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Citation One MK II im Test: Multiroom von Harman Kardon
Pro und Contra
  • Einfache Einrichtung
  • Solider Klang
  • Keine High-Res-Codecs auf Android
  • 4.0
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Ein edler Name mit gutem Sound zum reellen Preis, das verspricht der Citation One. TechStage testet den Netzwerklautsprecher und klärt, für wen sich der Citation One MK II lohnt.

Harman Kardon möchte mit dem Citation One MK II eine Scheibe vom Multiroom-Markt abhaben und Systemen wie Sonos (Themenwelt) oder Yamaha Musiccast (Test) Konkurrenz machen. TechStage testet den Lautsprecher im Rahmen unserer Themenwelt Multiroom .

„In dieser Serie verbindet Harman Kardon skandinavisches Industriedesign mit anspruchsvoller Technologie“, so wirbt der Hersteller für sein Produkt. Beim „skandinavischen Design“ hat man dabei sicher eher an Bang & Olufsen als an Ikea gedacht und optisch die Quadratur des Kreises geliefert: Mit einem soliden Metallgehäuse, 2 kg Lebendgewicht und einem abgerundeten mit 140 x 140 x 188 mm fast würfelförmigen Zylinder-Quaderdesign wirkt das Gerät sehr solide. Staub sollte man allerdings vom Stoffbezug fernhalten, um das edle Design nicht zu beeinträchtigen.

Mikrofon und Bluetooth Ein/Aus, Musik Start/Stop sowie Lauter/Leiser sind die einzigen nahtlos integrierten Bedienelemente am Lautsprecher, der Rest läuft über die Google Home App. Ansonsten gibt es noch den steckbaren 230-V-Netzanschluss, der dank Netzteil im Lautsprecher ohne lästigen „Netzklops“ in der Steckdose auskommt, alles andere läuft drahtlos über WLAN oder Bluetooth. Analoge Tonquellen oder USB-Sticks lassen sich nicht anschließen – ein USB-Port ist nur für Servicezwecke vorgesehen – und mobiler Akku-Betrieb ist ebenfalls nicht vorgesehen. Vier LEDs signalisieren Betriebsbereitschaft und die Reaktion auf Google-Kommandos.

Mit einem aktuellen Android-Smartphone konnten wir den Lautsprecher über Google Home schnell einreichten. Mehrere Lautsprecher können dabei in Multiroom-Konfigurationen in unterschiedlichen Gruppen und auch als Paar für Stereo-Wiedergabe eingerichtet werden und auch das schnellere 5-GHz-WLAN ist verfügbar. Für Apple-User steht Airplay zur Verfügung.

Das Abspielen von Musik aus dem Internet ist dank der Google-Spracherkennung unkompliziert möglich, ob Radiosender über Tune-In oder Konserven über Youtube Music, Spotify und andere Streamingdienste. Die eingebauten Mikrofone für die Spracherkennung funktionieren sehr gut. Lokale Dateien lassen sich dagegen nur über Bluetooth abspielen, nicht über WLAN. Die beiden Übertragungswege werden dabei nahtlos ineinander überblendet, dem Nutzer fällt dies nicht ohne Weiteres auf.

Der Citation One MK II bietet mit einem 20-mm-Hochtöner und einem 89-mm-Tieftöner ein gutes Spektrum von Bassdrum bis Becken, allerdings ist der resultierende Klangeindruck je nach Programmquelle sehr unterschiedlich. Bei Radio Caroline über Tune-In ist der Sound eher typisch Boom-Box mit starkem Bass und schwachen Höhen, hier bietet Tune-in nur Streams mit geringer Bandbreite und der Lautsprecher kann seine Qualitäten nicht zeigen. Harmonischer klingt es über klassische Streamingdienste wie Spotify oder Youtube Music: Hier dröhnen die Bässe weniger, dafür sind die Höhen etwas schwach und dafür auch die Artefakte geringer.

Wer nun aber denkt, dann nimmt er eben sein eigenes Musikarchiv mit guter Qualität, hat hoffentlich ein Apple-Produkt als Abspielgerät. Bluetooth von einer Android-Quelle leidet deutlich unter dem Standard-Audio-Codec. Höherqualitative Alternativen wie aptX sind nicht geboten und das hört man: Die Höhen sind intensiv, aber leider auch deutlich mit Artefakten versetzt. Hier wirkt sich die gute Wiedergabequalität der verbauten Lautsprechersysteme zum Nachteil des Gesamtsystems aus. Auf Multiroom muss man im Bluetooth-Betrieb außerdem verzichten. Mit einem HiFi-Streaming-Dienst wie Qobuz oder Tidal klingt der Harman-Kardon-Lautsprecher dagegen auch auf höchsten Lautstärken ausgeglichen, ohne Artefakte oder spitze Höhen. Mit 40 Watt hat er auch genügend Reserve für höhere Lautstärken.

Mit knapp 200 Euro Listenpreis liegt der Harman-Kardon Citation One MK II trotz des edlen Namens im günstigeren Segment: Wenn man hauptsächlich Online-Musikdienste aufruft, die Google-Sprachsteuerung nutzen will und immer einen Stromanschluss in Reichweite hat, ist er eine gute Wahl.

Das Geld für einen Streaming-Dienst mit höheren Bitraten sollte man allerdings spendieren, wenn man an diesem Lautsprecher wirklich Freude haben will. Alternativ sollte man eigene Musikdateien auf einem – auch lokalen – Webserver ablegen, statt sie über Bluetooth abzuspielen.

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