Assmann Digitus All-in-One USV im Test: Schutz für Computer, DSL & Co.

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Pro und Contra
  • wechselbares Netzkabel
  • Überwachungssoftware zum Download
  • flexibel bei Verbrauchertypen
  • Wandmontage möglich
  • Software nur für Windows und teils unzuverlässig
  • langsames Wiederaufladen
  • 4.0

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Die Digitus All-in-One USV 600VA/360W ist eine USV-Steckdosenleiste für Heim- und Office-Anwender mit vielen Anschlüssen. Sie soll sowohl gegen Stromausfall als auch gegen Netzschwankungen schützen. Wir haben sie getestet.

Eine USV-Steckdosenleiste soll angeschlossene PCs, Netzwerkspeicher und Router sowie Smart-Home-Geräte vor plötzlichen Stromausfällen und Schäden durch Über- oder Unterspannung schützen. Die Digitus All-in-One USV 600VA/360W erfüllt als Line-Interactive-Modell dieses Anforderungen. Sie ist für den Büro-, Homeoffice- und Privateinsatz gedacht und bietet viele Anschlüsse für die entsprechenden Geräte. Außerdem bringt sie mit 360 Watt genug Leistung mit, um als Puffer dafür zu sorgen, dass im Ernstfall ausreichend Zeit zur Datensicherung und zum Herunterfahren bleibt. Wie gut ihr das gelingt, zeigt TechStage im Test.

Für eine USV-Steckdosenleiste, die einen günstigen Einstieg in die Welt der unterbrechungsfreien Stromversorger bietet, hat die Digitus All-in-One USV 600VA/360W erstaunlich viele Anschlüsse: Es finden sich zum Beispiel vier Schuko-Buchsen an der Oberseite des Geräts. Obendrein gibt es drei umgekehrten Kaltgerätebuchsen. Um Geräte wie etwa einen Monitore damit zu verbinden, sind allerdings Adapterkabel notwendig, die der Digitus-USV nicht beiliegen. Trotzdem ist es im Vergleich zu anderen USVs dieser Preisklasse bemerkenswert, dass dieses Modell beide Buchsentypen anbietet.

Dazu kommen weitere Schnittstellen: Fürs Aufladen von USB-Geräten wie etwa Smartphones findet sich an der Oberseite der USV-Steckdosenleiste ein USB-A-Port. Er unterstützt USB 2.0 und liefert damit 5 Volt bei maximal 2 Ampere. Der USB-Port mit Typ-B daneben dient zum Anschluss eines Rechners an die USV. Er kann dann mittels der Überwachungssoftware Megatec Upsilon 2000 Daten vom Stromspeicher empfangen und auswerten – auf das Programm gehen wir weiter unten genauer ein. Der Hersteller denkt hier klugerweise mit und legt ein passendes USB-Kabel bei.

Seitlich an der USV finden sich zwei RJ11-Buchsen. Sie sind mit In- und Output gekennzeichnet. Hierüber lässt sich ein Fax-Gerät oder DSL-Modem verbinden, um es vor Spannungsschwankungen und Spitzen, etwa bei Blitzschlag, zu schützen.

Drei LED-Anzeigen runden die umfangreiche Ausstattung ab. Die grüne Leuchte zeigt den Strommodus an. Die gelbe LED blinkt, sobald die Digitus All-in-One USV 600VA/360W in den Akkumodus wechselt. Tritt ein Fehler an der USV auf, leuchtet die dritte LED rot.

Im Kunststoffgehäuse steckt ein 12-Volt-Akku mit einer Kapazität von 7 Ah. Er befindet sich unter einer Abdeckung, die mit zwei Schrauben gesichert ist. Der Akku lässt sich vom Anwender wechseln, indem er zwei Plastiklaschen hochzieht und den Kontakt zur USV-Elektronik löst – das funktioniert problemlos. Zusätzlich besitzt das Digitus-Modell zwei Aussparungen am Gehäuse, weshalb es sich auch für die Wandmontage eignet.

Die beiliegende Betriebsanleitung beschreibt detailliert und unter anderem in deutscher Sprache, wie sich die USV in Betrieb nehmen lässt. Sie empfiehlt aber, die USV-Steckerleiste vor dem ersten Einsatz 6 bis 8 Stunden aufzuladen, und erst dann den Verbraucher anzuschließen. Das ist nicht ungewöhnlich – die meisten Hersteller schreiben eine entsprechende Erstladung vor, um sicherzugehen, dass der Anwender mit einem vollen Akku startet. Zum Aufladen sollte die USV direkt mit einer Steckdose verbunden sein, vom Anschluss an Steckerleisten oder anderen Überbrückern rät der Hersteller ab. Ist das Gerät voll aufgeladen, lässt sich das Gerät einschalten – diesen Vorgang begleitet ein langer Piepton.

