Artillery Hornet
Pro und Contra
  • günstig
  • niedrige Lautstärke
  • gutes Druckbild
  • Probleme mit Z-Offset per Software
  • Druckbett nicht einfach austauschbar
  • kein Auto-Leveling und kein Filament-Sensor
  • 4.0

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Der 3D-Drucker Hornet vom Hersteller Artillery lockt mit schnellem Zusammenbau, guter Druckleistung und niedrigem Preis. TechStage hat den Low-Budget-Drucker getestet und verrät, für wen das Modell geeignet ist.

3D-Drucker sind in den letzten Jahren deutlich zuverlässiger und günstiger geworden, weshalb sie auch für Neueinsteiger immer interessanter werden. Der Markt für die Geräte der unter 250-Euro-Klasse ist dementsprechend hart umkämpft, die Auswahl aus zig Herstellern und Modellvarianten dementsprechend schwierig. Und viele Drucker ähneln sich in mehr Details, als sich zu unterscheiden. In diesem Test klären wir, wie der günstige Artillery Hornet in der Praxis abschneidet.

Dieser Einzeltest gehört zu unserer Themenwelt 3D-Drucker. Hier finden sich neben Einzeltests von 3D-Druckern etwa die Ratgeber Filament richtig aufbewahren, lagern und trocknen oder UV-Harz oder Kunststoff-Filament: 3D-Drucker im Vergleich. Auch Resin-Drucker wie der Creality Halot One (Testbericht) müssen zeigen, was sie können.

In diesem Artikel geht es nun wieder um einen günstigen Filament-Drucker. In diesem Test klären wir, wie der Artillery Hornet in der Praxis abschneidet und ob sich der Kauf lohnt.

3D-Druck-Nerds suchen bei einem neuen Drucker immer die Neuerungen, Upgrades und Verbesserungen, weswegen sich ein Kauf lohnen könnte. Hier wirkt der Hornet zunächst eher enttäuschend. Es handelt sich um einen klassisch aufgebauten Filament-Drucker mit beweglichem Druckbett, Modelle dieser Bauart werden umgangssprachlich auch Bettschubser genannt. Immerhin ist der Rahmen mit den gelben Kunststoffteilen verhältnismäßig auffällig.

Der Aufbau mit dem auf der y-Achse beweglichen Druckbett und dem auf x- und z-Achse beweglichen Druckkopf ist zwar bewährt, aber eben nicht innovativ. Gleiches gilt für den Bowden-Extruder, welcher zwar weitverbreitet, aber schwieriger im Handling als ein Direct-Extruder ist. Immerhin erlaubt die Bauweise einigermaßen kompakte Abmessungen. Der Hornet kommt mit dem 220 x 220 x 250 mm (L/B/H) großem Bauraum auf eine Gesamtgröße von 470 x 450 x 510 mm (L/B/H). Die knallgelben Kunststoffverkleidungen des Druckers sind zwar auffällig und gewöhnungsbedürftig, so hebt sich der Hornet aber zumindest vom Design der meisten anderen Bettschubser ab.

Die Druckauflösung mit der im Lieferumfang enthaltenen 0,4-mm-Kupfer-Nozzle gibt Artillery mit 0,1 bis 0,32 mm an. Das Druckbett ist beheizt und erhizuz sich in knapp drei Minuten auf 80 °C. Die maximale Hotend-Temperatur von 240 °C erlaubt die Verarbeitung von PLA, ABS, PETG oder Holz-Filament. Die Daten gelangen entweder mit einem per USB-Schnittstelle angeschlossenen USB-Stick oder eine Speicherkarte auf den Drucker. Zur Bedienung kommen LC-Display und Wählrad zum Einsatz. Über eine Touch-Funktion verfügt das Gerät nicht. Ein mittlerweile bei vielen Druckern installierter Filament-Sensor, der den Druck selbstständig unterbricht, ist beim Hornet nicht an Bord.

