Bose QC Earbuds II: Die In-Ears mit dem besten ANC im Test

Bose Quietcomfort Earbuds II Aufmacher
Pro und Contra
  • ANC der Spitzenklasse
  • sehr guter Klang
  • gute Passform
  • High-Res-Codecs fehlen
  • kein Bluetooth Multipoint
  • teuer
  • 5.0

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Bose behauptet, bei den Quietcomfort Earbuds II die beste aktive Geräuschunterdrückung (ANC) der Welt zu haben. Das wollen wir im Test genauer wissen.

ANC, also die aktive Geräuschunterdrückung über Mikrofone und Lautsprecher, ist neben dem Klang eine der wichtigsten Funktionen von hochpreisigen Kopfhörern – das gilt für Over-Ear, On-Ear und In-Ear gleichermaßen. Mit gutem ANC ist es möglich, in der vollen U-Bahn, im Flugzeug oder neben einer stark befahren Straße seine Musik auch in niedriger Lautstärke genießen zu können.

Bose spielte auf diesem Gebiet schon länger weit vorn mit. Das zeigen sie etwa beim Vorgänger der hier besprochenen In-Ears, den Bose Quietcomfort Earbuds (Testbericht). Wir loben im Test besonders das sehr gute ANC, den guten Klang und die komfortable Bedienung. Weniger gut finden wir das doch recht klobige Design und die nur durchschnittliche Akkulaufzeit. In unserer Top 10: Die besten True-Wireless-Kopfhörer mit ANC schieben sie sich wegen ihres guten ANCs weit nach oben.

Beim aktuellen Modell Bose QC Earbuds II will Bose noch eine Schippe drauflegen. In ihrer Pressemitteilung behaupten sie großspurig, die „weltbeste Geräuschunterdrückung“ zu bieten. Sie soll das können, an der viele andere ANC-Lösungen scheitern: Das effiziente Ausblenden von höherfrequenten Geräuschen wie Babygeschrei oder helle Stimmen. Das schauen wir uns im Test genauer an und verraten auch, wie die Bose Quietcomfort Earbuds II klingen und sitzen.

Beim Vorgängermodelle Bose Earbuds bemängelten einige ihre Größe. Die Earbuds selbst wiegen 8,5 Gramm, mit Lade-Etui sind es 76 Gramm. Die Earbuds II kommen auf 6,5 Gramm, beziehungsweise 60 Gramm mit Ladeschale. Auch der Formfaktor ist von 89 × 51 × 32 Millimeter auf 66 x 57 x 25 Millimeter geschrumpft. Damit sind sie tatsächlich deutlich leichter und kleiner geworden. Mit den Apple Airpods Pro (Testbericht) oder den Google Pixel Buds Pro (Testbericht) können sie dennoch nicht ganz mithalten.

Leider hat es Bose nicht geschafft, eine induktive Ladespule im Case unterzubringen. Geladen wird ausschließlich über den USB-C-Port. Die Kopfhörer sollen laut Bose sechs Stunden durchhalten, bis sie wieder zum Laden in das Etui müssen. Dieses kann sie dann wiederum dreimal aufladen, bevor es selbst Strom braucht.

Das Design des Etuis ist wie von Bose gewohnt unauffällig und eher konventionell. Uns liegt die schwarze Variante vor (Weiß soll später 2022 folgen), deren Beschichtung schnell Fingerabdrücke zeigt. Der Deckel schnappt über eine Feder auf und kann gut mit nur einer Hand bedient werden. Eine Status-LED an der Front über dem Bose-Logo und eine zweite LED im Inneren der Ladebox signalisieren unter anderem, ob die Earbuds II ausreichend geladen, mit einem Gerät verbunden oder im Pairing-Modus sind.

Die In-Ear-Kopfhörer selbst sind durchaus wuchtig, sitzen aber überraschend gut. Sie verzichten im Gegensatz zum Vorgänger auf Flügelchen, kommen dafür zusätzlich zu den drei Silikoneinsätzen für den Gehörgang mit drei austauschbaren Silikonringen mit Finnen. Bose nennt sie Stabilitätsbänder. Dieses zweistufige System soll dafür sorgen, dass die Earbuds II zum einen in möglichst viele Ohren passen und zum anderen dort optimal Geräusche abschirmen.

