Asus Zenfone 9 im Test: Kleines Smartphone, große Power

Asus Zenfone 9
Pro und Contra
  • extrem schnell
  • kompaktes, wasserdichtes Gehäuse
  • Gimbal-Stabilisierung für Kamera 
  • mäßig schnelles Netzteil mit 30 Watt
  • nur USB 2.0
  • keine Telelinse 
  • 4.5

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Mit dem Zenfone 9 präsentiert Asus ein „Mini-Flagship“ unter 6 Zoll mit dem derzeit schnellsten Qualcomm-Prozessor. Wie gut der Kraftzwerg ist, verrät der Test.

Der Computer-Gigant aus Taiwan hat bereits am Beispiel des Asus Zenfone 8 (Testbericht) gezeigt, dass er leistungsstarke Smartphones im kompakten Format bauen kann. Das Asus Zenfone 9 ist ein mehr als angemessener Nachfolger. Schon erste technische Spezifikationen lassen aufhorchen: Ein Snapdragon 8 Plus Gen 1 verspricht enorme Power, zudem taucht das Zauberwort „Gimbal“ bei der Hauptkamera auf. Was es alles damit auf sich hat und ob das Zenfone 9 wirklich als Mini-Flagship durchkommt, erklären wir im Test.

Eine Auswahl an weiteren kompakten Mobilgeräten zeigen wir in der Top 10 der Mini-Handys: Die besten kleinen Smartphones. Noch mehr Alternativen und „Sub-Flagships“ präsentieren wir im Beitrag Spitzenleistung zum fairen Preis: Tops-Smartphones bis 750 Euro.

Das Asus Zenfone 9 ist für ein Android-Smartphone verhältnismäßig kompakt und zudem äußerst schick. Hält man das Handy das erste Mal in der Hand, fällt sofort das Material auf der Rückseite auf. Dieses ist weich und gepolstert, bietet so viel Grip und fühlt sich angenehm organisch an. Das Gehäuse des Mobiltelefons ist hingegen umspannt von einem soliden Rahmen aus Metall. Sehr auffällig auf der Rückseite sind zwei prägnante runde Öffnungen für die beiden Kameraobjektive – das erinnert ziemlich stark an Honor und Huawei. Der Vorgänger wirkte im Vergleich dazu eher bieder.

Die Abmessungen betragen 146,5 mm x 68,1 mm x 9,1 mm. Mit 169 g ist das Zenfone 9 relativ leicht. Was Größe und Gewicht angeht, entspricht es in etwa dem Samsung Galaxy S22 (Testbericht) oder iPhone 13 (Ratgeber). Das Smartphone ist zwar nicht gerade schlank, dafür aber sehr kompakt für ein Android-Gerät. Größentechnisch bleibt das Zenfone 9 dem 8er-Modell weitgehend treu. Es ist zudem gut gegen Wasser und Staub geschützt und besitzt eine Zertifizierung nach IP68. Weitere wasserdichte Handys zeigen wir in der Top 10: Wasserdichte Smartphones mit IP-Zertifizierung.

Im Vergleich zum Vorgänger bleibt beim Display eigentlich alles gleich: Die Diagonale misst 5,9 Zoll bei einem länglichen Format von 20:9. Die Auflösung von 2400 x 1080 Pixel sorgt für eine scharfe Bildwiedergabe mit 446 ppi (Pixel pro Zoll). Als Panel kommt erneut OLED zum Einsatz, das mit bis zu 120 Hertz flimmert. Die Abtastrate liegt bei 240 Hertz.

Die Bildqualität ist absolut überzeugend. Kontraste, Farben und Blickwinkelstabilität sind ausgeprägt. Zudem stehen Anpassungsmöglichkeiten für die Farbdarstellung zur Auswahl. Wer den Akkuverbrauch reduzieren will, kann auch stufenweise auf 90 oder 60 Hertz herunterregeln. Eine automatische Wahl der Bildwiederholrate ist ebenfalls möglich. Für einen erhöhten Schutz vor Displaybruch sorgt zudem Gorilla Glas Victus ist. Die Helligkeit fällt mit knapp 800 cd/m² mehr als ausreichend hoch aus, um das Display auch bei Sonnenschein ablesen zu können.

Anders als viele Smartphones aus Fernost setzt das Asus Zenfone 9 nur auf zwei Linsen: ein Haupt- sowie ein Weitwinkelobjektiv. Die primäre Kamera nutzt den Sony-Sensor IMX766 mit 50 Megapixel. Per Pixel-Binning fasst die Kamera vier Bildpunkte zu einem zusammen, sodass Fotos mit etwa 12,5 Megapixel entstehen.

