Außen-Überwachungskamera Reolink Go 4G/LTE mit Akku im Test

Reolink Go 4G/LTE
Pro und Contra
  • Einwandfreie Aufnahmequalität bei Tag und bei Nacht
  • Autarker Betrieb mit Akku und Solarpaneel
  • Per Smartphone-App und Desktop-Anwendung leicht zu bedienen
  • Keine Cloudanbindung
  • Keine Unterstützung für Smart-Home-Systeme
  • Bewegungserkennung differenziert nicht zwischen Personen, Autos u.a.
  • 4.0

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Dank Akku und optionalem Solarpaneel können Anwender die Reolink Go 4G nahezu autark einsetzen. Wie gut die Überwachungskamera in der Praxis funktioniert, zeigt der Test.

Überwachungskameras mit Mobilfunkverbindung und Akku gibt es nur wenige. Überwachungskamerahersteller Reolink ist einer der wenigen Anbieter, die entsprechende Produkte im Programm haben. Eines davon ist die Reolink Go 4G/LTE, die ab etwa 180 Euro erhältlich ist.

Die Reolink Go 4G/LTE ist wetterfest nach Standard IP65 und laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen -10° und 55° Celsius einsatzbereit. Sie ist mit einem 7600 mAh starken Akku ausgestattet. Dieser lässt sich auch unabhängig vom Kameragehäuse über eine integrierte Micro-USB-Buchse mit maximal 10 Watt laden (5 Volt, 2A). Das ist insbesondere bei Verwendung eines Ersatzakkus, der knapp 50 Euro kostet, sinnvoll. Dieser lässt sich separat laden und sorgt somit für einen kontinuierlichen Betrieb der Kamera. Alternativ lässt sich die Laufzeit der Kamera mit einem für knapp 30 Euro optional erhältlichen Solarpaneel verlängern. Ein Ladegerät gehört nicht zum Lieferumfang. Wie üblich ist die Akkuleistung abhängig von vielen Variablen wie Temperatur und Alarm- und Aufzeichnungshäufigkeit. Reolink gibt eine Laufzeit von 1 bis 4 Wochen an. Bei kontinuierlicher Nutzung mit aktiviertem Livestream sorgt der Akku für eine Betriebszeit von etwa 8 Stunden.

Der in der Kamera integrierte CMOS-Sensor nimmt Videos mit bis zu einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel bei 15 fps und einem Sichtfeld von 110 Grad auf und bietet eine Nachtsicht von bis zu 10 Metern sowie einen 6-fach-Digital-Zoom. Die Bewegungserkennung erfolgt mithilfe eines integrierten PIR-Sensors (Pyroelektrischer Sensor), der einen Erkennungswinkel von 120° bietet und Bewegungen bis zu einer Entfernung von 9 Meter erfasst.

Mit der Integration von Mikrofon und Lautsprecher realisiert Reolink eine Zwei-Wege-Audiofunktion, sodass Anwender sich mit Personen vor der Kamera unterhalten können. Bei Bedarf ertönt bei Erkennung einer Bewegung eine Alarmsirene, die über die App aktiviert werden kann und ungebetene Gäste abschrecken soll. Alarmmeldungen kann die Kamera per E-Mail oder Pushnachrichten an den Nutzer übermitteln.

Das Mobilfunkmodul der für den europäischen Markt gedachte Variante unterstützt die LTE-Bänder 1,3,5,7,8 und 20 und die WCDMA-Kanäle 2,4 und 5. Die maximale Übertragungsrate beträgt 42 MBit/s (HSPA+) im Download und maximal 5,76 MBit/s im Upload.

Als Speichermedien unterstützt die Reolink Go 4G/LTE microSD-Karten mit bis zu einer Größe von 128 GByte. Im Test hat sie aber auch mit einer 400 GByte großen microSD-Karte von Sandisk problemlos funktioniert. Ist der Speicherplatz der microSD-Karte erschöpft, wird die älteste Aufnahme gelöscht, sodass aktuelle Aufnahmen immer abgespeichert werden. Eine Speicherung in der Cloud bietet Reolink nur in einigen Regionen an - Europa zählt nicht dazu.

Der Lieferumfang umfasst neben der Kamera inklusive Akku eine Sicherheitshalterung für den Außenbereich, eine Schutzhülle, ein Netzkabel (Micro-USB auf USB-A), eine Montageschablone, Schrauben und Dübel zur Befestigung, eine Nadel für das Zurücksetzen der Werkeinstellungen, ein Aufkleber mit Hinweis zur 24-Stunden-Überwachung, ein Befestigungsband zur Montage an Bäumen sowie eine Kurzanleitung, die ausführliche und relevante Informationen zum Betrieb der Kamera enthält.

Die Inbetriebnahme der Reolink Go 4G/LTE ist denkbar einfach. Eine PIN-freie Nano-SIM und microSD-Karte einsetzen, in der Reolink-App Nutzerkonto anlegen, QR-Code auf der Kamera einlesen und Gerätepasswort vergeben. Fertig. Anschließend ist die Kamera einsatzbereit und per Smartphone-App steuerbar. Zusätzlich können Anwender die Kamera mit der Reolink-Desktop-Anwendung, die für macOS und Windows zur Verfügung steht, konfigurieren. Hierfür muss man lediglich die UID der Kamera (abrufbar in der App unter Geräteinfos) sowie das Gerätepasswort eingeben.