In unserem Fall wählen wir die großen Silkonringe in Kombination mit den normalen Aufsätzen. So drücken die In-Ears auch nach mehreren Stunden des Tragens nicht und halten selbst bei wilden Bewegungen angenehm fest. Wie übliche bei In-Ears kann das Tragegefühl von Ohr zu Ohr variieren. Einmal im Ohr wirken sie mit ihrem von vielen anderen Modellen gewohnten mattschwarzem Stift optisch unauffällig. Die Kopfhörer sind nach IPX4 schweißresistent, aber nicht wasserdicht.

Das Verbinden über Bluetooth 5.3 klappt auf Anhieb und ohne Probleme. Allerdings sind wir etwas enttäuscht, dass die Bose QC Earbuds 2 kein Bluetooth Multipoint unterstützen. Dies würde den Wechsel zwischen verschiedenen Endgeräten deutlich erleichtern. Das ist vor allem deswegen enttäuschend, da die Bose-In-Ears über den Qualcomm Chipsatz der 5. Generation verfügen, der dazu in der Lage ist. Immerhin besteht so die theoretische Möglichkeit, diese Funktion per Software-Update nachzuliefern.

Beide Ohrteile sind Touch-sensitiv. Ein einfaches Drücken pausiert die Musik oder startet sie wieder. Auch beim Herausnehmen der Earbuds pausiert die Musik. Ein Doppeldruck führt zum nächsten Titel, ein dreifaches Drücken zum vorhergehenden. Das lange Drücken wechselt zwischen Geräuschunterdrückung und Ambient-Modus. Diese Geste kann auch für jedes Ohr einzeln mit anderen Funktionen wie das Aktivieren einer Sprachsteuerung belegt werden. Das Wischen nach oben und nach unten variiert die Lautstärke. Tatsächlich funktionieren im Gegensatz zu vielen In-Ears der Konkurrenz diese Gesten zum größten Teil zuverlässig. Das liegt auch daran, dass der Stift, der aus dem Ohr ragt, ausreichend groß ist, um die Gesten zu erkennen.

Die App erlaubt unter anderem das Anlegen zusätzlicher Profile für die Geräuschunterdrückung – die Sinnhaftigkeit sei einmal dahingestellt. Wir persönlich benötigen lediglich die beiden Modi Leise (ANC bei 100 Prozent) und Ambient. Außerdem testet die App auf Wunsch die Passform im Ohr. Über einen Equalizer kann der Nutzer den Klang an seine eigenen Vorlieben anpassen. Unsere Bildergalerie zeigt die wichtigsten Funktionen der App.

Gleich vorneweg: Das ANC ist fantastisch! Wir hatten nur selten Kopfhörer, die derart effizient Außengeräusche eliminieren. Dabei gelingt das tatsächlich nicht nur in den tiefen, sondern wie von Bose behauptet auch in den hohen Frequenzen. Zwar dringen wie bei eingeschalteter Geräuschunterdrückung nach wie vor Stimmen an unser Ohr. Sobald man jedoch Musik bei etwa 30 Prozent Lautstärke startet, sind die Stimmen für uns nicht mehr zu vernehmen. Ein derartig gutes ANC hatten wir noch nicht an den Ohren ­– das gilt für In-Ear und für Over-Ear gleichermaßen.

Eines der Geheimnisse für das gute ANC nennt Bose Customtune. Die Funktion vermisst vollautomatisch bei jedem Einsetzen der Ohrteile innerhalb einer Sekunde den Innenraum des Ohrs und passt sowohl ANC, als den Klang daran an. Dafür spielen die In-Ears einen Ton ab und nehmen ihn mit einem nach innen gerichteten Mikrofon wieder auf. Die Earbuds 2 haben drei weitere nach außen gerichtete Mikrofone zum Erfassen von Störgeräuschen, die dann über entgegengesetzte auf das Innenohr gerichtete Signale neutralisiert werden.

