Anycubic Photon M3 Premium im Test: Großer SLA-Drucker mit 8K-Auflösung

Anycubic Photon M3 Premium
Pro und Contra
  • hohe Druckqualität und Genauigkeit
  • riesige Resin-Wanne
  • effiziente Luftreinigung
  • XL-Bauraum
  • WLAN-Verbindung und Cloud-Anbindung erst ab 2023
  • Probleme bei der Reinigung von großen, massiven Objekten
  • 4.5

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Hoch detaillierte Drucke in 8K-Auflösung, überarbeitete Belichtungstechnik, intelligente Druckerüberwachung, doppelte Luftreinigungsanlage – Anycubic’s neues Flaggschiff, der SLA-Drucker Photon M3 Premium hat es in sich. Wir haben den XL-Resin-Drucker getestet.

Anycubic hat jetzt als letzter der großen chinesischen Hersteller von 3D-Druckern auch einen Resin-Drucker mit 8K-Auflösung herausgebracht. Neben der hohen Auflösung verfügt das Gerät über überdurchschnittlich großen Bauraum und eine integrierte Luftreinigung. Ab heute ist der Photon M3 Premium im Herstellershop verfügbar.

Wie sich der neue SLA-Drucker von Anycubic in der Praxis schlägt, haben wir im Einzeltest ausprobiert.

Fangen wir bei dem wichtigsten Merkmal an – dem Mono-Display mit 8K-Auflösung. Zur Information, 8K bedeutet lediglich, dass ein Display eine horizontale Auflösung von mindestens 8000 Pixeln hat. Für Marketingmaßnahmen klingt 8K-Auflösung hervorragend, die Angabe lässt aber nur vage Rückschlüsse auf die tatsächliche Druckgenauigkeit zu. Dies haben wir genauer im Einzeltest des Elegoo Mars 3 erklärt, ein kleiner Drucker mit einer enorm hohen Auflösung.

Das 10 Zoll (25,4 cm) große Mono-Display des Photon M3 Premium bietet 7680 × 4320 Pixel, da war Anycubic also schon mal sehr großzügig bei der Definition von 8K. Die anderen Hersteller nehmen es hier allerdings ebenso wenig genau. Eine viel exaktere Aussage zur tatsächlichen Druckgenauigkeit bietet die horizontale XY-Auflösung, welche die Pixel in Relation zur Display-Größe setzt. Sie sagt aus, wie groß ein einzelnes Pixel ist. Bei dem Photon M3 Premium liegt die XY-Pixelauflösung bei 0,029 mm.

Der Druckbereich des Photon M3 Premium hat eine Grundfläche von 219 × 123 mm und eine maximale Höhe von 250 mm. Die Druckgröße ist also mit den 8K-Geräten von Elegoo und Phronzen vergleichbar und deutlich größer als bei Standard-SLA-Druckern.

Als Lichtquelle kommt die weiterentwickelte Lichttechnik LighTurbo 2.0 zum Einsatz. Deren Vorgängerversion LighTurbo 1.0 besteht noch aus in einem Raster angeordneten LCD-Perlen mit Fresnellinsen. Diese Matrix ist parallel zum Mono-Display ausgerichtet und befindet sich direkt unter der Anzeige. Der große Vorteil dieser Lichtquelle ist die starke Leistung von 6.500 uw/c㎡. Sie ermöglicht sehr kurze Belichtungszeiten. Nachteil ist eine ungleichmäßigere Belichtungsintensität. Durch einen kurzen Lichtweg von Fresnellinse zum Display ist die Kollimation zwar gering, aber durch die Vielzahl an Linsen und deren Fertigungsungenauigkeiten trotzdem gegeben. Resultate sind ungenauere Drucke. Wir sprechen hier allerdings von Abweichungen im Zehntel-Millimeter-Bereich und noch kleiner. Zusätzlich entsteht bei der parallelen Lichtmatrix eine hohe Abwärme, die das Mono-Display beschädigen kann. Auch verschleißt es im Dauereinsatz schneller.

Das neue System LighTurbo 2.0 soll laut Anycubic viele dieser Probleme lösen. Die integrale Lichtquelle besteht jetzt aus Kombination aus COB-Lichtquelle, einem Hohlspiegel und einem integrierten Kühlsystem. Das System erhöht die Geschwindigkeit der Lüfter ab einer Temperatur von 65 Grad und schützt so die Komponenten vor Überhitzung. Das im Vergleich zum Rest der M3-Serie deutlich größere Chassis erlaubt insgesamt eine bessere Ableitung der Abwärme von Display und Lichtquelle.

