Blackview Tab 11 im Test: Dieses Tablet für 220 Euro ist ein Geheimtipp

Blackview Tab 11
Pro und Contra
  • tolles Display
  • Widevine Level 1 für HD-Streaming
  • ordentliche Performance 
  • Android 11 mit veraltetem Sicherheits-Patch
  • schwaches Netzteil
  • mäßige Akkulaufzeit 
  • 4.0

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Das Blackview Tab 11 bietet zum günstigen Preis eine starke Ausstattung: 2K-Display, 8/128 GByte und sogar LTE. Ob es einen Haken gibt, zeigt der Test.

Günstige Android-Tablets bis 250 Euro eignen sich in erster Linie als Entertainment-Gerät für die Couch zum Streaming, Surfen oder Zocken einfacherer Casual Games. Zu den gefragtesten Herstellern aus unserem Preisvergleich gehören Samsung und Lenovo. Zu nennen wären deren Einsteigergeräte Samsung Galaxy Tab A8 (Testbericht) und Lenovo Tab M10 Plus (Testbericht), die im Test einen guten Eindruck hinterlassen haben. Mit dem Blackview Tab 11 bekommen die etablierten Hersteller jetzt aber eine unerwartet starke Konkurrenz.

Das chinesische Unternehmen Blackview konnte sich bisher vor allem einen Namen mit Outdoor-Smartphones sowie preiswerten Tablets machen. Das neue Tab 11 bietet jedoch Ausstattungsmerkmale, die unter günstigen Tablets hervorstechen. Von Haus aus hat der Nachfolger des Blackview Tab 10 (Testbericht) LTE, 8 GByte RAM, 128 GByte Speicher, ein scharfes und helles Display sowie eine Zertifizierung für Widevine Level 1. Diese ist für die Wiedergabe von Inhalten auf Netflix & Co. in Full-HD wichtig. Wie sich das Tablet im Vergleich zu Samsung, Lenovo und Nokia schlägt, verrät der Test.

Die erste positive Überraschung erlebt man, wenn man das Blackview Tab 11 aus der Verpackung nimmt: Das Tablet liegt bereits in einer Schutzhülle. Die Displayabdeckung in knalligem Cyan dient dabei als Aufsteller – ähnlich, wie es Apple einst mit dem Smart Cover für das iPad etabliert hat. Das ist praktisch, um das Tab 11 zusätzlich zu schützen sowie als Möglichkeit als Aufsteller.

Das Tablet selbst hat eine Rückseite aus Metall, die im Falle unseres Testgeräts in einem schicken Blaugrün/Türkis in Metallic-Lackierung erscheint. Blackview nennt den Farbton „Teal Green“. Das Modell setzt damit farblich Akzente – auch wenn es beim Design nicht ganz so frech wirkt wie das Nokia T20 (Testbericht). Wem das zu bunt wird, der bekommt das Gerät auch in Silber oder Dunkelgrau. Die übrige Formgebung erinnert stark an die Tablets anderer Hersteller.

Die Verarbeitung des Tab 11 hinterlässt einen tadellosen und wertigen Eindruck, die auf Augenhöhe mit der Konkurrenz liegt. Spaltmaße gibt es keine, der Power-Button und die Lautstärkewippe auf der linken, kurzen Seite bieten einen festen Druckpunkt.

Mit einer Größe von 247 mm x 157 mm x 8,1 mm ist das Tab 11 nahezu gleich groß wie das T20 von Nokia. Ähnlich breit, aber höher ist das Samsung Galaxy Tab A8 (Testbericht), das aber rund 1 mm dünner ist. Das Lenovo Tab M10 Plus (Testbericht) fällt insgesamt einen Hauch größer aus. Das Blackview Tab 11 bietet ein Display mit einer Diagonale von 10,36 Zoll bei einem Seitenverhältnis von 15:9. Damit ist der Bildschirm geringfügig kleiner als bei der aktuellen Konkurrenz.

