Atomstack A5 M50 Pro im Test: Starker Laser-Engraver mit Stand-Alone-Funktion

Atomstack A5 M50 Pro
Pro und Contra
  • Stand-Alone-Funktion
  • Endstopps
  • Starker Laser
  • offenes Gehäuse
  • keine Schutzbrille
  • träger Touchscreen
  • 5.0

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Der kompakte Tisch-Laser A5 M50 Pro schneidet Holz und Acryl, beschriftet sogar Metall und funktioniert ohne angeschlossenen PC. Wir testen den Laser mit verschiedenen Materialien.

Neben 3D-Druckern (Themenwelt), Schneidplottern (Ratgeber) und CNC-Fräsen sind auch Laser-Gravur-Geräte in Preisregionen angekommen, die sie für Privatanwender sehr interessant machen. Die zweiachsigen Laser brennen Texte oder Grafiken per Knopfdruck auf etwa Holz, Bambus, Kork, Leder oder sogar Spiegel und Fliese. Die Leistung der aktuellen Modelle reicht sogar aus, um Materialien wie Pappe oder dünnes Holz präzise zu schneiden.

Allerdings sind Laser nicht gerade ungefährlich für die Augen. Daher sollte man immer mit Schutzbrille arbeiten. Teure Modelle verfügen zwar über einen geschlossenen Bauraum, der vor dem Laserlicht schützt – in der Einsteigerklasse mit großer Arbeitsfläche sucht man so ein Gehäuse aber vergeblich.

Dieser Einzeltest gehört zu unterer Themenwelt DIY. Nach dem Atomstack A5 (Testbericht), dem Twotrees TotemS (Testbericht) und dem Sculpfun S9 (Testbericht) muss nun das neue Modell von Atomstack zeigen, ob sich die Investition lohnt.

Der Atomstack A5 M50 Pro gehört mit einem aktuellen Marktpreis von 500 Euro noch zu den mittelpreisigen Geräten für den Heimgebrauch. Im Vergleich zu den günstigsten Modellen um die 100 Euro ist nicht nur der Arbeitsbereich größer, auch das Laser-Modul ist deutlich kräftiger. Die Maschine hat einen Arbeitsbereich von 400 × 410 mm. Zum Vergleich: Ein Neje KZ schafft gerade einmal 38 × 38 mm, der Laser Pecker (Testbericht) schafft 100 × 100 mm.

Unser Testgerät ist die Version mit 5,5 W Ausgangsleistung bei einer Wellenlänge von 455 nm, was eine realistische Angabe ist. Dass neben der Leistung aber auch die Fokussierung eine große Rolle spielt, haben wir bereits beim S9 bemerkt. So liegt auch die Leistung des A5 M50 Pro deutlich über der des normalen A5.

Der Rahmen des Lasers ist gleichzeitig die y-Achse, auf der sich die x-Achse vor- und zurückbewegt. Der Laser-Kopf sitzt auf der x-Achse und vollführt auf dieser die Seitwärtsbewegungen. Da es sich um einen Laser mit festem Fokus handelt, muss der Abstand von Lasermodul und Werkstück angepasst werden. Das funktioniert über eine Stellschraube, an der das Lasermodul befestigt ist. Das Verstellen funktioniert gut, ist aber weniger komfortabel als etwa beim TotemS (Testbericht). Immerhin wird kein Werkzeug benötigt wie beim alten A5. Als optimalen Abstand zur Oberfläche gibt der Hersteller zwei mm an. Um den Abstand einzustellen, benutzen wir die beigelegte Kalibrierhilfe aus Acryl. Passt dieses noch gerade so zwischen Laser und Werkstück, sitzt der Fokus optimal und der Laser spielt sein volles Potenzial aus.

Eine echte Besonderheit des A5 M50 Pro sind die ab Werk verbauten Endstopps, die bei häufig kehrenden Laserjobs sehr hilfreich sind. Ohne die Endschalter zur Positionsbestimmung wären exakt reproduzierbare Ergebnisse (Positionen) so nicht möglich. Ebenfalls neu und so bisher noch nicht gesehen, ist der eingebaute Not-Aus-Schalter direkt am Laser. Der funktioniert zuverlässig – wurde bisher aber nur testweise verwendet. Die Daten bekommt der Laser entweder klassisch per USB-Kabel vom PC oder aber, bei der Pro-Version, direkt von Micro-SD-Karte. Das Bestücken mit Daten per Speicherkarte, wie beim 3D-Drucker, ist aus unserer Sicht die genialste Neuerung. Gesteuert wird hier per kabelgebundenem Touchscreen.

