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Bluetooth-Wecker mit Qi-Lader: Anker Soundcore Wakey im Test
Pro und Contra
  • Viele Features
  • Qi- und USB-Lademöglichkeiten
  • Unzureichende Klangqualität
  • Bedienung per App zu kompliziert
  • Fehlender Akku sorgt für Verschlaf-Gefahr
  • 3.0

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Im Soundcore Wakey vereint Anker einen Bluetooth-Speaker, einen Wecker und eine Qi-Ladestation für Smartphones. Der Test verrät, ob das Konzept in der Praxis überzeugt.

Anker zeigt mit dem Soundcore Wakey, was im Bereich der Bluetooth-Speaker alles möglich ist. Bereits der günstige Anker Soundcore Mini fällt im Vergleich von Bluetooth-Speakern unter 50 Euro mit einem eingebauten FM-Radio auf. Doch der deutlich teurere Wakey treibt die Funktionsvielfalt auf die Spitze. Er besitzt eine LED-Anzeige, ein FM-Radio, eine Weckfunktion und gleich mehrere Möglichkeiten, Smartphones und Gadgets aufzuladen. Der ausführliche Praxistest zeigt, wie praktisch der multifunktionale Bluetooth-Speaker im Alltag tatsächlich ist.

Für die Bedienung des Soundcore Wakey ist die Installation der kostenfreien Soundcore-App unter Android und iOS Pflicht. Denn die sieben Bedienelemente auf der vorderen Leiste erlauben bei der Einrichtung nicht einmal das Einstellen der Uhrzeit, geschweige denn des ersten Alarms. Auch wenn sich die Uhrzeit durch die Synchronisation mit dem Handy wie von Zauberhand selbst einstellt, das Zusammenspiel aus App und Bluetooth-Speaker ist in der Praxis viel zu umständlich. Denn wer beispielsweise einfach nur den Wecker des nächsten Morgens ausschalten möchte, der muss sein Handy entsperren, sich per Bluetooth mit dem Soundcore Wakey verbinden, in die Soundcore-App wechseln, auf die Initialisierung des Gerätes warten und kann erst dann die programmierten Weckzeiten ändern. Was bei anderen Weckern nur einen Klick benötigt, dauert beim Wakey gut und gerne zwei Minuten.

Diese für einen Wecker recht simple Aufgabe hat Anker deutlich verkompliziert. Einen guten Grund hierfür gibt es nicht, schließlich kommen die meisten Wecker ganz ohne App-Anbindung und mit ähnlich vielen Knöpfen aus. Die Soundcore-App ist an und für sich aber selbsterklärend und weiß in der Bedienung zu überzeugen. Nur die initiale Verbindung zwischen Gerät und App ist zu kompliziert und muss häufig wiederholt werden.

Ein weiteres Problem tritt im Test beim ersten Weckalarm auf, denn dieser ist zunächst ein wenig erschreckend. Der Weckton in der Vorschau der App nimmt nur sehr langsam an Lautstärke zu und spiegelt damit nicht das wieder, was der Speaker am nächsten Morgen veranstaltet. Beim Weckruf plärrte aus dem Soundcore Wakey um Punkt 6.30 Uhr eine tiefe Männerstimme auf maximaler Lautstärke durch das Schlafzimmer. Eine Funktion für einen langsamen Lautstärkenanstieg des Weckers gibt es in der App nicht.

Wer morgens gerne von der Schlummerfunktion Gebrauch macht, der kann die Häufigkeit und den zeitlichen Abstand der weiteren Weckrufe in der App selbst festlegen. Da das Snoozen beim Wakey aber nur über die Bedienelemente an der Vorderseite funktioniert, fehlt das müde auf den Wecker hauen am Morgen ein wenig. Weitaus störender ist allerdings, dass Anker weder Akku noch Batteriefach im Wakey einbaut. Anders als bei vielen günstigen Weckern fehlt dadurch das Sicherheitsnetz, um die Weckfunktion auch bei Stromausfällen zu gewährleisten. Das Smartphone als Backup-Wecker zu nutzen, ist somit empfehlenswert.

