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DJI FPV Praxistest

Bild:TechStage.de

Pro und Contra
  • sehr gute Flugeigenschaften
  • tolle Livebild- und Videoqualität
  • gute Ausstattung
  • hoher Preis
  • Propeller bei vollem FOV im Bild
Rating:
  • 4.5
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DJI hat eine neue Drohne für Flüge per Videobrille vorgestellt. Die technischen Spezifikationen beeindrucken: 4K-Aufnahmen, 140 km/h Maximalgeschwindigkeit, 20 Minuten Flugzeit und eine Reichweite von bis zu 6 km. TechStage hat sie bereits getestet.

Drohnen gehören mittlerweile zum festen Test-Repertoire der Redaktion. Neben fertig aufgebauten First-Person-View-Multicoptern (FPV) wie dem Betafpv Fly-Set (Testbericht) oder dem Emax FPV-Einsteiger-Kit (Testbericht) haben wir beispielsweise auch die Video-Drohnen Mini 2 (Testbericht) und Mavic Air 2 (Testbericht) von DJI getestet.

Zwar filmt auch der neueste Multikopter des Herstellers, doch das Hauptaugenmerk liegt dieses Mal vor allem auf dem Fliegen an sich.

Update: Schon wenige Tage nach der Markteinführung ist der Preis um 100 Euro gefallen.

Für diesen Test wurde uns vom Hersteller die DJI FPV Combo zur Verfügung gestellt. Zusätzlich waren ein zweiter Flug-Akku, die optional erhältliche Einhand-Fernsteuerung (Motion Controller) und eine farbige Ersatzhaube beigepackt. Diese sind allerdings nicht Bestandteil des offiziellen Sets.

Die eigentliche FPV Combo besteht aus der Drohne samt 6S-Flug-Akku, einem Sender im Gamecontroller-Look, der HD-FPV-Videobrille (DJI Goggles V2) samt USB-Akku, Kabel, einem Satz Ersatzpropeller und einem Ladegerät.

Die technische Ausstattung der Set-Komponenten kann sich sehen lassen:

Um die Flüge auf Video aufzunehmen, bietet das Set gleich zwei Möglichkeiten: den internen Videorecorder (DVR) der Videobrille oder die Aufnahme mit dem DVR der Drohne. Da eventuell auftretende Übertragungsfehler bei der Aufzeichnung per Videobrille sichtbar wären, nutzen wir während die 4K-Aufzeichnung direkt in der Drohne. Lediglich ein paar Videomitschnitte aus der Brille haben wir testweise direkt in der Brille Goggles V2 angesehen. Das klappt prima, das Endresultat kann qualitativ aber nicht mit den 4K-Aufnahmendirekt aus der Drohne mithalten.

Die einachsig stabilisierte 4K-Kamera (Auflösung: 3840 x 2160) mit einem Blickwinkel (Field of View, FOV) von 149 Grad nimmt zusätzlich elektronisch stabilisierte Videos mit 50/60 fps auf. Niedrigere Bildwiederholungsfrequenzen wären bei den hohen Flugtempo auch gar nicht sinnvoll. Bei einer Reduzierung auf FHD-Auflösung sind Zeitlupenaufnahmen mit bis zu 120 fps möglich. Fotos landen in einer Auflösung von 3840 x 2160 auf der MicroSD-Speicherkarte. Die Blende von f/2,8 ist auch bei mäßigen Lichtbedingungen noch ausreichend empfindlich. Da je nach eingestelltem FOV die Propeller im Bild zu sehen sind, bietet es sich an, das Videomaterial im Nachhinein zu stabilisieren und es als 1080p-Video zu exportieren. Bei dieser Prozedur wird der Bildausschnitt verkleinert und so ist das Endresultat ruhiger und frei von störenden Propellern. Für tolle Flugleistungen sorgen das starke 22,2-V-Setup in Kombination mit der neuesten Version des Übertragungssystem OcuSync von DJI. Das O3 genannte System erlaubt HD-Bildübertragung und präzise Steuerung innerhalb einer Reichweite von bis zu sechs Kilometern. Die vier kraftvollen Motoren beschleunigen die Drohne in nur zwei Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 140 km/h an.