Mit einem Gewicht von 460 g wiegt es nahezu gleich viel wie das Modell von Nokia und Lenovo. Das Galaxy Tab A8 von Samsung ist mit über 500 g deutlich schwerer. Auffallend ist auf der Rückseite die Kamera, eingebettet in einem rechteckigen Element, das etwa 2 mm heraustragt: Hier finden sich zwei Linsen sowie ein LED-Blitz. Eine IP-Zertifizierung zum Schutz vor Flüssigkeiten und Staub hat das Blackview Tab 11 nicht – das trifft aber auf fast jedes Tablet zu.

Das LCD nutzt ein IPS-Panel und bietet eine Diagonale von 10,36 Zoll (26,3 cm). Die Auflösung beträgt 2000 x 1200 Pixel, was eine bei dem Bildschirm zu einer Pixeldichte von 229 ppi führt. Das liegt leicht über dem Niveau des Lenovo Tab M10 sowie Samsung Galaxy Tab A8. Verglichen mit einem Smartphone ist das wenig, ein Tablet hält man aber in der Regel weiter weg vom Gesicht. Beim Tab 11 sind Pixel also faktisch nicht mehr mit dem Auge zu erkennen, wodurch das Bild wirklich scharf erscheint. Hochwertige Mittelklasse-Tablets wie das Apple iPad oder Xiaomi Pad 5 (Testbericht) erreichen hier 264 bis 274 ppi.

Die Bildqualität kann sich sehen lassen. Farben erscheinen mit eindrucksvoller Leuchtkraft, Kontraste sind ausgewogen und gut ausbalanciert. Die Bildgebung wirkt dabei stets natürlich. Die Blickwinkelstabilität ist aus fast allen Perspektiven immer gegeben. Damit übertrumpft das Blackview Tab 11 beim Display eindeutig das Samsung Galaxy Tab A8 (Testbericht) und muss sich in keinem Fall vor dem Lenovo Tab M10 Plus (Testbericht) verstecken.

Erfreulich: Das Blackview Tab 11 verfügt tatsächlich über eine Zertifizierung für Widevine Level 1. Diese ist notwendig, damit das DRM bei Streaming-Anbietern wie Netflix, Disney+ oder Amazon Prime Video eine Wiedergabe in Full-HD (1080p) erlauben. Speziell preiswerte Tablets erfüllen aus Kostengründen diese Zertifizierung nicht – die Folge ist, dass etwa Netflix-Nutzer Filme und Serien in pixeliger SD-Qualität mit 480p ertragen müssen. Das wichtige Zertifikat fehlt etwa beim Nokia T20 (Testbericht). Mehr über die Thematik erklären wir im Beitrag Netflix & Co.: Die besten Tablets und Chromebooks fürs Streaming.

Als maximale Helligkeit konnten wir 440 cd/m² messen. Das ist ein guter Wert für ein Tablet in dieser Preisklasse und übertrifft etwa das Galaxy Tab A8 von Samsung. Je heller das Display leuchtet, desto besser kann man es auch im Freien nutzen. Ein Mittelklasse-Smartphone schafft hier mittlerweile Werte von bis zu 700 cd/m² oder mehr. Bei Tablets sind aber selten über 500 cd/m² anzutreffen. Bei Sonnenschein klappte die Ablesbarkeit auf dem Tab 11 bei Texten gut. Bei Videos mit dunklem Hintergrund war es nicht mehr so einfach, diese noch gut zu erkennen. Insgesamt ist die Helligkeit aber solide, für den Medienkonsum empfehlen wir dennoch auf Dauer ein Platz im Schatten oder im Inneren der Wohnung.

Die Hauptlinse der Kamera nutzt den CMOS-Sensor Sony IMX258 und bietet 13 Megapixel. Beim zweiten Objektiv handelt es sich nur um einen Tiefensensor. Einen Weitwinkel- oder Porträtmodus bietet die Kamera-App nicht. Videos sind mit 1080p möglich. Fotos sehen bei Tageslicht sehr ordentlich aus.

Die vordere Kamera im Displayrand dient für Selfies oder Videokonferenzen und nutzt ebenfalls einen CMOS-Sensor von Sony (IMX219 Exmor RS). Die Auflösung liegt bei 8 Megapixel, Videos sind nur mit 720p möglich. Selfies mit der vorderen Kamera sehen gelungen aus. Einen Porträtmodus konnten wir allerdings nicht finden in der Kamera-App.

