Aruba Instant On AP17 im Test: Outdoor WLAN mit PoE und Cloud-Management

0095---Aruba AP17---Bild Harald Karcher
Pro und Contra
  • PoE
  • Management per Cloud
  • robustes Outdoor-Gehäuse
  • nur Wifi-5
  • 4.5

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Aruba bietet mit dem Instant On AP17 einen robusten Outdoor-WLAN-AP unter 200 Euro. TechStage testet den Access Point mit Cloud-Konfiguration und Power over Ethernet.

WLAN-Router für drinnen gibt es wie Sand am Meer. Robuste Funker für den Outdoor-Einsatz findet man schon seltener. Meist sind sie auch noch teurer als die Indoor-Funker. Aruba, ein Unternehmen von Hewlett Packard Enterprise, hat aber ein relativ bezahlbares Modell: Den Aruba Instant On AP17 in einem IP55-Gehäuse. Das schützt den Access Point gegen Staub und Strahlwasser aus jeder Richtung. Mit einer Betriebstemperatur von -40 bis +50 Grad Celsius kann er bei kaltem Winter und Hochsommer draußen funken. Das heißt, man könnte ihn hierzulande das ganze Jahr draußen hängen lassen.

TechStage testet den Aruba AP17 im Rahmen unserer Themenwelt zu WLAN-Repeatern, auch wenn er eigentlich ein Access Point ist. Dort haben wir bereits andere Access Points getestet, etwa den AVM Fritz Repeater (Ratgeber), den Zyxel NWA110AX (Testbericht) oder den Netgear EAX20 (Testbericht).

Der AP17 funkt über 802.11ac Wave 2 alias WiFi-5 mit bis zu 866 Megabit im 5 GHz Band sowie 11n alias WiFi-4 bis 300 Megabit im 2,4 GHz Band. In jedem Band nutzt er zwei omnidirektionale Antennen. 2x2-WiFi-5 aus zwei Antennen ist zurzeit noch okay für mehrere WLAN-User. Bei einer Schulklasse mit 30 Schülern würde man heute aber schon lieber zu 4x4-WiFi-6 greifen. Im Outdoor-Schulhof ebenso, weil WiFi-6 noch stärker auf zahlreiche WLAN-Clients optimiert ist als WiFi-5. Alternativ kann man auch mehrere WiFi-5-APs installieren, falls einer allein die Fläche oder die Anzahl der User nicht gut genug versorgen kann. Fürs Homeoffice oder kleinere Büros dürften ein oder zwei der Access Points aber ausreichen.

Unten links sitzt eine Öffnung für die Lüftung, daneben ist mittig der runde Eingang zu einer 1 GBit/s Netzwerkbuchse. Die dient zugleich als Stromquelle, denn der Aruba AP17 setzt auf Power over Ethernet (Ratgeber) nach 802.3af. Der notwendige Strom für den Betrieb kann von einem entsprechenden Switch oder einem PoE-Injector kommen. Geht es nach HP, sollte man einen passenden Instant On Switch nutzen. Im Test lief der Access Point aber auch an einer Fritzbox 6660 Cable (Testbericht) mit einem separaten PoE-Injector ganz wunderbar.

Idealerweise stülpt man eine wasserhemmende Plastikmanschette aus dem Lieferumfang über ein LAN-Kabel, montiert dann einen LAN-Stecker darauf und schraubt das fertige Konstrukt in das Gewinde an der Unterseite des AP17. Unten rechts sitzt ein Gewinde für ein Erdungskabel am AP17. Die passende, kurze Schraube samt Lasche liegt in der Lieferschachtel.

Die mitgelieferte Wand-Montage-Platte für den AP17 wirkt überzeugend. Der stabile Halteapparat am AP17 läuft in einem spitzen Winkel zu. Den lässt man in die Halteplatte gleiten. So sitzt der AP sofort fest an der Platte, schon vor der finalen Verschraubung. Die Montage-Platte kann man auch als Bohrschablone verwenden.

