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DeLonghi La Specialista im Test: Vollautomat mit Siebträger
Pro und Contra
  • Sehr guter Kaffee
  • Gute integrierte Funktionen
  • Einfache Reinigung
  • Milchaufschäumer sabbert etwas
Rating:
  • 5.0
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Ein Siebträger mit integrierter Kaffeemühle und Tamping-System, für weniger als 800 Euro. TechStage testet die La Specialista von De’Longhi und zeigt die Unterschiede zu klassischen Vollautomaten.

Mit den Hybrid-Maschinen kommt endlich ein wenig Bewegung in den Kaffeemaschinenmarkt. Die Idee dahinter ist simpel: Wie würde eine Maschine aussehen, die die Vorteile der Vollautomaten mit den Vorteilen der Siebträger kombiniert? Klar, bei vielen Puristen sorgt das für geschwollene Wutadern, interessant ist die Idee dennoch. Wenn man die Hürden wie eine separate Mühle oder das Tamping abbaut, dann wird guter Kaffee für einen viel größere Zielgruppe zugänglich. Die La Specialista versucht genau das. Im Gerät steckt neben einer Mühle gleich noch das Smart Tamping System, das immer korrekt gepressten Kaffee verspricht.

Die La Specialista ist die zweite Hybrid-Maschine, die wir in unserer Themenwelt Vollautomaten testen. Die Erste war die Sage The Barista Touch (Testbericht) . Alternativ haben wir in der Themenwelt noch weiter Geräte, etwa die De'Longhi Dinamica Plus (Testbericht) oder die Nivona NICR 789 (Testbericht) .

Die La Specialista ist deutlich wuchtiger als die Dinamica Plus oder die NICR 789. Sie benötigt rund 34 × 31 cm Grundfläche, auf der linken Seite sitzt zudem der Hebel für das Smart Tamping System. Insgesamt mach die Maschine einen sehr guten Eindruck, auch wenn Plastik dominiert. Das ist einfach der Unterschied zu anderen Siebträgern, die allerdings gerne doppelt oder dreimal so teuer sind.

Oben sitzt links das Mahlwerk mit dem Vorratsbehälter für die Bohnen. Rechts daneben ist der Tassenwärmer zu finden.

Im Lieferumfang der Maschine gibt es neben dem Gerät selbst noch den Bohnenbehälter, einen Siebträger sowie zwei Einsätze (einfach oder doppelt). Dazu kommen mehrere Bürsten und ein Entkalkungsmittel. Es fehlt uns lediglich ein Ausklopfbehälter (mehr dazu später). Außerdem wäre es schön, wenn die De’Longhi eine integrierte Werkzeugschublade hätte wie die Sage Barista Touch, damit alles im Gerät aufgeräumt ist.

Einen Touchscreen oder ein anderes Infodisplay hat die La Specialista nicht. Stattdessen beleuchtet sie kleine Icons. Diese warnen vor zu wenig Wasser, melden, ob der gemahlene Kaffee bereits angepresst wurde oder ob die Maschine gerade aufwärmt.

Das Schwierigste am Aufbau ist, die La Specialista aus dem Karton zu bekommen. Idealerweise sollte man zu zweit sein, um die 13 kg schwere Maschine aus der Styropor-Hülle zu befreien. Danach ist es recht einfach: Schutzfolien abziehen, Kabel einstecken, Kaffeebehälter aufsetzen und verriegeln, fertig.

Die Inbetriebnahme wird im Handbuch gut erklärt und man sollte sich daran durchhangeln. Wir haben ein paar Liter Wasser durch das System gespült, bis der Plastikgeruch und -Geschmack endgültig weg war. Die ersten 5 bis 10 Espressos sollte man einfach wegschütten, sie schmecken immer noch etwas nach Kunststoff. Das ist soweit normal, die Maschine ist einfach neu. Für die erste Inbetriebnahme sollte man entsprechend nicht den teuren Kaffee verwenden, statt Kopi Luwak empfehlen wir eher eine Espresso-Röstung vom Discounter.

