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Sonos Roam  - 6
Pro und Contra
  • Verblüffender Bass aus sehr kleinem Gehäuse
  • Mit WLAN lässt er sich in Sonos-Systeme integrieren
  • Wirksame automatische Trueplay Einmessung
  • Unterstützt Amazon Alexa und Google Assistant
  • Tastenfeld nicht optimal gelöst
  • Hoher Preis
  • 4.5

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Der Sonos Roam ist klein, schick, laut und teuer. Er ist ein Outdoor-Speaker mit Bluetooth, integriert sich dank WLAN auch in bestehende Sonos-Systeme. TechStage macht den Test.

Sonos setzt seit Jahren die Maßstäbe für Multiroom-Audio-Systeme (Ratgeber) mit Lautsprechern, die sich via WLAN oder Ethernet vernetzen lassen. Bluetooth standen die Amerikaner immer skeptisch gegenüber. In der Werbung machten sie sich gar darüber lustig. Viele Nutzer sahen das offenbar trotzdem anders. Mit dem Move brachte Sonos einen mobilen Lautsprecher, der neben WLAN auch Bluetooth unterstützt. Mobil war bei dem Schwergewicht allerdings trotz Akku relativ zu sehen. Trotzdem schneidet der Sonos Move in unserem Testbericht vor allem wegen seines guten Klangs und der sehr guten Verarbeitung mit der Note sehr gut ab.

Der Test des Sonos Roam ist Teil unserer Themenwelt Bluetooth-Lautsprecher. Dort finden sich neben Ratgebern wie Die besten Bluetooth-Speaker bis 100 Euro und Günstig & gut: Vergleich von fünf Bluetooth-Speakern unter 50 Euro auch jede Menge Einzeltests.

Sonos setzt auf schlichte, aber robuste Gehäuse mit sauberer Verarbeitung. Beim Roam spricht zwar das für die geringen Abmessungen von 6,2 x 16,8 x 6 Zentimetern mit 430 Gramm recht schwer geratene Gehäuse für einen gewissen Materialaufwand, aber die Oberflächen wirken nicht besonders wertig. In der Anmutung hebt sich der teure Roam kaum von günstigen No-Names für einen Bruchteil des Preises ab. Immerhin erfüllt er die IP67-Norm, ist also theoretisch im Stande, eine halbe Stunde in einem Meter Tiefe im Swimmingpool zu überstehen. Das sollte man aber besser nur im Planschbecken ausprobieren, weil der kleine Sonos nicht schwimmen kann und diese Tauchtiefe sonst schneller überschreitet als einem lieb ist. Auch gilt die Wasserdichtigkeit nicht für Salz- oder Seifenwasser. Zudem wäre eine solche Wassermusik klanglich nicht die Offenbarung.

Apropos Klang: Sonos hat in dieser Disziplin einen guten Ruf zu wahren. Deshalb vertrauen die Entwickler auf ein richtiges 2-Wege-System mit großem ovalem Tief-Mittel-Töner und einer auf hohe Töne spezialisierten Kalotte. Dieses Prinzip ist den in dieser Klasse verbreiteten Breitband-Chassis mit einem Treiber für alle Frequenzbereiche gerade bei der Obertonwiedergabe und im Bass überlegen, weil die Chassis auf eine bestimmte Aufgabe optimiert werden können.

Der An-/Aus-Schalter sitzt auf der Rückseite neben der USB-C-Buchse. Die restlichen Tasten hat Sonos auf der linken Seite untergebracht. Sie sind als winzige Erhöhungen in die Gummioberfläche der Seitenwand eingearbeitet und farblich nicht abgehoben. Daher lassen sie sich sehr schlecht erkennen. Mit den Tasten am Roam lässt sich unter anderem die Wiedergabe starten und stoppen, die Lautstärke regeln, Titel überspringen oder die Mikrofone zum Schutz der Privatsphäre ausschalten. Auch der erstmalige Verbindungsaufbau mit einem Bluetooth-Gerät läuft über das seitliche Tastenfeld. Dabei kommt es auf die Nutzung an, ob sich die Tasten wirklich auf der linken Seite befinden. Wird der Roam nicht liegend, sondern aufrecht stehend betrieben, ist das Bedienfeld leicht zugänglich auf der Oberseite.

