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Fritzbox 7530 AX db
Pro und Contra
  • WiFi-6
  • DSL-Modem
  • Fritz-OS-Betriebssystem
  • kein ISDN
  • nur USB 2.0
  • 2021-06-04T22:00:00+00:00

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Endlich liefert AVM eine DSL-Fritzbox mit WiFi-6. Im Test muss die AVM Fritzbox 7530 AX zeigen, wie schnell ihr WLAN ist, wie viel beim Nutzer ankommt und ob sie ihren Preis wert ist.

Endlich. Lange hat es gedauert, bis AVM eine DSL-taugliche Fritzbox mit WiFi-6 auf den Markt gebracht hat. Kabel-Kunden konnten bereits seit Februar 2020 auf die Fritzbox Cable 6660 (Testbericht) aufrüsten, mit der Fritzbox 7530 AX gibt es nun auch WiFi-6 für DSL-Nutzer. Und das zu einem vergleichsweise günstigen Preis von 169 Euro UVP.

Wir testen die Fritzbox 7530 AX im Rahmen unserer Themenwelt zu WiFi-6-Routern. Dort sind bereits Alternativen wie der D-Link DIR-X1860 (Testbericht), der günstige Honor Router 3 (Testbericht) oder der Netgear Nighthawk RAX80 (Testbericht) durch unseren Test gelaufen. Allerdings haben diese Geräte kein integriertes DSL-Modem. Mehr zu den Vorteilen von WiFi-6 zeigen wir im Ratgeber Wifi-6: Funktionen, Vorteile, Produkte, Kosten.

Eine Übersicht zu allen Fritzboxen liefern wir im Ratgeber: Die beste Fritzbox für VDSL, Kabel, LTE und Glasfaser.

Die kleine 11ax-WiFi-6-Fritzbox 7530 AX verspricht maximal 600 MBit/s im 2,4 GHz-Band und 1800 MBit/s bei 5 GHz aus nur drei Antennen. Zum Vergleich: Die deutlich größere 11ac-WiFi-5-Fritzbox 7590 schafft 1733 MBit/s, aber aus vier Antennen. Die Kleine funkt also schneller aus weniger Antennen, kostet aber weniger als die ältere 7590. Noch schneller, aber auch teurer, ist die Fritzbox 6660 mit 2400 MBit/s bei 5 GHz aus nur zwei Antennen. Wifi-6 funkt eben effizienter. Die 6660 hat allerdings ein Kabel-Modem eingebaut, ist also keine Alternative für DSL-Anschluss-Inhaber.

Leider gibt es zum Testzeitpunkt fast keine WLAN-Endgeräte mit vier Antennen. Sogar die modernsten Wifi-6-Laptops haben meist nur 2 Antennen. Damit holen solche Notebooks aus der kleinen 7530 AX zwar flotte 2x 600 = 1200 MBit/s, aus der 7590 aber nur 2x 433 = 866 MBit/s heraus. Zumindest in der Theorie, in der Praxis liegt der Durchsatz darunter. Auch hier zeigt sich: Wifi-6 funkt eben effizienter als Wifi-5.

Wie viele andere aktuellen WiFi-6-Produkte besitzt die Fritzbox 7530 AX vier Ethernet-Ports. Die schaffen allerdings maximal 1 GBit/s. Bremsen die langsamen Ports also das schnelle WLAN? Unsere Einschätzung: In der Praxis schafft die relativ kleine WiFi-6-Variante der 7530 AX selten mehr als 1000 MBit/s in den Spitzen. Ein Port mit 2,5 GBit/s wäre schön gewesen, der Verzicht ist aber bei diesem Gerät und zu diesem Preis gerade noch vertretbar.

Das Internet-Modem der 7530 AX ist ebenso schnell wie bei der großen Fritzbox 7590 (Testbericht): Es beherrscht VDSL2-Vectoring 17a bis 100 MBit/s und VDSL2-Super-Vectoring 35b bis 300 MBit/s im Download. Sprich, man ist auch mit der 7530 AX gut gerüstet.

Schlechte Nachrichten für ISDN-Fans: Die Fritzbox 7530 AX besitzt keine ISDN-Buchsen mehr. Es gibt nur noch einen länglichen TAE-Stecker und einen quadratischen RJ11-Stecker für Analog-Telefone, Faxgerät oder einen externen Anrufbeantworter. Die DECT-Basisstation kann maximal sechs schnurlose DECT-Handtelefone und SmartHome-Geräte wie Funk-Schalt-Steckdosen, Heizkörper-Thermostaten oder Funk-LED-Lampen über den DECT-Funk in das Heimnetz verbinden.

Enttäuschend ist die USB-Ausstattung. AVM gibt dem Gerät lediglich einen USB 2.0-Port. Als NAS eignet sie sich damit nur bedingt, die Schnittstelle ist einfach zu langsam. Wir empfehlen eher einen echten Netzwerkspeicher, mehr dazu in der NAS-Kaufberatung: richtigen Netzwerkspeicher finden.