Bevor wir mit Zahlen und Messwerten um uns werfen, hier unsere handfesten Beobachtungen. Ja, die Lichtquelle schaut mit dem einfachen Papieraufliege-Test (handelsübliches Kopierpapier auf den Mono-Display legen und dieses voll belichten) im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich gleichmäßiger aus. Ein Raster ist hier nicht mehr erkennbar. Der Drucker ist zudem deutlich leiser als die anderen Geräte der M3-Serie. Die Lichtdichte hat im Vergleich zur alten Belichtungsmethode aber minimal abgenommen und beträgt jetzt 4500 (±225) uw/c㎡, was in einer etwas längeren Belichtungszeit resultiert.

Der M3 Premium besitzt ebenfalls eine doppelte Linearschienenführung für die z-Achse. Bei größeren SLA-Druckern ist diese doppelte Führung inzwischen Standard, denn sie garantiert hohe Laufruhe und Genauigkeit (0,005 mm). Ein weiteres Merkmal der Photon-M3-Serie ist die sehr solide Gewindestange, an der der Arm der Bauplattform per Kugelumlaufspindel befestigt ist. Vorteile dieser Bauart sind eine noch bessere strukturelle Genauigkeit und ein minimierter Hubwiderstand der Plattform. Durch das Rollreibungsprinzip werden die Kräfte mechanisch fließender übertragen, so können höhere Druckgeschwindigkeiten gefahren werden. Die Bedienung mit dem zuverlässigen Touchscreen funktioniert dank übersichtlicher Benutzeroberfläche problemlos.

Es gibt noch zwei Auffälligkeiten. So setzt Anycubic beim M3 Premium nicht mehr auf sein automatisches Resin-Nachfüll-System. Stattdessen hat der Hersteller dem Drucker eine riesige Resin-Wanne mit 60 Prozent größerem Fassungsvermögen verpasst. Statt 810 ml passen nun satte 1350 ml hinein. Eine einfache, aber effiziente Lösung, um den hohen Resin-Verbrauch bei großen Modellen zu decken. Lästiges Nachfüllen während des Druckens fällt ebenso weg, wie das wartungsintensive Autofill-System für das Resin. Auch die FEP-Folie hat Anycubic beim M3 Premium überarbeitet. Die neue Folie soll laut Hersteller ein leichteres Ablösen der belichteten Schichten ermöglichen. Nach unseren Testdrucken mit mehr als 20.000 Belichtungsvorgängen macht die Folie noch immer einen einwandfreien Eindruck.

Zu guter Letzt denkt Anycubic beim M3 Premium auch die Gesundheit. Der Hersteller hat jetzt mit Elegoo gleichgezogen und das Problem des Harzgeruches während des Druckens in Angriff genommen. Nach dem Motto viel hilft viel, hat der Hersteller gleich zwei Luftreiniger beigepackt. Den Strom beziehen die beiden Module per USB-Anschluss. Die eingebauten Lüfter saugen die mit Harzgeruch getränkte Luft aus dem Drucker und geben sie durch einen etwa 2 cm dicken Kohleblock nach außen ab. Der empfindliche und leicht zerbrechliche Block kann, wenn er gesättigt ist, bequem ausgetauscht werden. Laut Hersteller sollen so bis zu 80 Prozent des Harzgeruches eingefangen werden und tatsächlich haben wir bei unseren Tests fast keinen Harzgeruch mehr wahrnehmen können. So ausgestattet, macht der Photon M3 Premium auch innerhalb der Wohnung eine gute Figur. Die Zeiten, in denen die SLA-Drucker wegen des Gestanks in Keller und Garage verbannt wurden, sind somit endlich überstanden.

Anders als bei den meisten FDM-Druckern ist bei SLA-Druckern kein Zusammenbau nötig, die Geräte werden fertig montiert geliefert. Letztlich müssen nur die Transportsicherungen entfernt, das Netzteil verbunden und die Bauplattform ausgerichtet werden. Das Ausrichten, plan zur Bauplattform, funktioniert problemlos mit dem mitgelieferten Leveling-Paper. Nun nur noch die Home-Position (z= 0) bestätigen, die Resin-Wanne einsetzen, das Harz einfüllen und schon ist der Photon M3 Premium einsatzbereit.

