Bluetti AC200Max im Test: Was kann ein tragbares Photovoltaik-Kraftwerk für 2000 Euro?

Bluetti Poweroak AC200Max
Pro und Contra
  • hohe Leistung und Kapazität
  • Akku erweiterbar
  • Touchscreen und App-Steuerung
  • geschützte Anschlüsse
  • groß und teuer
  • für volle Ladegeschwindigkeit zweites Netzteil nötig
  • Netzteil nicht integriert
  • 5.0

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Die leistungsstarke Powerstation Bluetti AC200Max bietet viel Leistung, Kapazität und Bedienkomfort. Neben kabellosen Lade-Pads und Touchscreen ist auch der erweiterbare Akku spannend. TechStage hat das kleine Kraftwerk für unterwegs getestet.

Mobile Solargeneratoren mit internem Akku können nicht nur USB-Gadgets aufladen, auch 12-V-Verbraucher und Geräte mit klassischem 230-V-Stecker lassen sich so unterwegs mit Strom versorgen. Für eine möglichst hohe Flexibilität ist das Laden der Powerstations sowohl per Netzteil als auch per Sonnenenergie möglich. Zusammen mit einem Photovoltaik-Paneel ist so eine autarke Stromversorgung fernab des Stromnetzes möglich.

Neben dem Design und der Akkukapazität unterscheiden sich die getesteten Modelle primär bei den Ladezeiten, der Lautstärke und maximalen Dauerleistung. In diesem Test geht es um ein echtes Premium-Modell, die Bluetti Poweroak AC200Max.

Dieser Test gehört zu den Themenwelten Outdoor und Camping. Hier zeigen wir etwa Hightech-Gadgets zum Wandern, Ferngläser mit Entfernungsmesser oder erklären, worauf man beim Kauf einer Taschenlampe achten sollte.

Der Solargenerator von Bluetti trägt den Namenszusatz Max zu Recht! Die Powerstation ist nicht nur in Sachen Leistung und Kapazität eines der führenden Modelle, der mobile Stromspeicher ist zudem das bisher größte Gerät in der Redaktion von TechStage. Mit Abmessungen von 42 x 28 x 29 cm und einem Gewicht von über 28 kg ist der AC200Max zwar noch mobil – allerdings möchte man das XL-Teil im Zweifel nicht weiter als von Kofferraum bis zum Zeltplatz schleppen. Allein das externe Netzteil mit 400 W ist annähernd so groß, wie die Powerstation Anker 251 (Testbericht). Im direkten Größenvergleich wirkt sogar die ähnlich ausgestattete Jackery 2000 Pro (Testbericht) mit ihrem internen Netzteil noch kompakt.

Abgesehen von den erschreckend großen Abmessungen gefällt uns die AC200Max aber sehr gut. Nicht umsonst hat Bluetti 2022 einen Design-Award für sein kleines Kraftwerk bekommen. Das dunkle Kunststoffgehäuse ist rundum hervorragend verarbeitet und hinterlässt einen stabilen und hochwertigen Eindruck. Die links und rechts auf der Oberseite integrierten Tragegriffe ermöglichen den Transport auch mit zwei Mann und nehmen keinen unnötigen Platz weg.

Auch bei den Bedienkomponenten hat der Hersteller nicht gespart und so gibt es neben dem beleuchteten Edelstahl-Power-Taster einen schicken Touchscreen zur Steuerung. Auf der Oberseite der AC200Max sind zwei kabellose Lade-Pads mit je 15 W integriert. Diese Funktion haben wir bisher nur bei einer anderen Powerstation gefunden – der Bluetti Poweroak EB70 (Testbericht).

Die Stromausgänge hat der Hersteller alle auf der Vorderseite rund um das Statusdisplay platziert. Neben vier Steckdosen mit maximal 2200 W Dauerleistung finden sich hier insgesamt vier USB-A-Ausgänge (2x 3 A, 2x 18 W), ein USB-C-Ausgang (PD 3.0 bis 100 W), zwei 12-V-Rundsteckdosen mit je 10 A, eine 12 V Super-DC-Dose mit maximal 30 A und ein Zigarettenanzünder-KFZ-Steckplatz mit ebenfalls 10 A. Die Eingänge für Netzteil und Solarpanel sowie den optionalen Anschluss von bis zu zwei zusätzlichen Akkus befinden sich auf der linken Gehäuseseite. Der interne Stromspeicher hat eine Nennkapazität von 2048 Wh.

Was uns sofort positiv auffällt, sind die geschützten Ein- und Ausgänge des Solargenerators. Diese sind insbesondere bei der Nutzung im Freien sinnvoll, um Dreck, Feuchtigkeit oder Tierchen fernzuhalten. Bei den bisher getesteten Geräten waren die Anschlüsse gar nicht oder bestenfalls nur zu einem Teil geschützt.