Denn nachdem das System durchgespült ist, geht es ans Anpassen des Mahlgrads, die Füllmenge und das Tamping. De’Longhi empfiehlt die mittlere Einstellung des Mahlgrads, um sich anschließend vorzutasten. Die eigentliche Einrichtung ist simpel: Siebträger einsetzen, ganz nach rechts drehen und die Maschine mahlt eine Portion in den Siebträger. Anschließend zieht man den Tamping-Hebel links nach vorne und schiebt ihn ganz zurück. Die La Specialista erinnert mit einem blinkenden Icon daran, wenn der Hebel gezogen wurde.

Das Kaffeemehl sollte knapp unterhalb einer Markierung im Siebträger sitzen. Falls zu wenig oder zu viel Kaffee im Träger ist, kann man die Menge mit einem Drehregler anpassen. Tatsächlich klingt das alles aufwendiger als es ist, im Test hatten wir sehr schnell den richtigen Mahlgrad und die korrekte Menge. Damit ist der Aufbau abgeschlossen, er dauert rund 20 bis 30 Minuten. Die längste Zeit nimmt dabei der Spülvorgang in Anspruch.

Sobald die Menge an Kaffeemehl stimmt, kann man losbrühen. Siebträger einsetzen, nach rechts drehen, Kaffee nach dem Mahlen tampen, Siebträger herausnehmen, in die zweite Fassung zum Brühen drehen und anschließend auf “OK” drücken. Je nach gewählter Menge macht die Maschine dann einen Espresso, einen Americano oder einen Kaffee.

Während des Brühvorgangs kann man an einem Manometer den Druck sehen. Das ist bedingt hilfreich, zwei Drittel der Anzeige werden als “Optimal Pressure” gekennzeichnet, lediglich das letzte Drittel ist rot markiert. Sprich, damit kann man vor allem Fehler suchen, aber den Kaffee wenig optimieren. Dennoch, in den Standardeinstellungen mit einmal Tampen kommt ein sehr guter Espresso mit einer schönen Crema in die Tasse.

Dazu gleich eine Warnung: Gerade am Anfang zur Einrichtung sollte man einen milderen Espresso nutzen. Wir verwendeten den starken Espresso aus dem Test des letzten Vollautomaten und nach der Verkostung im Rahmen des Aufbaus hatten wir ein leichtes Kaffee-High. Mittelfristig würden wir für den Automaten eine mittlere Röstung empfehlen.

Milch für Cappuccino, Flat White oder Latte Macchiato muss man selbst aufschäumen. Dazu legt De’Longhi eine kleine Kanne aus Metall bei. Die Dampflanze sitzt rechts an der Maschine und hat zwei Einstellungen: entweder festerer Schaum für einen Flat White oder etwas fluffigeren Schaum für einen Cappuccino. Im Test hatten wir meist den Cappuccino-Modus, damit kann man sehr gut das Verhältnis aus heißer Milch und Schaum kontrollieren. Die Dampffunktion schaltet man über einen Drehknopf an der rechten Seite ein. Wobei es hier keine Abstufungen gibt, man Dampft entweder voll oder gar nicht. Mit etwas Übung bekommt man schnell vernünftigen Milchschaum hin.

Wer möchte, der kann mit dem zweiten Siebträgereinsatz gleich die doppelte Menge Kaffee oder Espresso ziehen. Dazu muss man nur die “x2”-Taste drücken. Der Umbau des Einsatzes ist einfach, man sollte aber gute Fingernägel oder ein Messer griffbereit haben, um den Einsatz zu wechseln.

Wir nutzten im Test den Eco-Modus der Kaffeemaschine. Dabei schaltet sie sich nach kurzer Zeit ab, zum wieder hochzufahren benötigt sie knapp 20 Sekunden. Dann ist das Wasser heiß genug für einen Espresso. Wer danach gleich Dampf benötigt, muss noch mal knapp 20 Sekunden warten. Im Stand-by benötigt die Maschine 0,6 W, schaltet sie sich im Eco-Modus aus, fällt der Wert auf 0,2 W.

