Anycubic Photon M3 Max im Test: Harz-3D-Drucker mit XXL-Bauraum und Auto-Fill

Anycubic M3 Max
Pro und Contra
  • riesiger Bauraum
  • Auto-Filler-System
  • günstig
  • schwierig zu Leveln
  • nur mittlere Geschwindigkeit
  • kein RERF-Test
  • 4.5

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Das 3D-Drucken mit flüssigem Harz gewinnt an Größe – Mit dem Anycubic Photon M3 Max sind Modelle bis zu einer Größe von 300 x 298 x 164 mm möglich. TechStage hat den XL-Drucker getestet.

Der Photon M3 Max hat nicht nur einen enorm vergrößerten Bauraum, auch bringt Anycubic mit der M3-Serie ein Auto-Resin-Filler-System (automatisches Resin-Nachfüllsystem) heraus. Zudem ist er mit der neuen Matrix-Lichtquelle von Anycubic, genannt LighTurbo, und einer neuen gefrosteten FEP-Folie für den Resin-Tank ausgestattet.

Der erste XL-Resin-Drucker von Anycubic überbietet die mögliche Druckgröße der Konkurrenz um einige Millimeter. Da der Photon M3 Max seinen Konkurrenten auch im Preis unterbietet, sind das vielleicht die entscheidenden Millimeter für die Kaufentscheidung. Hat Elegoo uns erst letztes Jahr mit dem Jupiter und seinem riesigen Bauraum von 300 x 278 x 156 mm überrascht, toppt Anycubic mit dem M3 Max diesen mit satten 300 x 298 x 164 mm. Wir stellten uns in diesem Test der Frage, ob der Photon M3 Max trotz des geringeren Preises auch die bessere Wahl in Sachen Druckqualität ist.

Dieser Einzeltest gehört zu unserer Themenwelt 3D-Drucker. Hier zeigen wir Einzeltests von Filament- und Resin-Druckern, Vergleichen Filamente oder zeigen, wo es 3D-Druckvorlagen kostenlos gibt. Grundsätzliche Informationen zu 3D-Druckern bietet der Beitrag Grundwissen 3D-Drucker: Alle wichtigen Informationen für den Einstieg.

Möglich ist dieser enorme Bauraum durch das große Mono-Display mit den Abmessungen von 298 x 164 mm und einer Auflösung von 6.480 x 3.600 Pixel (7k). Dank der neuen Lichtmatrix liegt die Druckgeschwindigkeit des Photon M3 Max auf dem Niveau anderer aktueller Stereolithographie-Drucker (SLA). Und das ist bei dem meist deutlichen Größenunterschied schon bemerkenswert. Wir erzielten mit dem Photon M3 Max Belichtungszeiten zwischen zwei und drei Sekunden, vergleichbar mit dem Elegoo Saturn (Testbericht), Anycubic Mono X (Testbericht) und dem Voxelab Proxima 8.9 4K (Testbericht).

Der Photon M3 Max hat außerdem ein sogenanntes Auto-Resin-Filler-System an Bord, welches selbstständig frisches Harz nachschießt, wenn es im Resin-Tank zur Neige geht. Bei einem dem großen Bauraum geschuldet hohen Resin-Verbrauch ist das auch zwingend notwendig. Das Auto-Filler-System nimmt einem nicht nur das lästige Nachfüllen ab, es garantiert auch zuverlässig gleichbleibende Druckergebnisse, da zu schnell eingeschüttetes Resin durch den Temperaturunterschied schnell zu Druckfehlern führt.

Zudem kommt beim Photon M3 Max eine massivere Z-Spindel als etwa beim Mono X zum Einsatz, welche den doppelt gelagerten Druckarm hoch- und runterbewegt. Sie verspricht eine noch genauere Führung und hat uns schon bei dem Test des kleineren Photon M3 Plus (Testbericht) überzeugt.

