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Asus Chromebook Flip CX5
Pro und Contra
  • robuste und hochwertige Verarbeitung und
  • edle Optik
  • leistungsstarker Prozessor 
  • sehr schwer (2 kg)
  • zu teuer
  • Display könnte heller sein 
  • 4.0

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Asus präsentiert mit dem Chromebook Flip CX5 einen Convertible-PC mit Prozessoren von Intel. TechStage hat es getestet und zeigt, ob das Chromebook mit Windows-Notebooks mithalten kann.

Das Flip CX5 von Hersteller Asus gehört zu den großen Vertretern der Chromebooks. Das 2-in1-Gerät hat eine Bildschirmdiagonale von 15,6 Zoll. Mit Prozessoren von Intel setzt es anders als etwa das Acer Chromebook Spin 513 (Testbericht) nicht auf ARM-CPUs. Damit möchte Asus es als Alternative zu einem klassischen 15,6-Zoll-Notebook mit Windows 10 positionieren. Neben dem Einsatz für Unterhaltung soll sich das Gerät auch für die Arbeit eignen. Wir haben das große Chromebook von Asus ausprobiert und zeigen, ob es als Notebook-Ersatz taugt.

Chromebooks gibt es in vielen Variationen – von klein bis groß und als 2-in-1-PC. Welche Alternativen es mit Googles Chrome OS gibt, zeigen wir im Ratgeber Chromebooks ab 230 Euro: Ideale Notebooks für Homeschooling, Surfen und Cloud-Gaming.

Das Flip CX5 ist ziemlich groß für ein Chrome-OS-Device. Mit Abmessungen von 358 x 241 x 18,5 Millimeter entspricht es weitgehend dem etwas breiteren Huawei Matebook D16 (Testbericht). Durch das hohe Gewicht von 2 Kilogramm ist es aber schon ein „Brocken“ und gut 200 Gramm schwerer als andere Notebooks in dieser Größe.

Auf den ersten Blick bekommt man den Eindruck, ein gewöhnliches Notebook im 15,6-Zoll-Format vor sich zu haben. Erst beim näheren Hinsehen erkennt man, dass es ein 2-in-1-Gerät mit Touchscreen und Stift ist. Das schwergängige Scharnier des Monitors ist positiv hervorzuheben, da es zuverlässig in gewünschter Position verharrt.

Das Flip macht gleich auf den ersten Blick einen sehr hochwertigen und edlen Eindruck. Während das Gehäuse in strahlendem Weiß („Immersive White“) glänzt, ist das Innere rund um die Tastatur, Touchpad und Bildschirm in mattem Schwarz gehalten. Zudem wirkt das Gerät sehr stabil. Als Material kommt vor allem Polycarbonat zum Einsatz.

Asus bietet das Flip wahlweise mit einem Intel Core i3, i5 und i7 an. Damit setzt das Unternehmen auf leistungsstarke CPUs. Viele andere Chromebooks nutzen neben ARM-Chips nur leistungsschwache Celeron-CPUs. Bei dem von uns getesteten Gerät handelt es sich um das Spitzenmodell mit Intel Core i7-1165G7 aus der Reihe „Tiger Lake“. Der Prozessor mit vier Kernen leistet bis zu 4,7 GHz und ist die zweitstärkste CPU von Intel. Für die Berechnung von Grafiken sorgt die Iris-Xe-Graphics-G7-96EU. Das günstigste Modell nutzt als GPU die langsamere Intel UHD Graphics.

Dank der Intel-CPU läuft das ohnehin schlanke Betriebssystem sehr flott und flüssig. Beim webbasierten Benchmark-Test WebXPRT 3 erreichten wir mit dem Chromebook Flip CX5 etwa 300 Punkte. Damit übertrumpft es unser Dienstgerät mit Windows 10 und Core i7 von Asus um gut 20 Punkte. Anwendungen öffnen sich in wenigen Augenblicken. Damit ist das Gerät gut gerüstet für Produktivitäts- und Webanwendungen. Allerdings macht sich der Lüfter zum Beispiel beim Streaming bemerkbar – einer der Nachteile einer Intel-CPUs. Für PC-User dürfte das aber ein gewohntes Phänomen sein.