Man muss den Sonos Roam wie seine großen Brüder mit der Sonos App einrichten. Dazu will er neben WLAN-Verbindung auch noch Bluetooth aktiviert haben, um den Lautsprecher in der Nähe des Benutzers zu orten. Trotzdem fordert er noch eine Freigabe für die Ortungsdienste. Das ist verglichen mit gewöhnlichen Bluetooth-Boxen nicht nur um einiges Zeitraubender, sondern auch mit der Preisgabe persönlicher Daten verbunden. Denn die Nutzung setzt eine Registrierung bei Sonos voraus, mit der man sich dann in seinem Account einloggen muss.

Was Sonos wie immer toll gelöst hat, ist die Nutzerführung in der App. Ein besonderes Schmankerl ist allerdings die Trueplay-Einmessung. Mit seinem Mikrofon-Array erkennt der Roam den Raum, an den er sich nach einem Standortwechsel mit der Trueplay-Einmessung automatisch anpasst und den Klang für den jeweiligen Ort merkbar optimiert.

Die Mikrofone lassen sich auch zur Kommunikation mit den integrierten Sprach-Assistenten Amazon Alexa und Google Assistant nutzen. Dazu muss der Sonos Roam allerdings über ein WLAN-Netzwerk mit dem Internet verbunden sein. Im Gegensatz zu den Heimlautsprechern der Marke verzichtet der Sonos Roam auf einen Ethernet-Anschluss.

Was Zubehör betrifft, liegt wie bei kleinen Bluetooth-Lautsprechern üblich nur ein USB-C-Ladekabel bei. Wegen der Möglichkeit zur Netzwerk-Einbindung über WLAN wäre aber speziell bei diesem Lautsprecher eigentlich ein eigenes Netzteil wünschenswert. Es gibt allerdings die Möglichkeit, den Sonos Roam gegen einen Aufpreis von rund 50 Euro im Set mit einem kabellosen Ladegerät zu kaufen. Dieses haftet magnetisch an seiner Unterseite.

Die Akkulaufzeit liegt bei maximal zehn Stunden. Durch die Abschalt-Automatik, die den Roam nach kurzer Inaktivität in den Ruhemodus versetzt sind bis zu zehn Tage Standby möglich. Im Standby reagieren allerdings die Sprachassistenten nicht auf Zuruf.

Man kann nach erfolgter Einrichtung seinen Sonos Roam sowohl über WLAN als auch über Bluetooth benutzen. Letzteres ist überall sinnvoll, wo kein Netzwerk zur Verfügung steht und auch Stromsparen angesagt ist. Also im Grunde überall draußen, wo man nur den Roam alleine direkt von seinem Smartphone aus ansteuern möchte.

Wie bei Sonos üblich, fehlt dem Roam ein analoger AUX-Eingang – ein Trend, der inzwischen auch viele andere Anbieter erreicht hat. So kassierte etwa JBL im Zuge der Modellpflege den Analog-Eingang am Bestseller JBL Flip 5 (Testbericht) ebenfalls ein.

Apple-User können mit AirPlay 2 direkt von ihrem iPhone, iPad oder Mac Musik auf den Roam streamen. Und sie können über Siri die Lautstärke anpassen oder zum nächsten Song skippen. Zusätzlich unterstützt der Lautsprecher Spotify Connect im WLAN.

Stereo-Wiedergabe mit zwei Sonos Roam ist möglich, wenn diese mit dem WLAN verbunden sind. Dann kann der User mit der Sonos App ein Stereo-Paar bilden und eine räumliche Wiedergabe erleben. Es klappt aber nicht, diese beiden Roam als Surround-Effekt-Kanal-Lautsprecher für ein Sonos Heimkino-System zu verwenden.

Wer wissen will, wer das beste Multiroom-System bietet, dem empfehlen wir unseren Vergleichstest: Multiroom von Bose, Sonos, Raumfeld & Co.

Klanglich überzeugt der Sonos Roam an allen möglichen Plätzen mit einem eindrucksvoll starken Bass, der trotz der geringen Abmessungen auch reichlich Tiefgang aufweist. In dieser Klasse macht ihm das keiner nach – zumindest, wenn man nur die Größe, nicht den Preis berücksichtigt.

