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Apple iPad Air 4
Pro und Contra
  • tolles Retina-Display
  • starke Performance – auch fürs Gaming
  • hervorragende Verarbeitung und Ausstattung 
  • Top-Tablets von Samsung sind dünner und leichter
  • Display arbeitet nur mit 60 Hz
  • 4.5

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Mit der CPU-Power des iPhone 12 bietet das iPad Air 4 starke Leistung in einem schlanken Gehäuse. Wir haben das Allrounder-Tablet von Apple getestet.

Das iPad Air ist mittlerweile in der vierten Generation auf dem Markt. Es schließt die Lücke zwischen den hochpreisigen Modellen der iPad-Pro-Reihe und dem iPad 10.2. Verglichen mit dem „gewöhnlichen“ Apple-Tablet ist das neue iPad Air dünner, leichter und schneller. Es verfügt über den starken Apple A14 Bionic aus dem iPhone 12 Pro (Testbericht).

Apple spricht damit Käufer an, denen das iPad Pro 11 und das iPad Pro 12.9 (Testbericht) zu teuer sind, die aber mehr Leistung sowie ein schlankeres Gehäuse suchen. Wir haben das iPad Air 4 ausführlich getestet und zeigen im Testbericht, wie gut es ist.

Weitere Alternativen von preiswert bis hochpreisig auch abseits von Apple-Geräten finden sich in unserer Kaufberatung: Was darf ein gutes Tablet kosten?

Das Äußere des iPad Air 4 orientiert sich am iPad Pro 11. Die Abmessungen beider Apple-Geräte stimmen nahezu überein. Das Apple iPad Air 2020 ist mit einer Bauhöhe von 6,1 Millimetern deutlich schlanker als das iPad 10.2. Allerdings gehört es damit nicht zu den dünnsten Geräten auf dem Markt. Das iPad Pro 11 ist 5,9 Millimeter dick, das Samsung Galaxy Tab S6 (Testbericht) 5,7 Millimeter und das Samsung Galaxy Tab S5e (Testbericht) sogar nur 5,5 Millimeter. Mit einem Gewicht von 460 Gramm ist das neuen Apple iPad Air aber nicht gerade ein Leichtgewicht. Das Samsung Galaxy Tab S5e (Testbericht) wiegt zum Beispiel nur knapp 400 Gramm.

Durch den Verzicht auf den Home-Button bietet das iPad Air 4 mehr Display-Fläche im Verhältnis zur Gehäusegröße. Die „Screen-to-Body-Ratio“ beläuft sich jetzt auf 81 Prozent im Gegensatz zu 74 Prozent beim „klassischen“ iPad. Der Bildschirm mit einer Diagonale von 10,9 Zoll (ca. 28 Zentimeter) nutzt das von den Pro-Modellen bekannte Format von 4,3:3 – beim iPad 10.2 sind es 4:3. Das bietet Vorteile beim Arbeiten und der Nutzung im Hochformat, hat aber Nachteile beim Konsum von Filmen und Serien sowie Spielen. Dazu später mehr.

Ebenfalls vom iPad Pro inspiriert ist die Bauform. So ist der Übergang von Display zum seitlichen Rand des Gehäuses aus Aluminium nicht mehr so stark abgerundet wie beim iPad 10.2, sondern sehr kantig – nahezu rechteckig. Das verleiht dem Apple iPad Air eine solide Ernsthaftigkeit. Die Fotokamera ist im Displayrand untergebracht. Die Linse der Hauptkamera ragt auf der Rückseite um 2 Millimeter heraus.

Rechts oben auf der kurzen Seite befindet sich der Power-Button mit Fingerabdruckscanner für Touch ID. Statt einer Schaltwippe hat das iPad Air zwei Knöpfe jeweils für lauter und leiser. Die Verarbeitung ist absolut tadellos – anders würde man es von Apple aber nicht erwarten. Der Druckpunkt der Knöpfe ist solide und stabil, Spaltmaße fallen minimal aus.

