Asus Zenfone 8 im Test: Top-Display, Spitzen-Prozessor, handlich und wasserdicht

sus Zenfone 8
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Asus ist in Deutschland bei Smartphones ein Nischenhersteller – da passt es gut, dass das Zenfone 8 absichtlich eine Nische bedient: Mit seinem Display unter 6 Zoll ist es klein und kompakt und das ist längst nicht alles.

Asus ist bei PCs als Marke in Deutschland nicht wegzudenken, bei Smartphones sieht das anders aus. Hier kommen immer mal wieder spannende Einzelgeräte auf den Markt, etwa das Asus Zenfone 7 Pro (Testbericht) mit Schwenk-Kamera, die breite Masse sprechen solche Smartphones hierzulande aber nicht an. Vermutlich ist genau das die Zielsetzung: Wenn man schon nicht den Namen in einem regionalen Markt hat, dann bedient man eben eine Nische. Das ist auch beim aktuellen Asus Zenfone 8 so, das mit 5,9 Zoll „kleinem“ Display und viel Ausstattung punkten will. Damit könnte das Modell eines der wenigen handlichen Spitzen-Smartphones auf dem Markt sein. Wir haben im Test überprüft, was das Gerät taugt.

Beim Design ist Asus sehr zurückhaltend. Es gibt zwei beinahe langweilige Standard-Farben: Schwarz und Silber. Zudem wirkt die Optik des Zenfone 8 ziemlich retro: Ein sauber verarbeiteter Metallrahmen mit perfekt eingelassenen Kunststofffugen als Antennen umschließt eine nur an den Rändern abgerundete Display-Front und eine unauffällige, matte Glasrückseite. Diese zeigt lediglich zwei weder optisch noch physisch hervorstechende Kameralinsen. Sogar die Selbstdarstellung in Form eines Logos oder Markennamen fällt trotz mittiger Platzierung kaum auf. Highlight beim Design ist da schon der auffällig blau ausgeführte Powerbutton auf der rechten Seite des Gerätes – das war's.

Wegen starker Rundungen von Rahmen und Rückseite liegt das Smartphone zusammen mit der vergleichsweise geringen Baugröße und nur 169 Gramm Gewicht angenehm in der Hand. Gegen die Rutschigkeit der Metallrückseite packt der Hersteller eine vergleichsweise hochwertige Kunststoffhülle mit in den Lieferkarton. Sollte das Zenfone 8 trotzdem ins Wasser fallen, ist es nach IP68 geschützt.

Das OLED-Display des Asus Zenfone 8 begeistert mit scharfer Darstellung. Wegen der heutzutage fast schon kleinen Display-Diagonale von 5,9 Zoll reicht die Standard-Auflösung von 2400 x 1080 Pixel für scharfe 446 Pixel pro Zoll (ppi), die Helligkeit begeistert mit über 800 cd/m² im Automatikmodus. Damit sollten sich im Zusammenspiel mit den hervorragenden Kontrasten selbst bei direkter Sonneneinstrahlung keine Probleme mit der Ablesbarkeit einschleichen.

Generell kalibriert Asus den Screen etwas zurückhaltend, mittels Anpassungsmöglichkeiten im Display-Menü lässt sich aber die Farbtemperatur und die Farbintensität anheben. Zusammen mit der Frequenz von 120 Hertz wirkt das Display des Zenfone 8 sehr überzeugend. Wer Strom sparen will, senkt die Bildwiederholrate auf 90 Hertz, einen voreingestellten Automatikmodus gibt es außerdem. Neben einer Always-on-Anzeige findet man alternativ eine mehrfarbige Benachrichtigungs-LED.

Asus verpasst dem Zenfone 8 nur eine Dual-Kamera. Das mag auf den ersten Blick geradezu bemitleidenswert einfach klingen, ist letztendlich aber einfach ehrlich. Denn die meisten Quad-Cams werden mit im Alltag überflüssigen Makro- oder Tiefenschärfesensoren aufgebrezelt, um im Datenblatt gut auszusehen – das erspart Asus seinen Kunden. Der Hauptsensor ist ein Sony IMX686 mit 64 Megapixel, f/1.8 und optischem sowie elektronischem Bildstabilisator. Hinzu kommt ein Sony IMX363 mit 12 Megapixel und f/2.2, der Weitwinkelaufnahmen knipst. Vorn setzt Asus auch auf Sony, hier kommt ein IMX663 mit 12 Megapixel zum Einsatz.

