Transcend Drivepro 230Q Data Privacy im Test: Datenschutz-Dashcam

Transcend DrivePro 230Q Data Privacy
Pro und Contra
  • einfach zu befestigen und einzurichten
  • Speicherkarte liegt bei
  • fairer Preis 
  • Gehäuse und Halterung relativ lang
  • kein USB-Kabel zur Verbindung mit PC 
  • mäßig scharfe Aufnahmen 
  • 4.5

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Die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy für knapp 80 Euro möchte als Dashcam mehr Fokus auf den Datenschutz legen. Wie gut das klappt, zeigt der Test.

Eine Dashcam (Themenwelt) kann bei einem Unfall ein hilfreiches Mittel sein, um die Schuldfrage zu klären. Lange war der Einsatz hierzulande umstritten. Verboten waren sie zwar nie, allerdings ist die Frage nach der datenschutzkonformen Nutzung strittig. Laut einem BGH-Urteil (heise online) aus dem Jahr 2018 können Aufnahmen einer Dashcam im Einzelfall bei einem Zivilprozess zugelassen werden – selbst, wenn diese rechtswidrig erstellt wurden. Das Gericht selbst gibt keine klaren Vorgabe zur Handhabung der Autokamera, sondern liefert nur Hinweise, was eine datenschutzkonforme Dashcam ausmachen würde. Mehr dazu erklären wir im Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro.

Zu den Rahmenbedingungen gehört unter anderem, dass die Aufnahmen nur anlassbezogen und nicht permanent erstellt werden dürfen. Transcend wirbt bei der Drivepro 230Q Data Privacy damit, die Autokamera als Sonderedition eigens für den deutschen Markt entwickelt zu haben, um den Datenschutzbestimmungen besser gerecht zu werden. Hierzu kommt etwa eine permanente Loop-Funktion zum Einsatz, auf eine Parküberwachung verzichtet der Hersteller bei dem Modell bewusst. Wir zeigen im Test, was die Dashcam anders macht und wie gut sie sich im Vergleich mit anderen Modellen schlägt.

Die quaderförmige Dashcam aus einem Kunststoffgehäuse misst 7 x 6,3 x 3,5 Zentimeter und wiegt knapp 80 Gramm. Damit ist sie um 1,5 Zentimeter breiter und fast 3 Zentimeter höher als etwa die Garmin Dash Cam 67W (Testbericht), aber kompakt im Vergleich zur Nextbase 622GW (Testbericht). Sie nimmt schon etwas mehr Platz ein im Sichtfeld des Fahrers und ist auch von außen gut sichtbar. Alles in allem stört sie aber beim Fahren kaum.

Zur Befestigung an der Windschutzscheibe dient eine Saugnapfhalterung, die der Autokamera beiliegt. Das erlaubt eine einfache Montage. Das Abnehmen der Dashcam ist problemlos möglich und hinterlässt auch keine Rückstände an der Frontscheibe. Allerdings hält der Saugnapf nicht immer fest genug, sodass uns die Kamera während der Fahrt schon ein Mal heruntergefallen ist. Hier ist es wichtig, die entsprechende Stelle an der Frontscheibe vorher gründlich zu reinigen und wieder zu trocknen.

Zwar hält eine Halterung mit Klebefläche wie bei der Garmin Dash Cam 67W (Testbericht) deutlich fester, diese ist dafür aber schwerer zu entfernen. Wer der Saugnapfhalterung nicht genug Vertrauen schenkt, kann für die Drivepro 230Q einen Haltearm zum Ankleben an die Windschutzscheibe als Zubehör kaufen.

Zum Lieferumfang der Transcend Drivepro 230Q Data Privacy gehört neben der Saugnapfhalterung ein Stromkabel für den 12-Volt-Anschluss im Pkw und sogar eine Micro-SD-Karte mit 32 GByte Speicherkapazität – das ist nicht selbstverständlich bei anderen Herstellern. Das Kabel ist lang genug, um es hinter dem Rückspiegel entlang der Verkleidung an der Windschutzscheibe zu führen, damit es nicht störend in den Innenraum hängt und sich gegebenenfalls mit der Schaltung verheddert.