Verglichen mit dem Samsung Galaxy Tab A8 oder Lenovo Tab M10 bieten die Linsen des Tab 11 also eine bessere Auflösung. Insgesamt entspricht die Kameraausstattung in etwa den besten Smartphones bis 100 Euro (Bestenliste). Anders als ein Smartphone dürfte ein Tablet ohnehin seltener zum Fotografieren zum Einsatz kommen.

Als Prozessor verrichtet im Tab 11 ein Unisoc Tiger T618 seinen Dienst. Der Octa-Core-Prozessor kommt auch im Samsung Galaxy Tab A8 (Testbericht) zum Einsatz und bietet eine solide Performance. Beim Benchmark Work 3.0 von PCmark erreichten wir 7500 Punkte. Im Alltag läuft das System flüssig, Apps öffnen sich zudem ohne übermäßige Ladezeiten. Der Unisoc Tiger T618 zeigt sich dabei schneller als etwa der Helio G80 beim Lenovo Tab M10 Plus (Testbericht).

Blackview preist das Tablet auch als Gaming-Device an. Für einfache Spiele und Casual Games mag das zutreffen. Für Spiele mit aufwendigerer Grafik fehlt es der GPU beim Unisoc Tiger T618 aber an Power. Beim Benchmark „Wild Life“ von 3Dmark erreichten wir etwa 520 Punkte, damit bewegt es sich eher im unteren Drittel der Ergebnisse aus unseren Tests. Gegen eine Partie Asphalt 9 spricht nichts, allerdings nur mit mittleren Grafikdetails.

Die Speicherausstattung ist hingegen ausgezeichnet: 8 GByte RAM sind in der Preisklasse eine Ansage, 128 GByte interner Flash-Speicher vom Typ eMMC 5.1 sind ebenfalls üppig. Eine Erweiterung über eine Micro-SD-Karte ist zudem bis 512 GByte möglich. Platzangst muss da keiner haben.

Durchs heimische Netzwerk surft das Tab 11 maximal mit Wifi-5 – was für die Preisklasse normal ist. Es stehen zudem zwei Slots für Nano-SIM-Karten zur Verfügung. Wer zwei SIM-Karten nutzen möchte, kann dann keine Micro-SD-Karte verwenden. Das Modem unterstützt zum mobilen Surfen maximal LTE (4G). Die Ortung ist mittels GPS, GLONASS und Beidou möglich. Einen Fingerabdrucksensor gibt es nicht. Dafür unterstützt die Frontkamera Gesichtserkennung – allerdings nur mit 2D-Technologie, die man mit Bildern unter Umständen täuschen kann. Das ist aber ebenfalls normal für diese Preiskategorie.

Externe Geräte wie kabellose Kopfhörer (Ratgeber) verbindet man per Bluetooth 5.0. Als Anschlüsse stehen zudem ein USB-C-Port mit maximal USB 2.0 sowie ein klassischer Klinkeneingang mit 3,5 mm zur Verfügung. Auf der Unterseite befindet sich zudem ein Pogo-Pin als Docking-Anschluss. Die Stereolautsprecher bieten einen ordentlichen, klaren und räumlichen Klang für Games und Video-Clips. Bei höherer Lautstärke klingen diese aber etwas zu schrill.

Als Betriebssystem läuft Android 11. Blackview hält sich mit größeren Anpassungen der Benutzeroberfläche angenehm zurück. Das Angebot an zusätzlichen Apps ist ebenfalls überschaubar und beschränkt sich auf nützliche System-Tools und einige Spiele. Derzeit gibt es laut Blackview auch keine Pläne für ein Upgrade auf Android 12. Der Sicherheits-Patch stammt vom März und ist damit nicht mehr aktuell. Ein Update soll bis Juli folgen. Das Thema Support könnte generell ein Knackpunkt sein. Im Falle einer Reparatur etwa müssen die Geräte mangels Vertragswerkstätten in Europa nach China.

