DJI Action 2
Pro und Contra
  • hervorragende Bildqualität
  • klein und leicht
  • gute Verarbeitung und viel optionales Zubehör
  • keine Hülle für den Transport
  • Überspielen des internen Speichers auf SD nicht möglich
  • 5.0

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DJI hat nach über zwei Jahren eine neue Actioncam in Würfelform vorgestellt. Die Action 2 lockt mit kompakten Maßen, 4K-Auflösung bei 120 fps und aufsteckbaren Modulen. TechStage hat sie getestet und verrät, was die Mini-Actioncam leistet.

Nach knapp zweieinhalb Jahren hat der Hersteller das Nachfolgemodell der DJI Osmo Action (Testbericht) vorgestellt. Die neue Kamera mit dem Namen Action 2 verzichtet sowohl auf das Osmo im Namen, als auch auf unnötiges Gewicht und den klassischen Formfaktor von Actioncams. Mit gerade einmal 56 Gramm und Abmessungen von 39 x 39 x 22 mm ist die Action 2 die derzeit einzige und kleinste Actioncam, welche mit 4K bei 120 fps aufzeichnet.

Dieser Einzeltest gehört zu unserer Themenwelt Actioncams. Hier haben wir neben der mittlerweile in die Jahre gekommenen GoPro 8 (Testbericht) auch die einzige andere modulare Actioncam, die One R von Insta360 (Testbericht) getestet und vorgestellt.

In diesem Einzeltest, muss nun die DJI Action 2 zeigen, was sie kann.

Bei der Action 2 handelt es sich um eine vollwertige Actioncam im Kleinstformat. Anders als bei der Insta360 Go2 (Testbericht) geht es aber nicht allein um Größe, sondern auch um möglichst hohe Bildqualität und großen Funktionsumfang. Zwar hat auch schon der Hersteller Insta360 mit der One R eine modulare Actioncam im Programm, diese besteht allerdings immer aus mindestens zwei Modulen. Die Action 2 hingegen funktioniert ohne die zusätzlichen Aufsätze. Lediglich zum Aufladen wird eines der im Lieferumfang enthaltenen Module benötigt.

Die Action 2 steckt in einem würfelförmigen Metallgehäuse mit rückseitigem 1,76 Zoll Touchscreen und einem auf der Oberseite zentral platzierten Bedientaster. Der kleine Bildschirm ist dank einer Pixel-Dichte von 350 ppi knackscharf und selbst bei direkter Sonneneinstrahlung ausreichend hell. Trotz der geringen Größe klappt die Bedienung per Berührung erfreulich gut. Für die Aufnahmen kommt ein CMOS-Sensor mit 1/1,7 Zoll und einer maximalen Datenrate von 100 Mbit/s zum Einsatz. Fotos landen mit einer Auflösung von 12 Megapixel auf dem Speicher. Der FOV (Blickwinkel) beträgt 155 Grad.

Einen Speicherkarteneinschub oder einen USB-C-Port zum Laden sucht man an der eigentlichen Kamera vergeblich. Hier kommen die Module ins Spiel. Die Action 2 wird jeweils im Bundle mit einem Akku-Modul oder einem Modul mit zusätzlichem Front-Display vertrieben. Diese Aufsätze sind durch eine Kombination aus magnetischer Kontaktfläche und einer Verriegelung mit der eigentlichen Kamera verbunden. Neben dem USB-Ladeport, einem zweiten Auslöse-Taster sowie zusätzlicher Akkukapazität steht ein Micro-SD-Slot zur Verfügung. Dieser erweitert die internen 32 GByte Speicher um bis zu 256 GByte. Dank der geschlossenen Bauform ist die Kamera ohne Modul bis zu einer Tiefe von 10 Meter wasserdicht. Bei anderen Kameras funktioniert das zwar auch, allerdings bleibt durch die dort verwendeten Gummidichtungen immer ein Restrisiko.