Das LC-Display misst 2,4 Zoll in der Diagonale. Zur Standortbestimmung greift die Drivepro 230Q auf GPS und Glonass zurück, ein Bewegungssensor ist ebenfalls vorhanden sowie eine Loop-Funktion. Ein Mikrofon für Tonaufnahmen aus dem Innenraum sowie Lautsprecher für Warntöne gehören ebenfalls zur Ausstattung

Von Haus aus ist die Drivepro 230Q so eingestellt, dass nur maximal zwei Aufnahmen mit einer Länge von 1 Minute erstellt werden. Die beiden Videos werden in Betrieb fortwährend überschrieben. Der Nutzer muss also nichts Weiteres tun. Das ist sehr praktisch. Viele Dashcams anderer Hersteller sind ab Werk so eingestellt, dass sie Videoclips aufzeichnen, bis die Micro-SD-Karte voll ist. Eine Option, dass die Autokamera nur eine Aufnahme erstellt und fortlaufen überschreibt, müssen Nutzer in der Regel erst von Hand auswählen. Nicht so bei Transcend – das ist lobenswert. Zum Filmen von Landschaftsaufnahmen aus dem Auto ist die Drivepro damit aber nicht die erste Wahl.

Wie bei anderen Dashcams üblich, registriert der eingebaute G-Sensor abrupte Bremsmanöver, wie sie vor einem Unfall passieren können. In diesem Fall speichert die Kamera den Videoclip in einem geschützten Bereich ab, damit der Loop diese Aufnahme nicht wieder überschreibt. Über die rote Notfalltaste an der Dashcam sichern Nutzer das laufende Video zudem manuell ab. Mit der Zeit sammeln sich so aber möglicherweise trotzdem einige Aufnahmen an. Wir empfehlen, regelmäßig zu prüfen, welche Clips vorhanden sind und diese zu löschen, wenn sie nicht benötigt werden. Hier wäre eine automatische Löschung nach einem bestimmten Zeitraum hilfreich gewesen.

Für die Kommunikation mit einem Smartphone über die App Drivepro dient eine lokale WLAN-Verbindung über Wifi-5. Der Micro-USB-B-Anschluss an der Kamera unterstützt zudem USB 2.0 für eine Verbindung mit einem PC. Ein Kabel dafür liegt jedoch nicht bei. Die Software, um auf dem PC Aufnahmen der Dashcam anzusehen, heißt Drivepro Toolbox und steht bei Transcend kostenlos zum Download bereit.

Die Kamera verfügt zudem über einen Li-Polymer-Akku. Dieser soll einspringen, wenn bei einem Unfall die Stromversorgung abreißt, damit die Dashcam die Aufnahme noch sichern kann. Für den dauerhaften Betrieb ist der Akku nicht vorgesehen. Nachdem man den Motor abgestellt hat, empfiehlt es sich, das Kabel herauszuziehen. Denn einige Automodelle versorgen die Kamera dann trotzdem weiter mit Storm, was auf Dauer die Autobatterie entladen könnte.

Die Einrichtung der Kamera ist denkbar einfach. Nach der Montage und dem Einstecken in den 12-Volt-Anschluss startet die Dashcam die Aufnahme automatisch, wenn man die Zündung einschaltet. An der Autokamera selbst befinden sich vier Knöpfe zur Bedienung. Der äußerste Schalter auf der linken Seite dient als Power-Button sowie als Zurück-Taste. Der zweite Knopf dient zum Durchsuchen von Dateien der Kamera, als Pfeiltaste sowie zum Abspielen und Pausieren von Aufnahmen. Die dritte Taste öffnet die Einstellungen oder funktioniert als Pfeiltaste für nach unten. Der äußerste Schalter rechts löst einen Schnappschuss aus oder dient als Ok-Taste sowie zum Löschen von Clips.

In den Einstellungen können Nutzer die Uhrzeit und Zeitzone festlegen, die Empfindlichkeit des G-Sensors in drei Stufen anpassen sowie die Auflösung auf 720p herunterschrauben, die Belichtungswerte anpassen oder den Videostempel mit Uhrzeit und GPS-Daten ein- und ausblenden.

Eine optionale Verbindung mit dem Smartphone erfolgt über eine WLAN-Verbindung mittel der App Drivepro. Hierzu lädt man die App aus dem Google Play Store oder Apple App Store. Anschließen drückt man den An/Ausschalter auf der Kamera, bis das WLAN-Symbol erscheint und sucht über die App die Kamera. Hierzu verbindet man das Handy wie mit einem Heimnetzwerk. Das Passwort dafür zeigt die App. Anschließend kann man sich per Handy mit der dem Kamerabild verbinden oder Videoaufzeichnungen ansehen, herunterladen oder löschen. Das klappt wirklich gut.

Auf eine Parküberwachung verzichtet die Drivepro 230Q Data Privacy aus Gründen des Datenschutzes bewusst. Diese Funktion startet in der Regel eine Aufnahme, wenn das geparkte Fahrzeug eine Erschütterung registriert.