Der AP 17 ist nur ein Gerät aus der Instant On Produktfamilie. Neben dem Outdoor-Access-Point gibt es mehrere Geräte für die Wand- und Deckenmontage innen oder ein aufstellbares Gerät. Die Produkte wirken allesamt robust und professionell, mit überzeugenden Befestigungskonzepten, Business-WLAN eben. Spannend sind aber die Preise, sie beginnen bei knapp 77 Euro und enden unter 200 Euro. Für Business-Geräte ist das ein guter Deal, damit macht die Instant-On-Serie etwa Ubiquiti Konkurrenz.

Die Konfiguration der Access Points läuft über ein Cloud-basiertes Steuersystem, ähnlich wie bei Amazon Eero 6 (Testbericht) oder Google Wifi (Testbericht). Die Einrichtung läuft über die App Aruba Instant On (für Android oder iOS). Das setzt einen Account voraus, wie immer mit E-Mail und Kennwort. Das Konto selbst muss man über einen Link aktivieren, der an die E-Mail geschickt wird.

Nun müssen wir einen Standort angeben, in dem die Netzwerke und Geräte zusammengefasst werden. Hier könnten wir jetzt Harrys Hütte, Buxtehude, München oder TechStage eintragen, schreiben aber mal Aruba rein. Aruba ist per Zufall auch ein Standort, nämlich eine wunderbare Insel im karibischen Meer. Da könnte man etwa Hotel-Pools und Strand-Bars mit dem AP17 befunken und über die Cloud aus der Ferne verwalten.

Nach dem Setup kann man die eigenen Access Points auch über jeden beliebigen Browser verwalten. Da zeigt sich schon der Vorteil von so einem WLAN-Cloud-Management: Man kann mit jedem Handy, Laptop, Tisch- oder Tower-PC, von jedem Ort der Welt, auch via Browser, auf das neue Netzwerk zugreifen. Sogar von der Couch aus ist das möglich. Sofern man eben einen guten Kontakt zum Internet hat. Dort kann man alle Einstellungen zentral vornehmen und entscheiden, an welche verbundene Access Points welche Funktionen ausgerollt werden sollen. Zu Hause ist das eher unwichtig. Bei größeren Installationen hat es den Vorteil, dass sofort gewarnt wird, wenn einer oder mehrere Access Points offline sind.

Die Bilderstrecke zeigt die Einrichtung und die Konfiguration im Detail

Wir nehmen unsere gewohnte Testumgebung, eine zweistöckige Wohnung, in der wir normalerweise keine Outdoor-, sondern Indoor-WLAN-Funker testen. Da müssen WLAN-Router, APs und Repeater für den Indoor-Betrieb systematisch beweisen, wie gut sie das Internet bis in das hinterste Zimmer am schwierigsten Messpunkt 5 transportieren können. Einen Outdoor-Funker müsste man wohl eher auf längere Distanzen ohne Zwischenwände testen, in einem langen Garten oder einer großen Halle. Wir messen aber trotzdem an den fünf gewohnten Punkten, damit wir den AP17 mit vielen früheren Tests besser vergleichen können.

Den 10-Gigabit-NAS-Speicher, rechts oben im Bild, brauchen wir ausnahmsweise nicht als Zuspieler, weil der AP17 schon bei 866 Mbit/s sein oberstes Maximum erreicht. Da reicht die Fritzbox 6660 als Zuspieler: Die kann sogar aus ihren langsameren LAN-Ports bis zu 1 GBit/s Internet zuspielen. Über den PoE-Power-Over-Ethernet-Injector führen wir nun also das LAN-Kabel an den AP17 heran. Nach wenigen Sekunden strahlt der Aruba AP17 das Internet über die Luft aus. Unser Dell-PC funkt 11ax-WiFi-6 bis 2400 Megabit aus 2 Antennen. Wir verbinden ihn per WLAN mit dem Aruba AP17 und messen stationär auf kurze Distanz immer nur am Messpunkt 1 den Netto-Durchsatz unter fast optimalen Bedingungen:

Die Fotostrecke zeigt: Der Aruba AP17 schaufelt das Internet mit knapp 500 MBit/s auf den WLAN-PC herunter. Das passt. Mehr Netto-Durchsatz ist bei einem Brutto-Maximum von 866 MBit/s kaum zu erwarten. Das Limit bei 11ac-Wave-2 aus zwei Antennen liegt brutto bei 866 MBit/s.