Anycubic hat bei der M3-Serie auch eine neue FEP-Folie eingeführt. Es handelt sich um eine matte, gefrostete Folie. Das ist zunächst ungewohnt, nachdem bis dato nur klare Folien erhältlich sind. Diese gefrostete FEP-Folie besteht aus einer glatten Seite, welche Richtung Display zeigt und der rauen Seite, welche zur Innenseite der Wanne gewandt ist. Die Folie hat uns beim Test des M3 Plus positiv überrascht und wurde dann auch direkt für alle anderen Drucker von uns bestellt. Im Vergleich zu den glatten Folien lösen sich die Drucke definitiv leichter ab und ermöglichen nahezu fehlerfreie Drucke von hoch filigranen Bauteilen.

Die neue Lichtquellen-Matrix LighTurbo ist auch beim Photon M3 Max verbaut, doch hat diese bedingt durch den größeren Mono-Display nicht dieselbe Lichtintensität wie beim M3 Plus. Der bietet eine Lichtintensität von maximal 44,395 Lux, während der M3 Max lediglich auf 23,905 Lux, also knapp die Hälfte, kommt. Das wirkt sich auch bei den Belichtungszeiten ab, die im Test zwischen 2,5 und 2,9 Sekunden liegen. Im Vergleich zu dem Photon M3 Plus eine knappe Sekunde länger und trotzdem noch im Rahmen.

Der Aufbau der Menüführung per Touchscreen ist eins zu eins vom Photon Mono X übernommen. Sie bietet etwa das Exposure-Button-Menu, mit dem der Resin-Tank gereinigt werden kann oder das nachträgliche Leveling, mit dem die Bauplattform hoch- und runterbewegt werden kann. Im Unterschied zum Mono X und M3 Plus gibt es hier allerdings keine Möglichkeit die UV-Stärke zu regulieren.

Bei der Software setzt Anycubic auf Ihren hauseigenen Slicer Photon Workshop. Dieser hat im Laufe der letzten Jahre definitiv an Qualität gewonnen und wir können ihn für den Start ins SLA-3D-Drucken jedem ans Herz legen. Wir arbeiten allerdings am liebsten mit der Pro-Version von Lychee Slicer. Dort gibt es mehr Einstellungsmöglichkeiten zum Aushöhlen und Stützen von 3D-Modellen.

Schade, dass der M3 Max nicht das gleich neue Touchdisplay wie der M3 Plus bekommen hat, dieses wäre noch übersichtlicher und besser strukturiert. Für den geringeren Preis verzichten wir aber auf diesen Komfort.

Die Firmware des Photon M3 Max sollte Anycubic unbedingt noch mit einem Update für den RERF-Belichtungstest auffrischen. Dieser mit dem Mono X eingeführte Test belichtet gleichzeitig acht Modelle mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. Dieses Feature zur bequemen Ermittlung der perfekten Druckeinstellungen für jedes Resin ist extrem praktisch, weswegen wir gerne immer wieder zum Mono X raten. Wir hoffen deshalb auf ein zukünftiges Firmware-Update mit Resin-Exposure-Test für den M3 Max. Anycubic hat uns allerdings mitgeteilt, dass momentan für die ersten Generationen noch kein neues Firmware-Update mit entsprechendem RERF-Test angedacht ist. Doch anscheinend arbeitet das Entwicklungsteam schon an einer Firmware mit RERF-Test für die zukünftige Druckergeneration. Wir hoffen, davon profitiert dann mittelfristig auch die erste Generation.

Bei dieser Lieferung hatten wir Mitleid mit dem Paketboten. Der Photon M3 Max kommt in einem riesigen, hüfthohen Karton. Das 21 kg schwere Monster ist in einer große Menge an Schaumstoff und einem eigens angefertigten Aluminiumrahmen gebettet. Nachdem wir den Photon M3 Max aus seinem Gefängnis befreit haben, geht es an den Aufbau. Die Einhausung ist bei dieser enormen Größe in zwei Hälften geteilt. Die hintere Abdeckung ist fest an das untere Chassis montiert, die vordere Hälfte ist abnehmbar.

Das Auto-Resin-Filler-Modul wird lediglich angesteckt und mit zwei Schrauben fixiert. Das ist schnell erledigt: Die Silikonschläuche aufstecken, in den Kanal hinter dem Druckarm durchfädeln und mit dem Resin-Flaschenaufsatz verbinden. Hierfür empfehlen wir einen Dichtungsring aus dem Baumarkt in den Deckel einzulegen. Bei den ersten Drucker-Modellen wurde dieser nicht mit ausgeliefert, so konnte nicht genügend Druck in der Resin-Flasche aufgebaut werden und dieses tropft nur seicht in die Wanne. Anycubic hat uns mitgeteilt, dass dieser Dichtungsring bei allen neueren Druckern schon nachgerüstet wurde.

