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Devolo Magic 2 WiFi next: Powerline mit WLAN im Test
Pro und Contra
  • PLC-Backbone 2400 MBit/s
  • Gute Wifi-5-Reichweite
  • Steckdose an der Front
  • PLC-Speed übertrieben
Rating:
  • 5.0
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TechStage schickt die neuen Powerline-Geräte Devolo Magic 2 WiFi next durch den Test. Sie locken mit einer hohen Geschwindigkeit, WLAN-Mesh-Funktion und einer Datenübertragung per Stromnetz.

Was tun, wenn WLAN-Router samt Mesh-Repeater dank dicker Decken und massiver Wände nicht bis ins hinterste Zimmer funken? Werkeine LAN-Kabel ziehen kann, dem bleibt die 230-Volt-Stromleitung. Die Daten fließen dann per PowerLAN, PowerLine oder PowerLine Communications (PLC). Einer der bekanntesten Hersteller für diese Netzwerktechnik ist Devolo. In der Vergangenheit haben wir bereits verschiedene Produkte getestet, darunter den Outdoor-Access-Point Devolo dLAN WiFi Outdoor (Testbericht) , das D-Link COVR-P2502-Kit (Testbericht) oder das Set zum Devolo Magic 2 (Testbericht) . Im Artikel PowerLAN für stabiles Internet in Haus und Garten gehen wir zudem auf die Stärken und Schwächen von Powerline ein.

In diesem Test prüfen wir, was der neue Devolo Magic 2 WiFi next auf dem Kasten hat. Der Test erscheint in unserer Themenwelt WLAN Mesh. Die Magic 2 WiFi next-Geräte bauen neben der Übertragung per PLC auf Wunsch ein WLAN-Mesh auf. Für den Test nutzen wir das Multiroom-Kit, das aus zwei Devolo Magic 2 Wifi next sowie einem Devolo Magix 2 besteht. Der Unterschied ist, dass letzter ohne WLAN-Funktionen kommt. Er ist dazu gedacht, das Netzwerk vom Router über das Stromnetz an die WLAN-tauglichen PLCs zu übertragen.

Die PLC-Adapter von Devolo halten sich beim Design an die Vorgaben der Vorgänger. Die rechteckigen, weißen Geräte stecken direkt in der Steckdose und bieten selbst wiederum eine Dose auf der Vorderseite. Diese „Durchsteckdose“ besitzt eine Belastbarkeit von bis zu 16 Ampere und einen Netzfilter für 2 – 80 Mhz. Das hat zwei große Vorteile: Erstens geht keine wertvolle Steckdose verloren. Zweitens werden Störungen durch billige Elektrogeräte dank Netzfilter nicht ungebremst in das Stromnetz eingeschleust. Die Idee ist, dass das eigene Netz so den Datenverkehr besser durchführen kann. Im Zweifel sollten geringwertige Elektroteile wie Handy-Ladestationen lieber in der Dose des PLC-Adapters stecken, selbst wenn an der normalen Mehrfachdose unter Putz noch eine ganz normale Schuko-Dose frei ist.

Die Datenübertragung übers Stromnetz setzt auf den Homegrid-Standard G.hn. Damit kann Devolo im Idealfall bis zu 2400 MBit/s übertragen, bei einer maximalen Reichweite von 500 Metern. Allerdings ist die tatsächliche Rate meist deutlich niedriger, je nach der Qualität des vorhandenen Stromnetzes. Zwei der Geräte funken mit Wifi-5. Damit schaffen sie bei 2,4 GHz theoretisch bis zu 300 MBit/s, bei 5 GHz bis zu 867 MBit/s. Es gibt also viel Luft zwischen dem Maximum der Powerline und dem WLAN. Zusätzlich haben alle Adapter Gigabit-LAN-Buchsen. Der Adapter, an den das Netzwerk vom Router kommt, hat nur einen Anschluss, alle weiteren haben zwei.