Bei Tageslicht sehen Aufnahmen mit der Hauptkamera mit 16 Megapixel (Pixel Binning) ausreichend scharf und detailreich aus. Asus gestaltet Fotos mittels der Software eher natürlich, wer intensive Farben wie etwa bei Samsung erwartet, könnte enttäuscht sein. Immerhin sehen mit der KI-Funktion aufgenommene Bilder teilweise etwas intensiver aus und haben einen stärkeren „HDR-Anstrich“, was bisweilen eine etwas surreale, aber interessante Note verleiht. Bildrauschen gibt es kaum, Kontraste sind ordentlich ausgeprägt. Bei Nachtaufnahmen macht das Zenfone 8 zwar ordentliche Aufnahmen mit vertretbarer Bildschärfe und Aufhellung, mit echten Topmodellen wie einem Oneplus 9 Pro (Testbericht) oder Xiaomi Mi 11 Ultra (Testbericht) kann das Asus-Modell aber nicht mithalten. Dafür gibt es einfach zu viel Bildrauschen. Selbst manches Mittelklassemodell ist hier inzwischen einen Tick besser. Der Unterschied zwischen normaler Aufnahme und Nachtmodus ist außerdem bisweilen etwas gering.

Der Weitwinkelsensor bietet ähnliche Farbdarstellung und Bilddynamik wie der Hauptsensor, leidet aber an den Rändern an einer zunehmend matschigen Darstellung. Bei Nachtaufnahmen fällt der Weitwinkelsensor überraschender Weise nicht so stark wie die Hauptkamera ab. Makroaufnahmen werden beim Zenfone 8 über das Weitwinkelobjektiv realisiert. Sie sind schön scharf und zeigen starkes, natürlich wirkendes Bokeh – klasse. Auch Porträtaufnahmen gelingen meist sehr gut – etwas zu gut vielleicht. Die Abgrenzung von Vorder- zu Hintergrund wirkt bisweilen zu scharf, Personen im Vordergrund wirken daher beinahe wie auf die Schnelle mit Photoshop ins Bild gezaubert. Die Frontkamera macht brauchbare Selfies, die dank Dual-Pixel-Autofokus normalerweise ausreichend scharf sind. Gerade die Bilddynamik könnte aber besser sein und mit wenig Licht kommt die Frontcam schnell an ihre Grenzen.

Bei Videos, die mit bis zu 8K/24 möglich sind, ist vorwiegend die ausgezeichnete Bildstabilisierung zu loben – selbst in 4K/60. Aufnahmen sehen lebendig und scharf aus, wer es auf die Spitze treiben will, verwendet den Hyper Steady-Modus. Der bügelt nahezu alle Bewegungen selbst beim Rennen erstaunlich gut aus, allerdings sinkt dann die Auflösung auf 1080p/30. Die OZO Audio Zoom-Technologie, also eine Art Software-Richtmikrofon, hat uns nicht überzeugt. Insgesamt ist die Kamera des Asus Zenfone 8 gelungen. Für ein Topmodell fehlen uns aber das letzte Quäntchen Bildqualität und ein optisches Teleobjektiv.

Ein Qualcomm Snapdragon 888 dient dem Asus Zenfone 8 zusammen mit 8 oder 16 GByte RAM (unser Testgerät hat 16 GByte RAM) als Antrieb. Der Spitzenchipsatz des Jahres 2021 – abgesehen von der Plus-Variante – liefert erwartungsgemäß Top-Leistung in allen Lebenslagen ab. In den Benchmarks 3Dmark Wildlife und PCmark Work 3.0 stehen nach den App-Durchläufen stramme 5700 und 16.400 Punkte auf dem Display, das sind Spitzenwerte. Allerdings wird das Gerät dabei auch spürbar warm und wer solche Leistung längerfristig abruft, bekommt die typische Snapdragon-888-Problematik an den eigenen Finger zu spüren: Das Smartphone erhitzt, worauf die Leistung reduziert wird, um das Gerät vor Schäden zu schützen. Im Alltag oder in Spielen bemerkt man von einer Leistungsreduzierung nichts und die Wärme hält sich in Grenzen.