Das größte Highlight dürfte aber die optische Bildstabilisierung (OIS) über eine kardanische Aufhängung per Gimbal auf sechs Achsen sein. Diese ermöglicht Bewegungskorrekturen bei einem Neigungswinkel von bis zu 3 Grad, eine herkömmliche OIS schafft meistens nur bis 1 Grad. Zu einer echten Action-Cam wie die Insta360 One X2 (Testbericht) macht diese „Gimbal“-Stabilisierung das Zenfone jedoch nicht. Aber Video-Clips wackeln kaum, wenn der Nutzer etwa eine Treppenstufe geht. Bei aktivem Gimbal sind allerdings nur Auflösungen bis Full-HD möglich. 4K-Aufnahmen gelingen nur mit „normaler“ Stabilisierung.

Fotos bei Tageslicht sind dank HDR-Automatik gut. Farben wirken natürlich und Kontraste ausgeprägt. Die Bilddetails gehen in Ordnung, könnten aber im Hintergrund mehr Bildschärfe vertragen. Mangels Telelinse steht nur ein digitaler Zoom zur Verfügung, der jenseits von zweifacher Vergrößerung bei weit entfernten Objekten nur zu Pixelbrei führt. Gut funktioniert der leichte Zoom bei Nahaufnahmen, was beweist, dass Makrosensoren bei Smartphones unnötig sind. Die Tiefenschärfe im Porträtmodus ist zudem gelungen.

Das Ultraweitwinkelobjektiv ist identisch wie beim Zenfone 8 und nutzt den Sensor Sony IMX363 mit 12 Megapixel. Aufnahmen mit Weitwinkel weichen in puncto Farbdarstellung und Bilddynamik so gut wie gar nicht von den Fotos mit dem Hauptobjektiv ab. Lediglich die Ränder wirken etwas ausgewaschener, zudem sind die Bilderteile in der Mitte wenig ausgeprägt. Auf der Vorderseite kommt eingebettet in einer Punch-Hole-Notch eine 12-Megapixel-Kamera zum Einsatz. Diese sorgt für ordentliche Selfies und einen gelungenen Bokeh-Effekt.

Als Antrieb dient dem Zenfone 9 der Snapdragon 8 Plus Gen 1 – eine verbesserte Ausführung des neuen High-End-Prozessors von Qualcomm. Dieser soll bis zu 10 Prozent mehr Leistung bringen, dennoch effizienter und damit stromsparender laufen als der Vorgänger. Die Herstellung erfolgt zudem bei TMSC und nicht mehr bei Samsung. Den Leistungszuwachs belegen unsere Benchmarks: Bei PCmark Work 3.0 erreicht das Zenfone 9 etwa 16.500 Punkte. Das ist ein starker Wert, der aber auf ähnlichem Niveau liegt, wie schon beim Vorgängermodell mit Snapdragon 888.

Richtig zur Sache geht es dann bei 3Dmark: Unser üblicher Test „Wild Life“ spuckt wie beim iPhone 13 Mini (Testbericht) nur die Aussage: „ausgelastet“ aus. Bei „Wild Life Extreme“ erreicht das Zenfone 9 dann stolze 2800 Punkte. Damit liegt es sogar knapp vor dem iPhone 13 Mini bei dem Test, das ebenfalls starke 2300 Punkte erreicht. Beide Geräte nutzen unterschiedliche Betriebssysteme, was die Vergleichbarkeit etwas einschränkt. Das Sony Xperia 1 IV (Testbericht) mit dem „normalen“ Snapdragon 8 Gen 1 kommt auf etwa 2100 Punkte. Ein Problem konnte Qualcomm aber nicht ganz lösen: Das Handy wird unter Belastung wie bei Wild Life Extreme sehr warm. Im Alltagsbetrieb fällt uns das weniger auf, aber sobald es an die Leistungsgrenzen geht bei Games, wird es heiß.

Was den Prozessor angeht, läuft das Zenfone 9 flott, geschmeidig und ohne Ruckler und kommt damit auch als Gaming-Smartphone infrage. Der Arbeitsspeicher fällt mit 8 GByte ebenfalls üppig aus, es gibt zudem die Top-Variante mit 16 GByte RAM. Der interne Speicher beträgt je nach Ausführung 128 oder 256 GByte. Verbaut ist schneller Flash-Speicher nach UFS 3.1. Eine Erweiterung des Speichers per microSD-Karte ist jedoch nicht möglich. Etwas enttäuschend: Der Type-C-Anschluss arbeitet nur mit USB 2.0. Und das ist nicht nur auf dem Papier mit maximal 480 MBit/s ein Nachteil, sondern auch in der Praxis, etwa beim Kopieren einer großen Musiksammlung aufs Handy. Bei dem Preis wäre mindestens USB 3.2 mit 5 GBit/s angebracht gewesen. Mehr zum Thema USB-Schnittstellen bietet unsere Ratgeber USB-C, Thunderbolt 4 oder USB 4: Das muss man bei Kauf eines USB-C-Kabels wissen. Umso erfreulicher: Es gibt noch einen einfachen Steckplatz für Kopfhörer mit 3,5-mm-Klinke.

