Fritz Repeater 6000 db
Pro und Contra
  • Wifi-6 bis 2x 2400 MBit/s und 2,5 GBit/s LAN
  • Guter Durchsatz, gute Reichweite
  • Gute Software
  • Keine Wandmontage
  • 5.0

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AVM legt nach und liefert seinen ersten Fritz Repeater mit Wifi-6 und einer 2,5 GBit/s LAN-Schnittstelle. TechStage testet, wie gut sich das WLAN damit vergrößern lässt.

Der Fritz Repeater 6000 ist WLAN-seitig stärker als jede Fritzbox, ja sogar stärker als so mancher WLAN-Access-Points aus der Business- und Enterprise-Klasse: Er kann dank IEEE 802.11ax (Wifi-6) aus drei Frequenzblöcken gleichzeitig senden und empfangen.

Im Gegensatz zu einer Fritzbox hat er aber kein eigenes Internet-Modem verbaut: Nicht für DSL, nicht für LTE, nicht für Kabel, auch nicht für Glasfaser. Seine Aufgabe ist es, als Repeater hinter einem Modem oder WLAN-Router dessen Funknetz zu verlängern. Viele WLAN-Hersteller würden diese Geräte als ein Tri-Band-Mesh-System bezeichnen, weil der Fritz Repeater 6000 eben in drei Frequenz-Blöcken funkt und das dritte Band zur infrastrukturellen Verbindung zwischen den Geräten benutzt. Aber eigentlich ist es trotzdem ein Dualband-System, und das schreibt AVM auch richtig: Es funkt nur im 2,4 und im 5 Gigahertz Band.

Die wahren Tri-Band-Systeme, die zusätzlich im 6-Gigahertz-Band funken können, kommen erst noch. Da ist die deutsche Bundesnetzagentur (BNetzA) gerade dabei, die Freigabe des 6-Gigahertz-Bandes für Wifi-6E vorzubereiten. Ob AVM in der Lage ist, den Fritz Repeater 6000 per Software dann auch noch für das 6-Gigahertz-Band freizuschalten? „Nein“, sagt AVM auf Nachfrage: „Wifi-6E benötigt neue Hardware“.

An der Vorderseite des Fritz Repeater 6000 gibt es nur einen einzigen roten Connect-Knopf. Weitere Knöpfe und Taster findet man an dem gesamten Repeater nirgends, auch keinen Reset-Taster. Ein Reset wird ebenfalls an diesem roten Knopf eingeleitet, und zwar dadurch, dass man ihn mindestens 15 Sekunden lang drückt.

Die Highlights des Fritz Repeater 6000 liegen bei LAN und WLAN. Es gibt eine normale Gigabit-LAN-Buchse an der Rückseite. Zusätzlich besitzt der neue AVM Repeater eine LAN-Buchse mit 2,5 GBit/s. Das ist noch relativ unüblich und auch bei AVM zum ersten Mal an einem Repeater so ausgeführt. Das einzige andere AVM-Produkt mit so einer Schnittstelle ist der Kabel-Router Fritzbox 6660 Cable (Testbericht).

Die WLAN-Ausstattung kann sich sehen lassen: Im 2,4-Gigahertz-Band verspricht AVM 1200 MBit/s brutto. Im 5-Gigahertz-Band werden 2x 2400 MBit/s versprochen, nämlich im unteren und im mittleren Band. Zählt man diese drei Geschwindigkeiten zusammen, dann kommt man auf 6000 MBit/s. Und genau deshalb heißt er auch AVM Fritz Repeater 6000.

Die Installation als Mesh-Repeater an einer Fritzbox ist sehr einfach: Man holt den Repeater aus der Kiste, verbindet ihn mit der Stromzufuhr, wartet auf ein langsames Blinken der Connect-Taste und drückt kurz auf sie. Dann läuft man an die Fritz Box und drückt dort ebenfalls auf die Connect-Taste. Nach kurzer Zeit sind beide Geräte gekoppelt, blinken dann auch nicht mehr, sondern leuchten dauerhaft Grün. Das heißt: Die Fritz Box hat alle relevanten WLAN-Daten an den Repeater automatisch durchgeschossen, als da wären: Der WLAN-Netzwerk-Name, also die sogenannte SSID, der WLAN-Schlüssel, sofern vorhanden auch das WLAN-Gastnetz, und auch die WLAN-Zeitschaltung, sofern man sie aktiviert hat.

Das funktioniert vorzugsweise innerhalb der AVM-Familie. Wenn man versucht, diverse Fritz Repeater mit Fremdgeräten zu koppeln, ist es meist ein wenig schwieriger. Oft wird ein Teil der WLAN-Settings dann eben doch nicht komplett an Fremdgeräte übertragen, dann muss man von Hand nachkonfigurieren.

