Der beste E-Scooter von Xiaomi: Mi 4 Pro im Test

Xiaomi Mi 4 Pro
Pro und Contra
  • exzellentes Fahrverhalten auch für große Fahrer
  • Motor, Bremsen, Reifen
  • deutlich teurer als der Vorgänger
  • keine Federung, Display spiegelt
  • zu kleiner Seitenständer
  • 4.5

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Der Xiaomi Mi 4 Pro ist das neue Spitzenmodell von Xiaomi. Er ist insgesamt größer, stabiler und hat einen stärkeren Motor. Was uns gefällt ­– und was nicht, zeigen wir im Test.

Kaum ein anderer E-Scooter-Hersteller hat mehr Erfahrung mit elektrischen Tretrollern als Xiaomi. Schließlich produzieren die Chinesen bereits seit dem Jahr 2016 E-Scooter. Diese Erfahrung merkt man ihren Elektroscootern an. Nicht umsonst findet sich der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht) in unserer ausführlichen Bestenliste Top 10: Die besten E-Scooter im Test ganz oben wieder. Auch der Xiaomi Mi 1S (Testbericht) kann sich sehen lassen.

Der Xiaomi Mi 4 Pro schickt sich nun an, den sehr guten Xiaomi Mi Pro 2 vom Xiaomi-Thron zu verdrängen. Denn der Neue bietet größere Reifen und dadurch ein besseres Fahrgefühl. Außerdem hat er einen stärkeren Motor und auch sonst verbesserte Xiaomi den E-Scooter an vielen kleineren Stellen. Doch nicht alles ist besser. Der größte Haken: Der Xiaomi Mi 4 Pro kostet mit 800 Euro gut 200 Euro mehrt als der Vorgänger. Ob sich der Aufpreis lohnt, zeigt dieser Testbericht des Xiaomi Mi 4 Pro.

Der Xiaomi Mi 4 Pro kommt im dezenten, matten Grau, unterbrochen durch rote Farbakzente. Das sorge bereits beim Vorgänger für einen stylischen und eindeutig wiedererkennbaren Look. Auch die Kabelführung ist vorbildlich. Ein einziges rotes Kabel führt von der Bremse in die Lenkstange. Im unteren Bereich sind wieder ein paar Kabel zu sehen, die jedoch hervorragend ins Design integriert sind und nicht negativ auffallen. Insgesamt gefällt uns die Optik sehr gut. Der Xiaomi Mi 4 Pro wirkt eher wie ein Business-Roller als ein Spielzeug für Nerds.

Auch bezüglich der Verarbeitung rollt der Xiaomi Mi 4 Pro ganz vorne mit. Er hinterlässt sogar einen besseren Gesamteindruck als der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht). Alles wirkt wie aus einem Guss, nichts wackelt, es gibt keine offensichtlichen Schwachstellen bei der Qualität.

Der Mi 4 Pro wiegt knapp 17 Kilogramm, der Mi Pro 2 wiegt mit gut 14 Kilogramm deutlich weniger. Der neue ist aber nicht nur schwerer, sondern auch größer. Er kommt nun auf die Maße 120 x 48 x 124 Zentimeter, statt 113 x 43 x 118 Zentimeter. Seine maximale Zuladung wächst von 100 Kilogramm auf 120 Kilogramm. Das Trittbrett ist mit 49 x 15 Zentimetern gleichgeblieben, gehörte aber auch vorher schon zu den größeren. Vor allem der hohe Lenker und die hohe Zuladung macht ihn für größere Fahrer attraktiv. Laut Xiaomi ist der E-Scooter für Personen bis zu einer Körpergröße von zwei Metern geeignet. Eine IP54-Zertifizierung zeigt an, dass der E-Scooter gegen Spritzwasser geschützt ist.

Der Hebel zum Umlegen der Lenkstange wurde im Vergleich zum Vorgänger etwas verbessert. Er ist selbsterklärend, leichtgängig und sicher. Besser kann man das Scharnier kaum machen. Einmal umgelegt, rastet die Öse der Klingel in den Haken am hinteren Schutzblech ein. Das kennt man bereits vom Vorgänger. So kann man ihn an der Lenkstange hochheben und tragen.

Ein kleiner ausklappbarer Seitenständer lässt den E-Scooter zusammen- oder aufgeklappt stehen. Allerdings ist er deutlich zu klein geraten. Auf unebenem oder schiefen Untergrund besteht stets die Gefahr, dass der Xiaomi Mi 4 Pro umfällt.