Bei Chrome OS stehen neben den Anwendungen für den Chrome-Browser auch Android-Apps aus dem Google Play Store zur Verfügung. Spiele wie Asphalt 9 Legends laufen auch mit höchsten Grafikdetails flüssig und starten in wenigen Sekunden. Das Flip CX5 eignet sich zudem für Cloud-Gaming (Ratgeber) und unterstützt die Dienste Google Stadia und Nvidia Geforce Now.

Der Arbeitsspeicher beim Testexemplar fällt mit 16 GByte RAM für ein Chromebook groß aus. Es gibt aber auch günstigere Varianten mit Core i3-1115G4 und i5-1135G7, die 8 GByte RAM nutzen. Der Arbeitsspeicher ist fest verlötet, eine nachträgliche Erweiterung ist also nicht möglich. Unser Testmodell bietet mit 512 GByte ausreichend viel Speicherplatz. Dabei handelt es sich um eine flotte NVMe-SSD. Das ist für ein Chromebook mehr als ausreichend. Über den integrierten Micro-SD-Kartenleser kann man den Speicherplatz auf Wunsch noch erweitern. Es gibt zudem günstigere Varianten mit 128 GByte und 256 GByte Speicher.

Zum Lieferumfang gehört außerdem ein Stift. Anders als bei seinen Pendants bei andern PCs oder Tablets besitzt dieser keinen eigenen Akku, sondern braucht eine AAA-Batterie, die dem Stift beiliegt. Als Befestigung dient ein schlaufenförmiger Halter, der magnetisch an der rechten Seite des Chromebooks haftet.

Für Anschlüsse nutzt das Gerät zwei Steckplätze für USB-C- sowie einen für USB-A. Allerdings belegt das Netzteil bereits einen der USB-Anschlüsse. Alle drei Buchsen unterstützen den aktuellen Standard USB-3.2-Gen-2. Ein HDMI-Anschluss für einen externen Monitor und eine 3,5-Millimeter-Klinke für Kopfhörer sind ebenfalls vorhanden. In Sachen kabellose Konnektivität ist ebenfalls alles auf dem neuesten Stand: Wi-Fi 6 sowie Bluetooth 5.0.

Die Frontkamera mit 0,9 Megapixel macht bei Videochats einen ordentlichen Job – mehr aber nicht. Besonders erwähnenswert sind die Lautsprecher. Diese stammen von Harman Kardon und bieten einen ausgesprochenen guten und räumlichen Klang. Am besten kommen sie bei Spielen oder Filmen zur Geltung. Zum Musikhören fehlt es bedingt durch die Bauart an Bässen.

Die Tastatur verfügt über eine Beleuchtung und ist dank der recht großen Tasten komfortabel beim Schreiben. Hier offenbart sich beim Tippen der Vorteil eines großen Computers im Vergleich zu einem kompakten Modell. Der Druckpunkt ist deutlich, der Hub jedoch etwas kurz. An den weichen Anschlag muss man sich erst gewöhnen.

Das 15,6 Zoll große Full-HD-Display bietet eine Auflösung von 1920 x 1080 im Seitenverhältnis von 16:9. Das führt in Anbetracht des großen Bildschirmes zu einer Pixeldichte von etwa 141 ppi (Pixel pro Zoll). Die Bildschärfe ist im Verhältnis zum Display nicht übermäßig scharf, aber auch hochwertige Ultrabooks wie das Acer Swift 5 (Testbericht) bieten nicht mehr. Das erlaubt unter anderem die Wiedergabe von Inhalten von Netflix, Disney Plus oder Amazon Video in Full HD. Weniger als eine Full-HD-Auflösung wäre allerdings auch nicht mehr angemessen – schon gar nicht für den Preis.

Die Bildwiederholfrequenz liegt bei 60 Hz. Die Bildqualität ist überzeugend, die Kontraste fallen ausgeprägt aus, die Farben wirken lebendig. Allerdings erscheint die Farbgebung ein wenig zu blass. Das Touch-Display reagiert präzise, zuverlässig und unmittelbar auf Eingaben. Das IPS-Panel sorgt darüber hinaus für eine hohe Blickwinkelstabilität aus allen Lagen.