Die La Specialista macht mit wenig Einarbeitung sehr guten Kaffee, feinen Espresso und guten Cappuccino, daran gibt es nichts zu rütteln. Der Kaffee ist intensiver im Geschmack und gefühlt auch stärker im Koffein als bei einem Vollautomaten.

Gut gefällt uns, dass der überschüssige Dampf und das erhitzte Wasser abgelassen werden. Damit schmeckt der Kaffee auch dann nicht verbrannt, wenn man erst die Milch erhitzt und anschließend den Espresso dazu brüht. Insgesamt funktioniert das Aufschäumen gut, es ist aber nicht so bequem wie bei der Sage Barista Touch (Testbericht) , bei der man das Kännchen auf einen Sensor stellt und das Schäumen fast automatisch passiert. Die Milch sollte maximal 1,5 Prozent Fett haben und idealerweise immer aus dem Kühlschrank kommen.

Die La Specialista macht weniger und zugleich mehr Arbeit als ein Vollautomat. Das klingt paradox, ist aber erklärbar: Direkt am Geräte spart mach sich das viele Gespüle und säubern von Kaffeeauslauf, Milchbehälter etc. Auch die Abflussschale muss nicht so häufig geleert werden. Und da keine Milch in diese läuft, gibt es auch keine Gefahr von Schimmel oder ähnlichem.

Auf der anderen Seite muss man den Siebträger nach jeder Nutzung ausklopfen und kurz auswaschen. Damit das vernünftig funktioniert, sollte man sich unbedingt einen Ausklopfbehälter zulegen, alternativ kann man eine Ausklopfstange in den Müll einbauen. Ohne diese bekommt man das Kaffeemehl nur schwer und mit einer riesigen Sauerei aus dem Siebträger. Parallel dazu muss man die Dampflanze nach jeder Nutzung kurz reinigen. Wir sind im Test dazu übergegangen, eine Küchenrolle direkt neben der Maschine zu haben und einen zweiten Becher mit Wasser bereitzustellen, mit dem man die Dampflanze kurz ausspülen kann. Im Betrieb fiel zudem auf, dass immer wieder Milch oder Kaffee auf den Bereich um die Maschine tropft. Eine Unterlage ist entsprechend sinnvoll, wir nutzen im Test eine günstige Backmatte aus Silikon.

Neben der normalen Reinigung ist die Entkalkung wichtig. Die ist etwas komplizierter, einfach, weil ein Bildschirm fehlt, welcher durch die Entkalkung führt. Das Handbuch ist hilfreich und führt gut durch den kompletten Reinigungsprozess. Man sollte rund eine Stunde für den Vorgang einplanen.

De’Longhi nennt für die La Specialista eine UVP von 799 Euro. Der Preisverlauf zeigt, dass sie teilweise knapp über 600 Euro zu bekommen war. Allerdings ist die Maschine nicht alles, man benötigt etwas Zubehör. Wir empfehlen auf jeden Fall einen Ausklopfhbehälter, um den Kaffeesatz bequem auszuklopfen. Ebenfalls nicht schlecht ist eine Silikonbackmatte oder eine Grillmatte als Unterlage, damit man verspritze Milch oder Kaffee bequem aufwischen kann.

Nach dem Test der Sage Barista Touch war unser Interesse für die Hybridmaschinen geweckt. Mit der De’Longhi La Specialista wird es noch größer. Die Maschine ist dank des integriertem Tamping-Systems noch einfacher zu bedienen, die Qualität des Kaffees übertrifft zudem die meisten Vollautomaten locker. Unserer Meinung nach kombiniert sie die einfache Nutzung der Vollautomaten mit der hohen Kaffeequalitä der Siebträger. Allerdings muss man sich darüber klar sein, dass die eigentliche Zubereitung mehr Aufwand ist, vor allem, wenn man einen Cappuccino trinken möchte.

Wer nur einen Knopf drücken will, der ist hier falsch. Wer aber ein wenig mit dem Kaffee spielen und den Bezug optimieren will und gleichzeitig kein Problem mit dem manuellen Aufschäumen hat, der sollte sich die La Specialista genauer ansehen. Aber nur, wenn man zusätzlich einen Ausklopfbehälter einkauft.

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