Die Kapazität des Akkus fällt mit 6800 mAh etwas geringer aus als bei der Konkurrenz. Beim Battery Test konnten wir bei einer Helligkeit von 200 cd/m² im simulierten Betrieb einen Wert von 7 Stunden und 20 Minuten ermitteln. Das ist eine mäßige Laufzeit, andere Tablets erreichen bei dem Benchmark zwischen 9 und 11 Stunden.

Das beigelegte Netzteil ist mit 10 Watt nicht sonderlich leistungsstark. Beim Laden von 20 auf 100 Prozent vergehen etwa 3,5 Stunden. Ein vollständiger Ladevorgang dürfte knapp 4 Stunden in Anspruch nehmen. Kabelloses Laden beherrscht das Tab 11 nicht.

Die UVP für das Blackview Tab 11 lag ursprünglich bei 299 Euro. Der Hersteller verkauft das Tablet mittlerweile direkt über Amazon für 259 Euro. Mit dem Code HEWMXU8A bekommen Käufer bei Amazon zusätzlich ein Paar der Kopfhörer Blackview AirBuds 1 dazu. Hierzu legt man beide Produkte in den Warenkorb und wendet dann den Rabattcode an. Noch günstiger ist das Tablet bei Amazon Italien. Mit dem Rabattcode JVHRJSRR bekommen Käufer einen Nachlass von 15 Prozent. Insgesamt kostet das Blackview Tab 11 dann knapp 212,49 Euro - ein neuer Bestpreis.

Banggood bietet das Blackview Tab 11 derzeit im Flash-Sale für 189 Euro statt 229 Euro an, der Versand erfolgt aus Hongkong. Mit dem Rabattcode BGtecht11 senkt sich der Preis dann auf 184 Euro. Der Code ist gültig bis zum 30.09.2022.

Die günstigsten Angebote aus unserem Preisvergleich starten bei 216 Euro. Als Farben stehen neben Türkis/Grünblau („Teal Green“) zudem Silber („Moonlight Silver“) sowie Dunkelgrau („Meteorite Grey“). Angesichts des üppigen Speichers und LTE ist der Preis äußerst fair, eine preiswertere Variante ohne Mobilfunk und mit kleinerem Speicher gibt es allerdings nicht.

Das Blackview Tab 11 ist ein ideales Tablet für den Medienkonsum auf der Couch, zum Surfen und für Gelegenheitsspieler. Die Ausstattung sowie Verarbeitung sind für den aufgerufenen Preis ausgesprochen gut. Besonders das 2K-Display weiß zu gefallen und dank Zertifikat für Widevine Level 1 ist auch die Wiedergabe von Inhalten von Netflix, Disney Plus & Co. auch in Full-HD möglich. Diese Fähigkeit bringen einige preiswerte Tablets nicht mit – selbst von bekannten Herstellern.

Die Leistungsfähigkeit ist gut, für Hardcore-Gamer reicht sie aber nicht aus. Die Akkulaufzeit könnte zudem besser ausfallen. Als Software läuft noch Android 11 mit einem nicht mehr aktuellen Sicherheits-Patch. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist dennoch überzeugend. Ein Samsung Galaxy Tab A8 etwa mit 128 GByte und LTE liegt bei über 300 Euro. Eine Variante des Tab 11 ohne LTE mit weniger Speicher als zusätzliche günstigere Alternative wäre allerdings interessant gewesen.

Eine preiswerte Alternative, jedoch mit schwächerem Display, ist das Samsung Galaxy Tab A8 (Testbericht). Ebenfalls ein gutes Tablet fürs Streaming ist das Lenovo Tab M10 (Testbericht), das aber einen langsameren Prozessor nutzt. Optisch ansprechend und zudem recht flott – aber ohne Widevine Level 1 – ist das Nokia T20 (Testbericht).

Weitere günstige Geräte zeigen wir in der Top 10 Top 10: Die besten Tablets bis 250 Euro – Lenovo und Samsung vor Blackview. Wer mehr Budget zur Verfügung hat, sollte einen Blick auf unsere Top 10: iPad, Samsung oder Xiaomi? Die besten Tablets bis 500 Euro werfen.

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