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Bosch Indego S+ 400: Mähroboter mit App im Test
Pro und Contra
  • einfache Einrichtung
  • sauberes Schnittbild
  • leises Mähen
  • lange Ladezeit
Rating:
  • 5.0
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Mähroboter mähen den Rasen ohne Zutun und Düngen ihn dabei. Wir testen, wie sich der App-gesteuerte Indego S+ 400 von Bosch im Alltag schlägt.

Rasenmähen macht selten Spaß. Wer einen großen Rasen hat, gibt das gerne ab. Wenn aber das Nachbarkind lieber Fortnite spielt, dann braucht es einen mechanischen Ersatz. Mähroboter sind inzwischen nicht nur preislich interessant, sondern bringen auch interessante Technik mit. Wir testen den Indego S+ 400 von Bosch samt seiner App-Steuerung.

Der Bosch-Roboter kommt in einer großen Kiste, die neben der Ladestation, dem Roboter und etwas Lesematerial noch viel Zubehör in Form eines Drahtes und Erdhaken enthält. In der Kiste ist so viel Zubehör, dass man selbst größere Gärten problemlos umranden kann. Ebenfalls praktisch: Bosch legt Verbinder bei, mit denen sich der Begrenzungsdraht erweitern lässt. Diese sind ordentlich zu verschrauben und sollten den Elementen trotzen.

Normalerweise sind wir keine großen Freunde von Anleitungen, doch hier lohnt sich das Studium vor dem Aufbau. Darin erklärt Bosch verständlich, wie und in welchem Abstand der Begrenzungsdraht verlegt werden muss. Dieser ist zwingend notwendig, er definiert den Mähbereich. Anders gesagt: Soll der Roboter nur den Rasen, nicht aber das Blumenbeet mähen, muss ein Draht her.

Das Verlegen des Drahtes ist an sich simpel: Man geht von der Docking-Station mindestens 1,5 m gerade aus und dann an der Mähkante entlang. Zu Terrassen, Begrenzungssteinen, Hecken und ähnlichen hohen Hindernissen braucht der Roboter mindestens 30 cm Platz, ebenerdige Übergänge (etwa Rasenfließen) können 5 cm entfernt sein. Bosch legt ein überraschend stabiles Papplineal bei, mit dem sich der Abstand sauber planen lässt. Ist das Kabel verlegt, kann man es mit den mitgelieferten Plastikhaken in die Erde klopfen. Dazu sollte man in jedem Fall einen (Gummi-)Hammer nutzen. Die Haken verschwinden komplett in der Erde, das Kabel liegt oben auf. Das sieht zunächst ziemlich hässlich aus, mit der Zeit wächst aber Gras über die Sache.

An der Ladestation sollte man genügend Draht lassen, um diesen dort sauber anzuschließen. Besser ist es, zuerst die Docking-Station an den Begrenzungsdraht anzuschließen und diese platzieren. Mitgelieferte Erdschrauben aus Plastik halten die Station an ihrem Platz.

Der Aufbau dauerte für einen recht einfachen Rasen mit knapp 49 m² Fläche und wenigen Ecken inklusive Studium der Anleitung etwa eine Stunde. Wichtig ist wirklich, dass man sich das Verlegen des Drahtes genau überlegt und nicht einfach drauflosbastelt.

Mit dem Verlegen des Begrenzungsdrahtes ist der Löwenanteil erledigt. Nun muss der Roboter nur eingesetzt und angeschaltet werden, beim ersten Setup muss man eine vierstellige Pin vergeben. Anschließend kann man ihn, ist der Akku geladen, eine Setup-Runde drehen lassen. Dabei fährt er die Außengrenzen ab und definiert den Endpunkt. Im Test hat das wunderbar funktioniert, der Roboter blieb nirgends hängen und konnte auch eine Engstelle um einen Gullideckel wunderbar umfahren.

Sobald der Indego einmal den Draht umfahren hat, ist er bereit und kann über einen Knopfdruck mit dem Mähen beginnen. Spannender ist es aber, den Roboter mit der Indego Connect App für Android und iOS zu verknüpfen. Diese zeigt nicht nur den Status an, sondern kann den Roboter auch aus der Ferne starten. Um die App zu nutzen, muss man allerdings erst ein Konto bei Bosch anlegen.

Das Setup des Roboters geht einfach vonstatten, man scannt lediglich den QR-Code auf der Rückseite oder gibt die Seriennummer an. Anschließend muss man am Display bestätigen, das sich der Mäher mit der App verbindet. Nach dem Bestätigen taucht der Roboter in der App auf und lässt sich künftig darüber verwalten. Damit das wirklich funktioniert, muss zumindest die Station vom Haus-WLAN abgedeckt sein.

Die App kann den Roboter starten, einen Mähvorgang unterbrechen oder das Gerät zur Ladestation zurückschicken. Zudem zeigt sie ungefähr die Rasenfläche und die Position des Roboters an.

Wer auf Automatisierung steht, wird den Mähkalender mögen. Darüber kann man feste Termine für den Mähvorgang einrichten, etwa zweimal oder dreimal pro Woche. Wem das zu starr ist, dem empfehlen wir die „Smartmow”-Funktion. Dann berechnet der Indego die beste Mähzeit selbst und achtet auf Umwelteinflüsse wie viel Sonne oder Regen.

Alexa-Nutzer können den Mäher mit den passenden Skill integrieren und dann per „Alexa, sage Indego, er soll den Rasen mähen“ den Roboter starten lassen.