Wir testen die Fritzbox 7530 AX in unserer angestammten Testumgebung. Als Zuspieler nutzen wir eine Synology Diskstation mit 10 GBit/s-LAN, das erwartungsgemäß auf 1 GBit/s gedrosselt wird. Das Internet kommt aus einer Fritzbox 6660 Cable. Anschließend gehen wir mit einem Laptop und einem Smartphone fünf definierte Punkte in der Wohnung ab und messen, wie viel Durchsatz bei den Endgeräten ankommt. Beide Testgeräte sind WiFi-6-tauglich.

Den ersten Messrundgang absolvieren wir mit einem Laptop mit einem Intel Wi-Fi 6 AX 200 Funkmodul (Ratgeber: Notebook für 13 Euro auf Wifi-6 aufrüsten). Er funkt aus nur zwei Antennen maximal 2400 MBit/s brutto, wenn er mit einer Fritzbox 6660 Cable über einen 160 MHz breiten Kanal verbunden ist. Die Fritzbox 7530 AX beherrscht aber nur 80 MHz Kanalbandbreite im 5 GHz Frequenzband. Damit kann das Gespann aus Laptop und 7530 AX nur auf 1200 MBit/s brutto hochfahren.

Netto schafft das Gespann aus Laptop, 7530 AX und NAS bei 5 GHz im ersten Zimmer im Download über 900 MBit/s und im Upload gut 800 MBit/s. Wer einen VDSL-Anschluss mit bis zu 250 MBit/s hat, kann diesen mit der Fritzbox bis ins dritte Zimmer ungebremst verteilen. VDSL-100 käme noch im vierten Zimmer unserer Testwohnung ungeschmälert an. Im fünften Zimmer waren die Werte zwar nur noch zweistellig. Wir hatten aber keinen Datenabriss und der Durchsatz würde noch gut für 4K-Video-Streaming reichen. Das ist sehr brauchbar, denn viele andere WLAN-Router hatten im fünften Zimmer schon mit Verbindungsabrissen zu kämpfen.

Im 2,4 GHz Band war das Gespann erheblich langsamer als bei 5 GHz. Lediglich im fünften Zimmer konnte der 2,4 GHz Funk mit dem 5 GHz WLAN gleichziehen. Der Durchschnitt aller Messungen lag über alle fünf Räume und über beide Frequenz-Bänder hinweg bei 210,65 MBit/s.

Die zweite Messung führen wir mit einem Samsung Galaxy Note 10+ (Testbericht) durch, dieses bietet ebenfalls ein WiFi-6-Modul. Dabei nutzen wir die Verbindung ins Internet und messen, wie viel aus der 1-GBit/s-Leitung am Endgerät ankommt. Wir messen via Speedtest.net, dann kann jeder die Daten selbst nachvollziehen. Das Smartphone funkt theoretisch mit maximal 1200 MBit/s, wenn es bei 5 GHz mit einer Kanalbandbreite von 80 MBit/s mit einem WLAN-Router verbunden ist. Genau diesen Modus beherrscht die Fritzbox 7530 AX.

In der Praxis bleibt dabei etwas mehr als die Hälfte. Im 5 GHz Band konnte das Gespann im ersten Zimmer immerhin 714 MBit/s netto bis in das Handy durchfunken. Das ist zwar weniger als mit dem Laptop, aber im fünften Zimmer kam der Download aus dem Internet mit satten 149 MBit/s an, also schneller als zum Laptop. Die Ping-Zeiten lagen von 6 bis 13 Millisekunden. Im 2,4 GHz Band waren die Download-Raten mit dem Handy nicht allzu beeindruckend: 114, 99, 57, 67 und 58 MBit/s. Im hintersten Zimmer waren sie aber besser als mit dem Wifi-6-Laptop.

Die Fritzbox 7530 AX besitzt einen exzellenten Standby-Wert unterhalb von 6 Watt. Dabei waren beide WLAN-Bänder bei 2,4 und 5 GHz eingeschaltet, sowie ein Laptop via 5 GHz mit dem WLAN-Router verbunden. Nach kompletter Abschaltung beider WLAN-Bänder, was einer WLAN-Nachtabschaltung entspricht, fiel das Treppchen unserer Messkurve auf knapp 4,6 Watt.

Klein aber fein: Die Ausstattung der neuen Fritzbox 7530 AX steht kaum hinter der Fritzbox 7590 (Testbericht) zurück: ein flottes DSL-Modem bis 300 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload unter der Haube. Dazu vier Gigabit-LAN-Ports und eingebaute DECT-Basisstation für sechs DECT-Telefone und ein knappes Dutzend SmartHome-Geräte. Dazu kommt das sehr gute FritzOS-Betriebssystem, das mit Ausnahme von ISDN alle Funktionen der großen Schwester 7590 mitbringt.

Die 7530 AX hat zwar kein USB-3.0 und kein ISDN, aber der Funk ist mit 1800 MBit/s bei 5 GHz sogar ein bisschen schneller als beim Flaggschiff 7590. Wer schon Wifi-6-Endgeräte hat, oder bald bekommen wird, kann den Speed-Vorteil der 7530 AX spüren.

Eine Übersicht zu allen Fritzboxen liefern wir im Ratgeber: Die beste Fritzbox für VDSL, Kabel, LTE und Glasfaser.

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