Arlo Go 2 im Test: Autarke Überwachungskamera mit LTE, WLAN und Akku

Arlo Go 2
Pro und Contra
  • flexibel einsetzbar dank WLAN, LTE und Akku
  • farbige Nachtsicht
  • steuerbar über App und Desktop-Web-App
  • Integration in Amazon Alexa, Google Assistant und Samsung Smartthings
  • gutes Handbuch und Support-Beiträge
  • Akku austauschbar
  • volle Funktionalität nur mit einem kostenpflichtigen Cloud-Abo
  • teilweise träge Reaktion
  • kein HEVC-Codec
  • Nachtsicht könnte heller sein
  • kein Support für Apple Homekit
  • 3.5

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Neben WLAN und LTE unterstützt die Arlo Go 2 dank einer integrierten LED-Leuchte auch eine farbige Nachtsicht. Wie gut die Akku-betriebene Kamera funktioniert, zeigt der Test.

Damit moderne Überwachungskameras (Themenwelt) Anwender über verdächtige Ereignisse informieren können, benötigen sie eine Netzwerkverbindung. Die meisten aktuell erhältlichen Varianten nutzen dafür WLAN. Alternativ gibt es noch sogenannte PoE-Kameras, die über Ethernet vernetzt sind und auch Strom über das Netzwerkkabel erhalten. Nur ganz wenige Modelle (siehe auch Ratgeber Überwachungskameras für innen und außen) wie die Arlo Go und die Reolink-Varianten Go PT Plus (Testbericht) und Go 4G (Testbericht) verfügen über eine Mobilfunkschnittstelle und sind damit nicht von einem WLAN-Netz abhängig. Anwender können solche Modelle zur Überwachung von Objekten verwenden, die weder über WLAN- noch über eine Kabel-Netzwerkverbindung verfügen.

Im reinen LTE-Betrieb sollten Anwender allerdings nach günstigen IoT-Tarifen Ausschau halten, da vor allem das Livestreaming hohe Datenmengen erzeugt: Die Live-Übertragung von einer Stunde benötigt je nach Qualität zwischen 1 und 2 GByte. Vodafone hat etwa eine Volumen-unabhängige V-SIM bei einer 24-monatigen Laufzeit für 3,99 Euro monatlich im Angebot. Alternativ gibt es einen monatlich kündbaren Tarif für 4,99 Euro. So muss man nicht auf SIMs mit teuren Volumentarifen ausweichen.

Eine noch größere Flexibilität bieten Überwachungskameras, die Kontakt zur Außenwelt über eine WLAN- oder über eine Mobilfunkverbindung aufnehmen können. Ein solches Modell ist die Arlo Go 2.

Die Arlo Go 2 misst 86 × 64,2 × 120 mm, wiegt 490 Gramm, ist wetterfest nach IP65 und laut Hersteller im Temperaturbereich von -20° bis 45° Celsius einsatzbereit. Sie ist mit einem 13.000 mAh starken Lithium-Ionen-Akku (3,6 Volt, 46,8 Wh) ausgestattet, dessen Laufzeit sich mit einem für knapp 70 Euro erhältlichen Solarpanel verlängert. Die Akkulaufzeit beträgt im Durchschnitt laut Hersteller bis zu vier Monate, ist aber wie üblich abhängig von verschiedenen Parametern wie Temperatur, Alarmhäufigkeit und Mobilfunknutzung.

Der Lieferumfang umfasst neben der Kamera noch eine Halterung, Ladekabel sowie Montagematerial wie Schrauben und Dübel.

Nach dem Einsetzen des Akkus kann man die Arlo Go 2 mit der App einrichten. Hierfür ist ein Konto erforderlich. Die am Rand des Batteriefachs befindlichen Slots für Nano-SIM und microSD-Karte können für die Inbetriebnahme leer bleiben, da die Arlo über ein 2,4-GHz-WLAN eingerichtet werden kann und sie Videos zudem in der Cloud speichert. Den dafür nötigen Cloud-Dienst können Anwender für drei Monate kostenlos nutzen. Danach fallen Kosten von mindestens 2,99 Euro monatlich an.