Die Einrichtung der Geräte ist bequem: Stecken zwei oder mehr Geräte im gleichen Stromkreislauf, finden und synchronisieren sie sich automatisch. Knöpfe drücken oder ähnliches ist nicht notwendig. Die WLAN-tauglichen PLCs funken ein Standard-WLAN in die Wohnung, 2,4 GHz und 5 GHz laufen dabei unter derselben SSID. Wer bereits ein bestehendes WLAN hat, der kann über die Funktion „Wifi Clone“ die Daten vom Router oder Access Point übernehmen lassen. Das funktioniert im Grunde sehr gut, allerdings haben die Devolo-Adapter die Trennung in zwei verschiedene SSIDs mit den Endungen 2G und 5G nicht komplett aus der Fritzbox übernommen. Ein altbekannter Jammer vieler Devolo-Produkte, und immer noch nicht behoben! Wir haben die SSID-Trennung in 2G und 5G händisch nachkorrigiert.

Wer will, der kann die Powerline-Adapter über den Webbrowser, eine App für Android und iOS oder eine Windows-, Linux- und MacOS-Software konfigurieren. Darüber lassen sich zahlreiche weitere Funktionen einstellen, darunter etwa Gäste-WLAN, Zeitschaltung, Kindersicherung, Mesh-WLAN, Multi-User MIMO, Airtime Fairness oder Access Point Steering. Gut gefallen hat uns, dass die Geräte das WLAN bereits per WPA3 verschlüsseln können. Viele Hersteller sparen sich diesen neuen Standard für ihre Wifi-6-Produkte auf.

Für die Leistungsmessung sitzt der WLAN-lose Magic 2 im gleichen Raum wie der WLAN-Access-Point Magic 2 Wifi next. Einen Raum darunter sitzt der zweite Magic 2 WiFi next, die Datenübertragung zu beiden erfolgt über die Stromleitung. Normalerweise würde man das zweite Gerät deutlich weiter entfernt positionieren, damit es etwaige Funklücken schließen kann. Wir haben uns für diesen Aufbau entschieden, damit das System mit den bestehenden Tests vergleichbar ist. Wie immer nutzen wir für die Netzwerk-Tests Daten, die auf einer Synology-NAS liegen und von dort per 10-GBit/s-LAN verteilt werden. Der PLC unterstützt zwar lediglich 1 GBit/s LAN, so verhindern wir aber, dass es zu einer Engstelle kommt.

Die erste Messung absolvieren wir mit einem Laptop, der über ein schnelles WiFii-6-Modul verfügt. Bei der blauen Kurve in der folgenden Grafik war nur der Devolo Magic 2 WiFi next im Dachgeschoss eingeschaltet. Fast 500 MBit/s Durchsatz in Zimmer 1 und 2 ist sehr gut. Noch schöner ist aber die Tatsache, dass der Access Point die Daten mit circa 170 MBit/s sogar bis in das fünfte Zimmer tragen konnte. Der WLAN-Chip im neuen Devolo-Funker macht somit einen guten Job.

Bei der roten Kurve war zusätzlich der Devolo Magic 2 WiFi next im Obergeschoss zugeschaltet. Ein kleiner Mehrwert ist erkennbar, hält sich aber in Grenzen. Vermutlich ist das 230-Volt-Stromnetz unserer über 30 Jahre alten Testwohnung, Baujahr 1989, nicht optimal für Powerline geeignet. Außerdem hingen viele billige Elektrogeräte samt Ladestationen für Smartphones und DECT-Telefone am Stromnetz - ganz wie im echten Leben.

Die zweite Messung absolvieren wir mit einem Samsung Galaxy Note10+ (Testbericht) . Es funkt maximal 1200 MBit/s in Wifi-6. Bei der ersten Handy-Mess-Grafik war nur der erste Devolo-PLC-zu-WLAN-Adapter im Dachgeschoss eingeschaltet. Nach circa 50 Sekunden hat das Gespann aus Devolo und Samsung gemerkt, dass es auf knapp 500 MBit/s hochschalten kann. Im zweiten Zimmer kam nach einem kurzen Absturz der nächste Aufschwung bis fast 300 MBit/s. Im dritten, vierten und fünften Zimmer lag der Speed grob gesagt um circa 50 MBit/s. Die Signalstärke (blaue Kurve) blieb aber durchwegs besser als minus 80 dBm, was eine gute Voraussetzung für einen stabilen Speed ist.