Beim zweiten Test messen wir mit einem WiFi-6-Laptop durch fünf Messpunkte und ziehen dabei das Internet über den Aruba AP17 über die Luft auf den mobilen Rechner herunter.

Im dritten Szenario messen wir mit einem WiFi-6-Smartphone durch die fünf Messpunkte. Dabei zeichnen wir den WLAN-Speed zwischen Handy und Aruba AP17 mit der FRITZ!App WLAN auf dem Android-Smartphone auf.

Im ersten Raum (links im Bild) holt das Handy zeitweise fast 500 MBit/s aus dem Aruba AP17. Im zweiten Raum sind es noch um die 200 MBit/s. Im dritten Raum schwankt der Durchsatz noch zwischen 30 und 100 MBit/s. Beim Übergang in den vierten Raum schaltet das Gespann in das 2,4 GHz Band um und schafft danach wieder 50 bis 90 MBit/s. Im fünften Raum (am rechten Ende der Grafik) schwankt die Messung um die 50 MBit/s herum.

Anschließend messen wir die Signalstärke umgekehrt ab Raum 5. In der blauen Kurve sieht man, wie die Signalstärke (kurz nach der Bildmitte) wieder hochgeht. Das ist gut und richtig so, weil wir dem AP17 ja wieder näher kommen. Die gelbe Kurve zeigt einen starken Rückgang im Durchsatz in den ersten drei Räumen. Dann schaltet das Gespann vom 5 GHz Band auf das 2,4 GHz Band um, was durch die Farbe Orange angezeigt wird.

Bei der Rückkehr zum Access Point (ab der Bildmitte) hätten wir gehofft, dass es spätestens in den letzten zwei Räumen wieder in das 5-GHz-Band hochschaltet. Der Durchsatz sollte wieder signifikant ansteigen, vergleichbar mit dem Anfang der Messung. Da bleibt das Gespann aus Wifi-6-Handy und Aruba AP17 jedoch stur im 2,4 GHz Band kleben. Diese Trägheit beim Hochschalten kann gewollt sein, das haben wir so ähnlich auch schon bei vielen anderen WLAN-Systemen beobachtet. Für den User heißt das: wenig Umschalthektik zwischen den Frequenz-Bändern, aber auch kein maximaler Speed im hinteren Teil der Kurve.

Am Ende messen wir die Leistungsaufnahme des Access Points. Der Linksys PoE Strom Injector allein zog recht konstant 1,3 Watt. Nach dem Anstecken des Aruba AP17 an den PoE-Injector benötigten beide knapp 6,6 Watt. Das ist gewissermaßen der Stand-by-Verbrauch. Bei Durchsatz-Tests mit einem einzelnen WiFi-6-PC konnten wir das Gespann aus Aruba AP17 und PoE-Injector auf maximal 10,1 Watt hochtreiben.

Der Instant On AP17 taucht immer wieder für 170 Euro oder weniger auf, wer etwas wartet, der kann einen guten Deal machen.

Der Aruba AP17 macht bei den mechanischen Aspekten einen guten Eindruck. Die flache Wand-Montage-Platte kann überzeugen. Eine zusätzliche Rohrschelle für den AP wäre perfekt gewesen. Die Stromversorgung mittels PoE-Power-over-Ethernet hat selbst mit unserem betagten Linksys-PoE-Injector auf Anhieb funktioniert.

Die WLAN-Leistung mit 11n-WiFi-4 bis 300 Mbps und 11ac-WiFi-5 bis 866 Mbps brutto reißt anno 2021 niemand mehr vom Sockel, reicht aber gerade im Außenbereich in den meisten Fällen. Die Ersteinrichtung mittels Bluetooth-Handy und Cloud war einfach. Auch die weitere Verwaltung und das Monitoring des Netzwerkes mit der Handy-App oder dem PC-Browser ist sehr übersichtlich.

Mehr zu Access Points und Repeatern haben wir in unserer Themenwelt WLAN veröffentlicht. Neben Einzeltests sind dort auch unsere Bestenliste zu Repeatern und Access Points oder der Ratgeber WLAN verstärken: So funktionieren WiFi Repeater.

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