Bei der Einrichtung sieht man schon: Der Fritz Repeater 6000 versteht erneut AVMs Version von WLAN-Mesh. Das ist ein schwammiger Generalbegriff für diverse Komfort-Funktionen und WLAN-Optimierungsfunktionen: Mesh gestattet unter anderem, dass verschiedene WLAN-Funker sich sehr komfortabel mit einem einfachen Knopfdruck untereinander vernetzen lassen, wie hier geschehen. Alle relevanten Daten werden an den neuen Access Point übertragen und es entsteht so ein einheitliches Netzwerk über mehrere Funkzellen.

Neben der Verbindung per Funk lässt sich der Access Point auch über Ethernet am Router anschließen, AVM nennt das eine LAN-Brücke. Der Rest der Welt sagt auch gerne WLAN-AP zum zweiten Modus. Der große Vorteil dabei ist, dass der Access Point dann nicht mit Störungen im WLAN kämpfen muss. Es ist zudem praktisch, wenn Router und Access Point weit entfernt stehen, aber ein LAN-Kabel verfügbar ist. Dank seiner 2,5 GBit/s passt der Fritz Repeater 6000 im LAN-Brückenmodus besonders gut hinter eine 6660 Cable. Um es klar zu sagen: Wann immer möglich rät der Autor deshalb unmissverständlich (!) zu einer LAN-Brücke.

Ein Wort zur Software: Eine große Stärke aller Fritzboxen und Fritz Repeater ist das Betriebssystem Fritz OS. Unser erster Fritz Repeater 6000 kam im April 2021 mit Fritz OS 07.20. Die letzten Messungen haben wir im Juli 2021 unter OS 07.28 durchgeführt. In dieser Zeit hat sich der Fritz Repeater 6000 deutlich verbessert. Wir raten also jedem Käufer, so schnell wie möglich ein Update aufzuspielen.

Unser Testgebäude liegt in einem locker bebauten Stadtgebiet. Funk-Störungen durch WLAN-Nachbarn sind vor allem bei 2,4 GHz nonstop vorhanden, im 5 GHz Band halten sie sich aber in Grenzen. Am 2,5-GBit/s-Port ist eine ein 10-Gigabit-NAS-Server Synology DS1618+ mit 32GB ECC RAM und SSD-Raid-Cache. Diese NAS-Station kann Peaks bis über 9.000 MBit/s liefern, lässt also genügend Luft nach oben. Der Router, eine Fritzbox 6660 Cable ist am Gigabit-Port angeschlossen.

Will man dem Fritz Repeater 6000 die maximalen 2x 2400 Mbps Brutto gleichzeitig per Funk entlocken, dann braucht man mindestens zwei leistungsstarke Wifi-6-Endgeräte. Dazu haben wir zwei Dell Precision 3630 Workstations, Baujahr 2019, mit zwei 10-Gigabit-LAN-Karten sowie zwei 2400 Mbps 802.11ax-Karten nachgerüstet.

Beim Maximaltest greifen wir mit zwei Wifi-6-Rechnern gleichzeitig über zwei verschiedene 5-GHz-Blöcke des Fritz Repeater 6000 auf das schnelle NAS-System hinter dem Fritz Repeater 6000 zu. Wir ziehen gleichzeitig 2x 50 GByte aus dem einen NAS-Server auf zwei Wifi-6-Rechner herunter. Das sind die roten Kurven. Danach schieben wir die 2x 50 GByte per Funk wieder auf den NAS-Server hinauf. Das sind die grünen Kurven. Das langsamere 2,4 GHz Band lassen wir jetzt komplett außer Acht. Wir messen nur im 5G-I und 5G-II Block. Denn wer derart maximale WLAN-Leistung braucht, geht natürlich nicht freiwillig ins übervölkerte 2,4 GHz Band.

Neben dem reinen Durchsatz ist die Reichweite und die Rate-over-Range, also die Datenrate nach Entfernung, das wichtigste Kriterium für den Access Point. Schließlich soll er vermutlich vor allem WLAN-Lücken schließen. Für diese Messung nutzen wir ein Notebook mit schnellem Intel AX200 Funkmodul in fünf zunehmend weiter entfernten Räumen. Die Messung erfolgt weiter im LAN mit den Daten auf der NAS.

Die blauen Säulen zeigen die Netto-Downloads mit großen Dateien von einem NAS-Server über den Fritz Repeater 6000 bis zum Wifi-6-Laptop über fünf zunehmend schwierige Räume hinweg im unteren 5GHz-Band (5G-I). Die orangen Säulen zeigen den Durchsatz im zweiten 5-Ghz-Band (5G-II), die grauen Säulen sind die kumulierten Daten.