Die Verarbeitung der Action 2 ist sehr hochwertig und durchdacht. So steht das Gehäuse ein kleines Stück über die Linse heraus und schützt diese zumindest vor dem Verkratzen. Für harte Action-Einsätze empfehlen wir trotzdem die Nutzung eines zusätzlichen Schutzes aus etwa TPU oder Silikon. Noch sind diese nicht erhältlich, allerdings werden Dritthersteller nicht lange mit entsprechenden Angeboten auf sich warten lassen.

Nach dem Auspacken der Kamera und der zahlreichen Zubehör-Artikel versuchen wir uns zunächst an der modularen Bauweise der Action 2. Das Zusammenstecken von Kamera und Modulen funktioniert dank der starken Magnetwirkung fast von allein – nach dem Aneinanderhalten ziehen sich die Module an und rasten in korrekter Ausrichtung ein. Lediglich die zusätzliche Verriegelung muss der Nutzer mit einem kurzen Druck auf einen kleinen Hebel selbst vornehmen. Das Lösen der einzelnen Elemente ist ebenso bequem und funktioniert mit einer Handbewegung. Im Test verwenden wir hauptsächlich das Akku-Modul, da wir für unsere Anwendungen kein zusätzliches 1,76-Zoll-Display mit Touch-Funktion an der Front benötigen. Für YouTuber und Selfie-Fans ist der zweite Bildschirm natürlich hilfreich.

Die im Gehäuse und den Modulen eingebauten Magnete dienen darüber hinaus dazu, um die Action 2 an metallische Gegenstände wie einen Handlauf oder ein Straßenschild zu befestigen. Für Aufnahmen in Bewegung ist der Magnet zu schwach, für Fotos oder Zeitraffer ist die Funktion aber hilfreich. Spannender ist allerdings die neue Action-2-Halterung, die ebenfalls auf Magnete und den schon in den Modulen verwendeten Verriegelungsmechanismus setzt. Für das Aufsetzen auf einem Stativ oder die Anbringung an einem Multikopter ist so letztlich nur ein Handgriff notwendig. Die Halterung gibt es mit Standard-Stativgewinde und mit dem klassischen Actioncam-Mount.

Die Bedienung der Kamera ist intuitiv und logisch gestaltet – wer sich einmal damit vertraut gemacht hat, kommt schnell damit zurecht. Ein langer Druck auf den Funktionstaster schaltet die Action 2 ein oder aus. Ein kurzer Druck startet und stoppt die Aufnahme. Nach unten Wischen öffnet das Einstellungsmenü. Hier finden sich WLAN-Einstellungen oder die Möglichkeit zwischen internem und SD-Speicher zu wechseln. Von der Mitte aus nach rechts zu wischen, öffnet ein Menü mit den verschiedenen Aufnahme-Modi (Foto, Video, kurzer Videoclip, Zeitlupe und Timelapse oder Hyperlapse). Deren Einstellungen wie Auflösung und Frame-Rate lassen sich nach einem Fingerzug von unten nach oben verstellen. Um die Belichtung oder den Weißabgleich manuell zu ändern, bewegt man den Finger vom rechten Displayrand in Richtung Mitte. Aufgenommene Fotos oder Videos lassen sich nach einem Wisch vom linken Bildrand Richtung Mitte überprüfen.

Wer möchte, kann die Action 2 auch für Livestreams oder als Webcam benutzen – ausprobiert haben wir das allerdings noch nicht.

Die Erwartungen an die Bildqualität der Action 2 sind hoch. Abgesehen davon, dass bereits das Vorgängermodell überzeugen konnte, ist die kleine Actioncam neben der GoPro 10 das einzige Modell, welches bis zu 120 fps bei 4K-Auflösung erlaubt. Auch an die Bildstabilisierung setzen wir hohe Erwartungen.