Dieses Tempo ist allerdings nur für geübte Piloten im manuellen Modus möglich. Die Sensorik ist hier weitgehend inaktiv und so stabilisiert sich das Fluggerät nicht von selbst. Dieser Flugmodus erlaubt Salti, Rollen und die höchstmögliche Wendigkeit. Allerdings ist diese Art des Fliegens in der Praxis deutlich anspruchsvoller als der stabilisierte Flug, wie man ihn von Video-Drohnen wie der Mavic-Serie (Ratgeber) kennt. Im Normal-Modi inklusive der von DJI bekannten automatischen Hinderniserkennung nach vorne und unten, GPS stabilisiertem Flug und automatischem Halten der Höhe, schafft die FPV-Drohne immerhin noch 54 km/h. Gegenständen weicht die Drohne hier selbstständig aus und über- oder umfliegt diese. Im Sportmodus sind zwar GPS und Hinderniserkennung aktiv, sie greifen aber nicht in den eigentlichen Flug ein und so sind hier bis zu 97 km/h möglich. Vor Hindernissen warnt die Drohne in diesem Modus per Einblendung in der Videobrille – reagieren muss aber der Pilot. In dieser Einstellung waren wir während der Tests meist unterwegs.

Zwei für den klassischen FPV-Flug unübliche Funktion sind in allen drei Flugmodi verfügbar: der Not-Halt und die Return-To-Home-Funktion. Ein Tastendruck am Sender reicht aus und die Drohne geht in den Schwebeflug über oder kommt direkt zum Startpunkt zurück. Diese Features sind für viele „echte“ FPV-Piloten zwar nur überflüssiger Schnickschnack, in der Praxis sind die beiden Funktion aber praktisch und nicht zu unterschätzen. Muss ein Flug aus ungeplanten Umständen gestoppt werden, braucht man nun nicht erst landen, sondern kann die Drohne in der Luft parken. Sollte beispielsweise die Funkverbindung abreißen oder der Akku der Videobrille zu Ende gehen, kommt die FPV von allein zurück zum Startplatz. Neben dem hohen Komfort sind diese beiden Punkte ein zusätzlicher Sicherheitsaspekt.

Die Drohne mit dem simplen Namen FPV misst 178 x 232 x 127 mm ohne und 255 x 312 x 127 mm inklusive der vier starren Dreiblatt-Propeller. Diese sind mit einem Schnellwechselsystem ausgestattet und so mit wenigen Handgriffen auf den Motoren montiert. Um die rechts- und linksdrehenden Propeller korrekt zuzuordnen, sind sie farblich markiert. Verarbeitungsqualität und Haptik der Drohne sind, dem hohen Preis entsprechend, einwandfrei. Anders als bei anderen DJI-Drohnen sind für die FPV zukünftig jede Menge Ersatzteile für Endkunden verfügbar. Dies könnte bei einem derart sportlichen Modell angebracht sein.

Der Flug-Akku des Copters verfügt über eine LED-Ladestandsanzeige und einen verpolungssicheren Steckverbinder. Das Aufladen der Akkus dauert etwa 50 Minuten.

Der Lithiom-Ion-Polymer-Akku mit 22,2 V hat eine Kapazität von 2000 mAh und reicht laut DJI für bis zu 20 Minuten Flugzeit. In Realität ist dies allerdings nur ein Anhaltspunkt, da die tatsächliche Flugdauer stark vom Flugstil abhängig ist. Während unserer Tests bei Außentemperaturen um die 10 bis 15 Grad, bei denen wir es sportlich haben angehen lassen, kamen wir auf etwa 12 bis 16 Minuten pro Akku. Das klingt im Vergleich zu einer DJI Mavic Air 2 (Testbericht) oder Mini 2 (Testbericht) mit Flugzeiten von bis zu 30 Minuten nicht besonders viel – hinsichtlich der extremen Flugleistung der Drohne ist dieses Ergebnis aber sehr ordentlich. Zum Vergleich: Unsere privat genutzten FPV-Drohnen mit simpler PAL-Videotechnik bringen es auf Flugzeiten von lediglich 3 bis 5 Minuten.