Die nächste Messung mit zwei eingeschalteten Devolo-PLCs darf man nicht allzu ernst nehmen, denn die App misst nicht den wahren Ende-zu-Ende-Durchsatz von der NAS bis in das Handy, sondern immer nur den Speed zwischen Handy und dem gerade verbundenen Devolo-Gerät. Sie zeigt aber schön, ob der Wechsel zwischen den Access Points überhaupt stattfindet und dessen Geschwindigkeit. Das Handy hat erst beim Eintritt in das vierte Zimmer vom ersten auf den zweiten Devolo Magic 2 WiFi next gewechselt. Dadurch ist dann der Durchsatz wieder von gut 90 auf knapp 270 MBit/s gestiegen.

Würden wir länger als immer nur 60 Sekunden pro Zimmer verweilen, könnte das Gespann sich auf noch schönere Werte einpendeln. Aber so einfach wollen wir es unseren Testgeräten nicht machen.

Ein einziger Devolo Magic 2 WiFi next benötigt laut Devolo-Handbuch maximal 12,1 Watt, typisch 8,9 Watt und im Stand-By 3,1 Watt. Wir haben alle drei Adapter zusammen in eine Steckdosenleiste gesteckt und den ersten Adapter per LAN-Kabel mit einer Fritzbox verbunden, also fast wie im echten Leben. Nach dem Hochfahren lag der Verbrauch aller drei Devolos im Stand-by zusammen knapp unter 17 Watt. Bei leichten Surf-Aktivitäten mit dem Wifi-6-Handy haben wir maximal 18 Watt gemessen. Nach dem Herausnehmen eines der beiden PLC-WLAN-Funker benötigten die zwei restlichen Adapter noch knapp 11 bis 13 Watt bei Stand-by und leichtem Surfen.

Devolo Magic 2 WiFi next ist in drei Packungsgrößen lieferbar. Das Multiroom Kit umfasst 1x LAN-PLC-Adapter plus 2x PLC-LAN-WLAN-Geräte samt LAN-Kabel. Es kostet in der UVP knapp 300 Euro. Beim Starter Kit liegt ein LAN-zu-PLC-Adapter plus ein PLC-WLAN-Adapter samt Ethernet-Kabel im Paket. Als UVP ruft der Hersteller hier knapp 200 Euro auf. Einzeln kostet ein Magic 2 WiFi next knapp 130 Euro. Er eignet sich zur Nachrüstung einer vorhandenen Devolo-Installation, denn zum Start braucht man immer zwei Adapter.

Ein WLAN-Mesh per Powerline ist für alle interessant, deren WLAN-Geräte nicht gut durch Wände funken und wo keine LAN-Kabel gezogen werden können. Die Magic 2 WiFi next von Devolo gefallen uns dabei vor allem wegen der simplen Einrichtung, der ordentlichen WLAN-Reichweite und dem guten Datendurchsatz.

Sie setzen allerdings voraus, dass das Stromnetz sauber installiert ist und es nicht zu viele Störquellen gibt. Ansonsten kann es helfen, die PLC-Adapter in andere Steckdosen umzustecken. Im konkreten Fall konnten die Geräte nicht einmal ansatzweise ihr theoretisches Maximum von 2400 MBit/s herausholen. Das ist aber auch nicht so schlimm, für viele Anwender reichen die WiFi-5-Geschwindigkeiten locker. Wer VDSL 50 oder VDSL 100 in so einer ähnlichen Wohnung verteilen will, dürfte keinen großen Geschwindigkeitsverlust spüren.

Preislich liegt Devolo im oberen Bereich der PLC-Lösungen, dafür bietet der Hersteller aber unserer Erfahrung nach auch ordentlichen Support und eine große Anzahl an zueinander kompatiblen Geräten. Wer günstigere Alternativen sucht, für den gibt es Alternativen wie das etwas ältere Netgear Powerline WiFi 1000 Kit (Testbericht) , das im Set etwa 70 Euro kostet aber deutlich weniger Durchsatz schafft.

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