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CaloryGuard im Test: Kalorien-Zähl-App für Diät und Sport

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Wer sich ernsthaft mit einer Sportart beschäftigt, wird vermutlich früher oder später auf einen Ernährungsplan treffen. Der sieht dann beispielsweise vor: Iss jeden Tag 2820 Kilokalorien, die sich aus 175 Gramm Eiweiß, 350 Gramm Kohlenhydraten und 80 Gramm Fett zusammensetzen. Aber wie behält man hier den Überblick?

Um es mit einem Zitat von Steve Jobs zu beantworten: "There's an app for that."

Diese App heißt CaloryGuard und ist für Android und iOS erhältlich. Ich habe für diesen Test die 2,99 Euro teure Pro-Version für Android ausprobiert – unter iOS kostet diese übrigens nur 2,69 Euro. Der Unterschied zur kostenfreien Lite-Version besteht in einer umfangreicheren Lebensmittel-Datenbank.

Genau diese Lebensmittel-Datenbank ist der Kern von CaloryGuard. Der Nutzer führt mit der App Buch darüber, was er den Tag über zu sich genommen hat. Im Idealfall scannt er einfach den Barcode auf der Lebensmittelverpackung, passt bei Bedarf die Menge an und ordnet das Nahrungsmittel einer von sechs vorgegebenen Mahlzeiten zu: Frühstück, zweites Frühstück, Mittagessen, Kaffeepause, Abendessen und Snack. Nachdem Karotten, Kartoffeln oder auch Big Macs eher selten einen Barcode haben, gibt es natürlich auch noch eine Textsuche.

Für häufig verzehrte Nahrungsmittel steht eine Favoritenliste zur Verfügung. Und wer regelmäßig das Gleiche kocht oder zubereitet, fügt das Rezept einfach als eigene Zusammenstellung hinzu. Für das selbstgemachte Hühnchencurry muss der Nutzer dann nicht jedes Mal Fleisch, Gemüse & Co. einzeln eintippen.

Bevor es losgeht, hackt der Nutzer ein paar persönliche Daten zu Gewicht, Größe, Alter & Co. in die App. Anschließend gibt CaloryGuard eine Empfehlung bezüglich des Tagesbedarfs an Kalorien aus. Außerdem setzt die App Ziele für Gewicht und tägliche Trinkmenge sowie gibt eine Empfehlung zur täglichen Verteilung der Makronährstoffe – also Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß – aus. Wer eine bestimmte Diät verfolgt, die beispielsweise einen besonders hohen Proteinanteil erfordert, kann die Verteilung an seinen eigenen Bedarf anpassen. Ebenfalls eine Empfehlung, die sich nachträglich anpassen lässt, gibt es bezüglich der Kalorienmenge für die einzelnen Mahlzeiten. Darüber hinaus ist es auch möglich, für die Trinkmenge ein Ziel festzulegen.

Auf Basis der persönlichen Daten wie Größe und Geschlecht ermittelt CaloryGuard außerdem das zu erreichende Idealgewicht. Auch dieses lässt sich an eigene Bedürfnisse anpassen. Ein Kugelstoßer wird aufgrund der anderen körperlichen Ausrichtung schließlich immer mehr wiegen als ein Skispringer – hoffentlich. In Sachen Gewicht arbeitet der Kalorienwächter übrigens auch mit den Waagen von Withings zusammen.

Für die diversen Entwicklungen bei Ernährung und Gewicht spuckt CaloryGuard eine ganze Reihe von verschiedenen, optisch aufgehübschten Diagrammen und Graphen aus. Wer seine Fortschritte der ganzen Welt mitteilen möchte, findet hier auch gleiche eine Export-Funktion für Facebook oder Twitter vor. Außerdem bietet CaloryGuard eine Backup-Funktion für die hart erfressenen erarbeiteten Daten und unterstützt mehrere Benutzer.

Nicht nur die Kalorieneinnahme, sondern auch der Kalorienverbrauch ist mit der App trackbar. Der Nutzer kann unter "Sport / Aktivität" alle möglichen Tätigkeiten protokollieren, von A wie Abwaschen bis Z wie Zumba. Ob die Angaben so zuverlässig sind, darf man aber mal bezweifeln – es verbrennt bestimmt nicht jeder beim Skifahren genau 450 Kilokalorien pro Stunde. Genauer bestimmen lässt sich der Energieverbrauch mit einer Pulsuhr. Leider arbeitet CaloryGuard noch nicht mit Bluetooth-Pulsmessern zusammen. Schade.

Worüber kann man sich noch beschweren? CaloryGuard kennt leider keine Unterschiede zwischen gesättigten (ungesunden) und ungesättigten (gesunden) Fettsäuren – mir wäre allerdings auch keine andere Lebensmitteldatenbank bekannt, die das tut. Wer noch unbedingt weiter jammern möchte, könnte sich über fehlende Angaben zu glykämischen Indizes bei den Kohlenhydrat-Angaben und dergleichen beschweren. Außerdem hat die App aktuell zwar den allergrößten Teil der "normalen Supermarkt- und Fastfood-Lebensmittel" im Angebot. Viele Nahrungsergänzungsmittel für Sportler, beispielsweise Protein-Pulver, fehlen jedoch. Immerhin: Das Hinzufügen von neuen Lebensmitteln geht schnell von der Hand. Schön wäre es allerdings, wenn man hier den Barcode für eine spätere Wiedererkennung nicht abtippen müsste, sondern einfach einscannen könnte. Das funktioniert sonst ja auch.

Leider bietet CaloryGuard außerdem nicht die Möglichkeit, die Zusammenstellung der Mahlzeiten anzupassen. Wer mehr als sechs Mahlzeiten täglich zu sich nimmt, muss dann zusammenfassen. Nachdem ich immer morgens trainiere, esse ich beispielsweise insgesamt dreimal vor dem Mittagessen, und kann nicht einfach ein drittes Frühstück hinzufügen. Mein Mittagessen heißt bei CaloryGuard deswegen "Kaffeepause". Oder ich fasse zwei Frühstücke zusammen.

Es ist ganz schön anstrengend, ständig jede Mahlzeit und jeden kleinen Happen zu protokollieren. Und ganz ehrlich: Auch mit CaloryGuard macht das viel Arbeit. Aber wer bei seiner (Sport-)Diät optimale Ergebnisse erzielen möchte oder sich schlicht und ergreifend dafür interessiert, wie gut beziehungsweise schlecht er oder sie sich eigentlich ernährt, hat hier ein sehr vielseitiges und praktisches Werkzeug zur Hand.

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