Der Bausatz des A5 M50 Pro kommt ordentlich verpackt bei uns an. Im Karton liegen die Einzelteile des Rahmens inklusive Schrauben und Werkzeug, der vormontierte Laser-Kopf, das Bedienteil mit Mainboard, der Touchscreen, ein USB-Kabel, einige Musterstücke zum Gravieren und eine knappe Anleitung. Auch ein großes Blech als Schutz der Tischplatte ist beigelegt. Dieses war bei unserem Modell allerdings deutlich verbogen. Die Einzelteile und Komponenten sind alle ordentlich verarbeitet und hinterlassen einen hochwertigen Eindruck. Eine Laser-Schutzbrille gehört nicht zum Lieferumfang. Hier sollte man aber sowieso besser auf ein Modell aus dem Fachhandel zurückgreifen.

Das Montieren des Desktop-Lasers im Test dauert etwa 30 Minuten. Die Anleitung inklusive der Bebilderung ist zwar nicht vorbildlich, aber zumindest völlig ausreichend. Auch das Verlegen der Leitungen gestaltet sich unproblematisch. Nach dem ersten Einschalten bleibt der Touchscreen allerdings weiß und reagiert auch nicht auf Berührungen. Des Rätsels Lösung ist der ausgelöste Not-Aus-Knopf. Kaum ist dieser wieder in Normalstellung, startet der Laser neu und der Touchscreen funktioniert wie gewünscht.

Nach dem Aufbau suchen wir uns zunächst ein geeignetes Plätzchen für den Laser. Dank Stand-Alone-Version muss dieses nicht in unmittelbarer Nähe zum PC sein. Neben ausreichend Platz und einem Stromanschluss sollte es eine Möglichkeit zum Lüften geben. Wer Haustiere und/oder Kinder zu Hause hat, sollte außerdem dafür sorgen, dass diese keinesfalls Zugang zum Laser haben, solange der in Betrieb ist.

Das mitgelieferte Blech legen wir als Schutz unter die Arbeitsfläche. Für bessere Schneidergebnisse benutzen wir obendrein ein Wabengitter aus Metall. Diese sind etwa bei Amazon ab 35 Euro erhältlich.

Bei der beigelegten Software handelt es sich um die Freeware LaserGRBL. Diese funktioniert zwar irgendwie, wir finden sie allerdings weder übersichtlich noch intuitiv. Als Alternative nutzen wir deshalb die ebenfalls vom Hersteller genannte Software Lightburn. Das Programm ist als kostenlose Testversion für 30 Tage benutzbar, kostet dann aber 60 Euro. Wer sich für den Kauf eines Laser-Engravers entscheidet, sollte dieses Budget unbedingt zusätzlich einplanen, denn das Arbeiten mit der kommerziellen Software ist deutlich einfacher.

Im Test steuern wir den Laser nur beim ersten Durchlauf mit unserem Notebook. Für alle anderen Durchläufe kommt die aus unserer Sicht sehr praktische Stand-Alone-Funktion zum Einsatz. Die dafür benötigten GCodes erstellen wir im Vorfeld auf unserem PC mit Lightburn. Die Steuerung des ungenauen Touchscreens ist intuitiv – gestaltet sich mit dicken Fingern allerdings manchmal als Geduldsspiel.

Am PC folgt zunächst der Import der gewünschten Vorlage, einer Pixel- oder Vektorgrafik und die Anpassung von dessen Größe und Position. Auch das Erstellen von Text oder Grafiken ist möglich. Lightburn unterstützt neben JPEG, TIFF oder DXF noch zahlreiche andere Formate. Nach den Einstellungen für Geschwindigkeit und Laser-Power folgt entweder der Start des Engravers oder der Export des GCodes.

