Das beste E-Klapprad für 740 Euro: Laotie x Fiido D4S Pro im Test

Laotie Fiido D4S Pro
Pro und Contra
  • Verarbeitung, Fahrgefühl, Ergonomie, Formfaktor
  • hohe Reichweite
  • integrierte Luftpumpe und Schutzbleche
  • Akku nicht entnehmbar
  • niedrigster Gang zu hoch
  • keine deutsche Straßenzulassung
  • 4.5

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Das Laotie x Fiido D4S Pro beeindruckt uns im Test. Für gerade einmal 740 Euro bietet es so gut wie alles, was man von einem E-Klapprad erwartet. Einen großen Haken hat es aber dennoch.

Als wir den Vorgänger Fiido D4S (Testbericht) Ende 2020 bei uns testeten, waren wir begeistert von der Verarbeitung, den Fahreigenschaften, der Reichweite und dem Preis von unter 600 Euro. Nicht umsonst ergatterte das E-Klapprad in unserer Bestenliste: Die 7 besten E-Klappräder von 500 bis 3000 Euro den hervorragenden zweiten Platz. Es musste sich lediglich dem besseren, aber mit 3000 Euro auch deutlich teureren Brompton Electric (Testbericht) geschlagen geben.

Nun haben wir etwa ein Jahr später seinen Nachfolger in der Redaktion. Das Laotie x Fiido D4S Pro hat nicht nur wegen der Kooperation mit Laotie einen längeren Produktnamen, es kommt auch mit neuen Features. Zwar ähneln sich beide Modelle optisch, das D4S Pro hat jedoch einen größeren Akku, von Haus aus Schutzbleche, eine integrierte Luftpumpe, ein neues Display und einige weitere kleine Verbesserungen. Genug, um den sehr guten Vorgänger von Thron der Billig-E-Klappräder aus China zu stoßen. Hier im Test zeigen wir, warum.

Optisch ähneln sich das D4S und das D4S Pro stark. Beide E-Bikes sind verhältnismäßig flach und etwa 150 Zentimeter lang. Der breite, klappbare Rahmensteg, in dem sich der Akku versteckt, dominiert das Design. Neben dem bereits bekannten Fiido Schriftzug in Türkis gesellt sich nun in Rot das Logo von Laotie dazu. Die Lenkstange ist wieder höhenverstellbar (92 bis 108 Zentimeter) und auch die Sattelstange lässt sich angenehm weit herausfahren (70 bis 110 Zentimeter). Das ist bei einem derart kompakten E-Bike keineswegs selbstverständlich, aber wichtig, damit es auch größere Fahrer ergonomisch sinnvoll nutzen können. Als besonderes und ziemlich cooles Feature integriert Fiido in der Sattelstange eine Luftpumpe. Diese ist nicht ganz einfach zu bedienen. Allerdings kann sie im Notfall eine echte Hilfe sein.

Der Lenker gleicht dem Vorgänger. Wieder sind die Griffe ergonomisch geformt. Die Bremshebel für die mechanischen Scheibenbremsen vorne und hinten sind gut erreichbar. Sehr gut: Nach dem Auspacken war keine Justierung der Bremsen nötig, beide griffen sofort so, wie sie sollten. Außerdem erkennen wir die gleiche einfache aber zuverlässige 6-Gang-Shimano-Schaltung wieder. Es gibt wieder einen Knopf für das Licht und einen für die elektrische Hupe. Die ist im Straßenverkehr jedoch genauso verboten wie der Gasring auf der rechten Seite.

Sehr schade, dass Fiido den Gasring nicht optional hält und auf die Hupe verzichtet. Dann hätte nicht viel dagegengesprochen, das Pedelec auch legal in Deutschland fahren zu können. Das E-Mountainbike Eleglide M1 Plus (Testbericht) für 750 Euro löst das Problem eleganter. Neu ist das zwar gleich große, in seiner Darstellung jedoch schickere und bei hellem Licht besser ablesbare Display. Unter dem Display versteckt sich ein USB-A-Port zum Laden von Smartphones und anderen mobilen Geräten.

Das Kabelmanagement ist nicht schön gelöst. So bündelt Fiido alle acht von Lenker abgehenden Kabel in einem Strang, der im weiten Bogen vor der Lenkstange nach unten führt und überwiegend unter der Rahmenquerstange nach hinten geleitet wird. Dies ist der Konstruktion geschuldet. Hätte Fiido die Kabel in der Lenkstange verstecken wollen, wäre diese nicht mehr höhenverstellbar gewesen. Der große Bogen ist nötig, damit die Lenkstange zusammenklappbar bleibt.

Das vordere Licht ist vormontiert und hängt am Stromkreislauf. Es ist in seinem Abstrahlwinkel variabel und leuchtet heller als beim Vorgänger. Ein hinteres Licht gibt es nach wie vor nicht. Wir empfehlen für eine Nachrüstlösung unseren Ratgeber Fahrradleuchten: Helles Licht mit Akku oder Batterie ab 15 Euro.

Nicht nur aber gerade für die nasse Jahreszeit wichtig: Schutzbleche. Diese sind beim Laotie x Fiido D4S Pro von Haus aus montiert. Beim Vorgänger mussten wir noch passende Exemplare nachkaufen. Was sonst noch alles wichtig sein kann, sammeln wir in der Kaufberatung Licht, Alarm & Heizhandschuhe: Herbst-Gadgets für das Fahrrad.