Wie erwartet steigt der Repeater im ersten Raum stark ein, 906 MBit/s und 890 MBit/s sind starke Werte. Den großen Abfall sieht man dann ab dem dritten Raum, vor allem 5G-I bricht deutlich ein und geht auf 123 MBit/s herunter, bis zu einem Tiefstwert von 28 MBit/s im letzten Raum. Wobei das immer noch sehr gut ist und sogar 4K-Streaming ermöglicht. Die 5G-II-Leistung bleibt auf einem deutlich höheren Niveau und fällt am Ende auf beeindruckende 139 MBit/s, das ist schnell genug für die meisten Anwendungen.

Neben dem Notebook verwenden wir auch ein Smartphone, um weitere reale Messwerte zu erhalten. Die von Android-11 jeweils attestierte Netzgeschwindigkeit reichte bis 229 Mbps bei 2,4 GHz sowie jeweils 1200 Mbps bei 5G-I und 5G-II. Die beiden Letzteren sind jeweils Wifi-6 im Modus VHT80 mit 80 MHz Kanalbandbreite.

Das Smartphone zeigt in beiden WLAN-Bändern ein gutes Rate-over-Range-Verhalten, das heißt: eine gute Reichweite. Das WLAN-Handy hatte auch im hintersten Zimmer keinen WLAN-Abriss und ohne Unterbrechung genug Speed zum Surfen und Chatten.

Die Leistungsaufnahme des Fritz Repeater 6000 lag im Stand-by, bei eingeschaltetem WLAN und einem über 5GHz verbundenen WLAN-Endgerät, um die 8,7 Watt.

Bei Durchsatztests mit einem einzelnen WLAN-Laptop hat er gut 10 Watt aus der 230-Volt-Dose gezogen. AVM gibt die durchschnittliche Leistungsaufnahme mit 11 Watt an. Das kommt hin. Zum Vergleich: Der 11ac-WLAN-Router Telekom Speedport Pro braucht über 18 Watt im Stand-by. Im Betrieb noch mehr.

Die Preisempfehlung liegt bei knapp 220 Euro. Ein Blick auf den Straßenpreis zeigt einen realistischen Preis von um die 205 Euro, teilweise war das Gerät im Rahmen von Preisaktionen sogar schon für unter 200 Euro zu bekommen.

Die Messungen durch fünf Räume beweisen, was schon klar war: Auch Wifi-6 alias 802.11ax kann die Gesetze der Funkphysik nicht außer Kraft setzen: Gerade im 5-GHz-Band kommt zwar viel Speed auf kurze Distanz im selben Raum, in dem die 11ax-Basis-Station steht, aber sobald Hindernisse wie Stahlbetonwände und Decken zwischen 11ax-Basis und 11ax-Client liegen, geht der Durchsatz schnell herunter, bei allen WLAN-Herstellern, nicht nur bei AVM.

Daraus ziehen wir den Schluss: Auch im Wifi-6-Zeitalter wird man für große Wohnungen, Praxen, Büros, oder ganze Häuser auch künftig noch WLAN-Repeater brauchen. Es sei denn, man hat eine gute LAN-Verkabelung bis in alle Räume: Dann kann man mit WLAN-Access-Points an der LAN-Buchse fast immer ein besseres Ergebnis als mit reinen WLAN-Repeatern erzielen.

Der neue Fritz Repeater 6000 kann beides: LAN-Brücke und WLAN-Brücke. Er funkt maximal Wifi-6 in drei Frequenz-Blöcken: 1x 1200 Mbps bei 2,4 GHz und 2x 2400 Mbps im 5 GHz Band. Schaltet man ihn als LAN-Brücke oder WLAN-AP, dann sind alle drei Frequenzblöcke sogar komplett für WLAN-Clients nutzbar.

Dank starker CPU und WLAN-Hardware kann man seine reine Funkleistung sogar mit 11ax-Enterprise-WLAN-APs der >1000-Euro-Klasse von Cisco, Hewlett-Packard, Huawei und Ruckus vergleichen. Letztere haben allerdings ausgereiftes Wand-und-Decken-Montage-Zubehör. Zudem LAN-Ports mit PoE alias Power-over-Ethernet-Stromversorgung. Solche Business-Features hat AVM seinem High-End-Repeater nicht spendiert, sonst wäre er wohl viel teurer geworden.

Der Test zum Fritz Repeater 6000 erscheint in unserer Themenwelt WLAN und WLAN-Repeater. Dort haben wir bereits andere Geräte getestet, etwa den AVM Fritz Repeater 3000 (Testbericht) oder Alternativen wie den Zyxel NWA110AX (Testbericht) oder den Netgear EAX20 (Testbericht). Zusätzlich empfehlen wir unsere Bestenliste: Top 5 der WLAN Repeater und Access Points.

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