Neben Powerstation und Netzteil gehören ein KFZ-Ladestecker und ein Adapter für das optional erhältliche Solarpanel zum Lieferumfang. Der Hersteller hat uns für die Tests zusätzlich das Photovoltaikmodul Bluetti SP350 zur Verfügung gestellt. Das 350-W-Panel wiegt 12,5 kg und besteht aus vier zusammenhängenden Einzel-Panels. Zusammengefaltet misst das Solarmodul noch überschaubare 94 x 59 x 5 cm. Auseinandergeklappt steigt der Platzbedarf auf 220 x 94 x 2 cm. Bluetti setzt beim Panel auf klassische Solarstecker, welche dann per Adapter an die Powerstation angeschlossen werden.

An den beiden seitlichen Rundsteckern können optional die Erweiterungsakkus Bluetti B230 und B300 angeschlossen werden. Diese bieten eine zusätzliche Kapazität von je 2048/3072 Wh und zusätzliche USB- und 12-V-Ausgänge. Zusätzlich kann an diese Akkus ein Netzteil angeschlossen werden, welches die Ladezeit bei maximal 6144 Wh (mit 2x B230) oder 8192 Wh (mit 2x B300) zumindest reduziert.

Eine Besonderheit ist die nicht vorhandene Notleuchte. Diese gehört bei den meisten Powerstations zur Standardausstattung – uns fehlt sie trotzdem nicht.

Im Test nutzen wir zur Bedienung größtenteils den Touchscreen direkt am Gerät. Testweise nutzen wir auch die Steuerung per App und Bluetooth-Verbindung. Das funktioniert prima, bietet aus unserer Sicht aber wenig Vorteile. Interessant ist die App erst bei Nutzung von mehreren Powerstations mit zusätzlichen Akkus. Dann kann man den Gerätestatus aller Komponenten bequem und zentral ablesen.

Bei den über 2 kW Leistung, müssen wir für unsere Praxistests zunächst einige ausreichend starke Verbraucher finden, um die AC200Max auch vernünftig zu fordern und innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens zu prüfen. Zum besseren Verständnis: Bei kleinen Powerstations nutzen wir zur Ermittlung der Kapazität unseren Heimarbeitsplatz mit Macbook Pro, zwei 24-Zoll-Monitoren, Drucker und Telefon. Dieses Setup zieht allerdings nur durchschnittliche 120 W aus der Leitung – bei der Kapazität von über 2 kWh sprechen wir von einer rechnerischen Laufzeit von über 17 Stunden.

Um die AC200Max zu testen, schließen wir deshalb gleich eine ganze Batterie an Netzteilen anderer Powerstations an. Die Last von nun immerhin knapp über 1600 W sind für das mobile Kraftwerk kein Problem. Selbst unsere kleine Tischkreissäge können wir an der XL-Powerstation betreiben. Zwar übersteigt der Anlaufstrom die 2200 W deutlich, die AC200Max schafft aber kurzfristige Peaks von bis zu 4800 W. Im Zweifel hilft hier ein Anlaufstrombegrenzer. Bei unserer 1800-W-Kappsäge kommt dann aber auch die AC200Max an ihre Grenzen und deaktiviert die 230-V-Dosen. Die Schutzschaltung funktioniert also zuverlässig. Was positiv auffällt, sind die moderat leisen Lüfter des Solargenerators, welche sich erst ab einer Leistungsabgabe von über 300 W hörbar zuschalten.

Das Aufladen des leeren Akkus dauert mithilfe des beigepackten Netzteils knapp fünfeinhalb Stunden. Zwar ermöglicht die AC200Max auch duales Laden mit zwei Netzteilen, das können wir mangels zweiten Ladegeräts nicht testen. Theoretisch sollte die Ladezeit dann bei unter drei Stunden liegen. Dann wären die Ladezeiten mit der von Jackery 2000 Pro (Testbericht) vergleichbar. Hier dauert das Laden der rund 2,2 kWh gerade einmal zwei Stunden. Allerdings reicht dafür das interne Netzteil allein aus. Bei Bluetti sind trotz der deutlich größeren Bauform zwei externe Netzteile nötig. Und diese sind nicht gerade kompakt, wie der Größenvergleich mit der kleinen Powerstation Anker 521 (Testbericht) zeigt. Immerhin bleibt die AC200Max während des Ladevorgangs lautlos – zumindest, wenn nur mit einem Netzteil geladen wird.