Als interner Speicher stehen je nach Version 128 oder 256 GByte zur Verfügung, an Bord des optisch zurückhaltenden, aber hübschen Smartphones findet man ansonsten alles, was derzeit spitze ist – auch Wifi 6e. Wer mehr zur Ausstattung wissen will, sollte einen Blick in die Hardware-Tabelle werfen.

Bei der Software setzt Asus beim Zenfone 8 auf Android 11 mit ZenUI 8. Die Hersteller-Nutzeroberfläche orientiert sich recht stark an Vanilla-Android, bietet aber an den richtigen Stellen Zusatz-Features. So gibt es unterschiedliche Leistungsmodi, eine Start-Beschleunigung von Apps namens Optiflex, einen Game-Modus und einiges mehr. Die auffällig blau gefärbte Powertaste lässt sich zudem nach eigener Vorstellung mehrfach belegen – nämlich beim Doppelklick und beim Gedrückthalten zusätzlich zur Power-Funktion. Der Sicherheits-Patch stammte zum Testzeitpunkt von November 2021 und dürfte bald wieder aktualisiert werden.

Beim Akku kommen wir zu einem etwas dunkleren Kapitel des Asus Zenfone 8. Das macht schon ein Blick ins Datenblatt klar, denn hier sind nur 4000 mAh als Kapazität hinterlegt. Zwar gibt es Modelle, die mit eher niedriger mAh-Zahl beim Akku dennoch passable Ausdauerwerte erreichen, das Zenfone 8 gehört aber nicht dazu. Hier kommt dem Modell offenbar die eigene Software ins Gehege. Im Battery Test vom PCmark-Benchmark wechselt das Smartphone dank automatisierter Voreinstellungen automatisch in den Leistungsmodus und schaltet das Display auf 120 Hertz. Als Resultat erreicht das Gerät erschreckend niedrige 6 Stunden Laufzeit in dieser Konfiguration. Mit 60 Hertz standen hinterher immerhin fast 3 Stunden mehr auf dem Zähler.

Vor allem das schlechte Abschneiden bei 120 Hertz mag nicht ganz zu unserem Eindruck passen, den wir uns während des Tests vom Zenfone 8 im Alltagsbetrieb machen konnten, überzeugt hat uns das Asus-Modell beim Thema Akku aber auch da nicht. Gegen Abend wird es mit der Akkulaufzeit selbst für Normalnutzer schon knapp, das macht die Konkurrenz meist besser. Das Aufladen geht mit 30 Watt halbwegs schnell, innerhalb einer Stunde ist das Gerät weitestgehend wieder voll. Kabelloses Laden gibt es nicht.

Asus verkauft das Zenfone 8 in Deutschland in Schwarz und Silber in den Konfigurationen 8/128 GByte, 8/256 GByte und 16/256 GByte Speicher. Die UVP liegt bei 669, 729 und 799 Euro.

Größtes Manko des Asus Zenfone 8 ist der mäßige Akku. Nutzt man all die schönen Möglichkeiten des Smartphones, nämlich das tolle Display mit hoher Helligkeit sowie hoher Bildfrequenz und die Leistung des Snapdragon 888, geht der schneller in die Knie, als man „huch!“ ausrufen kann. Nicht ganz ausreichend ist zudem die Kamera. Die macht bei Tag zwar passable Bilder, von einem Smartphone um 700 Euro darf man aber inzwischen mehr erwarten. Wer entweder sein Handy nur mäßig nutzt oder mit der Einschränkung leben kann, an einigen akkusparenden Stellschrauben zu drehen, bekommt mit dem Asus Zenfone 8 allerdings ein sehr kompaktes Smartphone mit Spitzenleistung – und das ist das Alleinstellungsmerkmal des Modells schlechthin.

Direkte Konkurrenten sind abgesehen vom kleinen Display Modelle wie Oneplus 9 (Testbericht) oder Samsung Galaxy S20 FE (Testbericht), die beide unterm Strich mehr als das Zenfone bieten. Günstiger, aber kaum schlechter geht es in unserer Top 10 der Smartphones bis 500 Euro zu.

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