Bosch Eyes im Test: Outdoor-Cam mit deutscher Cloud
Pro und Contra
  • Einstellbares Kameramodul
  • Leicht zu bedienende App
  • Gute Nachtsicht
  • Häufige Fehlalarme
  • Cloud-Zwang
  • 4.0

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Die Bosch Eyes mit LED-Scheinwerfer ersetzt klassische Außenstrahler, zeichnet Videos auf, schwärzt private Bereiche und sichert 200 Aufnahmen kostenfrei in einer deutschen Cloud. Wir haben die Outdoor-Kamera getestet.

Unter den fest verbauten Sicherheitskameras mit LED-Scheinwerfer hat bisher mit Abstand die Netatmo Presence (Testbericht) überzeugt. Aber auch Ring Floodlight (Testbericht) , Abus Lichtkamera (Testbericht) und Blaupunkt Lampcam (Testbericht) haben ihre Vorzüge. Wir haben getestet, ob die Eyes qualitativ mithält und was sie besser kann.

Der Verpackung der Eyes hat Bosch die Kamera, eine Wandhalterung, eine Betriebsanleitung sowie einen Satz Schrauben und Dübel inklusive eines Mini-Kreuzschlitzschraubenzieher beigelegt.

Die Kamera hat einen Bewegungssensor (PIR), eine Kamera mit schwenkbarem Kopf und Full-HD-Auflösung, ein Mikrofon, einen Lautsprecher, einen LED-Strahler sowie dekorative Boden- und Wand-LEDs zur Beleuchtung.

Die Outdoor-Kamera gehört zu den festverbauten Modellen, die herkömmliche Außenbeleuchtung mit und ohne Bewegungsmelder ersetzt. Aber Achtung: Arbeiten an 230 Volt dürfen nur Fachleute durchführen.

Die Montage der Kamera ist einfach. Zuerst wird die Wandhalterung an der Hauswand angebracht. Die beigelegten Schrauben und Dübel sind nicht hochwertig, wir empfehlen stattdessen den Weg zum Baumarkt für besseres Material. Die Wandhalterung hat schlitzförmige Aussparungen für die Schrauben, sodass ein Justieren der Neigung nach den Bohrungen noch möglich ist.

Sobald die Löcher gebohrt sind, zieht man das Kabel durch die Rückseite der Halterung, verschraubt diese an der Wand und verbindet die Kabel mit der Kamera. Achtung, der Strom muss dazu natürlich abgeschaltet sein. Im Anschluss kommt die Eyes an die Halterung. Ein deutlich höhrbares Klicken verrät, wenn die Kamera eingerastet ist. Zur Stabilität gibt es noch eine Schraube an der Unterseite des Wandpanels, die die Kamera fixiert. Das Kameramodul ist beweglich, womit die Blickrichtung einstellbar ist.

Um die Kamera zu aktivieren, benötigt man die kostenfreie App Smart Camera . Die ist für Android und iOS erhältlich. Für die Registrierung muss man Namen und E-Mail-Adresse angeben. Vergleichbare Modelle von Abus, Blaupunkt und Netatmo fordern nur die E-Mail-Adresse, Ring verlangt bei seiner Floodlight noch zusätzlich den Vornamen und das Land.

In der App erscheint nach der Aktivierung der Button Kamera hinzufügen . Nach der Betätigung zeigt die App eine Produktauswahl einschließlich der Eyes. Dann gibt man sein WLAN-Passwort ein, die App generiert einen QR-Code mit den WLAN-Daten und zeigt sie auf dem Display an. Hält man dann das Handy vor die Kamera-Linse, baut sich die Verbindung auf.

Nach der Einrichtung geht es an die Konfiguration der Kamera. Die App bietet auf der Startseite Basis- und Konfigurationsoptionen. Zur Basis gehört das Teilen der Kamera mit Freunden und Familie sowie die Verknüpfung der Kamera mit Amazon Alexa. Hierzu gibt es einen Bosch Smart Camera Skill in der Alexa App. Funktionen wie "Alexa, schalte das Licht ein" oder "schalte die Kamera ein" sind möglich. Eine Verbindung zu Apple Homekit und Google Assistant gibt es derzeit nicht.

Mit einem Klick auf die Kamera im Hauptmenü gelangt man in die Konfiguration der Eyes. Neben der Aktivierung und Deaktivierung von Kamerastatusleuchte, die bei Aufnahmen leuchtet, und Benachrichtigungsoptionen fürs Smarthone gibt es ein weiteres Untermenü zu den Aufnahmeeinstellungen. Hier bietet die App die Aktivierung von Audioaufzeichnungen sowie die Einstellung der Beleuchtung nach Timer oder Bewegung, der Empfindlichkeit des Alarms bei Bewegung und Geräusch, der Erfassungsbereiche und der privaten Bereiche. Letzteres ist wichtig, um die Privatsphäre anliegender Nachbarn zu schützen. Die Eyes blendet entsprechende Bereiche vollständig aus und schwärzt diese sowohl im Live-Bild als auch in der Aufnahme. Nur so kann man die Kamera – mit den richtigen Einstellungen – wirklich rechtssicher einsetzen, denn öffentlichen Raum wie Gehwege oder Straßen darf man nicht aufzeichnen.