Der Lenker wirkt angenehm aufgeräumt. Mittig sitzt das schick integrierte OLED-Display, welches bei direkter Sonneneinstrahlung leider kaum noch ablesbar ist. Es zeigt neben der aktuellen Geschwindigkeit außerdem den Akkustand, den Status des Lichts und die gewählte Unterstützungsstufe an. Darunter sitzt der einzige Knopf. Dank Mehrfachbelegung schaltet er den E-Scooter ein und aus, regelt das Licht und die Unterstützungsstufe.

Auf der rechten Seite sitzt der Daumengriff für die Steuerung des Motors. Über ihn lässt sich die Geschwindigkeit fein regulieren. Allerdings geht er gerade für längere Fahrten etwas zu straff. Das kann zu Schmerzen im Daumen führen. Auf der linken Seite sitzt neben der Klingel der Bremsgriff.

Das Frontlicht sitzt weit oben nach vorne gerichtet an Lenker. Es ist in seiner Höhe fix und kann entsprechend nicht variiert werden. Allerdings ist die Höhe gut voreingestellt. Auch seine Helligkeit ist hervorragend für Fahrten im Dunklen geeignet. Das Frontlicht schaltet sich zusammen mit dem Rücklicht ein und aus. Leider leuchtet das Rücklicht beim Bremsen nicht auf.

Vor der ersten Fahrt muss der Roller über die Xiaomi-Home-App und einen QR-Code am Roller entsperrt werden. Dafür verlangt die App zunächst eine Registrierung per E-Mail oder Telefonnummer. Nach einem Software-Update und einem Anleitungsvideo kann es dann losgehen. Kurios: Nach der Registrierung soll der Nutzer dem E-Scooter einen Raum zuweisen.

Die App zeigt die Restreichweite in Kilometern. Außerdem kann mit ihr der Motor gesperrt werden und es gibt eine Option, den Grad an Energierückgewinnung von Niedrig über Mittel auf Hoch zu stellen. Im Modus Hoch bremst der Xiaomi Mi 4 Pro selbstständig bis zum kompletten Halt, wenn der Fahrer den Daumen vom Griff nimmt.

Schon das Fahren mit dem Xiaomi Pro 2 ist komfortabel. Doch der Mi 4 Pro schlägt das gute Fahrgefühl seines Vorgängers locker. Das liegt an der vergleichbar hohen Verarbeitungsqualität bei gleichzeitig von 8,5 auf 10 Zoll gewachsenen Luftreifen. Die größeren Luftreifen schlucken Unebenheiten besser als ihren kleineren Vertreter. Diese neuen Reifen haben keinen Schlauch und sollen deswegen dank einer Beschichtung widerstandsfähiger gegenüber Schäden sein.

Trotz der größeren Reifen eignet sich der Xiaomi Mi 4 Pro hauptsächlich für das urbane Umfeld. Denn eine Federung fehlt ihm komplett. Mal über Kopfsteinpflaster oder einen Feldweg heizen geht – allerdings rüttelt es den Fahrer ordentlich durch. Wer Offroad fahren will, sollte zu gut gefederten Modellen wie den Gomate Steap ER1 Evo (Testbericht) oder den IO Hawk Legend (Testbericht) greifen.

Der Xiaomi Mi 4 Pro bietet ­– wie gesetzlich vorgeschrieben – zwei Bremssysteme: Eine mechanische Scheibenbremse am Hinterrad und die elektrische Motorbremse am Vorderrad. Jedoch kann der Fahrer sie über den Bremshebel nicht getrennt, sondern nur gleichzeitig ansprechen. Um fein dosiert zu bremsen, braucht es etwas Übung. Das System eignet sich jedoch gut, um mit einer Vollbremsung flott zum Stehen zu kommen.

Wir kommen aus voller Fahrt auf trockenem Asphalt auf etwa 2,5 Meter. Übrigens besitzt die Motorbremse am Vorderrad ein Antiblockiersystem. Auch eine Vollbremsung auf feuchtem Laub bringt den E-Scooter nicht ins Schlingern. Wir empfehlen beim Fahren dennoch dringend einen Helm. Mehr dazu in unserem Ratgeber Blinker, Notruf & Musik: Deswegen lohnt sich ein smarter Fahrradhelm.