Transcend hat der Autokamera einige Fahrassistenzsysteme spendiert, die optional dazugeschaltet werden können. Dazu gehört etwa eine Scheinwerfererinnerung, die den Fahrer bei Dunkelheit darauf hinweist, wenn das Licht des Pkws nicht eingeschaltet ist. Es gibt zudem einen Ruhepausenalarm, der nach einem vorher bestimmten Zeitraum ab 1 Stunde aktiv wird, um den Fahrer auf eine mögliche Pause hinzuweisen. Ferner gibt es ein Auffahrwarnsystem, wenn man zu geringen Abstand hält zum nächsten Fahrzeug sowie einen Spurhalteassistenten, der sich bemerkbar macht, wenn das Auto von der Fahrbahn abkommt. Es gibt zudem eine Tempolimit-Warnung für eine zuvor einzugebende gewünschte Höchstgeschwindigkeit.

Die Linse der Dashcam nutzt einen CMOS-Sensor von Sony mit integrierter Wide Dynamic Range (WDR) und zeichnet damit Videos nach H.264-Standard mit einer maximalen Auflösung von 1920 x 1080 Pixel (Full HD) bei 30 fps (Frames pro Sekunde) auf. Der Blickwinkel beträgt 130 Grad. Das ist noch ausreichend, um das Geschehen vor dem Fahrzeug abzudecken. Weniger sollte es aber nicht sein. Dashcams wie die Garmin Dash Cam 67W (Testbericht) decken sogar 180 Grad ab, was aber eine leichte Fischaugenoptik zur Folge hat.

Die Videoaufnahmen in Full HD gehen weitgehend in Ordnung, auch wenn die Bildschärfe etwas höher ausfallen könnte und die Aufnahmen leichtes Bildrauschen aufweisen. In etwa entsprechen sie dem Niveau der Garmin Dash Cam Mini 2 (Testbericht). Verkehrsteilnehmer sind ausreichend gut zu erkennen, das Ablesen von Kfz-Kennzeichen ist auf größere Entfernung nur schwer möglich. Was für den Datenschutz gut ist, kann wiederum die Aufklärung nach einem Unfall erschweren. In einigen Ländern ist die Nutzung einer Dashcam nur in geringer Auflösung erlaubt, mehr dazu erklären wir im Ratgeber Dashcam im Urlaub: Rechtlich absichern und hohe Strafen bis 10.000 Euro vermeiden. Für diesen Fall empfiehlt es sich, auf 720p runterzuschrauben.

Mit einem Preis ab knapp über 85 Euro gehört die Transcend Drivepro 230Q zu den günstigeren Dashcams mit GPS, G-Sensor und Loop-Funktion. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist überzeugend.

Als Zubehör gibt es eine Halterung zum Ankleben an der Windschutzscheibe für 11 Euro – diese dürfte deutlich fester sitzen als der Saugnapf, kann aber nicht ohne Weiteres entfernt werden. Es gibt zudem für 16 Euro ein Kabel, um die Dashcam dauerhaft mit der Elektrik des Autos zu koppeln, damit der 12-Volt-Steckplatz frei bleibt.

Die Transcend Drivepro 230Q bietet alles, was eine moderne Dashcam braucht und kostet dabei vergleichsweise wenig. Der dauerhafte Loop-Modus sorgt dafür, dass Nutzer nicht versehentlich die Micro-SD-Karte mit Aufnahmen vollmachen, bei dem Persönlichkeitsrechte andere Autofahrer verletzt werden könnten.

Die Sonderfunktionen wie der Spurhalteassistent, Auffahrwarnsystem oder die Scheinwerfererinnerung sind für ältere Autos ohne entsprechende Systeme interessant. Die Einrichtung und Verbindung mit dem Smartphone ist simpel. Schade, dass kein USB-Kabel beiliegt für eine Verbindung mit dem PC. Die Bildschärfe hat zudem etwas Luft nach oben. Alles in allem ist das Paket aber in Bezug auf Ausstattung und Preis überzeugend.

Wer eine wesentlich kompaktere Dashcam sucht, die weniger das Sichtfeld stört, sollte einen Blick auf die Garmin Dash Cam 67W (Testbericht) und die noch kleinere Garmin Dash Cam Mini 2 (Testbericht) werfen. Eine höhere Bildauflösung von bis zu 4K sowie Alexa bietet die Nextbase 622GW (Testbericht), die aber dreimal so teuer ist wie das Modell von Transcend. Mehr zur Handhabung einer Autokamera erklären wir im Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro sowie Dashcam im Urlaub: Rechtlich absichern und hohe Strafen bis 10.000 Euro vermeiden. Weiters nützliche Gadgets für den Pkw zeigen wir im Beitrag Dashcam, Rückfahrkamera und mehr: Praktisches Autozubehör.

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