Leider unterscheidet die Eyes nicht zwischen Mensch, Tier und Auto, wie etwa die Netatmo Presence (Testbericht) . Dadurch erhalten wir im Test regelmäßig Mitteilungen, wenn die Cam Tiere im Garten erkennt. Das ist mühsam, gerade in Gegenden, in denen Tiere in der Umgebung häufig unterwegs sind.

Das Kameramodul der Eyes zeichnet Videos in Full-HD, also mit 1920 × 1080 Pixeln auf. Schnappschüsse sind hingegen mit dem etwas ungewöhnlichen Format von 1333 × 750 Pixeln aufgelöst. Die horizontale Sichtweite beträgt 120 Grad. Das sind gut 10 Grad weniger als bei vergleichbaren Modellen von Abus, Blaupunkt oder Netatmo, reicht aber für kleine Stadtgärten oder Einfahrten vollkommen aus.

Die Aufnahmen sind scharf genug, um alle Details zu erkennen und ausreichend farbenfroh für eine Sicherheitskamera. Nachtaufnahmen mit der Eyes sind detailreich und heller als bei Modellen wie der Netatmo Presence (Testbericht) oder der Abus Lichtkamera (Testbericht) .

Das integrierte Mikrofon in der Bosch-Kamera zeichnet Umgebungsgeräusche vollumfänglich auf. Auch Kindergeschrei oder anfahrende Autos eine Straße weiter sind noch hörbar. Die App bietet aber die Regulierung der Intensität des Mikrofons. Der integrierte Lautsprecher der Eyes sorgt in Vorfällen für Aufsehen. Die Lautstärke entspricht etwa der einer sehr laut sprechenden Person – das ist ideal, um potentielle Einbrecher zu erschrecken.

Wer sich Bilder oder Aufnahmen aus der Eyes-App laden will, der bekommt viele Möglichkeiten an die Hand. So bietet Bosch den lokalen Download aufs Smartphone und das Teilen mit allen erdenklichen Diensten – von Discord bis Snapchat und Whatsapp ist alles möglich. Der Sharing-Service ist zwar nicht relevant, Bosch bietet ihn aber als einziger Hersteller im Vergleich zu den bisher getesteten Produkten.

Die Bosch Eyes speichert 200 Aufnahmen für 30 Tage in der Bosch-Cloud und löscht anschließend alte Aufnahmen. Die Daten werden in Deutschland gesichert und unterliegen der DSGVO. Die Nutzung der Cloud ist kostenfrei. Alternativen zum Cloud-Speicher, etwa eine lokale Sicherung, bietet Bosch über die Eyes-App nicht.

Die Bosch Eyes ist eine solide Kamera für die Überwachung von Außenbereichen. Sie ist einfach zu montieren und bietet über die App einfache Konfigurationsmöglichkeiten für Anwender. Besonders gut ist das Ausschwärzen von Bereichen, die nicht gefilmt werden sollen. Gerade bei Reihenhäusern oder im innerstädtischen Einsatz schützt diese Funktion die Privatsphäre der Menschen im Umfeld der Kamera. Gerade in Großstädten oder in Wohnsiedlungen ist das zwingend notwendig.

Im Test haben wir aber zwei Kritikpunkte festgestellt: So unterscheidet die Kamera nicht zwischen Mensch, Tier und Fahrzeug und sorgt für regelmäßige Fehlalarme. Zudem können Besitzer der Eyes nicht entscheiden, wo ihre Daten gespeichert sind. Zwar liegt eine verschlüsselte Ablage in der Bosch-Cloud nach DSGVO vor, dennoch wäre es schön, wenn man selbst den Speicherort bestimmen kann – etwa in der Kamera selbst wie bei der Netatmo Presence (Testbericht) oder der Blaupunkt Lampcam (Testbericht) oder auf einem separaten NAS-Speicher.

Als Single-Solution muss sich die Kamera gegen eine Blaupunkt Lampcam und einer Netatmo Presence durchsetzen. Beide Modelle sichern die Daten nicht in der Cloud, sondern lokal. Wer aber eine Überwachungskamera braucht, die private Bereiche ausblendet und auschwärzt und eine einfache App hat, der ist bei der Bosch Eyes gut aufgehoben.

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