Für den Test durchläuft die Digitus All-in-One USV 600VA/360W zwei Stromausfall-Szenarien: Im ersten muss die USV eine Stützlast von 100 Watt an vier angeschlossene Geräte liefern – einen Büro-PC, Monitor, Internet-Router und ein NAS-System. Die USV wechselt in den Akkumodus, sobald durch das Ziehen des Netzsteckers die Eingangsspannung ausfällt.

In diesem Szenario ist die USV mit weniger als einem Drittel ihrer Nennausgangsleistung belastet und hält über 13 Minuten durch. Mit diesem Ergebnis landet sich im Vergleich zu den anderen USVs in dieser Leistungsklasse zwar nur im Mittelfeld. Aber in der Praxis bleibt dennoch genug Spielraum, um Daten zu sichern und die angeschlossenen Geräte wie etwa den Rechner und den Netzwerkspeicher ordnungsgemäß herunterzufahren.

Der zweite Testlauf fordert die Digitus All-in-One USV 600VA/360W mehr: Hier kommt zum IT-Verbraucher noch eine Leuchte hinzu, um eine Last von 200 Watt zu erzeugen. Bei dieser doppelten Belastung sinkt die Stützzeit sehr deutlich auf 3:29 Minuten.

In beiden Fällen begleitet die Digitus-USV die Stromausfälle mit LED-Warnungen und akustischen Alarmen, die sich in vier Stufen von einem einmaligen Piepsen zur Anzeige des Akkumodus über ein 10-Sekunden-Intervall bis zu einem sekündlichen Piepsen steigern, bevor ein zweimaliges Piepsen verdeutlicht, dass der Akku endgültig leer ist.

Da es sich bei der Digitus All-in-One USV 600VA/360W um eine Line-Interactive-USV handelt, kann sie auch mit Spannungsschwankungen umgehen. Welchen Spielraum sie dabei bietet, muss sie in einem Test beweisen, bei dem sie eine Eingangsspannung erhält, die schrittweise sinkt beziehungsweise steigt. Im Fall des Digitus-Modells setzt die Korrektur bei Unterspannung ab 205 Volt ein, ab 170 Volt wechselt die USV-Steckerleiste in den Akkubetrieb. Eine Überspannung gleicht sie ab 252 Volt aus, der Akku kommt bei 277 Volt zum Einsatz. Insgesamt eine sehr ordentliche Bandbreite bei der Spannungskorrektur, die im Test reibungslos funktioniert.

Produkt Digitus All-in-One USV 600VA (DN170110)
Hersteller / Webseite Assmann / www.assmann.com
Formfaktor Leiste
Maße (B x H x T in Zentimetern) 21,0 x 8,3 x 28,8 
Gewicht (in Kilogramm) 4,66
Nennausgangsleistung lt. Hersteller 360 W / 600 VA
Betriebsart Line-Interactive (Schutz bei Stromausfall und -schwankungen)
Ausstattung
Schukobuchse: Anzahl alle / gestützt / gefiltert 4 / 4 / 4
Kaltgerätebuchsen: Anzahl  3 (IEC-C13-Buchsen)
USB vorhanden / Funktion (SW, Ladebuchse) ja / 1x Typ B für Software / 1x Typ A fürs Laden
Weitere RJ45 (Input und Output)
Tasten / Funktion 1 / Ein-/Ausschalter
Display nein
LEDs 3 (AC-Modus, Akku, Störung)
Akku (Kapazität / Spannung) 7,0 Ah / 12 V
Akku vom Anwender wechselbar  ja
Länge Netzkabel (in Metern) / Bauart 1,30 / wechselbar
Testergebnisse 
Stütztest 100 Watt (Mischlast) 13:27 Minuten
Stütztest 200 Watt (100 W Mischlast, 100 W ohmsche Last) 3:29 Minuten
Dauer Wiederaufladung (in Stunden) 13:30
Stützspannung (bei 200 Watt Last) 229,2 V
Schaltpunkte Unterspannung: Korrektur ab / Akku ab 205 / 170 V
Schaltpunkte Überspannung: Korrektur ab / Akku ab 252 / 277 V
Stromverbrauch Leerlauf /Eigenverbrauch Betrieb 10,2 W / 9,8 W
Stromkosten pro Jahr (24/7-Betrieb, Mittelwert) 39,42 Euro
Reaktionszeit (ATX Norm bestanden) ja
Alarmfunktionen
Signale: akkustisch / optisch ja / ja
Anzahl der Warnstufen 4 (Stromausfall, schwache Batterie, Überlast, Fehler)
Sonstige Alarme: E-Mail / Warnfenster / andere ja / ja / SMS
Warnung bei Batterieausfall ja
Lieferumfang USV, Kurzanleitung, Netzkabel, USB-Kabel, Information zu Software-Download, EU-Konformitätserklärung
Funktionen laut Hersteller
Reaktionszeit lt. Hersteller 2-6 Millisekunden
Garantie Gerät 2 Jahre
Garantie Akku 2 Jahre
Sonstiges Wandmontage möglich; Software: Megatec UPSilon 2000  V 5.4 für  Windows

Ist ein Stützfall einmal eingetreten, kommt es darauf an, dass die USV den Akku möglichst schnell wieder auflädt, um umgehend für den nächsten Stromausfall gerüstet zu sein. Bei der Digitus All-in-One USV 600VA/360W braucht eine vollständige Akkuladung satte 13:30 Stunden. Sie gehört damit zu den eher langsam ladenden USV-Modellen.