Obwohl wir die Kamera bisher nur einige Tage ausprobieren konnten, hinterlässt die Bildqualität insgesamt einen ausgezeichneten Eindruck. Bei guter und mittelmäßiger Ausleuchtung gelingen mit der Action 2 flüssige und gestochen scharfe Fotos, Videos und Aufnahmen in Zeitraffer. Dank der hohen Bildwiederholungsraten selbst bei maximaler Auflösung ist die Kamera für schnelle Bewegungen und Zeitlupenaufnahmen prädestiniert. Wie gut das in der Praxis funktioniert, haben wir auf dem FPV-Multikopter von DJI getestet. Die Kamera wurde im Test ohne weitere Dämpfung oder Gehäuse mit dem mitgelieferten Actioncam-Mount direkt auf die Drohne geschnallt. Trotz tief stehender Sonne sind dabei wunderschöne und großartig stabilisierte Aufnahmen entstanden. Zwar kann auch die Rocksteady genannte elektronische Bildstabilisierung nicht alle Wackler der Drohne ausgleichen, das ist allerdings den mangelnden Skills des Piloten und nicht der Action 2 anzurechnen.

Zeitraffer, Hyperlapse und Zeitlupenfunktion hinterlassen ebenfalls einen positiven Eindruck. Ein paar unserer Aufnahmen haben wir folgend zusammengeschnitten. Abgesehen vom Schnitt sind alle Aufnahmen unbearbeitet. Gefilmt haben wir in der Regel mit 4K und 30 bis 60 fps. Einige Szenen haben wir nur in Full HD aufgenommen. Bis auf wenige Ausnahmen kamen bei den Fotos ausschließlich automatische Einstellungen zum Einsatz.

Erst bei wenig Licht kommt der 1/1,7-Zoll-Bildsensor sichtbar an seine Grenzen. Je dunkler die Umgebung wird, desto stärker wird auch das Bildrauschen. Hier schneiden allerdings nur Kameras mit größerem Bildsensor, wie die Insta360 One R mit dem 1-Zoll-Modul (Testbericht), spürbar besser ab.

Positiv fällt beim Test die vergleichsweise niedrige Wärmeentwicklung auf. Diese haben wir sowohl bei niedrigen zweistelligen Außentemperaturen als auch bei Zimmertemperatur überprüft. Zum Test nehmen wir ein vier Minuten langes 4K-Video mit 120 fps auf. Nach Beendigung der Aufnahme ist die Action 2 bei einer Raumtemperatur von knapp über 20 Grad zwar schon sehr warm, aber noch nicht heiß. Bei niedrigen Außentemperaturen ist sie nach dem Test gerade einmal handwarm. Ob die Kamera mit oder ohne angestecktes Modul benutzt wird, scheint sich dabei kaum auszuwirken. Bedenkt man, dass viele andere Actioncams schon bei 4K und 60 fps heiß werden, sollte die Temperatur bei der Action 2 im Alltag nicht zu Problemen führen.

Ohne zusätzliches Modul hält der Akku der Action 2 bei 1080p und 30 fps fast 70 Minuten durch. Bei höherer Auflösung sinkt die Zeit auf knapp unter eine Stunde. Mit dem zusätzlichen Akku des Front-Displays sind laut Datenblatt bis zu 160 Minuten möglich. In Kombination mit dem Akku-Modul erreicht die Action 2 bis zu 180 Minuten (bei FHD und 30 fps). Bis Kamera und die Akku-Erweiterung wieder voll aufgeladen sind, vergehen etwa eineinhalb Stunden.

Zur Steuerung per Smartphone, zum Herunterladen der Aufnahmen und zur Bearbeitung kommt wieder die DJI-App MIMO zum Einsatz. Wichtig ist die Software hauptsächlich dann, wenn die Aufnahmen auf dem internen Speicher der Action 2 liegen. Wird auf einer Speicherkarte im Akku- oder Frontdisplay-Modul gespeichert, reicht ein Card-Reader zum Auslesen. Da sich die Daten nicht einfach vom Kamera-Modul auf eine Speicherkarte verschieben lassen, bleibt bei Aufnahmen auf dem internen Speicher nur der Weg über Smartphone/Tablet und die App.