Der Akku wird auf der Rückseite von schräg unten in die DJI FPV eingeschoben und rastet dann ein. Um den Akku zu entnehmen, muss der Nutzer zwei Sicherungshebel auf dem Akku drücken. Nach dem Einsetzen ist der Stromspeicher zwar fertig gesichert, aber noch nicht mit der Elektronik verbunden. Zum Anstecken ist also ein weiterer Handgriff notwendig. Den aktuellen Ladestand kann man per LED-Anzeige ablesen. Dazu ist ein kurzer Druck auf den Powerbutton nötig.

Die Videobrille, die neue DJI Goggles V2, sieht dem Vorgängermodell, einem HD-Übertragungssystem ausschließlich für klassische FPV-Racer, sehr ähnlich und wirkt sehr futuristisch. Obwohl die Brille mit der Standardpolsterung nicht perfekt mit unserem Gesicht abschließt, haben wir keinerlei Probleme mit störenden Reflexionen. Der Tragekomfort ist hoch, allerdings fehlt aus unserer Sicht noch die Möglichkeit, den Akku am Kopf-Gurt der Brille zu befestigen. Dieses Problem dürfte mit einem 3D-Drucker oder dank diverser bald erhältlicher Tuningteil-Angebote sicher schnell lösbar sein.

Insgesamt vier Antennen sorgen für hervorragenden Empfang in einer Auflösung von 1440 x 810 Pixeln. Im Niedrig-Latenz-Modus liegt die Übertragung bei bis zu 120 fps und einer Verzögerung von kleiner/gleich 28 ms. Im HD-Modus mit 60 fps liegt die Verzögerung bei etwa 40 ms. Beim Flug im sportlichen Flugmodi sind wir mit der Latenz des HD-Modus gut klargekommen. Bei halsbrecherischen Manövern im manuellen Modus sind die 28 ms unverzichtbar.

Zur Bedienung der Brille stehen insgesamt vier Bedientasten und einen kleiner Joystick zur Verfügung. Die Menüführung ist intuitiv uns so finden wir uns im Test auf Anhieb gut zurecht. Auf der linken Seite der Brille befindet sich neben dem MicroSD-Slot eine USB-C-Buchse zum Anschluss eines Smartphones als Zweitmonitor. Auf der rechten Seite sitzen die Anschlüsse für Akku und Netzteil. Der 9-V-Brillen-Akku mit einer Kapazität von 1800 mAh ist per Hohlkammerstecker mit den Goggles V2 verbunden und per USB-C aufladbar. Im Test hat der Akku zwischen 90 und 100 Minuten durchgehalten, bevor er für knapp 55 Minuten an die Ladestation musste.

Neben dem Livebild aus Drohnen-Perspektive liefert die Brille noch allerlei sinnvolle Zusatzinformationen. So sind beispielsweise die Akku-Kapazitäten von Brille und Drohne ablesbar. Auch Entfernung und Höhe zum Startpunkt, Flugmodi und Geschwindigkeit werden dargestellt. Den Startpunkt blendet die Brille direkt im Livebild ein. Sich mit der FPV zu verfliegen, ist so praktisch unmöglich.

Die Brille ist aktuell (noch) nicht zum bisher erhältlichen System DJI Goggles V1 kompatibel!

Der Controller weicht in Sachen Design klar von der DJI Mavic-Serie ab. Die Fernsteuerung erinnert vielmehr an einen Gaming-Controller mit aufklappbarer Antenne als an die etwas klobigen Sender von Mavic Air 2 oder Mini 2. Der Sender ist hochwertig verarbeitet und liegt super in der Hand. Dank der rückseitig angebrachten gummierten Griffschalen ist die Steuerungseinheit ausreichend griffig. Unter den Gummiabdeckungen verstecken sich je zwei Stellschrauben, um das Verhalten der Joysticks (Gimbals) in Sachen Widerstand und Stellfeder an die eigenen Gewohnheiten anzupassen. Zum Umstellen ist ein im Set inbegriffener Innensechskant-Schlüssel notwendig.