Das iPad Air 4 setzt auf ein IPS-Display mit LC-Technik und einer Diagonale von 10,9 Zoll (ca. 28 Zentimeter). Das sind 0,7 Zoll (1,78 Zentimeter) mehr als beim iPad 10.2. OLED-Displays finden sich bei den Apple-Geräten dieser Kategorie bisher nicht, die Modelle der Pro-Reihe nutzen Mini-LED-Technik. Der Bildschirm des iPad Air 2020 bietet ausgeprägte Kontraste und satte Farben bei einer hervorragenden Blickwinkelstabilität. Das iPad Air deckt den DCI-P3-Farbraum ab, was für eine kräftige Farbdarstellung sorgt.

Mit einer Auflösung von 2360 x 1640 Pixeln erreicht es eine Pixeldichte von 264 pixel per inch (ppi). Noch schärfer sind nur das Huawei MatePad 11 (Testbericht) mit 276 ppi sowie das Samsung Galaxy Tab S5e (Testbericht) und das Samsung Galaxy Tab S6 (Testbericht) mit jeweils 288 ppi. Auf den ersten Blick ist das verglichen mit einem Smartphone wenig. Das iPhone 12 Pro (Testbericht) bietet hier 475 ppi. Die Pixeldichte setzt die Auflösung und Displaygröße in ein Verhältnis zueinander. Bei gleicher Auflösung ist die Pixeldichte auf einem größeren Bildschirm geringer. Deshalb spielt der Betrachtungsabstand eine ebenfalls große Rolle. Der Nutzer hält das Tablet wegen seiner Größe im Schnitt weiter entfernt von den Augen. Deshalb fällt die im Vergleich zu einem Handy geringere Pixeldichte weniger auf.

Die Wiedergabe von Inhalten aus Netflix in Full HD klappt tadellos, was dem bei allen iOS-Geräten vorhanden Zertifikat für Widevine Level 1 zu verdanken ist. Mehr zu dem Thema erklären wir im Ratgeber Streaming: Die besten Tablets für Netflix und Co. ab 100 Euro. Das Bildschirmformat von 4,3:3 offenbart seine Stärken beim Arbeiten oder Surfen. So bleibt das iPad Air auch im Hochformat sinnvoll einsetzbar, etwa zum Lesen eines E-Books. Wer schon mal ein Android-Gerät mit 16:9 hochkant genutzt hat, dürfte das Problem kennen. Auf der anderen Seite hat dieses Format Nachteile beim Schauen von Filmen oder Serien. Hier schränkt ein schwarzer Rand das Breitbildformat ein. Auch Spiele wirken etwas „eingedrückt“ bei 4,3:3.

Laut unseren Messungen fällt die maximale Helligkeit mit 490 cd/m² hoch aus. Das bedeutet, dass man es noch einwandfrei im Freien bei Tageslicht ablesen kann. Noch heller sind nur iPad Pro 11 und iPad Pro 12.9 (Testbericht) mit fast 600 cd/m². Allerdings neigt auch die Anzeige des iPad Air 4 zum Spiegeln. Wenn die Sonne direkt draufknallt, schränkt das die Ablesbarkeit ein. Das macht sich besonders bei Video-Clips mit dunklem Hintergrund bemerkbar, weniger bei Texten. Besser macht es aber kaum ein anderes Gerät.

Die Bildwiederholfrequenz beim iPad Air liegt allerdings nur bei 60 Hz. Displays mit höherer Frequenz bieten ein flüssigeres Bild beim Scrollen oder bei Spielen. 120 Hz bleiben den iPad-Pro-Geräten sowie dem Huawei MatePad 11 (Testbericht) oder Samsung Galaxy Tab S7+ (Testbericht) vorbehalten.

Warum jemand ausgerechnet mit einem Apple iPad Fotos schießen sollte, erschließt sich uns nicht ganz. Beim iPad Air klappt das aber so gut wie bei fast keinem anderen Gerät dieser Klasse.