Positiv fallen die Riemenspanner auf, mit deren Hilfe sich die Antriebsriemen ohne Probleme nachjustieren lassen. Bei vielen günstigen Druckern sind diese nicht vorhanden. Bei unserem Testgerät waren alle Riemen ab Werk ordentlich gespannt. Statt auf eine magnetische Druckauflage wie beim Anycubic Vyper (Testbericht) setzt Artillery beim Hornet auf eine festmontierte und keramikbeschichtete Glassplatte.

Ungewöhnlich ist der Bowden-Schlauch des Druckers, welcher direkt in den Kabelstrang des Druckkopfes integriert ist. Das sieht sehr ordentlich aus, allerdings sind dadurch Wartung und Austausch komplizierter. Ob diese neue Innovation fehleranfälliger ist, wie unter anderem die Flachbandkabel beim Artillery Genius, wird die Zeit zeigen.

Neben der Anleitung und dem Drucker gehört noch ein kurzes USB-Kabel für den Anschluss am PC und ein USB-Cardreader inklusive einer Speicherkarte zum Lieferumfang. Hier sind neben einer Demo-Druckdatei auch drei Profile für die kostenlose Slicing-Software Cura abgespeichert. Das Programm selbst muss man sich allerdings herunterladen.

In Sachen Werkzeug ist lediglich der für den Zusammenbau benötigte Innensechkantschlüssel beigelegt. Spachtel oder Zange sind nicht dabei. Ebenso fehlt Filament zum direkten Losdrucken. Aus unserer Sicht ist das allerdings nicht shclimm, im Gegenteil. Erfahrungsgemäß ist das bei den meisten Druckern beigelegte Filament alt und minderwertig und landet direkt in der Mülltonne. In den Tests greifen wir deshalb auf eigenes Filament zurück.

Die positivste Auffälligkeit an diesem Drucker ist, dass Artillery einen guten Mittelweg zwischen Adaption jahrelang erprobter Systeme und dem schwierigen Weg der Neuentwicklung gefunden hat. Das massive Aluminiumgestell, der Titan-Extruder und die keramikbeschichtete Glasplatte ermöglichen geringe Fehlerquote und zuverlässigen Betrieb.

Der Aufbau des Hornet ist dank der größtenteils vormontierten Komponenten auch für Einsteiger völlig problemlos umsetzbar. Letztlich besteht das Kit aus dem Unterteil, der Trägereinheit und dem Druckkopf. Diese werden miteinander verschraubt und anschließend an die ordentlich beschrifteten Kabel des Mainboards angeschlossen. Die wenigen nötigen Arbeitsschritte werden ausreichend genau in der Anleitung beschrieben. So sollte das sein.

Im Test dauert der Aufbau dementsprechend weniger als zehn Minuten. Eine so unkomplizierte Montage ist in dieser Preisklasse selten. Derart schnell einsatzbereit sind sonst nur fertig aufgebaute Drucker oder teurere Modelle wie der Anycubic Vyper oder der Creality CR-200B (Testbericht).

Nach dem eigentlichen Aufbau schalten wir den Hornet ein und heizen Druckkopf und Heizbett auf Betriebstemperatur. Auffallend sind der angenehm geringe Lärmpegel und die Tatsache, dass sich das Druckbett ungewohnt schnell aufheizt. Nun folgt das manuelle Leveling mithilfe der Stellschrauben unter dem Heizbett. Auf eine automatische oder halbautomatische Leving-Funktion muss man zwar verzichten, mit etwas Übung ist der Vorgang aber innerhalb von zwei Minuten erledigt.

Nun laden wir unser PLA-Filament in den Extruder und starten den ersten Druck der von Artillery auf Speicherkarte/ USB-Stick vorbereiteten Druckdatei. Der Drucker heizt sich auf und beginnt mit der Arbeit. Dabei fällt positiv auf, dass der Hornet selbst während des Druckvorgangs angenehm leise arbeitet. Geräuschlos ist er nicht, aber die Lärmentwicklung ist im Vergleich zum Anycubic Vyper oder dem Tronxy X5SA Pro (Testbericht) sehr gering. Derart leise arbeiten nur wenige Geräte wie der Qidi X-Plus (Testbericht).