Der günstigste Arlo Secure Plan bietet einen Videospeicher für Aufnahmen der letzten 30 Tage, individuelle Benachrichtigungen, Personen-, Fahrzeug- und Tiererkennung, Aktivitätszonen, Notfallkontakt und Diebstahlersatz für eine Kamera. Sind mehrere Arlo-Geräte im Einsatz, erhöht sich der Preis auf 9,99 Euro im Monat. Wer darüber hinaus noch Überwachungskameras mit 4K von Arlo verwendet und Videos auch in dieser Auflösung in der Cloud speichern möchte, zahlt monatlich 14,99 Euro.

Die Einrichtung der Go 2 über die Arlo-App wird durch einen Assistenten unterstützt, der nahezu sämtliche Funktionen der Kamera erläutert. Im Test gelingt das reibungslos, dauert aber länger als die Inbetriebnahme von Modellen anderer Hersteller. Als Alternative zur App können Anwender unter my.arlo.com auch am Desktop die Kameras steuern. Das ist beim Umfang der Möglichkeiten auch deutlich angenehmer als mit dem Handy. Alternative Apps können Anwender für das Betrachten des Livestreams wegen fehlender Unterstützung für ONVIF und RTSP hingegen nicht verwenden.

Fragen zu Einrichtung und Betrieb der Arlo beantworten das ausgezeichnete Handbuch (PDF) sowie zahlreiche Beiträge im Support-Bereich des Herstellers.

Die Einstellungsmöglichkeiten für Alarme und Benachrichtigungen lassen bei aktiviertem Cloud-Abo keine Wünsche offen. Die Kamera unterscheidet dann zwischen Bewegungen von Personen, Fahrzeugen, Tieren und anderen Ereignissen. Zudem lässt sich die Alarmfunktion auf vom Nutzer spezifizierte Aktivitätsbereiche festlegen. Fehlalarme waren im Test keine zu beobachten.

Eine in den Kameras integrierte und bis zu 80 dB laute Sirene können Anwender selbst auslösen oder so einstellen, dass sie automatisch Alarm schlägt, wenn eine Bewegung erkannt wird. Und auch Geofencing unterstützt die Kamera, sodass die Kameraüberwachung automatisch aktiviert wird, sobald man sein Zuhause verlässt. Unter Modus können Anwender das Verhalten der Kamera mit den Optionen Aktiviert, Deaktiviert, Zeitplan und Geofencing steuern.

Mit der Unterstützung von Amazon Alexa, Google Assistant, IFTTT und Samsung Smartthings bietet die Arlo Go 2 mehr Optionen für die Integration in ein Smart-Home-System als viele andere Überwachungskameras. Apple Homekit unterstützt sie allerdings nicht, da sie anders als etwa die Ultra 2 nicht über die dafür nötige Basisstation angebunden ist.

Die Einbindung in die verschiedenen Systeme ist dabei besonders gut gelungen. So wird etwa unter Google Home der Videostream der Kameras auch in der mobilen App dargestellt, während bei Überwachungskameras anderer Hersteller die Ausgabe nur auf einem Smart Display wie Nest Hub möglich ist.

Die Arlo Go 2 bietet einen für Überwachungskameras typischen Blickwinkel von 130 Grad. Die Qualität der Aufnahmen ist für eine Kamera mit annähernd Full-HD gut. Videos nimmt die Arlo Go 2 allerdings nur in H.264 auf und verzichtet damit auf den höherwertigen Codec HEVC alias H.265. Die Videoauflösung liegt mit 1904 x 1072 Pixeln leicht unterhalb der Full-HD-Spezifikation. Mit 24 fps bietet sie aber ein flüssigeres Bild als viele andere Überwachungskameras, die Videos meist nur mit 15 fps aufzeichnen.

Anders als bei Arlo-Kameras mit 4K-Auflösung wie der Ultra 2 (Testbericht) profitieren Anwender nicht so stark von der integrierten 12-fach-Zoom-Funktion, weil Details ab der Zoom-Stufe 4 wegen der geringeren Auflösung der Arlo Go 2 verloren gehen. Das Zoomen ist per Zwei-Finger-Geste möglich und wird durch die Anzeige der aktuellen Zoom-Stufe unterstützt.