Neben den beiden Steuers-Sticks und dem Powerbutton verfügt der Controller über ein Stellrad zur Einstellung des Kamerawinkels, einen Auslösetaster für die Kamera, einen dreistufigen Flugmodi-Schalter, einen vom Nutzer belegbaren 3-Wege-Schalter, einen belegbaren Taster und den Not-Halt und der Return-to-Home-Taster. Zum Laden des fest installierten Akkus ist ein USB-C-Port an der Unterseite vorhanden. Den Ladestand zeigt eine simple LED-Anzeige. Der komplette Ladevorgang hat im Test knapp mehr als die von DJI angegebenen 2,5 Stunden gedauert. Die angegebene Laufzeit von bis zu 9 Stunden haben wir im Test nicht ansatzweise ausreizen können. Eine Laufzeit von mehr als 5 Stunden können wir dem Sender aber auf jeden Fall attestieren.

Zur erstmaligen Registrierung der Drohne zum Aufspielen von neuer Firmware kommt die kostenlose App DJI Fly zum Einsatz. Zum Fliegen selbst sind dann aber weder Smartphone noch App notwendig. Selbst für Einstellungen an Drohne, Controller oder Goggles V2 brauchen wir die Software nicht. Diese Dinge werden direkt und sehr komfortabel mithilfe der Videobrille eingestellt.

Trotzdem kann es sinnvoll sein, die App während des Fluges zu nutzen. Ein eventueller Absturzort würde so beispielsweise angezeigt, um die Suche des Copters zu erleichtern. Auch die Nutzung als Gast-Monitor ist möglich. Zuschauer können dann direkt am Smartphone beobachten, was der Pilot in seiner Brille sieht.

Obwohl der Redakteur seit mittlerweile zehn Jahren selbst leidenschaftlich jede Form an Multicoptern fliegt, stellte sich vor dem Erstflug Nervosität ein. 6S, 140 km/h, das sind erst mal keine Werte für Anfänger und diejenigen, die üblicherweise mit zahmen 2 bis 4s Coptern oder einer zahmen Mavic fliegen.

Also starten wir leicht angespannt im Normal-Modus. Doch unsere Sorgen waren völlig unbegründet. Im N-Modus fliegt sich die FPV sehr gutmütig und erinnert vom Flugverhalten eher an die Mavic-Serie als an einen Racer. Dank GPS und Sensorik parkt die Drohne nach dem auf Wunsch automatischen Start stabil einen Meter über dem Boden. Selbst auftretender Seitenwind ist kein Problem: Die Drohne hält perfekt ihre Position. Die Steuerung ist schön direkt und wird exakt von der Drohne umgesetzt.

Dementsprechend beruhigt, schalten wir zeitnah auf den Sport-Modus um. Dieser macht mit der spürbar höheren Maximalgeschwindigkeit richtig viel Spaß, ist aber trotzdem einfach kontrollierbar. Der Modus fliegt sich aus unserer Sicht deutlich flüssiger, da Hindernisse zwar erkannt werden, aber den Flug eben nicht automatisch abbremsen. Man sollte dann aber wissen, was man tut. Ohne Flugerfahrung kann es hier schnell zu einem Unfall kommen. Obwohl wir uns auch etwas anspruchsvollere Passagen zutrauen, wollen wir es im Test nicht übertreiben und benutzen die Drohne während der Tests vor allem zum flotten Spazieren-Fliegen, statt für Racing-Sessions durch Tore.

Das Cruisen macht dank super Ansprechverhalten, Geschwindigkeiten von knapp 100 km/h und der grandiosen Bildübertragung richtig viel Freude. Die hervorragende Bildqualität hat im Test zuverlässig funktioniert und auch das Umfliegen von Bäumen führte zu keinerlei Funk-Abbrüchen – im Zweifel reduziert sich zwar die Bildqualität, aber selbst das haben wir nur zweimal kurz erlebt. Auch wenn wir uns aus rechtlichen Gründen nicht an die maximale Reichweite von sechs Kilometern herangewagt haben, sind wir von der Zuverlässigkeit der Übertragung begeistert. Zwei bis drei Kilometer sind unter realen Bedingungen nach unserer Einschätzung realistisch. Das Flugerlebnis ist dank des makellosen Livebildes sehr intensiv. Hindernisse sind viel einfacher und frühzeitiger erkennbar als wir das von unseren privaten FPV-Coptern gewohnt sind. Kurzum: Das Fliegen mit der FPV Combo macht richtig viel Spaß!