Wer Abends nicht gerne bei Ruhe einschläft, findet im Anker Soundcore Wakey verschiedene Einschlafhilfen. Im Menü “Guter Schlaf” stehen elf verschiedene Ambient-Sounds zur Auswahl bereit. Diese reichen von Regengeräuschen über Vogelgezwitscher bis hin zu einem Ventilator, der im Grunde genommen weißes Rauschen ausgibt. Stufenlos sind die verschiedenen Klänge miteinander kombinierbar. Sie schalten sich dank eines Sleep-Timers nach maximal drei Stunden selbst aus.

Da der Anker Soundcore Wakey auch als Bluetooth-Speaker fungiert, empfiehlt sich alternativ die Wiedergabe von Podcasts oder Hörbüchern. Hier muss die entsprechende App selbst einen Sleep-Timer mitbringen. Die integrierte Schlummerfunktion arbeitet nur mit den internen Quellen aus dem “Guter Schlaf”-Menü des Bluetooth-Speakers zusammen.

Hörbücher und Podcasts spielt der Speaker vollkommen rauschfrei und vor allem in angenehm geringen Lautstärken ab. Diese Eigenschaft ist auch bei den integrierten Einschlafhilfen des Wakey sehr nützlich und sorgt dafür, dass man abends gut in den Schlaf findet. Dabei deutet der Soundcore Wakey allerdings schon an, dass sein Sound ein wenig flach klingt. Mit unserer Test-Playlist auf Spotify bestätigt sich dieser Verdacht. Dem Klang des kleinen Lautsprechers fehlt es sowohl an Brillanz in den Höhen, als auch an Druck in den Bässen.

Komplexe Lieder wie Steely Dans Do it again gibt der Soundcore Wakey zermatscht wieder, reizen die Interpreten Bässe und Höhen hier doch sonst so schön aus. Bei der Musikwiedergabe braucht es schon sehr basslastige Lieder wie Billie Eilishs Xanny , um den Klang der beiden 5-Watt-Treiber bis in den Körper zu transportieren. Der flachen Abstimmung des Soundcore Wakey können wir nur in den Morgenstunden etwas abgewinnen. Denn wenn die Weckfunktion das integrierte FM-Radio zum Wecken bei höherer Lautstärke anschaltet, machen sich Nutzer bei ihren Nachbarn nicht gleich unbeliebt.

Die Gesamtleistung des Anker Wakey liegt mit 10 Watt allerdings auf dem Niveau vieler Bluetooth-Speaker unter 50 Euro. Das ist angesichts der unverbindlichen Preisempfehlung von 79,99 des Soundcore Wakey schlichtweg zu wenig. Für einen Wecker sind 10 Watt wiederum mehr als genug, um sogar den tiefsten Schläfer aus dem Land der Träume zu holen.

Das integrierte FM-Radio überzeugt sowohl in der leichten Bedienung, als auch in seiner Qualität. Es ist angenehm rauscharm, kann aber in puncto Klangqualität nicht ganz mit den Bluetooth-Signalen von Smartphones mithalten. Im Vergleich klingt es ein wenig dumpfer als die digitalen Signale des Handys. Dafür bietet die App Speicherplätze für verschiedene Radiosender, die man anschließend über einen längeren Druck auf die Lauter- und Leiser-Tasten durchschalten kann. Leider fehlt dem Wakey der Radio-Standard RDS, wodurch Titelinformationen oder Sendernamen auf dem LED-Display fehlen. Auch als Digitalradio würde der Wakey noch ein bisschen mehr Spaß bringen.

Anker trifft beim Soundcore Wakey ein gutes Zusammenspiel aus modernem und schlichtem Design. Besonders auffällig ist hierbei das feine Stoffnetz, das sich zu knapp 80 Prozent über die Vorderseite des Bluetooth-Speakers legt. Nach dem Einschalten erscheint hier eine einfarbige Anzeige mit Uhrzeit und Wetter. Direkt unter dem Stoffelement befindet sich eine Leiste mit sechs Touch-sensitiven Knöpfen. Diese ermöglichen die Steuerung der Lautstärke, die Aktivierung des integrierten Radios sowie die Anzeige der nächste Weckzeit auf dem Display.

Auf der Oberseite findet sich kein Knopf zur Aktivierung der Schlummerfunktion. Das ist für einen Wecker etwas untypisch. Den frei gewordenen Platz nutzt Anker aber für die Platzierung eines kreisrunden Gummirings, der aufgelegte Smartphones vom Herunterrutschen schützt. Gleichzeitig indiziert der Gummiring, wo sich das Qi-Ladepad des Soundcore Wakey befindet. Dieses lädt kompatible Smartphones mit einer Leistung von maximal 7,5 Watt auf. Für mehr Leistung empfehlen wir unseren Vergleichstest: Die besten Qi-Ladegeräte 2020 .