Da MIMO bereits von anderen Kameras des Herstellers bekannt ist, gehen wir an dieser Stelle nicht weiter darauf ein.

Die Action 2 kommt zusammen im Bundle mit dem Akku- oder dem Frontdisplay-Modul zum Kunden. Zum Lieferumfang gehören außerdem ein USB-C-Ladekabel, eine magnetische Stativhalterung und eine Anleitung.

DJI bietet außerdem noch einiges an optionalem Zubehör. Dazu gehört etwa eine ebenfalls magnetische Makro-Linse für Aufnahmen in wenigen Zentimeter Entfernung. Auch eine Halterung, um die Action 2 um den Hals zu hängen, ist erhältlich. Eine ähnliche Lösung hat Insta360 für seine Go-Serie im Programm. Zusätzlich gibt es eine Befestigungsmöglichkeit mit dem Actioncam-Mount, eine magnetische Kopfhalterung, einen schwimmfähigen Handgriff, ein Ministativ und einen kleinen ausfahrbarer Selfiestick mit Fernbedienung. Diese arbeitet kabellos und verfügt über ein kleines Display. Für Fotos mit langer Belichtungszeit und Aufnahmen, bei denen man nicht direkt an die Kamera herankommt, ist die winzige Fernbedienung äußerst praktisch. Wer die Kamera beim Tauchen benutzen will, bekommt außerdem ein in bis zu 60 Meter Tiefe wasserdichtes Gehäuse, in welchem die Action 2 zusammen mit dem Akku-Modul Platz findet. Außerdem soll es zukünftig ein kabelloses Funkmikrofon geben.

Das Einzige, was wir während des Tests vermisst haben, ist eine einfache Hülle. Diese fehlt im Lieferumfang. Um Kamera und Modul nicht unnötig zu zerkratzen, haben wir uns deshalb mehrere Hüllen aus flexiblem TPU mit dem 3D-Drucker ausgedruckt.

Die DJI Action 2 zusammen mit dem Front-Display-Modul ist ab sofort für 500 Euro erhältlich. Das Bundle mit dem Akku-Modul ist ab Ende November 2021 für 400 bis 420 Euro verfügbar. Preislich bewegt sich die Action 2 damit zwischen der Insta360 One R (etwa 400 Euro) und der GoPro 10 für 530 Euro.

Für die gebotene Bildqualität, die hohe Frame-Rate bei 4K und den gelungenen Formfaktor ist der Preis angemessen. Wer auf das Front-Display verzichten kann, sollte allerdings auf das günstigere Bundle mit dem Akku-Modul warten.

Ungewöhnlich klein und gut gelungen – so lautet unser Fazit nach den ersten Tagen mit der DJI Action 2. Uns gefallen insbesondere das niedrige Gewicht und der Formfaktor in Kombination mit der hervorragenden Bildqualität – und das bei moderater Wärmeentwicklung. Auch die praktische und sehr komfortable Magnetverbindung zwischen Kamera, Zusatzmodul und Stativhalterung hinterlässt einen sehr positiven Eindruck.

Um negative Punkte zu finden, müssen wir kleinlich sein. Hier wäre am ehesten die fehlende Hülle für den Transport zu nennen. Außerdem wäre es schön, wenn sich zukünftig die Aufnahmen aus dem internen Speicher bequem auf die Speicherkarte im Modul verschieben lassen würden. Ansonsten bekommt man mit der DJI Action 2 eine großartige Actioncam im Kleinstformat. Wer seine Actioncam auf Drohne oder Helm montiert, bekommt wegen des geringen Gewichts derzeit keine Kamera, die besser geeignet ist.

Nur wer hauptsächlich bei Dunkelheit arbeitet, kommt mit der Action 2 an seine Grenzen. Hier ist die Insta360 One R mit dem 1-Zoll-Modul spürbar überlegen. Allerdings sind damit keine 120 fps bei 4K möglich. Diese gibt es aktuell sonst nur bei der Gopro 10, welche außerdem eine höhere Auflösung bietet, dafür aber teurer ist.

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