Den manuellen Flugmodi haben wir zwar testweise ausprobiert, aber irgendwelche Settings oder unserer Vorab-Firmware waren wohl nicht ganz korrekt. Die FPV ließ sich nur sehr eingeschränkt steuern und verhielt sich nicht, wie wir das von anderen Coptern gewohnt wären. Sobald wir die endgültige Firmware haben, werden wir an dieser Stelle noch einen Erfahrungsbericht zum M-Modi und den 140 km/h Spitzengeschwindigkeit nachreichen. Wer wissen will, wie der manuelle Modus in der Praxis aussieht, sollte einen Blick auf das Video unserer Kollegen von heise.de werfen.

Wir sind zwar seit vielen Jahren Multikopter-Flüge aus Sicht der Brille gewohnt, seltsam fühlen sich die ersten zwei Akkus mit der FPV trotzdem an. Hauptgrund hierfür ist die einachsig stabilisierte Kamera. Bei klassischen Racing-Drohnen sind die FPV-Kameras fest montiert und so ist der Kamerawinkel immer von der Fluglage anhängig. Bei der DJI-Drohne sieht man zwar die Propellerspitzen, die sich heben oder senken, die Kamera selbst bleibt allerdings gerade. Egal ob die FPV gen Himmel steigt oder auf den Boden zurast, der Pilot sieht immer mittig den Horizont. Das ist dank Höhenanzeige, automatischer Höhe-Halten-Funktion, klarem Videobild und Warnung durch Sensoren in Normal- und Sport-Modus ist zwar nicht weiter problematisch, aber definitiv gewöhnungsbedürftig.

Anders als bei der Mavic-Serie fehlen die zweite und die dritte Gimbal-Achse zur perfekten Bildstabilisierung. Seitliche Kippbewegungen oder Bewegungen, um die eigene Achse sind somit sowohl im Livebild als auch auf der Aufzeichnung zu sehen. Bei den aufgezeichneten Videos kommt zusätzlich eine elektronische Bildstabilisierung zum Einsatz. Die sorgt so trotzdem für ein insgesamt erfreulich stabiles Endergebnis. Die Aufnahmen wirken deutlich dynamischer als die einer voll stabilisierten Mavic und dürften sich beispielsweise ideal für Aufnahmen im Bereich Sport eignen.

Um wirklich kinoreife Aufnahmen mit der FPV hinzubekommen, sind die stabilisierten Flugmodi nur bedingt geeignet, da jegliche Stabilisierungsmanöver in Form von Wacklern im Video erkennbar sind. Erfahrungsgemäß sind hier Flüge mit manueller Steuerung deutlich ruhiger und besser geeignet. Wer plant, die Drohne primär als Kamera-Drohne einzusetzen, sollte dementsprechend gut fliegen können. Für private Clips ist die Aufnahmequalität, wie unser Beispielvideo zeigt, aber locker ausreichend. Geht es um maximale Bildqualität, sind andere Modelle trotzdem besser geeignet. Wer auf die hohe Geschwindigkeit und die Flugbewegungen im Videobild verzichten kann, ist mit einer klassischen Video-Drohne besser beraten.

Ersetzt die FPV die bisherigen Racing-Drohnen? Unserer Meinung nach nicht wirklich. Zwar ist die Drohne stark genug motorisiert, um sich nicht verstecken zu müssen, aber zum durch Tore flitzen ist der Multikopter letztlich zu teuer und zu schwer. Hier sind klassische Race-Copter mit leichten und sehr haltbaren Carbon-Rahmen und abgespeckter Ausstattung sicherlich flotter unterwegs. Race-Copter stürzen außerdem auch mal ab und sollten daher sehr einfach und günstig zu reparieren sein. Zwar kennen wir die Ersatzteilpreise von DJI bisher noch nicht, letztlich wäre uns die kleine Hightech-Drohne aber zu schade zum Crashen.

