Ascendancy: Weltraumstrategie der 90er für iPad und iPhone

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Mitte der 90er Jahre landete die Spiele-Schmiede Logic Factory mit Ascendancy einen Hit: Das rundenbasierte Strategiespiel hatte bis dahin unbekannte Spielobjekte, war gut durchdacht – und gigantisch umfangreich. Das Grundprinzip ist simpel: Der Spieler beginnt auf seinem Heimatplaneten, baut dort im einfachen SIM-City-Stil Gebäude wie Laboratorien, Fabriken oder Schilde, erforscht Technologien und baut Raumschiffe, um andere Sonnensysteme zu erkunden und Planeten zu bevölkern oder zu übernehmen.

Je nach Spielmodus finden sich bis zu sieben von insgesamt 21 verschiedenen Rassen im Universum – und je nach Vorliebe des Spielers, nach Eigenschaften der Gegner und nach Spieleinstellungen geht man diesen besser aus dem Weg, handelt mit Wissen wie Technologien oder Sternstraßen oder macht sie einfach platt.

Das Ziel kann sich der Spieler weitgehend selbst aussuchen und auch während des Spiels beeinflussen. Eine globale Allianz oder das Ausrotten anderer Spezies? Schauen wir mal, wie es läuft. Jede Rasse hat dabei besondere Fähigkeiten, die ihr in diplomatischen, militärischen oder technologischen Punkten einen gewissen Vorteil verschafft.

Wir haben uns Ascendancy in der Version 3.3.8 auf dem iPad mit Retina-Display angesehen. Kostenpunkt: Derzeit günstige 2,69 Euro – wir haben das Spiel kürzlich noch für knapp 6 Euro erworben.

Wer das Original von 1995 kennt, stellt sofort fest: Die Portierung von Ascendancy auf iOS ist eins zu eins geschehen. Sie ist besser gemacht als viele andere Ports bekannter Spiele; denn beispielsweise lassen sich die dreidimensionalen Objekte im Spiel wie der Technologiebaum, die Sternenkarte oder einzelne Universen perfekt mit den bekannten Wischgesten bedienen.

Grafisch gibt es keine Überraschungen: Scheinbar sind alle Bilder und Renderings unverändert übernommen. Zu Zeiten von Retina-Displays auf dem iPad hätten wir uns allerdings durchaus gewünscht, dass der Hersteller dem Remake noch einmal höher auflösende Bildchen gönnt. Während Menü, Sternenkarte und Planeten-Ansicht durch die leicht pixeligen Grafiken etwas positiven Retro-Charme versprühen, wirkt etwa die Ansicht von Raumschiffen im Dock einfach nicht zeitgemäß.

Auch der Sound ist auf 90er-Niveau hängengeblieben. Das stört uns aber nicht, denn diese Art von Spiel braucht keine großartige akustische Untermalung, um Spaß zu machen. Schließlich haben wir auch Ogame ohne Ton gezockt.

Auch hier gilt: Wer das Original von Anno 95 kennt, muss sich nicht umstellen – alles ist gleich. Aber auch für alte Hasen ist die Bedienung zunächst einmal verwirrend und gar nicht intuitiv. Planeten-Ansicht, Schiffs-Ansicht, Sternenkarte, Technologie-Baum, Diplomatie-Zentrale: Was war das nochmal?

Um den Einstieg zu erleichtern, hat der Hersteller eine Hilfe-Funktion integriert. Ob es die so auch schon beim Original gab? Daran können wir uns nicht mehr erinnern. Rein optisch könnte sie aber durchaus knapp 20 Jahre alt sein: Grüner Text legt sich über alle Schaltflächen und erklärt, wofür sie da sind. Das funktioniert okay, allerdings haben wir häufig Navigationsprobleme in der Hilfe – und eigentlich auch überhaupt keine Lust, den ganzen Text durchzulesen.

Alte Ascendancy-Hasen haben den Dreh nach wenigen Minuten wieder raus. Wer das Spiel noch nie gesehen hat, muss sich wohl noch etwas länger damit beschäftigen – aber das ist es auf jeden Fall wert!

Kurz und knapp: Der ist hoch! Am Anfang dauert alles (in Spielzeit gemessen) zwar relativ lange, aber ein Fingertipp auf den richtigen Pfeil bringt den Spieler nicht einen Tag vorwärts, sondern so weit, bis er wieder etwas machen kann. Oder muss. Im späteren Verlauf, wenn bereits viele Planeten bevölkert sind, wartet hingegen permanent Arbeit: Laboratorien bauen, Schiffe bauen, Forschungsprioriäten festlegen, das All erforschen – und so weiter. Verschiedene Automatiken entlasten nervige Arbeit: So gibt es beispielsweise die Option, Planeten automatisch zu bebauen. Dabei geht etwas Sim-City-Flair verloren; aber das gibt mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben: Kriege führen, zum Beispiel.

Was wir bereits im Original vermisst haben, ist ein Multiplayer-Modus – den gibt es auch beim iPad nicht. Aber dynamisch generierte Sternenkarten, verschiedene Spiel-Ziele, eine große Auswahl an Rassen und quasi unendlich viele Möglichkeiten, Ascendancy zu zocken, sorgen lange Zeit für Kurzweil.

Mit knapp 6 Euro gehört Ascendancy schon zu den teureren Vertretern der iOS-Games. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass man das Spiel 18 Jahre früher für knapp 80 Mark auf Disketten in Karton-Verpackung kaufen musste, geht es heute als Schnäppchen durch. Und derzeit ist das Game ja sogar für 2,69 Euro zu haben – da gibt es nicht viel zu überlegen. Kaufen!

Unterm Strich zählt ohnehin ja nur das Preis-Leistungsverhältnis. Und das stimmt definitiv, denn wer Interesse an solchen Strategiespielen hat, kann damit nicht nur Stunden, sondern Monate verbringen.

Ascendancy ist ein Muss für alte Hasen, die sich damit noch einmal in die DOS-Zeit zurückversetzen können – und ein Geheimtipp für jeden Fan von Weltraumstrategiespielen. Zwar hätte der Hersteller durchaus noch einmal Hand anlegen können an sein altes Werk, doch auch mit pixeligen Raumschiffen und ohne Multiplayer-Modus fesselt das Game über Wochen hinweg. Und immerhin: Im Vergleich zu vielen anderen Portierungen alter DOS-Spiele ist zumindest die Bedienung perfekt an die Touch-Bedingungen der neuen Computer-Generation angepasst worden. Was aber wirklich fehlt, ist eine Android-Umsetzung.

Noch ein Tipp am Rande: Ascendancy-Entwickler Logic Factory hat ein kostenloses E-Book zum Spiel in den iTunes-Store gepackt.

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