Die Bedienung mit dem zuverlässigen Touchscreen funktioniert dank übersichtlicher Benutzeroberfläche problemlos. Zur Vorbereitung der 3D-Modelle nutzen wir während der Tests die Programme Litchi-Slicer und Chitubox.

Der Photon M3 Premium ist in der Lage, hochauflösende Drucke mit viel Detailreichtum zu realisieren. Die integrale COB-Lichtquelle und das hochauflösende Mono-Display ermöglichen eine sehr genaue Lichtsteuerung und in Kombination mit der neuen FEP-Folie können so sehr feine Druckstrukturen umsetzt werden.

Wir haben noch vor knapp einem Jahr unser Modell der Notre Dame mit einem 2K-SLA-Drucker, dem Creality Halot One in einer Größe von 6 cm gedruckt und waren damit voll zufrieden. Vor einem halben Jahr druckte der Anycubic Photon M3 Plus die Kathedrale perfekt, dann aber schon deutlich kleiner und hochauflösender. Wir hatten damals die Geländer und Balustraden mit einer Dicke zwischen 0,1-0,34 mm vermessen. Nun hat der Photon M3 Premium die Kathedrale sogar mit einer Gesamtgröße vor nur 1,5 cm sauber gedruckt. Das sind gerade noch 15 % der Ausgangsgröße. Selbst plan gedruckte Höhenreliefs sind hier hervorragend umgesetzt. Die Druckoberfläche von amorphen Oberflächen erscheint uns samtig glatt. Einzelne Layer sind mit dem Auge gerade noch wahrnehmbar, aber leider konnten wir das mit unseren Kameras nicht richtig wieder gegeben, was zugegebenermaßen für die hohe Qualität spricht.

Diesen hohen Detailgrad verdankt der Photon M3 Premium seinen drei wesentlichen Erneuerungen: der Verringerung der XY-Pixelauflösung von 0,034 µm auf 0,0285 µm, der neuen FEP-Folie und der überarbeiteten Lichtquelle.

Ein Manko, welches uns noch Rätsel aufgibt, sind Druckfehler bei den ersten Zentimetern von massiven Objekten. Dort gibt es anscheinend Streulicht, welches eine Art Schleim erzeugt und somit die Reinigung der fertigen Objekte erschwert. Wir hoffen das Anycubic bei diesem Detail mit einem Firmware Update nachbessert.

Der Anycubic Photon M3 Premium ist ab jetzt im Online-Shop des Herstellers verfügbar. Der Preis von 650 bis 700 Euro ist zwar hoch, hinsichtlich der hervorragenden Druckqualität und dem riesigen Bauraum aber gerechtfertigt.

Wer den Anycubic Photon M3 Premium kauft, bekommt einen zuverlässigen Großraum-SLA-Drucker mit extrem hoher Druckauflösung und vielen kleinen Verbesserungen gegenüber den anderen M3-Modellen. Die neue Lichtquelle arbeitet verschleißarmer, die Luftreiniger stellen eine gesündere Arbeitsumgebung sicher, die große Resin-Wanne ermöglicht Drucken ohne lästiges Nachfüllen. Abgerundet wird das Paket durch die hochwertige Verarbeitung, das verbesserte Produktdesign und die ausbaufähige WLAN-Anbindung (Cloud Anbindung soll im ersten Quartal 2023 kommen).

Wer auch mit kleinem Bauraum klarkommt, der kann aber auch deutlich weniger investieren, um tolle Ergebnisse zu erzielen. Hier kommen etwa die günstigen Drucker Creality Halot One Plus (Testbericht) oder Anycubic Photon D2 (Testbericht) infrage. Wer sich für Drucker mit Cloud-Anbindung interessiert, sollte sich unseren Einzeltest des FDM-Druckers Anycubic Kobra Max (Testbericht) ansehen. Hier hat der Hersteller die Cloud-Integration bereits eindrucksvoll realisiert.

Weitere Einzel- und Vergleichstests und allgemeine Ratgeber finden sich in unserer Themenwelt 3D-Drucker. Einsteiger starten am besten mit unserem Ratgeber Grundwissen 3D-Drucker: Alle wichtigen Informationen für den Einstieg.

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