Trotzdem ist die FPV genial! Wer gemütlich ein paar Akkus zu Feierabend leeren möchte, bekommt hier ein vollausgestattetes und qualitativ hochwertiges FPV Set. Der Preis von 1349 Euro für das komplette Set erscheint zwar auf den ersten Blick sehr hoch, allerdings relativieren sich die Kosten, wenn man nur genau rechnet. Die DJI Goggles V1 schlägt derzeit mit gut 659 Euro zu Buche. Eine fertig aufgebaute Drohne mit dem DJI Übertragungssystem kostet bei chinesischen Händlern etwa 225 bis 400 Euro. Hinzu kommen ein Handsender mit passendem Empfänger für zwischen 100 und 300 Euro, ein Akku für etwa 40 Euro und ein Akkuladegerät für zwischen 50 und 120 Euro. Wer dann noch 4K-Aufnahmen will, muss zusätzlich in eine Kamerahalterung und eine ordentliche Actioncam investieren. Die DJI Osmo Action (Testbericht) ist zwar mittlerweile stark im Preis gefallen, trotzdem fallen auch hier gut 230 Euro an. Alles in allem landen wir auch hier schnell bei Summen zwischen 1100 und 1500 Euro. Und das für ein System, an dem der Nutzer noch basteln, tunen und einstellen muss. Beim DJI FPV Set heißt es hingegen: Auspacken, aufladen, Spaß haben. Und das entweder voll unterstützt und stabilisiert oder eben manuell, im Stil eines echten FPV-Flitzers.

Der optional für knapp 150 Euro erhältliche Motion-Controller unterstreicht den Anspruch des Herstellers, das Fliegen für Jedermann ermöglichen zu wollen. Der Stick in Form eines klassischen Flight-Sticks soll eine intuitive Steuerung für Menschen ohne RC-Bezug ermöglichen. Die einhändige Bedienung per Bewegungssensoren funktioniert zwar, ist für erfahrene Piloten aber sehr ungewohnt und nach unserer Einschätzung deutlich weniger präzise. Zum gemütlich herumfliegen ist der Controller eine nette Ergänzung, aber einen echten Vorteil konnten wir nicht ausmachen. Zudem passt diese Art der Steuerung aus unserer Sicht eher zu einer zahmen Mavic als zu einer rasanten FPV-Drohne. Aktuell sind mit dem Motion-Controller nur Flüge im Normal-Modus möglich. Laut DJI sollen zukünftig alle Modi wählbar sein.

Die von uns getestete „kleine“ FPV-Combo kostet 1349 Euro. Das optional erhältliche Fly-More-Set mit zwei Akkus und Mehrfach-Ladeadapter hat eine UVP von 279 Euro. Wer noch keine FPV-Drohne besitzt, bekommt hier ein tolles und komplettes Set zu einem hohen, aber fairen Preis. Alternativ haben wir auch die aktuellen Preise der Goggles V1 von DJI verlinkt.

Die FPV ist weder perfekte Video-Drohne noch der optimale Racing-Copter. Unserer Einschätzung nach ist die Drohne trotzdem hoch spannend! Für sportliches Cruisen oder Action-Videos im manuellen Flugmodi ist die FPV Combo hervorragend geeignet. Wem seine Mavic zu zahm erscheint, der bekommt hier eine sehr interessante Alternative. Für Rennen durch Tore ist die FPV allerdings nur bedingt geeignet. Hier kommt es zukünftig stark auf die Preisgestaltung und Verfügbarkeit von Ersatzteilen an.

Wer selbst Hand an seinen Multikopter legen will, sollte allerdings abwarten. Aktuell ist das DJI Goggle V1 System und das neue FPV-Set nicht kompatibel zueinander. Wir hoffen, dass DJI hier noch nachbessert. Wer eigene Copter mit HD-Brille steuern will, sollte im Moment besser zur DJI HD-Brille V1 greifen. Für diese sind, gibt es das Videosystem zum selbst einbauen/nachrüsten und eine ganze Reihe an fertig vorkonfigurierten Coptern.

Der Preis in Kombination mit der fehlenden Kompatibilität zum Vorgängermodell dürfte viele erfahrene Piloten abschrecken. Aus unserer Sicht ist das Gerät aktuell, insbesondere für Video-Profis interessant.

Wem es mehr um die Luftaufnahmen, als das Fliegen geht, der sollte sich unsere Einzeltests der DJI-Copter Mini 2 (Testbericht) und Mavic Air 2 (Testbericht) ansehen. Wer nicht genau weiß, welche Drohne für die eigenen Ansprüche am besten geeignet ist, bekommt Hilfe im Ratgeber: Welche ist die beste Video-Drohne für Einsteiger?

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