Der Motor bietet bei 36 Volt eine Nennleistung von 350 Watt (700 Watt Spitze), beim Vorgänger sind es 300 Watt (600 Watt Spitze). Tatsächlich gehört der Xiaomi Mi 4 Pro damit zu den stärkeren E-Scootern. Noch dazu ist der Antrieb flüsterleise. Mit den Motoren von teuren Premium-Modellen wie dem Egret X (Testbericht) kann er nicht mithalten. Allerdings reicht die Power, um auch schwerere Fahrer flott moderate Steigungen hinaufzubefördern. Fahrer müssen jedoch auf Schotter und unebenem Untergrund aufpassen. Denn der Motor sitzt vorn, weshalb das Vorderrad beim Beschleunigen Traktion verlieren kann.

Der E-Scooter fährt laut Display und per GPS nachgemessen ziemlich genau 20 Kilometer pro Stunde, bevor er abregelt. Immerhin mehr als der Mi Pro 2, der nur 19 Kilometer pro Stunde fährt. Trotzdem hätte Xiaomi gerne den rechtlichen Rahmen ausnutzen und seinen Elektroroller 22 Kilometer pro Stunde fahren lassen dürfen.

Die Akkukapazität ist gegenüber dem Xiaomi Mi Pro 2 leicht von 474 auf 446 Wattstunden gefallen. Trotzdem schreibt Xiaomi, dass die Reichweite von 45 auf 55 Kilometer steigt. Xiaomi gibt als Grund Software-Optimierungen an. Aber auch die größeren Reifen könnten hier eine Rolle spielen.

Eine Einschätzung der tatsächlichen Reichweite ist schwierig. Hier spielen viele individuelle Faktoren wir Fahrergewicht, Außentemperatur, zurückgelegte Höhenmeter, Untergrund, Beschleunigung, Durchschnittsgeschwindigkeit und vieles mehr eine entscheidende Rolle. Mehr dazu in unserem Reichweiten-Test: Die Top-10-E-Scooter mit dem größten Akku. Wir gehen bei einem Fahrer mit 85 Kilogramm im Sportmodus und Fahrten in der Stadt von etwa 25 Kilometern echter Reichweite aus.

Der Ladeport sitzt diesmal nicht mehr auf Höhe des Trittbretts, sondern an der Verbindungsstrebe zwischen der Lenkstange und dem Trittbrett. Dadurch ist er besser erreichbar. Außerdem kommt ein magnetischer Ladeport zum Einsatz, was den Ladevorgang etwas erleichtert.

Der Xiaomi Mi 4 Pro E-Scooter ist seit Ende August 2022 erhältlich. Seitdem ist sein Preis von 800 auf 760 Euro gefallen. Wir gehen davon aus, dass er zukünftig entweder dauerhaft oder bei Aktion günstiger sein wird. Im Vergleich: Sein Vorgänger Xiaomi Mi Pro 2 kostet zum Testzeitpunkt 550 Euro.

Der Xiaomi Mi 4 Pro ist der beste E-Scooter von Xiaomi. Er fährt sich dank seiner kompakten Bauweise, den größeren Reifen, dem starken Motor und der guten Bremsen hervorragend und eignet sich dank des hohen Lenkers und des großen Trittbretts auch für große Fahrer. Dazu sieht er schick aus und kommt mit kleinen, aber feinen Verbesserungen wie einem neuen Klappscharnier und einem magnetischen Ladestecker. Seine Reichweite ist jedoch eher durchschnittlich.

Wegen der fehlenden Federung eignet er sich vor allem für Asphalt. Wer über Kopfsteinpflaster fährt, wird ordentlich durchgeschüttelt. Das Display spiegelt und kann in heller Umgebung nur schwer abgelesen werden. Der Daumengriff geht für unser Empfinden etwas zu straff und das Rücklicht leuchtet beim Bremsen nicht auf.

Der größte Kritikpunkt findet sich jedoch im Preis. Denn auch wenn der Xiaomi Mi 4 Pro in so gut wie allen Punkten besser ist als der Xiaomi Mi Pro 2, so ist er jedoch auch etwa 200 Euro teurer. Für diesem Preis bekommen Käufer bereits einen Segway Ninebot Max G30D II (Testbericht), der einen größeren Akku mitbringt. Wer einen E-Scooter mit einem richtig starken Motor will, bekommt für einen vergleichbaren Preis auch den Vmax VX 2 (Testbericht). Für einen kompletten und umfassenden Überblick empfehlen wir unsere Bestenliste Top 10: Die besten E-Scooter 2022 von Segway bis Xiaomi im Test.

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