In unseren Kapazitätstests ziehen wir zwischen 1792 und 1810 Wh aus dem Akku. Hinsichtlich der Nennkapazität von 2048 Wh entspricht das zwischen 87,5 und 88,4 Prozent Ausbeute. Dies deckt sich mit den Erfahrungen der bisher getesteten Powerstations; ein Umwandlungsverlust von etwa 15 Prozent ist normal. Wie hoch der Verlust konkret ausfällt, ist dabei von den angeschlossenen Verbrauchern und deren Leistung abhängig. Die geringsten Verluste gibt es bei Nutzung von 12-V-Verbrauchern. Im Allgemeinen ist die Umwandlung in Gleichstrom weniger verlustreich. Am schlechtesten ist die Effektivität bei Nutzung von 230-V-Verbrauchern mit wenig Leistung.

Obwohl es das Wetter während der Tests oft nicht gut mit uns meint, schaffen wir es, das Photovoltaik-Panel SP350 mit der AC200Max zu testen. Ist das große und schwere Panel einmal aufgestellt, liefert es trotz einiger Wolken am Himmel zwischen 250 und 308 W. Rein theoretisch spricht man bei einem 100-W-Panel von 500 Wh Tagesausbeute. Das SP350 sollte an sonnigen Tagen also insgesamt etwa 1750 Wh in den Akku pumpen. Ganz voll ist die AC200Max damit zwar noch nicht, wer möchte, kann aber auch gleich mehrere Panels anschließen. Die Powerstation erlaubt eine Solareingangsrate von bis zu 900 W – womit der Akku in unter drei Stunden geladen wäre.

Die Powerstation Poweroak AC200Max von Bluetti ist zum Testzeitpunkt ab 2050 Euro erhältlich. Der 2048 Wh fassende Zusatz-Akku B230 kostet etwa 1450 Euro. Das Modell B300 mit 3072 Wh liegt bei 2099 Euro. Das Solarpanel SP350 ist für 899 Euro gelistet. Die Geräte sind einzeln und auch in diversen Bundles erhältlich.

Die Preise sind zwar hoch, hinsichtlich der Qualität, Leistung und Kapazität aber mit anderen Powerstations vergleichbar und somit gerechtfertigt.

Der Solargenerator AC200Max sieht nicht nur schick aus, er gehört zu den leistungsstärksten und am besten ausgestatteten Modellen auf dem Markt. Die enorme Dauerleistung in sowie die hohe und optional erweiterbare Kapazität machen diese Powerstation zu einem verlässlichen Begleiter auch bei anspruchsvollen Aufgaben. In Verbindung mit einem oder mehreren Photovoltaikmodulen ermöglicht die AC200Max eine autarke Stromversorgung auch über längere Zeiträume. Kurzum, wer einen starken mobilen Stromspeicher sucht, kommt an der AC200Max nicht vorbei. Aktuell gibt es außer etwa Ecoflow Delta Pro oder Jackery Explorer 2000 Pro (Testbericht) nur wenig Alternativen zur Premium-Powerstation von Bluetti.

Zwar gefallen uns das Design, die abgedeckten Anschlüsse und die satte Leistung hervorragend, allerdings haben wir trotzdem zwei Punkte, die wir ansprechen müssen. Da wäre etwa die enorme Größe. Die AC200Max ist einfach riesig. Das fällt spätestens im direkten Vergleich zur nahezu identisch ausgestatteten Jackery 2000 Pro auf. Diese ist von Haus aus ein ganzes Stück kompakter und hat zudem ein integriertes Netzteil, welches den Akku in unter 3 Stunden lädt. Bei Bluetti sind für die volle Ladegeschwindigkeit zwei große externe Netzteile nötig. Der zweite Punkt sind die aus unserer Sicht völlig unnötigen kabellosen Lad-Pads. Diese wahrscheinlich am wenigsten effektive Lademöglichkeit ist bei einem Stromspeicher für unterwegs schlicht unnötig und nicht zielführend.

Geht es um maximale Leistung und Kapazität, ist die Bluetti AC200Max eine optimale Wahl. In der Praxis reichen allerdings häufig schon kleinere und deutlich günstigere Powerstations. In unserer Top-10-Solargeneratoren: Die besten Powerstations mit Photovoltaik, zeigen wir Modelle mit 250 bis 2200 Wh, mit Leistungen zwischen 200 und 2200 W.

Weitere Artikel zu den Themen Outdoor und Camping zeigen unsere Themenwelten. Hier haben wir etwa Hightech-Gadgets zum Wandern getestet, Ferngläser mit Entfernungsmesser ausprobiert oder erklären, worauf man beim Kauf einer Taschenlampe achten sollte. Mehr über Powerstations zeigen unsere Ratgeber Gadgets gegen den Blackout und Notstrom ohne Lärm: Powerstations mit Akku und 230-V-Steckdose. Die besten Modelle zeigt unsere Bestenliste Powerstations mit Photovoltaik, in der allerdings noch einige frisch getestete Modelle fehlen.

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