Die Trueplay-Einmessung arbeitet unauffällig im Hintergrund, man staunt nur, wie viel Bass an jedem Platz im Raum aus dem Mini-Speaker kommt. Wer mal nicht aufpasst und den Sonos auf die falsche Seite legt – weil sich der Schriftzug auch auf dem Kopf stehend lesen lässt und man die winzigen Gummifüße leicht übersehen kann – bekommt einen Eindruck, welche Energie das 2-Wege-System in das kleine dreieckige Gehäuse pumpt. Dann wandert er im Takt der Beats über die Tischplatte.

Die Stimmen muten dafür etwas künstlich an, wenn man ihn mit dem JBL Flip 5 vergleicht, liefert der Sonos hier eine eher durchschnittliche Leistung. Auch wenn der Roam sein Bestes gibt, um Pegel zu erreichen, die man ihm rein äußerlich nicht zutraut, kann er bezüglich der Sauberkeit und Transparenz nicht verbergen, dass es sich um einen sehr kleinen Lautsprecher handelt. Wenn man ihn mit dem Sonos One vergleicht, der mit seinem integrierten Netzteil ebenso viel kostet wie ein Sonos Roam im Set mit dem Ladegerät, dann kann der Knirps klanglich keinen Stich landen. Denn der hat dann wirklich nur noch seine Mobilität und den Betrieb jenseits der Steckdose entgegenzusetzen.

Wenn man den Roam mit normalen Bluetooth-Boxen vergleicht, zieht er in seiner Preisklasse im Klang ebenfalls den Kürzeren. Doch auch hier entzieht er sich letztlich geschickt dem direkten Vergleich, weil er sich zu Hause ins Multiroom-Netzwerk mit unzähligen Streaming-Diensten einbinden lässt und mit Sprach-Assistenten kooperiert. So dürfte er seine spezifischen Anhänger im Sonos-Lager finden, denen er durch seine Vielseitigkeit gute Dienste leistet. Ein Klangwunder für den Preis ist er aber auf keinen Fall, eher schon für die geringe Größe.

Der in Schwarz oder Weiß erhältliche Sonos Roam kostet 179 Euro, der kabellose Charger zusätzlich 49 Euro. Auf Sonos-Produkte gibt es nur selten Nachlässe.

So richtig billig war Sonos nie. Die Marke, die im Design auf Schnörkel verzichtet, besetzt das Premium-Segment der jeweiligen Wireless-Lautsprecher-Klassen. Entsprechend bietet der Roam eine einzigartige Mischung nützlicher Features, die ihn aus dem restlichen Angebot hervorhebt. Ein mobiler, ultrakompakter Bluetooth-Lautsprecher, der sich zu Hause auch via WLAN in das Multiroom-System des Platzhirschs einbinden lässt, ist genauso einzigartig wie die äußerst wirksame und praktische Trueplay-Einmessung zur Klanganpassung an den Aufstellungsort. Allerdings wirkt sein Finish nicht nur im Vergleich zu den großen Brüdern etwas einfach. Auch im Vergleich zu anderen kleinen Bluetooth-Lautsprechern zu einem Premium-Preis kann er zumindest äußerlich kaum punkten.

Um es klar zu sagen: Der Roam macht nur Sinn, wenn man ein Sonos-System zu Hause hat. Dann geht auch rein von der Funktionalität der Preis in Ordnung. Alternativ empfehlen wir aus dem gleichen Haus den teureren, aber deutlich hochwertiger verarbeiteten, klanggewaltigeren Sonos Move (Testbericht), sofern es primär darum geht, den Lautsprecher auch mal auf der Terrasse oder im Garten zu verwenden. Das Beste vom Besten sammeln wir im Beitrag Testsieger Soundbars, Lautsprecher und Multiroom.

Für weitere gute Bluetooth-Lautsprecher, die sogar deutlich günstiger sind als der Sonos Roam, empfehlen wir unseren Ratgeber Die besten Bluetooth-Speaker bis 100 Euro. Immernoch zu teuer? Dann hilft unsere Kaufberatung Günstig & gut: Vergleich von fünf Bluetooth-Speakern unter 50 Euro.

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