Wer die Daten per SD-Karte überträgt, wählt zunächst die gewünschte Datei per Touchscreen aus. Dann folgt die Positionierung auf dem Werkstück. Dazu lassen wir den Rahmen um die Grafik vom Laserkopf abfahren – noch ganz ohne Laser, nur um die Position zu ermitteln. Diese kann man nun per Pfeiltasten anpassen und korrigieren. Anschließend starten wir den Arbeitsvorgang per Play-Taster am Display.

Der Laser fährt das Motiv ab und brennt es je nach Einstellung mehr oder weniger tief in die Oberfläche. Schneller geht das bei Vektorgrafiken, die der Laser exakt abfährt. Pixelgrafiken werden hingegen in Zeilen abgefahren. Das dauert deutlich länger, weshalb man Schriften oder Logos aus Zeitgründen unbedingt im Vektorformat verarbeiten sollte. Eine Software zum Erstellen solcher Grafiken ist etwa die Freeware Inkscape. Diese ermöglicht es auch, klassische JPEGs in Vektorgrafik umzuwandeln, was allerdings auch direkt in Lightburn funktioniert. Wie lange der komplette Gravur- und Schneidprozess dauert, ist neben der Größe immer auch von den eigenen Settings abhängig. Um das Lasermodul zu entlasten und so eine möglichst hohe Lebensdauer zu erreichen, sollte der Laser möglichst besser nie mit den vollen 100 Prozent arbeiten. Wir nutzen Werte von 85 bis 90 Prozent.

Der A5 M50 Pro ist für Anwender mit Erfahrungen aus dem 3D-Druckbereich und für Nutzer mit technischem Grundverständnis einfach zu bedienen – dies gilt besonders für die bequeme Steuerung per Touchscreen.

Weil sich Atomstack hier wenig großzügig zeigt, greifen wir für die Tests auf unsere private Sicherheitsbrille zurück. Da der Engraver während der Tests am Boden steht, macht der aufgesteckte Sichtschutz auch ohne Brille einen guten Job. Wegen Reflexionen sollte man trotzdem immer nur mit zusätzlichem Augenschutz arbeiten. Kopfschmerzen, brennende Augen wären Hinweise auf eine mögliche Schädigung, selbst wenn man nicht direkt in den Laser sieht. Hier ist Vorsicht angesagt! Die Benutzung eines so starken Lasers ist nicht ohne Risiko. Ob man dieses eingehen will, muss man selbst entscheiden. Am sichersten wäre es, wenn man den Arbeitsvorgang lediglich per Kamera beobachtet. Wir benutzen dazu an unserem privaten Laser eine einfache WLAN-Kamera. Ganz außer Sicht sollte der Laser niemals arbeiten, da brennbares Material schnell in Flammen aufgehen könnte.

Schon die ersten Tests verlaufen positiv und so gehen wir nach den ersten kleinen Versuchen direkt in die Vollen. Wir versuchen uns an anspruchsvolleren Grafiken, die wir nicht nur gravieren, sondern auch problemlos in einem Zug aus 2 mm dickem Sperrholz ausschneiden. Der Laser 5,5-Watt-Laser macht hier einen exzellenten Job – so viel Power haben wir bisher erst beim Sculpfun S9 gesehen!

Umrisse und Details sind scharf und spürbar ins Holz eingebrannt. Auf dem benutzten 1,5 bis 8 mm starken Sperrholz sind Kontraste und Graustufen gut zu sehen und zu unterscheiden. Zum Gravieren der Tiki-Holzmaske haben wir 60 Prozent Leistung und eine Geschwindigkeit von 3000 mm/min benutzt. Geschnitten wurde mit 250 mm/min bei 85 Prozent Leistung. Für 3 mm dickes Pappelsperrholz brauchen wir bei identischen Settings zwei bis drei Durchläufe. 8 mm dickes Sperrholz braucht etwa 6 bis 7 Durchläufe – allerdings ist das immer auch vom Holz abhängig. Theoretisch schafft der Laser eine Schnitttiefe von über 15 mm. Zum Vergleich: Mit dem alten A5 haben wir für 2 mm mindestens zehn Durchgänge benötigt.

Mit ähnlichen Settings wie bei Holz, benötigt der Laser etwa fünf bis sechs Durchgänge, um 2 mm starkes schwarzes Acryl zu schneiden. Das Gravieren klappt hier ebenfalls, allerdings waren wir bei unseren Versuchen deutlich zu langsam unterwegs und so sind die Details verbrannt.