Die Gegensprechfunktion weiß durch einen klaren und geräuscharmen Ton zu überzeugen. Die farbige Nachtsicht funktioniert in Verbindung mit der integrierten LED-Leuchte, die maximal eine Helligkeit von 850 Lumen bietet. Ohne zusätzliche Beleuchtung sind Nachtaufnahmen auch bei der Arlo Go 2 lediglich schwarz-weiß. Im direkten Vergleich zur Eufy Solocam L20 ist die Nachtsicht generell weniger hell, sodass weiter entfernte Objekte nicht so deutlich erscheinen wie mit der Eufy (siehe Bilder).

Bis das Video auf dem Handy oder einem Smart Display wie Echo Show 8 oder Google Nest Hub gelangt, vergehen im Test etwa fünf bis sechs Sekunden. Das gelingt etwa der Eufy Cam 2 (Testbericht) mit zwei bis drei Sekunden Verzögerung auf dem Smartphone schneller. Dafür dauert es mit der Eufy deutlich länger, bis der Kamera-Stream auf einem Smart Display landet.

Ansonsten reagiert die App im Zusammenspiel teilweise träge. Das bemerken Anwender, wenn sie etwa Aktivitätszonen festlegen oder den Standort der Kamera über das integrierten GPS-Modul herausfinden möchten. Bei letzterem teilt die App lapidar mit: „Kann bis zu 24 Stunden dauern“ (siehe auch Bildergalerie). Auch beim Ein- und Ausschalten von WLAN müssen Anwender Geduld aufbringen. Oft dauert es bis zu einer Minute, bis eine Reaktion erfolgt. Und die ist nicht immer erfreulich: In der App erscheint die Kamera öfter als „offline“, obwohl sie noch Bewegungen erkennt und die App entsprechende Pushnachrichten verschickt.

Arlo verlangt für die Go 2 knapp 330 Euro. Für die lokale Speicherung sind zusätzliche Kosten für eine microSD-Karte einzukalkulieren. Wer die Kamera mit allen Funktionen nach der dreimonatigen kostenlosen Cloud-Testphase weiterverwenden möchte, muss monatlich mindestens 2,99 Euro für den Arlo Secure Plan bezahlen. Sind mehrere Arlo-Kameras im Einsatz, steigt der Preis auf 9,99 Euro.

Als eine der wenigen Überwachungskameras unterstützt die Arlo Go 2 WLAN und Mobilfunk. Damit ist sie hinsichtlich der Standortwahl deutlich flexibler als andere Modelle, die entweder nur Mobilfunk oder WLAN unterstützen. Sollte das WLAN-Netz etwa nach einem Stromausfall oder aus einem anderen Grund nicht zur Verfügung stehen, kann sie als Ersatz das Mobilfunknetz zur Übermittlung von Warnungen nutzen. Für die Kamera sprechen außerdem die mithilfe des 850 Lumen starken LED-Spotlights realisierte farbige Nachtsicht, die gute Integration in Smart-Home-Systeme, das tolle Handbuch, die nützlichen FAQs, der austauschbare Akku und die Möglichkeit, sie über die Web-App bequem vom Desktop aus zu steuern.

Doch nun kommt ein für viele Anwender starkes „Aber“. Die Arlo bietet die volle Funktionalität nur in Verbindung mit einem kostenpflichtigen Cloud-Abo (Arlo Secure Plan). Wer also Wert auf einen Cloud-Videospeicher, individuelle Benachrichtigungseinstellungen, Bewegungserkennung differenziert nach Erkennung von Personen, Fahrzeugen, Tieren und Paketen, sowie Aktivitätszonen und Notfallkontakte legt, muss monatliche Kosten einplanen (siehe Preise). Die teilweise träge Reaktionszeit und die im Vergleich zur Konkurrenz weniger helle Nachtsicht sind weitere Kritikpunkte.

Wer auf der Suche nach Überwachungskameras ohne kostenpflichtige Abo-Dienste ist, findet in unserer Themenwelt Überwachungskameras weitere nützliche Informationen. Eine gute erste Anlaufstelle ist der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentieren die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro. Zuletzt haben wir außerdem einen Ratgeber zu Überwachungskameras mit Beleuchtung veröffentlicht und entsprechende Modelle wie die Ezviz LC3 (Testbericht) und die Eufy Floodlight Cam 2 Pro (Testbericht) getestet.

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