Beeindruckend ist aber nicht nur die Geräuschunterdrückung, sondern auch der Modus, der die Außengeräusche über die Mikrofone erfasst und über den Lautsprecher ans Ohr weiterreicht. Bose nennt den Modus auf Deutsch etwas holprig „Wahrnehmbar“. Dieser Transparenzmodus ist so gut, wie wir es selten bei In-Ear gehört hören. Er kann gar mit den Apple Airpods Pro (Testbericht) mithalten. Die Sprache dringt natürlich an das Ohr und auch bei einem Stimmengewirr ist es möglich, einzelnen Personen zu unterscheiden. Auch die Richtung der Geräusche lässt sich gut bestimmen. Was wir uns in dem Zusammenhang noch gewünscht hätten, wäre eine digitale Verstärkung der Außengeräusche. Die könnte dann vor allem Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit helfen.

Bose hat am Klang geschraubt. Denn die Earbuds 2 klingen besser als noch die Earbuds 1. Während der typische Bose-Sound gerne warm und zuweilen pompös daher kommt, zeigen sich die Earbuds II im Hörtest klarer und dynamischer. Für unser Ohr sind sie gleichauf mit den Apple Airpods Pro (Testbericht) und den Sony WF-1000XM4 (Testbericht). Dabei können Enthusiasten den Klang über den Equalizer weiter an ihre eigenen Hörvorlieben anpassen. Der Bass ist stark und wummert ordentlich, wenn er soll, ohne dabei die mittleren und hohen Töne zu verzerren.

Akustikstücke wie The Man Who Sold The World von Nirvana klingt fein nuanciert, jeder Gitarrenzupfer dringt effektvoll an das Ohr. Auch komplizierte Stücke wie Knight of Cydonia von Muse mit ihrem für Kopfhörer schwierigen Klangteppich lösen die Bose QC Earbuds II sauber in die einzelnen Instrumente und Stimmen auf.

Erstaunlich, wie Bose das schafft. Denn bezüglich der Treiber hat sich im Gegensatz zum Vorgänger nicht viel geändert. Auch bei den Codecs bekleckert sich Bose nicht mit Ruhm. Unterstützt werden lediglich SBC und AAC, nicht aber aptX, Bluetooth LE Audio oder LDAC. Das Geheimnis liegt im Ausmessen des Ohrinnenraums und das Anpassen des Klangs an die individuellen Gegebenheiten.

Mehr zum Thema Codes in unseren Ratgeber ANC, Codecs & Bluetooth: Das muss ein guter Kopfhörer können.

Zum Start kosten die Bose Quietcomfort Earbuds II stolze 300 Euro. Wir gehen davon aus, dass sich ihr Preis bald etwas relativiert. Auch die weiße Variante kostet zunächst 300 Euro, soll aber erst im Verlaufe des Jahres 2022 erscheinen.

Mit den Quietcomfort Earbuds II ist Bose ein großer Wurf gelungen. Sie gehören zu den besten In-Ears des Jahres 2022. Gegenüber dem Vorgänger sind sie deutlich geschrumpft. Das zweistufige System mit Wechselaufsätzen sorgt dafür, dass sie in vielen Ohren gut halten und abdichten. Das ist wichtig für das ANC, welches hier hervorragend gelungen ist. Die Earbuds II blenden dabei die hohen Frequenzen besser aus als die meisten anderen Kopfhörer – egal ob In-Ear oder Over-Ear.

Auch der Klang überzeugt und spielt in einer Liga mit den besten In-Ears am Markt. Das Geheimnis liegt dabei nicht beim Treiber oder den genutzten Codes, hier fehlt etwa aptX, Bluetooth LE Audio oder LDAC. Anscheinend erreicht Bose die beeindruckende Geräuschunterdrückung und den brillanten Klang über das Ausmessen des Ohrinnenraums. Das ist nicht neu, gelingt hier aber besonders gut. Ein echter Dämpfer dürfte für viele der hohe Preis von 300 Euro sein. Auch das Fehlen von Bluetooth Multipoint ist ein Minuspunkt.

Wer bereit ist, derart viel Geld für einen In-Ear-Kopfhörer auszugeben, hat einige Alternativen. Wir empfehlen etwa die Apple Airpods Pro (Testbericht), die Google Pixel Buds Pro (Testbericht) und den Sony WF-1000XM4 (Testbericht). Einen guten Überblick bietet unsere Top 10: Die besten True-Wireless-Kopfhörer mit ANC.

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