Was kabellose Konnektivität angeht, ist alles auf dem neusten Stand: Bluetooth 5.2 mit aptX Adaptive, NFC sowie flottes Wi-Fi 6E. Für die Ortung greift das Handy auch auf nahezu alles im Orbit zurück: GPS, Glonass, Beidou, Galileo, QZSS sowie NavIC. Die Stereolautsprecher sorgen für einen ordentlichen Sound für Spiele oder Video-Clips. Der Fingerabdrucksensor sitzt im Power-Button und arbeitet schnell und zuverlässig. Wie schon beim Vorgänger kann man die Power-Taste mit zusätzlichen Funktionen belegen, entweder per Doppelklick oder längerem Drücken des Knopfs. Eine Gesichtserkennung ist ebenfalls möglich, allerdings ist diese wegen der 2D-Technologie nicht ausreichend vor Täuschungen mit Fotos oder ähnlich aussehenden Personen gewappnet. Wir empfehlen die Kombination aus PIN und Fingerabdruck.

Als Betriebssystem läuft Android 12. Asus orientiert sich bei seiner Benutzeroberfläche stark an Vanilla-Android, steuert aber nützliche Features und Einstellungen bei, etwa verschiedene Leistungsmodi und einen schick animierten Homescreen. Der Sicherheits-Patch ist aktuell und stammt zum Testzeitpunkt aus August 2022. Asus bietet seinen Smartphones in der Regel Versions- und Sicherheits-Updates für 2 Jahre. Das ist etwas wenig verglichen mit Samsung oder HMD Global. Damit ist das Zenfone 9 aber ein guter Kandidat für Android 13 (Ratgeber) und vielleicht auch die nächste Version.

Kleine Handys haben oft einen Haken: Die Akkus sind oftmals eher schwach. Verglichen mit dem Vorgänger bietet das Zenfone 9 allerdings eine um 7 Prozent höhere Akkukapazität von 4300 mAh. Das ist für ein kleines Gerät nicht schlecht, auch wenn es nicht mit den bis zu 5000 mAh von größeren Smartphones mithalten kann.

Das Ergebnis beim Battery Test von PCmark ist dennoch eine positive Überraschung. Wir kommen auf eine simulierte Laufzeit von mehr als 10 Stunden – sogar mit 120 Hertz. Das schaffte der Vorgänger nicht mal ansatzweise. Damit liegt das Zenfone 9 immerhin im Mittelfeld des Spektrums unserer Tests – und das als kleines Gerät mit einer so starken CPU. Ähnlich lang trotz Snapdragon 8 Gen 1 hielt nur das Realme GT Neo 2 (Testbericht) – allerdings mit 5000 mAh.

Alles andere als ein Turbo ist das Ladegerät, das mit 30 Watt arbeitet und USB-PD 3.0 sowie Qualcomm Quick Charge 4.0 unterstützt. Damit ist das Smartphone in knapp 90 Minuten aufgeladen. Kabellos Laden kann es nicht.

Die UVP für das Asus Zenfone 9 mit 8/128 GByte liegt bei 799 Euro, für die Variante mit 8/256 GByte ruft der Hersteller 849 Euro auf, mit 16/256 GByte kostet es 899 Euro. Als Farben sind Schwarz, Weiß sowie Blau verfügbar. Wer das Zenfone 9 direkt bei Asus bestellt, bekommt ein kostenloses Chromebook dazu.

Das Asus Zenfone gehört aktuell zu den leistungsstärksten Smartphones überhaupt und ist für ein Android-Smartphone ausgesprochen kompakt. Mit der Größe eines iPhone 13 passt es noch gut in jede Hosentasche. Zu einem vollwertigen Flaggschiff fehlen in unseren Augen noch ein paar Features, etwa eine Telelinse und eine schnellere USB-Schnittstelle. Die Ausstattung lässt dennoch wenig Wünsche übrig, sogar die Akkulaufzeit geht trotz der Power in Ordnung.

Ähnlich groß, ebenfalls flott und mit Telelinse ausgestattet ist das Samsung Galaxy S22 (Testbericht). Allerdings hält hier der Akku nicht so lang wie beim Zenfone. Wer eine wirklich kompakte Alternative mit viel Power sucht, kommt am deutlich kleineren iPhone 13 Mini (Testbericht) kaum vorbei. Weitere platzsparende Smartphones zeigt unsere Top 10 der Mini-Handys: Die besten kleinen Smartphones. Gute Alternativen präsentieren wir zudem im Beitrag Spitzenleistung zum fairen Preis: Tops-Smartphones bis 750 Euro.

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