Als wir nach einer Stunde zurückkommen, liegt das fertige Druckmuster, ein kleiner Würfel, vor uns. Allerdings ist die Druckqualität zunächst enttäuschend. Der Drucker verarbeitet zu wenig Filament und so sind die Wände löchrig und ungleichmäßig. Dies kann auch an der von uns eingesetzten alten Version von Cura liegen.

Kurzentschlossen legen wir ein neues Profil in Cura an und benutzen dieses. Die Ergebnisse mit Standard-Einstellungen sehen dann schon ganz anders aus. Der Hornet liefert von da an ein erfreulich sauberes und gleichmäßiges Druckbild. Die Testdrucke mit PLA und Wood-Filament stehen den Ergebnissen von anderen und teureren Druckern, wie unserem Testsieger Anycubic-Vyper, in nichts nach. Die maximale Druckgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 100 mm/s an, was verhältnismäßig schnell ist. Im Test funktioniert das zwar, das schönere Druckbild bekommen wir aber mit dem empfohlenen Tempo von maximal 60 mm/s. Sehr filigrane Objekte mit einer Schichthöhe von 0,1 mm würden wir sogar eher mit 30 mm/s drucken. Die invertierte Z-Achse und die kugelgelagerten Z-Spindeln ermöglichen Drucke ohne sichtbares Z-Wobbling, das ist bei so manchen anderen Low-Budget-Druckern ohne bauliche Veränderungen gar nicht möglich.

Die Haftung der Druckerzeugnisse auf dem Glass-Druckbett ist erfreulich gut. Selbst größere Objekte halten zuverlässig. Sobald das Heizbett abgekühlt ist, lassen sich die Drucke mit einem leichten Ruck entfernen.

Ein kleines Problem hatten wir mit dem Z-Offset, bei dem der Abstand von Druckdüse und Druckbett per Software verändert werden kann. Dies hat im Test nicht vernünftig funktioniert und so mussten wir das Druckbett noch mal per Hand statt über die Software leveln.

Mit Kosten von unter 200 Euro bei deutschen Shops gehört der Drucker zu den günstigen Einsteiger-Geräten. Der Preis ist aus unserer Sicht gerechtfertigt und fair.

Wer den Artillery Hornet bei Banggood kauft, kann sogar noch mal richtig sparen. Hier ist der Drucker mit Lieferung aus einem europäischen Lager ab 149 Euro erhältlich. Der Code BG1dc490 für diesen Deal ist allerdings zeitlich begrenzt.

Der Artillery Hornet hat im Test trotz Budget-Preis positiv überrascht. Lieferumfang und Ausstattung sind zwar auf das Wichtigste beschränkt, trotzdem liefert er eine sehr ordentliche Druckqualität und arbeitet dabei angenehm leise.

Wer einen kostengünstigen, aber zuverlässigen 3D-Drucker für Hobby und Freizeit sucht, ist mit dem Hornet gut beraten. Insbesondere wer keine Lust auf langes Basteln und diverse Tuning-Maßnahmen hat, macht hier alles richtig. Die Zielgruppe des Druckers sind aus unserer Sicht Schüler, die naturgemäß wenig Geld haben, und Einsteiger. Auch als gemeinsames Projekt für Vater-Sohn-Nachmittage bietet sich der Hornet an.

Wer sich Dinge wie Auto-Leveling oder Filament-Sensoren wünscht, ist hier allerdings falsch. Hier kommen in der Regel nur teurere Modelle, wie der Anycubic Vyper (Testbericht) oder der Anet ET5 Pro (Testbericht) in Frage. Auch wer Umbauten plant und alternative Firmware testen will, ist mit anderen Druckern besser beraten. Geht es primär um einen möglichst großen Bauraum, empfehlen wir unseren Ratgeber Riesen-3D-Drucker ab 199 Euro. Wer unsicher ist, ob nicht ein Resin-Drucker mit höherer Auflösung besser geeignet ist, sollte sich den Ratgeber UV-Harz oder Kunststoff-Filament: 3D-Drucker im Vergleich ansehen.

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