Der Klappmechanismus ist gegenüber dem Vorgänger praktisch unverändert. Das ist in dem Fall okay, war er doch bereits nahezu ausgereift. Wieder sichert ein großer gusseiserner Hebel die breite Rahmenstange. Nach dem zusätzlichen Umlegen der Lenkstange klappt das Fahrrad so zusammen, dass es danach problemlos auch in kleine Kofferräume passt. Die stabilen Pedale sind nicht anlegbar, dafür kann die Sattelstange komplett einfahren oder auch entnommen werden.

Leider fehlt uns wie schon beim Vorgänger ein Sicherungshaken oder ein starker Magnet wie beim Blaupunkt Fiene 500 (Testbericht), der das E-Bike zusammengeklappt fixiert. So hätte man es besser tragen können, ohne ständig in Gefahr zu laufen, dass es versehentlich wieder auseinanderklappt. Mit gerade einmal 19 Kilogramm ist das Laotie x Fiido D4S Pro verglichen mit anderen klappbaren E-Bikes ein echtes Leichtgewicht. Zusammengeklappt schrumpfen seine Maße auf 84 × 65 × 43 Zentimeter.

Das Fahren auf dem Laotie x Fiido D4S Pro fühlt sich richtig gut an, vergleichbar gut wie beim Vorgänger. Das liegt unter anderem daran, dass sich Sattelstange und Lenkstange an alle gängigen Körpergrößen anpassen lassen. Auch der Sattel ist angenehm weich. Eine zusätzliche Federung ist dank der 20-Zoll-Luftreifen nicht nötig. Positiv fällt weiterhin auf, dass die Lenkstange recht stabil sitzt. Das ist nicht bei allen E-Klapprädern der Fall.

Die 6-Gang-Schaltung hätte zum Anfahren oder bei Steigungen gerne etwas tiefer gehen können. Dafür ist die Übersetzung des höchsten Ganges hoch genug, um auch bei 25 Kilometer pro Stunde noch angenehm mitradeln zu können.

Den 250-Watt-Motor mit 36 Volt kennen wir schon vom Vorgänger. Er ist ausreichend stark, um auch schwerere Fahrer auf gerader Strecke locker auf die maximalen 25 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen, bevor er abregelt. Wieder soll es eine einfache Möglichkeit geben, die maximale Geschwindigkeit heraufzusetzen.

Probleme haben wir jedoch bei steileren Steigungen. Hier schafft es der Motor nicht, uns heraufzufahren. Das liegt auch daran, dass die Gangschaltung wie oben erwähnt nicht weit genug nach unten kommt. Im Endeffekt mussten wir das Fahrrad am steilen Stück schieben.

An der Bedieneinheit wählt der Fahrer zwischen drei Assistenzstufen. Hier springt der Motor allerdings erst nach etwa einer Pedalumdrehung an und läuft etwa genauso lange nach. Der Gashebel ist von der Unterstützungsstufe unabhängig und beschleunigt stets auf maximal 25 Kilometer pro Stunde. Nach etwas Eingewöhnung fühlt sich das Beschleunigen über den Gashebel deutlich intuitiver an als die Motorunterstützung im Assistenzmodus.

Die Kapazität des Akkus ist von 374 Wattstunden auf 418 Wattstunden gestiegen. Damit erhöht sich auch die maximale Reichweite etwas. Der Hersteller gibt 90 Kilometer im Assistenzmodus an. Wir kommen mit gut 80 Kilogramm Zuladung, 15 Grad Außentemperatur, überwiegend gerader Strecke mit Asphalt, gelegentlichen Stopps und Nutzung des Gashebels mit zusätzlicher Pedalunterstützung auf gut 50 Kilometer. Allerdings beeinflussen derart viele Faktoren die tatsächliche Reichweite, dass dieser Wert nur als Anhaltspunkt dienen kann. Trotzdem ist die Reichweite höher, als man es von einem E-Klapprad in dieser Preiskategorie erwarten darf.

Einzig dicker Negativpunkt: Der Akku ist wie schon beim Vorgänger fest integriert und kann nicht zum Laden entnommen werden. Das 84-Watt-Netzteil benötigt etwa 6,5 Stunden, um den leeren Akku wieder vollzupumpen.

Regulär kostet das Laotie x Fiido D4S Pro bei Banggood (Kauflink) 74 Euro. Verschickt wird aus einem tschechischen Lagerhaus.

Das Laotie x Fiido D4S Pro ist ein kleines aber feines Upgrade des sehr erfolgreichen chinesischen E-Klapprads Fiido D4S. Zu den drei wichtigsten Verbesserungen zählt der etwas größere Akku, das Schutzblech sowie die integrierte Pumpe. Nach wie vor kann man den Akku zum Laden nicht entnehmen, was wir als eine seiner größten Schwächen empfinden. Hervorragend ist das Fahrgefühl, sein geringes Gewicht, die individuell anpassbare Höhe von Sattel und Lenker sowie der gerade im zusammengeklappten Zustand sehr schmale Formfaktor. Allerdings ist das Laotie x Fiido D4S Pro trotz CE-Kennzeichen so auf deutschen Straßen nicht erlaubt. Wem das egal ist oder wer auf privaten Wegen fährt, der kann beim Laotie x Fiido D4S Pro bedenkenlos zugreifen.

Wer nach einer Alternative sucht, der wird vielleicht in unserer Bestenliste: Die 7 besten E-Klappräder von 500 bis 3000 Euro fündig. Abseits davon können wir das klappbare E-Mountainbike Eleglide F1 (Testbericht) empfehlen. Es kostet 700 Euro, ist aber ein ausgewachsenes Fahrrad mit einer Vollfederung.

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