Was erfreulicherweise ebenso funktioniert, ist das dauerhafte Markieren von etwa Aluminium oder Edelstahl. Hier wird die Oberfläche zwar nicht abgetragen, das Ergebnis bleibt aber dauerhaft sichtbar. Die Tests mit Alu-Hundemarken und Visitenkarten haben großartige Ergebnisse geliefert. Zwar sind auch hier die Einstellungen noch nicht perfekt, aber für die ersten Versuche sind wir zufrieden. Gleiches gilt für das Gravieren auf Stein und Schiefer: Das funktioniert, wer etwas experimentiert, der kann wahrscheinlich noch bessere Ergebnisse bekommen.

Leder oder Kunstleder zu gravieren und zu schneiden, funktioniert ebenfalls gut. Allerdings sind Rauch- und Geruchsentwicklung bei diesen Materialien extrem unangenehm. Hier sollte man grundsätzlich mit wenig Leistung arbeiten, um das empfindliche Material nicht zu verbrennen. Außerdem sollte man das Leder fest aufspannen, da es sich beim Bearbeiten verzieht.

Mittelfristig empfehlen wir für so einen Laser einen Kasten als Sicht- und Luftschutz. Dies senkt die Gefahr für Haustiere und Familienangehörige und ermöglicht die Installation einer wirkungsvollen Absaugung. Denn obwohl der Laser lediglich dünne Schichten der Oberfläche abträgt, werden diese doch verbrannt und dabei entstehen Rauch und Geruch. Bei der Gravur von Holz sorgt das bei schlechter Belüftung zu dichtem blauem Dunst und dem Geruch eines Lagerfeuers. Das klingt so noch romantisch, spätestens bei der Bearbeitung Leder hört der Spaß aber auf. Wer keine vernebelte und stinkende Wohnung will, muss das Fenster öffnen oder besser eine Luftabsaugung installieren. Die Kollegen der Make liefern eine passende Bauanleitung für eine Abluftanlage.

Wer plant, Kunststoffe zu gravieren oder zu schneiden, sollte sich vorher über die Materialeigenschaften informieren. Bei vielen Kunststoffen entstehen beim Lasern krankheitserregende Stoffe, die keinesfalls ein die Lunge geraten sollten.

In Deutschland kostet der Atomstack A5 M50 Pro knapp 500 Euro. Die Nicht-Pro-Variante ohne die praktische Stand-Alone-Funktion kostet 470 Euro. Hinsichtlich der tollen Testergebnisse empfinden wir den Preis als gerechtfertigt. Ehrlicherweise sollte man allerdings noch etwa 50 Euro für die Software Lightburn mit einberechnen.

Das Testgerät wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Im offiziellen Atomstack-Store auf Aliexpress ist der A5 M50 Pro für 470 Euro erhältlich.

Der Atomstack A5 M50 Pro ist eine konsequente Verbesserung des älteren A5 Modells (Testbericht). Selbst das Schneiden von Bastelholz und Acryl bis zu einer Stärke von 10 mm und mehr funktioniert problemlos. Durch die verbesserte Fokussierung ist, sind Gravur- und Schneideleistung mit dem Sculpfun S9 (Testbericht) vergleichbar und so bekommt man hier einen der besten Consumer-Laser auf dem Markt.

Neben der tollen Qualität beim Lasern und Gravieren gefallen uns insbesondere die Stand-Alone-Funktion und die verbauten Endstopps. Wer öfter gleichartige Teile fertigt, kommt nun ohne Bastelei an immer wieder reproduzierbare Ergebnisse.

In der Praxis stören uns lediglich der etwas ungenau reagierende Touchscreen, die fehlende Schutzbrille und das offene Gehäuse.

Auch der kleine und nur zum Gravieren geeignete Laser Pecker (Testbericht) hatte uns begeistert, allerdings störte dessen kleiner Arbeitsbereich und der hohe Preis. Der Totem S von Twotrees ist zwar weniger zum Schneiden geeignet, zum Gravieren von Holz tut es aber auch dieser deutlich günstigere Laser.

Wer Holz bearbeiten möchte, sollte zusätzlich einen Blick in unsere Ratgeber zu Sägen und Schleifgeräten ansehen.

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