Jetzt noch den riesigen Druckplattenschlitten anbringen und die Schrauben links und rechts mit dem mitgelieferten Innensechskantschlüssel für das erste Leveling lösen. Danach noch mit dem mitgelieferten Level-Paper den Abstand von Display und Bauplattform schleifend einstellen, Z=0 bestätigen und fertig. Nun noch die Schutzfolie der Resin-Wanne entfernen und auf dem Display montieren.

Kleiner Spoiler ­– wir hatten nach den ersten Drucken Haftungsprobleme durch einen unsauber gelevelten Schlitten. Der große Druckschlitten hat es uns nicht ganz einfach gemacht. Wir benötigten einigen Versuche, bis wir es geschafft hatten den Druckschlitten gleichmäßig auf die Bauplattform zu pressen und gleichzeitig alle vier Schrauben anzuziehen.

Zugegeben, wir hatten unsere Zweifel, dass bei der enormen Vergrößerung des Bauraumes auch die Qualität der Drucke gewahrt werden kann. Es ist schon einiges mehr an Gewicht, welches die Spindel hin und her schieben muss. Doch wir wurden eines Besseren belehrt. Klar braucht der große Bruder durch die längeren Belichtungszeiten und langsameren Auf- und Abwärtsbewegungen der schwereren Druckplattform länger.

Aber die Druckergebnisse sind genauso detailliert und fein wie die des M3 Plus. Wir haben mit Fusion360 mal nachgemessen, die Verstrebungen der im Test gedruckten Türme messen in ihrem minimalen Durchmesser gerade einmal 0,1 mm. Die Verstrebungen des Seitenschiffs 0,34 mm. Das sind überraschend präzise Ergebnisse. Auch die großen Drucke wie der Eiffelturm und die Vase hat der XL-Drucker problemlos gemeistert. Bis zur Spitze hin liefert der M3 Max hervorragende Druckergebnisse. Wir empfehlen das Harz von Anycubic zu verwenden – primär das Craftman-Resin mit seiner etwas höheren UV-Reaktivität hat es uns angetan.

Erfolgreiche Druckvorgänge und gute Druckergebnisse hängen von mehreren Faktoren ab. Die richtige Belichtungszeit, eine ordentlich gelevelte Bauplattform, ein intakter FEP-Film, ein gutes Resin und ein Modell mit ordentlich gesetztem Support sind die Hauptfaktoren für reibungsloses Drucken bei höchstmöglicher Qualität. Der Anycubic Photon M3 Max bringt die passende Hardware mit sich, der Rest liegt also beim Nutzer.

Aktuell kostet der Anycubic M3 Max 1099 Euro. Dieser Preis ist aus unserer Sicht gerechtfertigt und in Hinsicht auf die Größe sogar günstig.

Mit dem M3 Max bietet Anycubic ziemlich viel Drucker für 1099 Euro. Die XXL-SLA-Drucker der Konkurrenz, der Elegoo Jupiter für rund 1300 Euro und der Phrozen Sonic Mega 8k für 2340 Euro kosten erheblich mehr und nur der Sonic Mega 8k hat einen noch größeren Bauraum.

Der Anycubic Photon M3 Max kann genauso fein und detailliert drucken wie der Photon M3 Plus – nur eben etwas langsamer. In Kombination mit der neu entwickelten FEP-Folie ermöglicht das komfortable automatische Resin-Nachfüllsystem die Basis für noch hochwertigere Druckergebnisse. Wer einen Resin-Drucker mit großem Bauraum sucht, ist mit dem M3 Max optimal beraten.

Wer sowieso nur kleine, hochauflösende Drucke plant, sollte sich alternativ den sehr schnellen Photon M3 Plus (Testbericht) oder den besonders günstigen Creality Halot One (Testbericht) ansehen. Mehr zum Thema, gibt es in unserer Themenwelt 3D-Drucker.

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