Die Hauptkamera verfügt über ein Weitwinkelobjektiv mit 12 Megapixel und f/1.8-Blende sowie einen Autofokus und automatische Bildstabilisierung. Das sorgt für gelungene Fotoaufnahmen mit satten Farben und guten Kontrasten. Die Bilddetails könnten etwas höher ausfallen – hier haben Top-Smartphones im Vergleich die Nase vorn. Videoaufnahmen sind mit bis zu 4K bei 60 fps möglich und kommen dank Bildstabilisierung ohne lästiges Wackeln aus. Ein Blitzlicht gibt es aber nicht.

Die Frontkamera bietet eine Auflösung von 7 Megapixel und einer f/2.2-Blende. Selfies sehen damit tadellos aus. Videochats über FaceTime, Skype oder Teams sind in Full HD möglich und bieten ebenfalls eine ausgezeichnete Bildqualität. Eine Gesichtserkennung gibt es beim iPad Air 4 nicht.

Für genügend Rechenleistung sorgt im Apple iPad Air 4 der A14 Bionic mit integrierter GPU. Der Bionic Chip stammt aus dem iPhone 12, dem iPhone 12 Mini, dem iPhone 12 Pro (Testbericht) sowie dem iPhone 12 Pro Max. Die CPU sorgt für eine äußerst beachtliche Leistung. Der Antutu-Score liegt bei über 640.000 Punkten. Nur die Modelle der Pro-Reihe mit M1-Prozessor sind noch mal 40 Prozent schneller. Unter den Android-Tablets kann in Sachen Performance höchstens das Samsung Galaxy Tab S7 sowie das teure Samsung Galaxy Tab S7+ (Testbericht) annähernd mithalten. Beim Benchmark-Test „Wildlife“ von 3Dmark erreichen wir über 8900 Punkte – das ist ein starker Wert. Das ebenfalls leistungsfähige Huawei MatePad 11 (Testbericht) schafft bei diesem Benchmark dagegen nur 3800 Punkte. Das macht das iPad Air zu einer vollwertigen Gaming-Maschine. Spiele wie Asphalt 9 Legends laufen flüssig und ohne Ruckeln.

Der Arbeitsspeicher fällt mit 4 GByte überschaubar aus im Vergleich zu Android-Tablets in dieser Preisklasse. Allerdings ist Apples iPadOS – die Tablet-Version von iOS – genaustens auf die Hardware abgestimmt. Dadurch läuft das Betriebssystem effizient und extrem flüssig. Der interne Speicher beläuft sich je nach Version auf 64 oder 256 GByte. Eine der größten Neuerungen: Der Touch-ID-Sensor für Fingerabdrücke im Ein/Ausschalter. In Zeiten von FFP2-Masken deutlich praktischer als Gesichtserkennung per Face ID. Mittels Touch ID entsperren Nutzer das iPad Air oder authentifizieren App-Käufe im App Store.

Die vier Lautsprecher bieten einen beeindruckenden Stereo-Klang mit ausgewogenen Tiefen, Mitten und Höhen. Bedingt durch die Bauart fehlt es beim Musikhören an Volumen. Für Filme, Serien oder Spiele sind die Stereo-Lautsprecher aber mehr als ausreichend. Allerdings neigt man dazu, die Lautsprecher beim Halten mit den Händen abzudecken. Erfreulicherweise verfügt das neue iPad Air über einen USB-C-Anschluss mit USB 3.2 (Gen 1) und verzichtet damit auf proprietäre Apple-Standards wie den Lightning-Anschluss beim iPad 10.2. Wer sein Ladegerät vergessen hat, kann es mit jedem anderen Netzteil mit Type-C aufladen. Einen Klinkenstecker für Kopfhörer gibt es aber nicht – ebenso wenig einen Adapter für den USB-C-Anschluss.

Der integrierte Smart Connector erlaubt die Nutzung von Tastaturen. Das Gerät unterstützt zudem den Apple Pencil der 2. Generation, der aber nicht zum Lieferumfang gehört. Für kabellose Verbindungen arbeitet das iPad-Modell mit modernsten Standards wie WiFi-6 oder Bluetooth 5.0. Das iPad Air 4 gibt es zudem in einer Variante für LTE über eine Nano-SIM oder eSIM. Darüber hinaus sind GPS sowie ein Beschleunigungssensor integriert.