Auf der Rückseite des Soundcore Wakey finden sich zwei USB-Anschlüsse. Diese eignen sich ebenfalls zum Laden von Smartphones und Smartwatches, wodurch der Wakey zur interessanten Ladestation auf dem Nachttisch wird. Hiervon abgesehen beherbergt die Rückseite lediglich den Ladeanschluss, einen Steckplatz für ein Antennenkabel und ein Bassreflexrohr.

Die Verarbeitung ist insgesamt unauffällig. Der genutzte Kunststoff fühlt sich weich, fast schon gummiert an, was gerade bei den Touch-Bedienelementen an der Vorderseite angenehm ist. Ein ausreichendes Gewicht sorgt zusammen mit Gummifüßen dafür, dass der Wecker nicht unnötig umher rutscht.

Der einzige Mangel zeigt sich hinsichtlich der Verarbeitung beim etwas zu locker bespannten Stoffnetz an der Vorderseite. Dieses bewegt sich mit wenig Kraft so stark, dass sich kleine Beulen abzeichnen. Zwar findet das Stoffelement kurz nach dem Auspacken wieder in seine glatte Ursprungsposition zurück, mit der Zeit könnte der Stoff aber ausleiern.

Beim Auspacken des Anker Soundcore Wakey gibt es keine großen Überraschungen. Der schlichte Lautsprecher kommt mit einem proprietären Netzteil. Das ist für Bluetooth-Speaker wie dem sehr guten Fender Newport (Testbericht) zwar eher untypisch, für Wecker aber nicht. Da der Wakey keinen Akku besitzt, bewegt man das Gerät ohnehin nur selten.

Neben einer Schnellstartanleitung liegt dem Lautsprecher ein Antennenkabel bei. Während Anker beim Soundcore Mini für den Radioempfang auf ein Micro-USB-Kabel setzt, ist die Lösung beim Wakey praktischer. Zum einen ist das Antennenkabel dünner und lässt sich somit dezenter am Nachttisch verstecken. Zum anderen blockiert das Antennenkabel keinen Anschluss, der sonst für andere Funktionen zuständig ist.

Die unverbindliche Preisempfehlung des Anker Soundcore Wakey ist 79,99 Euro. Aktuell kostet der Wecker etwa 70 Euro. Wie der Preisverlauf zeigt, war teilweise schon für etwas über 40 Euro zu haben.

Kreative Funktionen machen den Anker Soundcore Wakey zu einer smarten Alternative zu herkömmlichen Weckern. Vor allem gefallen uns die beruhigenden Einschlafhilfen sowie die vielfältigen Lademöglichkeiten weiterer Geräte. Hierdurch fallen der fehlende Akku und das proprietäre Netzteil im Alltag nicht allzu negativ auf. Für einen Wecker ist allerdings die Bedienung über die Soundcore-App zu kompliziert und für einen Bluetooth-Speaker der Klang zu schwach.

Dadurch ist der Wakey insgesamt etwas zu teuer. Trotz des guten Gesamtkonzepts kommen die Mehrkosten kaum gegen die Einfachheit normaler Radiowecker oder eines jeden Smartphone-Weckers an. Der Soundcore Wakey ist ein Luxusprodukt, das für ein solches aber zu viele Ungereimtheiten zeigt.

Für Alternativen sollte man daher auf die separaten Produktkategorien schauen. Günstige Wecker mit FM-Radios gibt es in jedem Supermarkt. Abgefahrene Varianten empfehlen wir in unserer Kaufberatung Interaktive Wecker: So wird jeder Tiefschläfer wach . Alternativ besitzen auch Smart Speaker Weckfunktionen. Die besten sammeln wir im Beitrag Testsieger: Smart Speaker mit Alexa, Google Assistant und Siri . Richtig gute Bluetooth-Speaker zeigen wir im Vergleich: Bluetooth-Speaker unter 100 Euro . Wer eine gute und günstige Qi-Ladestation sucht, wird hier fündig: Die besten Qi-Ladegeräte 2020 .

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