Die maximale Helligkeit liegt knapp unter 250 cd/m² was für einen Laptop nur ein durchschnittliches Ergebnis ist. Wir empfehlen grundsätzlich Bildschirme mit mindestens 300 cd/m². Je heller ein Display, desto besser kann man es im Freien nutzen. Scheint die Sonne nicht direkt auf den Bildschirm, klappt das noch relativ gut mit dem Flip CX5. Allerdings spiegelt die Oberfläche des Bildschirmes deutlich – bei gutem Wetter ist er deshalb nur eingeschränkt ablesbar. Das Chromebook von Asus ist somit in erster Linie als Indoor-Computer konzipiert. Das Acer Chromebook Spin 513 (Testbericht) macht zum Vergleich mit seinen 300 cd/m² etwas mehr Spaß im Freien.

Der fest verbaute Li-Ionen-Akku mit 3 Zellen leistet 57 Wh. Hersteller Asus gibt eine Akkulaufzeit von bis zu 12 Stunden an. Im Alltag halten wir diese Angaben für unrealistisch. Bei einer typischen Arbeitstätigkeit bestehend aus Surfen und Mails schreiben hält das Chromebook aber einen ganzen Arbeitstag ohne Netzteil durch. Das ist ein solider Wert, setzt aber keine neuen Maßstäbe.

Wie lange der Akku wirklich durchhält, hängt letzten Endes stark von der Nutzung ab. Rechenintensive Tätigkeiten oder Spiele sowie das Streaming von Filmen erhöhen den Stromverbrauch deutlich. Zudem beeinflusst die Helligkeit der Anzeige die Akkulaufzeit zusätzlich.

Das Netzteil belegt einen der USB-C-Stecker und leistet 45 Watt. Ist das Netzteil nicht zur Hand, kann man also ein anderes Ladegerät mit USB-C nutzen, sofern es mindestens 45 Watt liefert. Nach etwas mehr als 2 Stunden ist der Akku vollständig aufgeladen.

Die von uns getestete Top-Variante des Flip CX5 von Asus ist mit einem Preis von 1145 Euro zu teuer – der sonst spürbare Preisvorteil für neue Chromebooks ergibt sich hier nicht. 2-in-1-PCs von HP oder das Samsung Galaxy Book sind bereits für knapp 1000 Euro zu haben.

Günstiger wird es mit dem Core i5 bei 16 GByte RAM für 925 Euro sowie 8 GByte RAM für 793 Euro. Besonders preiswert ist das Einstiegsmodell für 450 Euro – es bietet aber nur den betagten Core i3, 8 GByte RAM und 128 GByte Speicher. Das Modell ist preislich dennoch gut 20 Prozent günstiger als vergleichbare Computer mit Microsoft-Betriebssystem.

Das Asus Chromebook Flip CX5 überzeugt durch eine elegante und hochwertige Aufmachung. Für ein 2-in-1-PC ungewöhnlich ist das große Format in 15,6 Zoll. Das erlaubt bequemes Arbeiten auch ohne zusätzlichen Monitor und Tastatur. In Sachen CPU-Leistung gehört es definitiv zu den besten Chromebooks. Allerdings ist das 2-in-1-Gerät mit einem Gewicht von 2 Kilogramm wirklich schwer, was sich beim Einsatz als Tablet deutlich bemerkbar macht.

Das von uns getestete Modell bietet viel Leistung – allerdings stellt sich die Frage, inwiefern diese ausreichend bei einem auf Webanwendungen ausgelegtem Chromebook ausgereizt wird. Die Einsteigervariante ist nur halb so teuer – bietet aber dann keinen so großen Performance-Vorteil mehr. Das Chromebook Flip CX5 scheint etwas zwischen den Stühlen zu sitzen, indem es versucht, zu viel auf einmal zu erreichen.

Deutlich günstigere Alternative sind das Acer Chromebook Spin 513 (Testbericht) oder Lenovo ThinkPad C13 Yoga für 350 Euro. Das Spin 513 von Hersteller Acer nutzt allerdings eine nur durchschnittliche ARM-CPU. Weitere Möglichkeiten stellen wir in unserem Ratgeber Chromebooks ab 230 Euro: Ideale Notebooks für Homeschooling, Surfen und Cloud-Gaming vor. Wer eher ein kompaktes Gerät sucht, sollte einen Blick auf den Ratgeber Leicht und trotzdem stark: Kompakte Laptops unter 1000 Euro werfen. 2-in-1-PCs und Notebooks mit Touchscreen zeigen wir zudem im Ratgeber Ultrabook vs. Convertible: Das darf ein Touch-Laptop kosten.

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