OM5 bei einem nicht perfekt mittig platzierten Smartphone nicht wild zu zittern und vibrieren beginnt. Das war bis zum OM4 nicht nur bei günstigen Gimbals, sondern auch bei den Geräten von DJI der Fall. Wird die zuverlässig feste Magnetverbindung zwischen Smartphone-Halterung und Gimbal getrennt, geht das OM5 in einen Stand-by-Modus, ohne dass die Motoren verrückt spielen.

Entlang der Schwenkachse sind Winkel von -161 Grad bis 172 Grad möglich, beim Rollen -127 bis 208 Grad und beim Neigen -101 Grad bis 229 Grad. Das ist nur minimal weniger als beim OM4. Insbesondere der kleinere Neigungswinkel fällt in der Praxis aber negativ auf. Mal eben unten oder oben schwenken ist so nur sehr eingeschränkt möglich.

An der Unterseite des Griffs ist ein Standard-Stativgewinde für das im Lieferumfang enthaltene Tischstativ integriert. Die Montage an einem festen Ort mag auf den ersten Blick dem Anwendungszweck widersprechen, bei Zeitrafferaufnahmen, Panoramabildern oder Selfie-Videos führt dies allerdings zu deutlich besseren Ergebnissen.

Wie schon früher ist der Einsatz der zugehörigen App Mimo nicht zwingend nötig. Das Gimbal stabilisiert das Handy auch ohne App-Anbindung. Das ist insofern praktisch, weil nur dadurch die Nutzung von alternativen Kamera-Apps möglich ist. Wer die Funktionstasten für Start und Stopp, die Zoomfunktion per Schieberegler oder die Blickwinkelverstellung per Joystick nutzen will, muss allerdings auf die App von DJI zurückgreifen.

Die App ist bereits seit der dritten Generation des Smartphone-Gimbals Osmo Mobile 3 bekannt. Die seitdem regelmäßig überarbeitete Software für Android und iOS ist übersichtlich und gut verständlich aufgebaut. Hier lässt sich etwa die Verfolgungsfunktion aktivieren, bei der das Gimbal das vorher markierte Ziel automatisch in der Bildmitte hält. Ideal für Videoblogger, die sich selbst filmen und dabei in Bewegung sind. Zwar steht auch bei Gimbals anderer Hersteller eine Trackingfunktion zur Verfügung, die funktioniert in der Praxis häufig nur unzuverlässig und bei sehr langsamen Bewegungen. Selbst im Vergleich zum OM4 ist die Verfolgung nun spürbar schneller und zuverlässiger. Bein Selfies hilft zusätzlich die integrierte Gestensteuerung der App. Eine gehobene Hand startet etwa die Aufnahme eines Videos. Dies funktioniert zwar nur in einem Abstand von bis zu fünf Metern, für Ein-Mann-Filmteams ist die Funktion trotzdem sinnvoll.

Die Möglichkeit bewegte Zeitrafferaufnahmen zu machen, ist ein weiteres High-Light des DJI Gimbals. Wer bewegte Timelapse-Videos drehen möchte, kann dem Gimbal insgesamt vier Positionspunkte vorgeben, welche dann in einem festgelegten Zeitraum abgefahren werden. Auch Schwenks von rechts nach links oder umgekehrt sind möglich. Das Intervall der Bilder und die Aufnahmedauer sind ebenfalls in der App einstellbar.

Spannend ist außerdem die in Mimo enthaltene Stories-Funktion. Diese ist allerdings nicht neu und war beispielsweise schon für das DJI Osmo Pocket (Testbericht) verfügbar. Der Kameramann zielt hier lediglich auf das gewünschte Motiv und startet die Aufnahme. Die App nimmt dann mehrere festgelegte Bewegungsabläufe auf und verarbeitet diese automatisch zu einem fertigen Video. Für Instagram, Tiktok und Youtube ist das eine praktische Funktion, da sie direkt im Smartphone abläuft und keine weiteren Arbeitsschritte voraussetzt, um ansehnliche Clips zu erstellen. Passenderweise gibt es die Posting-Funktionen für soziale Netzwerke direkt in der App.

Die Möglichkeit das Zoom des Smartphones mit dem OM5 zu steuern ist zwar praktisch, allerdings vermissen wir hier einige Einstellungsmöglichkeiten, was Einschränkungen betrifft. Bei dem von uns genutzten Huawei P20 Pro hätten wir beispielsweise gerne nur das optische Zoom genutzt und die digitale Vergrößerung weggelassen. So muss man immer aufpassen, nicht zu weit zu zoomen, da die Videoqualität sonst merklich nachlässt. Bei den halb automatischen Dolly-Zoom-Szenen kommt unser in die Jahre gekommenes Smartphone ebenfalls an seine Grenzen. Das Hinein und hinaus Zoomen ist bei unserem Gerät nämlich alles andere als stufenlos und so ist das fertige Video extrem ruckelig. Bei aktuelleren Smartphones tritt das Problem nicht oder weniger stark auf.

Natürlich eignet sich das Gimbal auch zur Aufnahme von Fotos. In der Praxis ist das etwa bei mehrreihigen Panoramabildern sinnvoll. Dann bewegt das OM5 unser Smartphone in mehreren Zeilen so, dass zwischen den Einzelaufnahmen leichte Überlappungen entstehen. Das Zusammensetzen geschieht anschließend automatisch in der App.

Geht es hauptsächlich um die Grundfunktion, das Stabilisieren von Videos, ist das neue OM5 anderen Modellen des Herstellers nicht signifikant überlegen. In folgender Vergleichstabelle sind die Unterschiede der DJI-Gimbal-Generationen gut zu erkennen.

Das Hauptargument für das neueste Gimbal von DJI sind dessen kompakte Abmessungen im zusammengefalteten Zustand, die umfangreiche App und die Selfie-Stick-Funktion. Da sich das OM5 allerdings hauptsächlich durch den ausfahrbaren Selfie-Stick vom direkten Vorgänger unterscheiden, lohnt sich ein Upgrade aus unserer Sicht nicht.

Spielen Packmaß und Extrafunktionen keine Rolle, sind auch günstigere Gimbals von anderen Herstellern ausreichend. Mehr dazu im Vergleichstest: Sechs Smartphone-Gimbals ab 70 Euro.

Das DJI OM5 kostet etwa 160 Euro und ist in Grau und Weiß erhältlich. Der Preis ist zwar nicht niedrig, dafür bekommt man allerdings eines der besten Smatphone-Gimbals auf dem Markt. Für Nutzer mit hohem Anspruch an die eigenen Videos ist diese Investition gerechtfertigt.

Wer ein Gimbal für sein Smartphone sucht, bekommt kein anderes Modell mit so vielen Funktionen und so kompakten Abmessungen. Auch die intuitive Steuerung und die unproblematische Einrichtung sprechen für das OM5.

Wer das Gerät nicht im ausgefahrenen Zustand für Selfies nutzen will, kann aber auch getrost zum direkten Vorgänger greifen. Das OM4 ist zwar größer und schwerer, bietet aber eine längere Akkulaufzeit und eine einen größeren Neigungswinkel zu einem etwas niedrigeren Preis.

Wer nach einer kompakten per Gimbal stabilisierten Kamera sucht, sollte sich den DJI Osmo Pocket (Testbericht) ansehen. Weitere Gimbals aus teilweise anderen Preis- und Leistungskategorien beleuchten wir in unserem Vergleichstest: Sechs Smartphone-Gimbals ab 70 Euro.

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