Apple liefert das Apple iPad Air 2020 mit iPadOS 14.2 aus – ein Update auf die aktuelle Version iPadOS 14.7.1 steht direkt zum Download bereit. Erfahrungsgemäß sorgt das Unternehmen aus Cupertino für zeitnahe sowie regelmäßige System- und Sicherheitsupdates.

Der Lithium-Polymer-Akku des iPad Air 4 bietet eine Kapazität von 28,6 Wh. Das entspricht etwa 7600 mAh. Apple gibt eine Akkulaufzeit von rund 10 Stunden an. Das ist ein guter Wert, setzt aber keine neuen Maßstäbe im Vergleich zur Android-Konkurrenz.

Die Wiedergabe eines 10 Stunden langen YouTube-Videos bei einer mittleren Helligkeit von 200 cd/m² schaffte das Apple iPad Air mit einer Akku-Ladung. Wie lange das iPad Air im Alltag wirklich durchhält, hängt von der Nutzung ab. Bei hoher Bildschirmhelligkeit, starker Auslastung und permanenter Internetnutzung ist nach wenigen Stunden Schluss. Im Stand-by-Modus bei gelegentlicher Nutzung hält es fast eine Woche durch, bevor es wieder ans Netz muss. Der Ladevorgang gestaltet sich recht flott. Das USB-C-Netzteil mit 20 Watt lädt das iPad Air in knapp über 2 Stunden auf.

Apple bietet das iPad Air 4 in den Farben Silber, Sky Blau, Roségold, Space Grau und Grün. Die UVP fällt mit 650 Euro recht üppig aus. Es gibt aber Angebote für das Apple iPad Air 2020 mit 64 GByte ab 550 Euro. Mit LTE sind dann mindestens 650 Euro fällig. Die Variante mit 256 GByte kostet 700 Euro aufwärts – mit LTE 800 Euro.

Eine sinnvolle Ergänzung ist der Stylus Apple Pencil der 2. Generation ab 120 Euro (UVP: 135 Euro). Die Anstecktastatur Smart Keyboard Folio kostet mindestens 187 Euro (UVP: 200 Euro). Günstiger ist die iPad-Tastatur von Logitech für 120 Euro. Die Schutzhülle Smart Folio gibt es ab 67 Euro. Schutzhüllen von Drittanbietern bekommt man bereits für unter 20 Euro. Praktisch ist zudem ein Adapter von USB-C auf 3,5-Millimeter-Klinke für 10 Euro.

Das iPad Air 4 überzeugt als Gerät der gehobenen Mittelklasse mit Pro-Features sowie einem sehr flotten Prozessor, einem schlanken und edlen Gehäuse, guter Ausstattung sowie einem tollen und hellen Display. Obwohl der Bildschirm noch mit 60 Hz arbeitet, gehört es zu den aktuell besten Alleskönnern mit ausgesprochenen Gaming-Eigenschaften. Der Preis ab 550 Euro ist noch vertretbar – wer das Geld hat, macht hier nichts falsch.

Wer den Wurm im Apfel suchen und finden möchte: Das neue Apple iPad Air 2020 ist weder das dünnste noch das leichteste Tablet in dieser Größe. Wer ein noch schlankeres Gerät sucht, sollte einen Blick auf das Samsung Galaxy Tab S5e (Testbericht) und Samsung Galaxy Tab S6 (Testbericht) werfen. Hier bekommen Käufer dann ein noch schärferes OLED-Display. Ansonsten geht es kaum besser, aber mit Verzicht spürbar günstiger. Wer auf Google-Dienste oder Apps amerikanischer Anbieter verzichten kann, bekommt mit dem Huawei MatePad 11 (Testbericht) ein ebenfalls leistungsfähiges Gerät mit tollem Bildschirm ab 400 Euro.

Einen guten Gesamtüberblick bieten wir darüber hinaus in unserer Kaufberatung Tablet: Was darf ein gutes Tablet kosten?

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