Vor dem Einsatz des Roboters hatten wir den Rasen wie empfohlen kurz gemäht, um den Draht sauber anzubringen. Nach zwei Wochen ohne Robotereinsatz war das Gras wieder lang genug, dass man wirkliche Ergebnisse sieht. Und dann konnte der Bosch Indego seine Stärken richtig ausspielen. Auf der mittleren Messerhöhe liefert der Roboter ein sauberes Schnittbild. Wichtig dabei: Je öfter der Mäher den Rasenbereich abfährt, desto besser wird die Mähleistung. Wo zu Beginn noch das Chaosprinzip herrschte, zog der Roboter nach dem vierten oder fünften Mähvorgang saubere Bahnen und konnte sogar unter einem im Rasen aufgestellten Trampolin mähen. Dabei ist das Gerät angenehm leise, mit einem Handy maßen wir zwischen 45 und 55 db – deutlich weniger als bei einem „echten” Rasenmäher. Damit kann der Indego auch tagsüber problemlos mähen, selbst ein gleichzeitiges, konzentriertes Arbeiten auf der Terrasse ist möglich.

Anders als ein Rasenmäher mit Sammelkorb häckselt der Indego das Gras klein und lässt es als Mulch wieder auf den Rasen fallen. Das versorgt den Rasen zusätzlich mit Nährstoffen. Die Rasenstücke sind dabei so klein, dass man sie nicht bemerkt. Durch das Mulchen spart man sich nicht nur den Dünger, es hilft in Kombination mit dem regelmäßigen Schneiden auch gegen Moosbildung im Rasen. Im (ziemlich vermoosten) Testgarten zeigt sich nach mehreren Wochen mit dem Roboter langsam eine Besserung und ein kräftiger Graswuchs, trotz der Hitzewelle.

Am Rand des Begrenzungsdrahtes bleibt das Gras weiter stehen, hier kommt der Mäher einfach nicht hin. Hier muss man wie früher die Rasenkanten per Hand mähen.

Im Alltag haben wir das Mähen fast immer manuell angestoßen und den Kalender kaum genutzt. Das hatte mehrere Gründe. Zunächst sind Kinder im Testgarten: Der Indego zerfetzt Spielzeug und ähnliches, das auf dem Rasen herumliegt. Entsprechend muss man vor dem Mähen kurz durchgehen und den Rasen freiräumen. Zweitens ist die Ladestation nicht optimal aufgestellt, sie ist ungeschützt in der Sonne. Station und Roboter sind zwar gegen Regen geschützt (Roboter IPX4, Station IPX 7), in der prallen Sonne wird es dem Mähroboter aber schnell zu heiß und er schaltet sich ab. Entsprechend raten wir dazu, die Ladestation unter einen Überbau zu setzen oder zu einer optional erhältlichen Garage zu greifen.

Der Start per App war dabei eine gute Alternative. Die morgendliche Routine sah in etwa so aus: Rasen kurz aufräumen, Kinder für den Kindergarten fertig machen, Roboter in die Ladestation setzen und einschalten, PIN eingeben und per App starten, sobald man mit den Kindern das Haus verlässt. Bis man zurückkommt, hat der Roboter den Garten gemäht und notfalls eine Pause zum Aufladen eingelegt.

Apropos Aufladen: Der Indego mäht knapp 45 Minuten am Stück und muss dann etwa die gleiche Zeit an der Ladestation stehen. Er mäht eigentlich weiter, dennoch sollte man das regelmäßig in der App überprüfen.

Mährobotern hängt der Ruf nach, dass sie Igel und ähnliches Kleingetier gnadenlos zerfetzen. Und ja, wenn ein Tier ins Mähwerk kommt, dann ist das nicht schön – wie auch bei einem normalen Mäher. Dennoch kann man igelfreundlich mähen lassen. Igel sind in der Dämmerung aktiv, wer also am Vormittag und Tagsüber mäht, der reduziert die Gefahr enorm. Zudem sollte man zu Hecken und Gebüschen einen Sicherheitsabstand lassen. Der Draht ist dort sowieso mindestens 30 cm entfernt, wer mag, der kann noch mehr Puffer einplanen. Sowieso sollten sich vor dem Mähen weder Kinder noch Kleintiere auf dem Rasen aufhalten.

Der Bosch Indego S+ 350 kostet um die 670 Euro. Der getestete Indego S+ 400 kostet etwa 100 Euro mehr. Wer keinen Unterstand für den Roboter hat, dem empfehlen wir einen Garage. Die gibt es direkt von Bosch oder, etwa in Holz, von Drittanbietern. Alternativ tut es auch eine Hundehütte.

Der Bosch Indego hat einen sehr guten Eindruck im Test hinterlassen. Der erste Aufbau dauert länger, ist der Begrenzungsdraht aber einmal im Boden, gibt es keinen Grund mehr, daran etwas zu ändern.

Das Schnittbild und die Lautstärke beim Mähen sind sehr gut, selbst mit Hindernissen wie einem Trampolin kam der Indego im Test gut zurecht. Ein kleiner Kritikpunkt ist die lange Ladezeit, in der Praxis muss man aber dank App-Steuerung nicht neben dem Gerät stehen, um es zu starten.

Wir empfehlen die Anschaffung allen, die eine größere Rasenfläche haben und einen besseren Graswuchs mit weniger Moos möchten. Der Mähroboter sorgt ähnlich wie ein Staubsaugroboter (Übersicht) für eine regelmäßige Grundreinigung und düngt den Rasen dabei mit dem anfallenden Gras.

Weiterlesen : Wer mehr zum Thema Smart Home und Mähroboter lesen möchte, dem empfehlen wir den Schwerpunkt „Smart Garden “ der Kollegen von heise+ sowie den Erfahrungsbericht zum Gardena Silenio City .

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