Außerdem zählt bei USVs auch der Stromverbrauch, den das Gerät selbst erzeugt, da es permanent mit dem Stromnetz verbunden ist. Hier können besonders die günstigen USV-Modelle der Einstiegsklasse schnell den Anschaffungspreis aufgrund ihres Energiehungers im Betrieb ad absurdum führen. Bei der Digitus All-in-One USV 600VA/360W zeigen die Messungen etwa 10,2 Watt im Leerlauf und zusätzliche 9,8 Watt im Betrieb. Daraus errechnet sich ein Mittelwert von 10 Watt, um den Jahresverbrauch abzuschätzen. Bei der derzeitigen Unruhe im Stromsektor ist eine genaue Preisangabe zur Kilowattstunde nahezu unmöglich. Der zugrunde gelegte Wert von 45 Cent pro Kilowattstunde und 24/7-Einsatz ist daher als Orientierung zu verstehen. Auf Basis dieser Berechnung erzeugt das Gerät Stromkosten von fast 40 Euro im Jahr – das entspricht mehr als der Hälfte des Anschaffungspreises.

Zum Überwachen der Digitus All-in-One USV 600VA/360W lässt sich die Software Megatec Upsilon 2000 einsetzen, sofern die USV per USB-Kabel mit einem Rechner verbunden ist. Das Programm erkennt die angeschlossene USV jedoch erst, wenn unter „Settings“ die USB-Verbindung ausgewählt ist. Außerdem lässt es sich nur unter Windows nutzen und setzt zur Installation eine Lizenzierung voraus. Die benötigte Seriennummer findet sich auf der Infokarte, die im Lieferumfang enthalten ist.

Mit dem Programm kann der Anwender die Alarm-Varianten auf E-Mail- und SMS-Nachrichten erweitern – sinnvoll, wenn er nicht direkt am Rechner oder in Hörweite der USB sitzt. Grundsätzlich verschafft die Software einen Überblick, was mit der USV-Steckdosenleiste los ist. Angaben zu Batteriezustand, Ladestand, Last oder Spannung lassen sich auch als Diagramm anzeigen. Dazu ist ein Selbsttest des Akkus möglich und das Definieren von Aktionen, sollten Stromproblemen auftreten. Beispielweise lässt sich der angeschlossene Rechner gezielt herunterfahren oder in den Ruhezustand (Hibernation) versetzen.

An sich sind auch die Protokoll-Funktionen der Software praktisch, die unter anderem die Dauer der Verbindung, den Akkustand oder der Zeitpunkt eines Stromausfalls festhalten. Im Test sind die gezeigten Ergebnisse jedoch nicht immer nachvollziehbar. So zeigt das Programm etwa den Füllstand des Akkus mit 84 Prozent an, obwohl sich die USV Sekunden vorher wegen zu geringer Akkuladung ausgeschaltet hatte.

Unter den USV-Steckdosenleisten für zu Hause und das Homeoffice sticht die Digitus All-in-One USV 600VA/360W vor allem aufgrund ihrer Anschlussvielfalt heraus. Sie empfiehlt sich, wenn neben Verbrauchern mit Schuko-Steckern auch Geräte mit IEC-C13-Buchsen oder ein DSL-Modem beziehungsweise ein Fax direkt an die USV angeschlossen werden sollen. Bei Stromausfall liefert sie genügend Zeit zur Datensicherung und zum Herunterfahren angeschlossener Rechner oder NAS-Systeme. Das gilt besonders dann, wenn die Gesamtzahl der Verbraucher deutlich unterhalb der Leistungsgrenze der USV-Steckdosenleiste bleibt.

Für ein Line-Interative-Gerät ist die Digitus-USV günstig. Sie schützt Geräte nicht nur gegen Stromausfall, sondern auch gegen Spannungsschwankungen. Das beiliegende Handbuch beschreibt die Bedienung des USV-Modells ausführlich und verständlich, weshalb sie sich auch für Einsteiger ins Thema „Unterbrechungsfreie Stromversorgung“ eignet. Dabei hilft auch die Überwachungssoftware, wenn auch nicht uneingeschränkt zuverlässig. Der wechselbare Akku reduziert Wartungsaufwand und -kosten für die USV-Steckdosenleiste, allerdings ist der Energiehunger ein Haken.

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