Mobile App und Desktop-Anwendung bieten die gleichen Einstellungsmöglichkeiten. Auch lassen sich beide Tools ähnlich bedienen, was eine konsistente Benutzererfahrung garantiert. Das ist nicht selbstverständlich. Oft bieten Kamerahersteller keine Desktop-Anwendung zur Steuerung ihrer Geräte an oder, wie im Fall von Eufy, steht nur eine Web-Anwendung mit reduzierter Funktionalität zur Verfügung, die sich auch in Sachen Bedienung von der mobilen Anwendung unterscheidet.

Über das Zahnrad-Symbol können Anwender mit der App oder der Desktop-Anwendung die Reolink Go 4G/LTE umfangreich justieren. Im Abschnitt Display lässt sich etwa die Position von Kameraname sowie Datum und Zeit im Live-Bild verändern. Die Angaben kann man aber auch wie das Wasserzeichen vollständig ausblenden.

Um die Überwachungskamera datenschutzkonform zu betreiben, wenn sie auf ein fremdes Grundstück oder einen öffentlichen Bereich ausgerichtet ist, können Anwender unter Privatsphärenmaske drei Zonen definieren, in denen keine Aufnahme erfolgt.

Livestreaming für eine Stunde im Klar-Modus (Standard-Einstellung: 1080P, 1,5 Mbps) benötigt etwa 1 GByte Datenvolumen. Um Datenverkehr zu sparen, können Anwender Auflösung, Frame- und Bitrate reduzieren. Zusätzlich ist es möglich, den Stream auf "Flüssig" zu stellen, sodass die Übertragung mit einer Auflösung von 640 x 360 erfolgt.

Im Abschnitt Alarm-Einstellungen können Anwender die Empfindlichkeit bei der Bewegungserkennung einstellen. Da die Kamera nicht zwischen Menschen und anderer sich bewegenden Objekten wie Autos und Haustiere differenzieren kann, kann hier eine Anpassung möglich werden, um Fehlalarme zu minimieren. Das Handbuch enthält hierzu allerdings falsche Angaben. Dort sind die Empfindlichkeitsstufen eingeteilt in 0-50, 51-80 und 81-100. In der App erscheint die Statusanzeige "Niedrig" zwischen den Werten 0 und 32, "Mittel" wird zwischen 33 und 66 angezeigt und "Hoch" zwischen 67 und 100. Außerdem hat Reolink im Handbuch die Empfindlichkeitsstufen in der deutschen Übersetzung vertauscht: "Low" wurde mit "Hoch" übersetzt.

Zur Feineinstellung von Alarmen können Anwender diese auf bestimmte Wochentage und Stunden einzugrenzen. Eine jährliche Planung ist allerdings nicht möglich.

Benachrichtigungen zu Alarmen erfolgen per Push in der App und optional über E-Mail. Für letzteren Übertragungsweg können Anwender bis zu drei E-Mail-Adressen konfigurieren, wobei die erste mit Angabe des SMTP-Servers, Port und konfiguriert sein muss. Im Test hat das mit einem Gmail-Konto mit aktivierter Zwei-Faktor-Überprüfung nicht funktioniert. Ohne Zwei-Faktor-Authentifizierung verläuft die E-Mail-Benachrichtigung problemlos. Zusätzlich dazu kann bei einer Warnung auch eine Sirene in der Kamera ertönen lassen.

Die Reolink Go 4G/LTE biete bei Tag und bei Nacht eine tadellose Aufnahmequalität. Sich bewegende Objekte werden problemlos erkannt und Alarmbenachrichtigungen zuverlässig zugestellt.

Offiziell bietet Reolink die Go 4G/LTE zu einem Preis von über 200 Euro an. Bei zahlreichen Händlern ist sie aber schon ab 180 Euro erhältlich. Günstige Tarife für eine Mobilfunkkarte finden Interessierte im Beitrag "LTE und 5G: Die besten und günstigsten Tarife für mobiles Surfen"

Insgesamt liefert die Reolink Go 4G/LTE genau das, was sie verspricht. Ausgestattet mit LTE, Akku und microSD-Karte kann sie unabhängig von WLAN Objekte überwachen. In Verbindung mit dem optional erhältlichen Solarpaneele ist sie sogar in der Lage nahezu autark zu arbeiten. Allerdings gibt es auch Verbesserungspotenzial: In Sachen Bewegungserkennung wäre eine Differenzierung zwischen Menschen, Autos und Haustieren nötig, um Fehlalarme erheblich zu minimieren. Dieses Manko adressiert Reolink mit dem Nachfolger Reolink Go Plus, die bei der Erkennung zwischen Menschen und Autos unterscheiden kann. Auch wäre ein Cloudanbindung und eine Integration in ein Smart-Home-System wünschenswert.

Mehr Informationen zum Thema bietet Techstage im Themenschwerpunkt Überwachungskameras. Nützliche Informationen zur Auswahl einer Überwachungskamera bietet der Beitrag "WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro". Darin erläutert TechStage die wichtigsten Kaufkriterien und präsentiert die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro.

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